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  • Dentamobil hilft CampesinosDatum28.07.2013 00:21
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Dentamobil hilft Campesinos
  • Dentamobil hilft CampesinosDatum28.07.2013 00:21
    Thema von carlos im Forum Dominikanische Republik

    Zwei Jahre nach dem erfolgreichen "medical + dental Camp" im Kaffepflanzer-Dorf Las Lagunas mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen hatte sich der Familienvater Dr. Ralf Pineda mit seiner mobilen Zahnarztpraxis erneut an einem Hilfsprojekt in der Dominikanischen Republik beteiligt. Zusammen mit drei weiteren Zahnärzten wurden innerhalb einer Woche über 200 Campesinos im Kakaopflanzer-Dorf Jagua Clara an der Nordküste zahnärztlich versorgt.
    Die Spenden der Schleißheimer Bevölkerung machen die zahnärztliche Behandlung Bedürftiger erst möglich

    Die Altgold- und Geldspenden der Schleißheimer Bevölkerung hatten dem Verein "Hilfe für Indien" den Erwerb einer Zahnarztpraxis im Kofferformat (dentamobil) ermöglicht. Die Idee „dentamobil“ steht für die flexible zahnärztliche Versorgung armer Menschen weltweit.

    Die deutschen Ärzte haben nach Pinedas Worten in der Dorfschule über das richtige Zähneputzen aufgeklärt und die Lehrer in die Aktion eingebunden. „Einmal wöchentlich putzen die Schüler unter Aufsicht der Lehrer in der Schule die Zähne“, freut sich der 45-Jährige über erste zaghafte Erfolge. Dafür hätten Firmen Zahnbürsten und eine besonders zahnhärtende Zahncreme gespendet. Ferner seien die gesunden Zähne der Kinder versiegelt worden, so wie es bei uns in Deutschland üblich ist.
    Unterdessen habe auch die Hilfe für Indien in diesem Jahr weitere Fortschritte gemacht. So sei im November die 2006 fest eingerichtete Zahnstation im Blinden- und Gehörlosenheim in Chennai um ein Röntgengerät erweitert worden. Der Verein Hilfe für Indien e.V. beschäftige hier neben einem indischen Zahnarzt nun zusätzlich einen Zahnarzthelfer. Die Patientenzahl habe sich mittlerweile verdreifacht und liege nun bei über 1000 Menschen pro Jahr.
    Wie bitter nötig die zahnärztliche Versorgung in armen Regionen ist, zeigt der Blick in den Mund



    Außerdem sei im November in der Stadt Tura im nordöstlichen Bundesstaat Megalaya eine weitere Zahnstation; mit Hilfe der Spenden, nach dem Erfolgsrezept von Chennai eingerichtet worden. In einem durch die Bethany-Gesellschaft neu gebauten Ärztehaus stehen dem Verein dafür zwei Räume kostenlos zur Verfügung. „Der Zahnarztstuhl ist installiert, und unser Vereinsvorsitzender Christian Klages hat auch schon das zahnärztliche Material samt Instrumenten an Ort und Stelle gebracht“, erklärt der engagierte Zahnmediziner. "All diese Hilfe ist bitter nötig und muss fortgesetzt werden. Sie wäre aber undenkbar ohne die Altgold- und Geldspenden, die der Verein Hilfe für Indien e.V. in Deutschland erhält", bedankt sich Dr. Pineda.


    Der Verein Hilfe für Indien hat bei der Kreissparkasse München (BLZ: 702 501 50) eine Spendenkonto mit der Nummer 28 2 82 eingerichtet. Spendenformulare können auch von der Internetseite des Vereins unter www.hilfe-fuer-indien.de heruntergeladen werden.

  • Thema von carlos im Forum Kenia

    Eine Schule für Afrika

    Gersthofen Der Beruf ist für ihn Berufung. Er ist Zahnarzt aus Leidenschaft. In den letzten Jahren hat Dr. Klaus Burkhardt aus Gersthofen aber auch sein Herz für Afrika entdeckt. Als Mitglied einer wohltätigen und gemeinnützigen Hilfsorganisation „Dentists and Friends, helping hands“, in der sämtliche medizinische Sparten vertreten sind, bietet er in Einsätzen im Senegal oder in Kenia zahnärztliche Hilfe an. „Mit jedem Aufenthalt in Afrika wächst meine Freude und Begeisterung“, berichtet Burkhardt. „Hier ist die Armut überall präsent. Aber als Gegenleistung für die kostenfreie Hilfe habe ich unglaublich viel an Dankbarkeit zurückbekommen.“ Dies bestärkte ihn, seine Tätigkeit fortzusetzen und weiter zu intensivieren. In Shanzu in Kenia will er nun sogar eine Schule bauen.

    In diesem Ort, 20 Kilometer nordöstlich von Mombasa, hat Dr. Klaus Burkhardt schon viermal praktiziert. Die Behandlung erfolgte in einem „Raum“ der sogenannten „Little Angel School“. Diese Schule, in der rund 340 Kinder von der „Babyclass“ (ab 4 Jahren) bis zum Alter von circa zwölf Jahren unterrichtet werden, wird derzeit von der „Keniahilfe Leipzig“ und von „Dentist and Friends“ unterstützt. Darüber hinaus haben auch die Erziehungsberechtigten ein Schulgeld zu entrichten.

    „Die Schule wurde vor ungefähr acht Jahren als ,temporary building‘ errichtet und ist derzeit in einem wirklich desolaten Zustand“, berichtet Dr. Burkhardt. „Wenn es regnet, stehen der gesamte Schulhof und zum Teil auch die Klassenzimmer unter Wasser. Die sanitären Anlagen wie auch die ,Schulküche‘ spotten jeder Beschreibung.“

    Als Burkhardt bei seinem letzten Einsatz mit der Chefin der Schule sprach, verriet sie ihm, dass sie unbedingt noch einen weiterführenden Schulzweig installieren möchte. Die Regierung verlangt dazu allerdings befestigte Räume. „So reifte beim Rückflug der Gedanke in mir, hier zu helfen und diese Schule neu zu bauen.“ Mit gemauerten Klassenräumen, mit entsprechenden sanitären Anlagen, einer einfachen, aber funktionsfähigen Küche und einem Erste-Hilfe-Raum, in dem auch Behandlungen durchgeführt werden können.

    Da seine Erfahrungen mit den kooperierenden Hilfsorganisationen nicht gerade besonders gut sind („Vier Jahre ist nichts passiert. Immer wieder sind Versprechungen zur Sanierung nicht eingehalten worden.“), hat er sich zum Ziel gesetzt, den Bau der neuen Schule selbst zu initieren und voranzutreiben. Bereits in der letzten Augustwoche fliegt er zu Gesprächen mit Architekten wieder nach Kenia. Burkhardt: „Das wird mein Leben, das ist meine Sache.“

    Den Kostenaufwand für den neuen Schulzweig schätzt er auf circa 30000 bis 50000 Euro. Dazu hat er sich an Sponsoren gewandt, die ihn bei diesem Objekt unterstützen. „Weitere Spenden sind jederzeit willkommen“, sagt Dr. Klaus Burkhardt.

    Spendenkonto „Little Angel School“ 055883303, Deutsche Bank Ulm, BLZ 63070088. – Weitere Infos Telefon 0821/493794 oder 0152/53677064.

  • Hoffnung, wo keine mehr istDatum28.07.2013 00:12
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Hoffnung, wo keine mehr ist
  • Hoffnung, wo keine mehr istDatum28.07.2013 00:12
    Thema von carlos im Forum Jordanien

    Wegschauen kommt für Professor Dr. Dr. André Eckardt nicht infrage. Wenn andere Urlaub machen, leistet der 55-Jährige humanitäre Hilfe in Krisengebieten. Dann ist der Mediziner zum Beispiel mit Ärzte ohne Grenzen in einer Klinik in der jordanischen Hauptstadt Amman.

    Wenn andere Urlaub machen, packt André Eckardt seine Koffer, um sich Hilfsorganisationen anzuschließen, die kranken und verletzten Menschen in Krisengebieten helfen.

    Eckardt ist der neue Chefarzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Klinikum Reinkenheide. Er folgt auf Professor Peter Maurer, der sich in einer Praxis in Nordrhein-Westfalen niedergelassen hat.

    Seit 2006 war André Eckardt bereits zehn Mal zu Einsätzen in Amman, um zivile Opfer aus Krisengebieten wie dem Irak zu behandeln. Denn in ihrer Heimat konnten die Menschen nur notversorgt werden, weil schlichtweg kein Gesundheitssystem mehr existierte.

    Verletzungen bei Kindern
    Und was Eckardt dort sehen musste, schockt selbst einen erfahrenen Mediziner. Menschen mit zerfetzten Gesichtern, klaffende Wunden, verbrannter Haut: „Wenn man solche Verletzungen sieht, gerade bei Kindern, dann ist das schon eine enorme emotionale Belastung“, sagt der Arzt. „In der konkreten Situation muss man das zwar ausblenden, aber das beschäftigt einen noch eine lange Zeit später.“

    Er erinnert sich an einen sieben Jahre alten Jungen aus Bagdad, dessen halbe Gesichtshälfte eine Autobombe zerrissen hatte. Sechs bis sieben Operationen haben Eckardt und seine Kollegen gebraucht, um das Gesicht des Kindes wieder so gut es geht herzustellen.

    Eckardt bedeutet es viel, mit kleinen Schritten etwas zu erreichen. Und denen, die sagen „Das, was du machst, ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, entgegnet er: „Eigentlich ist jeder in der Gesellschaft in der Lage, irgendwie zu helfen.“

    Für den hannoverschen Verein Deviemed war er bereits mehrfach in Vietnam. Erstmals Ende der 90er Jahre. „Dort stand es im Vordergrund, Menschen mit Spaltfehlbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich zu helfen“, sagt Eckardt. Das Krankheitsbild ist vermutlich eine Spätfolge eines hochgiftigen Entlaubungsmittels, das von der US-Armee im Vietnamkrieg eingesetzt wurde. Mit der amerikanischen Organisation Mercy Ships hat der Arzt in Sierra Leone und Benin gearbeitet. Dabei handelt es sich um ehemalige Passagierdampfer, die zu Krankenhausschiffen umgebaut wurden. Sie legen in westafrikanischen Häfen an, um die medizinische Grundversorgung der Menschen zu unterstützen. Als so ein Schiff mal in Cuxhaven Station machte, war Eckardt sofort „Feuer und Flamme“.

    Der gebürtige Hamburger studierte zunächst Kieferchirurgie und Zahnmedizin und schrieb sich dann im Laufe des Studiums noch für Humanmedizin ein. Zuletzt war er geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Fernweh hatte er immer schon, aber ausschlaggebend für den Einsatz im Ausland war ein Gespräch mit einem vietnamesischen Kollegen bei einem Kongress.

    Ein Datum für einen nächsten Einsatz gibt es noch nicht. Aber Eckardt steht in Kontakt mit mehreren Hilfsorganisationen. Und wenn seine Hilfe gebraucht wird, wird er wieder so schnell wie möglich seine Koffer packen und den Klinikalltag gegen den Einsatz in einem Krisengebiet eintauschen.

  • Mit Bohrer und Füllung unterm HimalayaDatum28.07.2013 00:09
  • Mit Bohrer und Füllung unterm HimalayaDatum28.07.2013 00:09
    Thema von carlos im Forum Nepal

    Der Zahnarzt Edgar Lauser betrieb eine "Freie Praxis" in Nepals Südosten. Bei einer Dentisten-Kreisversammlung in Mosbach hatte Lausers Kollege Emmo Martin Mitstreiter für ein Hilfsprojekt dort gesucht. Lauser sagte drei Wochen Unterstützung zu. Nach seinen Erfahrungen dort hofft er nun, auch andere Dentisten zu so einem Hilfseinsatz motivieren zu können.

    Zusammen mit Emmo Martin war Lauser als Zahnarzt in der Provinz Jhapa. Das liegt in der östlichen Tiefebene an der Grenze zu Indien. Im Ort Chapati und in der Stadt Budhabare behandelten die beiden Mediziner unentgeltlich Patienten in Zusammenarbeit mit der Organisation "Women's Foundation".

    Nach knapp einstündigem Inlandsflug mit Blick auf die östliche Himalayaregion gelangten die beiden Ärzte nach Bhadrapur und von dort in etwa einer Stunde auf teilweise ungeteerten Straßen bei gewöhnungsbedürftigem Linksverkehr in den Ort Chapati. Im Gebäude einer Kindertagesstätte richteten Martin und Lauser ihren Behandlungsraum ein. Beim Eintreffen der Ärzte warteten bereits einige Patienten. Eine der Hilfskräfte hatte alle in einem Buch eingetragen und Nummernzettel verteilt. Außerdem unterstützten ein Collegeschüler als Dolmetscher sowie eine weitere Hilfskraft die Dentisten. Bis 18 Uhr behandelten sie an die 30 Patienten überwiegend chirurgisch. Füllungen waren nur etwa vier Stunden täglich möglich, wenn der Strom nicht abgeschaltet war. Lauser: "Das war freie Praxis pur: Ohne Bürokratie, Gebührenordnung, Hygieneverordnung, Richtlinien und Verträge, aber auch ohne Behandlungseinheit und kompetente Assistenz. Am Tagesende durften wir selbst reinigen und sterilisieren. Und unsere LED-Taschenlampen zur Ausleuchtung der Münder begleiteten uns gegen 19 Uhr auf dem Heimweg."

    Ihre Verpflegung mit Reis, Gemüse, Eiern, Joghurt sowie Wasser und Milchtee hielt sie für die nächsten Tage fit, um bei Temperaturen um 27 Grad bis zu 50 Patienten täglich zu versorgen.

    Auf dem Hin- und Rückweg zur "Praxis" grüßten die Leute recht freundlich. Die meisten Patienten wünschten mehrere Zähne gezogen zu bekommen und zeigten sich sehr dankbar. Einige Zähne oder Wurzelreste steckten überaus fest im Knochen. Da waren Martins über zehnjährige Erfahrungen unter diesen Umständen von großem Vorteil. Die Füllungen waren besonders im Unterkiefer manchmal nicht ganz einfach auszuführen. Daher assistierten sich die Ärzte gelegentlich gegenseitig. Leider versagte die Polymerisationslampe immer öfter, so dass sie sich über einen Ersatz, möglichst mit Akku, sehr freuen würden.

    Nach vier Tagen fuhren Lauser und Martin mit ihrer Ausrüstung in die etwa 35 Kilometer entfernte Stadt Budhabare. In den bescheidenen Räumen eines Paramediziners richteten sie dort einen Raum zur Behandlung ein.

    Die nächsten drei Tage kamen jeweils bis zu 40 Patienten. In einer Nacht weckte lautes Hupen gegen zwei Uhr die Schlafenden. Ein Patient, Lehrer, wurde wegen Nachblutung mit dem Motorrad gebracht. Zum Glück erwies es sich als harmlos.

    Nach zehn arbeitsreichen Tagen wurden die Ärzte statt eines Ruhetages zu einem Tagesausflug in die Berge eingeladen. Auf kurvenreichen Straßen bis auf fast 2000 Meter Höhe fuhren sie nach Pashupatinagar an der Grenze zu Indien, überquerten die Grenze zu Fuß und betraten die Provinz Darjeeling. Tags darauf marschierten sie zum letzten Mal zur "Praxis", sterilisierten und packten. Durch den Materialverbrauch wurde das Gepäck ein paar Kilo leichter.

    Mit einem T-Shirt und einer Urkunde zum Dank wurden die Ärzte mit Blumenkränzen herzlich verabschiedet.

    Auf dem Rückflug kam Lauser beim Zwischenstopp in Abu Dhabi nach drei Wochen ohne Informationen wie etwa Zeitung wieder in der Welt des Luxus an. "Ich fühlte deutlich, dass es nicht so sehr vom Materiellen abhängt, ein ausgeglichenes Leben zu führen. Für die eindrucksvollen Erfahrungen, die ich erleben durfte, bin ich sehr dankbar und wünsche mir, einige Kolleginnen und Kollegen begeistert zu haben, einmal zu einem Hilfseinsatz mitzukommen."

    Fi Info: e.laus@t-online.de oder www.entwicklungshilfe3.de/projekte/weltw...ahnarzteinsatz/

  • Thema von carlos im Forum Namibia

    Calden. Waar is die pyn? Worte in Afrikaans, die Zahnarzt Hans-Jürgen Richter nicht mehr vergessen wird. Unzählige Male hat er sie gestellt: Wo tut es weh?
    Zwei Wochen leistete der 53-Jährige aus Calden mit eigener Praxis in Vellmar ehrenamtlich zahnmedizinische Hilfe im Nordostzipfel Namibias, unter schwierigsten Bedingungen und oft unter freiem Himmel.

    Den humanitären Einsatz - eine Reise auf eigene Kosten - unternahm Richter für die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen (Dentists without Limits Foundation, DWLF) mit Sitz in Nürnberg, der er selbst angehört. Tief gingen die Eindrücke von der Not ärmster Menschen in der Region Otjozondjupa unter die Haut. Ein Großteil der Patienten litt an Aids, viele auch an Tuberkulose, Fälle von offener Tb waren auch bei Kindern keine Seltenheit.

    Die zahnmedizinische Fachangestellte Isabel Goncalves-Ramondetta (Kassel) assistierte ihrem Chef auch tausende Kilometer von der Vellmarer Praxis mit all ihren Annehmlichkeiten entfernt. Ehefrau Brigitte, ebenfalls DWLF-Mitglied, half beim Auf- und Abbau ebenso wie beim Reinigen der Instrumente und schoss für eine Dokumentation des Einsatzes im südlichen Afrika 1500 Fotos.
    250 Kilometer in den Busch

    Als Basis diente eine Farm in Grootfontein. Von dort transportierte die Gruppe unter Führung des deutschen DWLF-Namibia-Projektleiters transportable Behandlungseinheiten mit Instrumenten, Spritzen und Medikamenten, Wasserkanister und einen Kompressor für die Stromversorgung auf zumeist unbefestigten Pisten im Jeep. Für einen Behandlungstag draußen im Buschmannland fuhren die Helfer schon mal 250 Kilometer hin und nach anstrengender Arbeit zurück. Das Machbarste an Hygiene zu leisten, stellte das Team vor Herausforderungen. Sterilisiert wurde bei Einsätzen weitab von jeder Klinik im Drucktopf auf offener Flamme.

    Die Nordhessen hatten buchstäblich alle Hände voll zu tun. Ungezählte Füllungen, auch mal 31 Weisheitszähne an einem Vormittag zu ziehen, das war selbst für einen langjährig oralchirurgisch tätigen Zahnmediziner wie Richter kein Pappenstiel. In einer Waisenstation nahm sich der Caldener mit Herzblut den Zahnproblemen von Kindern an.

    Seine namibischen Patienten wird er nicht vergessen: „Alle saßen da wie die Einsen, waren bewundernswert geduldig und diszipliniert, auch die Kleinsten.“ Wenn jemand im Dorf die nahende Gruppe erspähte, warfen sich die Älteren für den seltenen Zahnarztbesuch schon mal in ihre besten Anziehsachen. Bei der Übersetzung von Afrikaans oder aus den Stammessprachen der Hereros und Damaras ins Englische halfen immer wieder freiwillige Dolmetscher.

    Harte Arbeit in einem Urlaub, der keiner war, kostete den Vellmarer Zahnarzt ein paar Kilo Gewicht. Richter, seine Frau Brigitte und Assistentin Isa aber haben auch gewonnen: das gute Gefühl, bei den Ärmsten der Armen geholfen zu haben.

  • Zähne zeigen für Familien in RuandaDatum15.07.2013 23:18
  • Zähne zeigen für Familien in RuandaDatum15.07.2013 23:18
    Thema von carlos im Forum Ruanda

    In Ruanda war Dr. Christian Schäfer bisher noch nicht. Der Zahnarzt aus Schonnebeck studierte in Rumänien Zahnmedizin, ehe er nach Deutschland kam und seine ei­gene Praxis eröffnete. Dennoch hat er mit Ruanda zu tun, so wie rund 40 andere Zahnärzte aus Essen, die dort zusammen mit der Mamisch Dental Health AG (MDH) Hilfe zur Selbsthilfe leisten – über Zahnersatz . Denn schmerzt es im Mund und sind die eigenen Zähne nicht mehr zu retten, wird bei ih­ren Patienten meist Zahnersatz notwendig. Ihr Labor können sie dabei selbst wählen. Fällt ihre Wahl auf die MDH, wird dabei Entwicklungshilfe geleistet: Für jeden Auftrag wird ein halber Quadratmeter Land gepachtet, Saatgut gekauft und die Bevölkerung in umweltschonenden Anbautechniken geschult – alleine dank Schäfer auf 240 Quadratmetern.
    Zahnärzte wollen Klinik in Ruanda eröffnen

    Das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird von über 4100 deutschen Zahnärzten unterstützt. So konnten alleine vergangenes Jahr 503 Arbeiter geschult und bezahlt und so 286 vom Völkermord gebeutelte Familien gefördert werden – auf 90.000 Quadratmetern Land, was 13 Fußballfeldern entspricht. Wie groß der Anteil der Essener Ärzte daran ist, können die Mülheimer nicht genau sagen. Gefragt sind sie dennoch, denn noch in diesem Jahr soll durch ihr Zutun eine Zahnklinik in dem südafrikanischem Staat eröffnen. Denn so etwas gibt’s dort noch nicht: Auf die Bevölkerung von mehr als elf Millionen Menschen kommen bisher nur 17 Zahnärzte – ein Verhältnis so, als ob es für alle Essener einen einzigen Zahnarzt geben würde. Und der ist auch noch schlecht ausgebildet.

    Nach Ruanda zu gehen, um für einige Monate in der Klinik zu helfen, „kann ich mir nicht vorstellen, denn ich bin alleine in der Praxis und habe keinen Ersatz“, sagt Dr. Schäfer. Ei­nen Arzt aus Ruanda in seiner Praxis über die Schulter schauen zu lassen und zu schulen dafür sehr: „Ich freue mich schon darauf.“ Auch seine ausgemusterten Zahnarztstühle will er fortan nach Ruanda schicken: „Die sind gut gewartet und können sicher noch 20 Jahre genutzt werden.“

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Beim Gedanken an Nepal haben die meisten Menschen, wenn überhaupt, den Mount Everest als höchsten Berg der Welt vor Augen. Tatsächlich ist der südasiatische Binnenstaat neben Tibet das höchstgelegene Land der Erde und aufgrund seiner Lage im Himalaya-Gebirge ein beliebtes Ziel von Trekkingtouristen und Bergsteigern. Deren Blick fällt nur selten auf die Niederungen von Land und Gesellschaft und damit auf Aspekte, die den Reiz des Exotischen und Abenteuerlichen nur allzu leicht trüben könnten. So etwa die Defizite im Gesundheitswesen. Für die ca. 26,5 Millionen Einwohner gibt es gerade einmal 923 Ärzte, 5.500 Krankenschwestern und etwa 13.000 Gesundheitsarbeiter. Erwartungsgemäß sind die meisten Menschen Nepals auch in zahnmedizinischer Sicht unterversorgt, und Praxen, die annähernd modernem Standard entsprechen, gibt es allenfalls in den wenigen größeren Städten, hierbei vor allem in der Hauptstadt Kathmandu. Bewohner der abgeschiedenen, ländlichen Gebiete des Landes sehen so gut wie nie einen Zahnarzt. Es sei denn, freiwillige Helfer aus dem Ausland machen sich auf die beschwerliche Reise zu ihnen.

    Wichtig: Kooperationspartner und Sponsoren

    Dr. Hanna Monien (Frankfurt/Main) und Dr. Anne Schnell (Köln) verbrachten einen zweimonatigen von „Dental Volunteers e.V.“ organisierten Aufenthalt in Nepal, um vor allem Kinder und Jugendliche in den Bergdörfern mit der richtigen Zahnpflege vertraut zu machen und zahnmedizinisch zu versorgen. Unterstützt wurden sie dabei von den Vereinen „Nepalhilfe“, „Nepalhilfe im kleinen Rahmen“ und „Kinderhilfe Nepal e.V.“ sowie einheimischen Partnern und Helfern. Ungeachtet der körperlichen Strapazen, beschwerlicher Anfahrten, langen Arbeitszeiten von mitunter über zwölf Stunden und Tücken der Technik wie zum Beispiel Stromausfälle sorgten die beiden deutschen Zahnärztinnen dafür, dass innerhalb von sechs Wochen zahlreiche junge Nepalis in eigens eingerichteten Dental Health Camps untersucht und behandelt wurden. Dabei konnten sie auf Dentalmaterialien verschiedener Sponsoren zurückgreifen. So stiftete VOCO etwa seine bewährten Füllungsmaterialien VOCO Ionofil Molar und Grandio sowie Adhäsive und Präparate zur Fluoridierung und Desensibilisierung.

    Arbeit in Dental Health Camps

    Nach ihrer Ankunft in Kathmandu nutzten Monien und Schnell die ersten drei Tage ihres Aufenthaltes, um von ihren privat gesammelten Spendengeldern 650 Zahnbürsten und Zahnpastatuben zu kaufen und an Schüler vor Ort zu verteilen. Zudem galt es, die Vorbereitungen für die Durchführung der Dental Health Camps in verschiedenen Regionen des Landes zu treffen. Das erste Dental Health Camp errichteten die beiden Zahnärztinnen in der Secondary School des Dorfes Bimkhori, welches sie nach fünfstündiger Busfahrt und dreistündiger Bergwanderung erreichten. Dort informierten sie die Schüler aller zwölf Klassen zunächst einmal über richtige Ernährung, Mundhygiene und Zahnputztechniken. Es folgten Zahn-Check-Ups aller Schüler und die Vereinbarung von Behandlungsterminen für die nächsten Tage. Es zeigte sich, dass neben den Schülern auch viele Erwachsene aus der Gegend die Gelegenheit zur zahnmedizinischen Behandlung nutzten, was angesichts fehlender Assistenzkräfte zusätzlich Zeit kostete. Hinzu kamen weitere Erschwernisse: „Der Strom war teils über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar und anstelle dentaler Behandlungseinheiten dienten uns zusammengestellte Schultische als Patientenliegen. Für ausreichend gute Lichtverhältnisse sorgten wir mit unseren Trekkingstirnlampen. Als Speibecken mussten Pappkartons herhalten. Trotz der relativ schlechten Voraussetzungen versuchten wir stets hygienisch zu arbeiten und glücklicherweise hatten wir ausreichend Handschuhe, Desinfektionsmittel, Einmalkanülen und weiteres Material aus Deutschland mitgebracht.“ Nach Beendigung des ersten Dental Health Camps wanderten Monien und Schnell zur etwa zwei Stunden entfernt liegenden Primary School und errichteten dort die zweite Behandlungsstation. Und obwohl dort bereits am Abend des ersten Tages ein Blitzschlag zu einem Stromausfall führte, konnten die beiden Zahnärztinnen in den nächsten Tagen Hunderte kleine Patienten behandeln. Nach diesem Einsatz ging es dann auf dem Fahrzeugdach eines überfüllten Busses zurück nach Kathmandu, wo die beiden Zahnärztinnen die weiteren Dental Health Camps vorbereiteten. Diese fanden in den örtlichen Schulen von Chaturale und Sunkhani statt, welche auf unwegsamen Pfaden mit dem Geländewagen angesteuert wurden. Im Rahmen der dort vorgenommenen Behandlungen, welche täglich teils über zwölf Stunden dauerten, versorgten Monien und Schnell auch hier mehrere Hundert junge und etliche ältere Patienten. Das letzte Dental Health Camp schlugen die deutschen Zahnärztinnen dann im Waisenhaus „Mandala Childrenhome“ in Budhanilkantha unweit Kathmandu auf. Hier zeigte sich, dass die dort untergebrachten Kinder schon recht gut über richtige Ernährung und Zahnpflege wussten und der Behandlungsbedarf deutlich geringer war als an den Stationen zuvor. Vorläufig sicherlich noch eine Ausnahme in Nepal.

    Die Perspektive: Hilfe zur Selbsthilfe

    Das Fazit der beiden Zahnärztinnen: „Insgesamt haben wir das Gefühl, dass unser Einsatz nur ein Tropfen auf den heißen Stein war. Sowohl aus zahnärztlicher als auch aus allgemeinmedizinischer Sicht ist die dörfliche Bevölkerung stark unterversorgt und die Etablierung eines funktionierenden Gesundheitssystems wäre dringend erforderlich. Kurzfristig gesehen sind Einsätze von ausländischen Hilfskräften sicher eine Lösung, um einzelne Personen von ihren Schmerzen zu befreien. Auf lange Sicht jedoch ist es unbedingt nötig, dass sich auch nepalesische Ärzte um die Dorfbevölkerung kümmern.“ Das allerdings, so Monien und Schnell, scheitert bislang aus zwei Gründen. Zum einen wollen Ärzte, die in Kathmandu ausgebildet wurden, das relativ moderne Leben in der Hauptstadt nicht mehr missen und gegen das traditionelle und sehr einfache Dorfleben tauschen. Zum anderen lässt sich in den Dörfern kaum Geld verdienen. Außerdem ist das Medizinstudium sehr teuer und kann daher in der Regel nur von Menschen, die eh in den großen Städten leben, finanziert werden. „Eventuell wäre es sinnvoll“, so Monien und Schnell, „eine Stiftung zu gründen, welche für die Ausbildung von Dorfbewohnern aufkommt und diese Ärzte dann verpflichtet oder subventioniert, damit sie auf dem Dorf praktizieren.“ Vorläufig wird dies Zukunftsmusik bleiben und die medizinische Versorgung der Menschen in den Dörfern des Himalaya weiterhin von freiwilligen Helfern aus dem Ausland abhängen.

    Fotos: Anne Schnell, Hanna Monien



    Presse-Ansprechpartner:
    Dr. Olaf Krems, VOCO GmbH - Public Relations
    Tel. : +49 (0)4721 719-187, E-Mail: o.krems@voco.de

  • Thema von carlos im Forum Dominikanische Republik

    We are looking for a volunteer dentist to go to the Dominican Republic for 1 week. This is one of the most well organized missions I have ever experience into the beautiful bread basket of the Dominican, a hilly area called Costanzas. Thus the name of the mission. Peace Corp volunteers translate Spanish; and they treat patients in several venues during the mission. The costs are very reasonable and the living quarters are in a very nice hotel serving splendid buffets. This is a committed and dedicated team out of South Shore Hospital.
    Last year we made contact with the dental school at the University of Santo Domingo, who are very interested in establishing rural outreach programs for the students.

    Please share with your friends and colleagues. Interested parties can either contact me or Dr. David Rudolph at: david_rudolph_md@sshosp.org



    Oral health needs to be a part of this team!

    Dr. Brian Swann
    Harvard School of Dental Medicine

    Cambridge Health Alliance

  • Thema von carlos im Forum Deutschland

    Wer Zahnschmerzen hat, geht zum Zahnarzt. Für Menschen ohne Krankenversicherung ist das jedoch ein Problem. Diesen Patienten nimmt sich das Hilfswerk Zahnmedizin Bayern an, das seit 2012 in München eine eigene Praxis betreibt.


    Versorgung in der Anonymität

    Eine Untersuchung beim Zahnarzt - für Menschen ohne Krankenversicherung ist der Gang in die Arztpraxis bei Schmerzen nicht üblich. Das Hilfswerk Zahnmedizin Bayern will diesen Menschen helfen.


    Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge lebten 2011 insgesamt 137.000 Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung.

    Die Bundesärztekammer schätzt die Zahl der Betroffenen sogar noch weitaus höher ein, da viele illegale Einwanderer gar nicht erfasst werden.

    Inzwischen wurden für Menschen ohne Versicherungsschutz vielerorts Anlaufstellen geschaffen, wo sie bei akuten Erkrankungen oder Verletzungen unentgeltlich behandelt werden können.

    Mit Blick auf die zahnmedizinische Versorgung von bedürftigen Bürgern gibt es hingegen noch Lücken, vor allem in den ländlichen Regionen.

    Hier setzt das Hilfswerk Zahnmedizin Bayern an, das im Juni 2011 unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Landeszahnärztekammer gegründet worden ist.
    Anonymität wird zugesichert

    Im Hilfswerk Zahnmedizin Bayern e. V. sind etwa 40 Bürger engagiert. In München hat das Hilfswerk im vergangenen Jahr in den Räumen der Malteser Migranten Medizin, die sich seit mehr als zehn Jahren in Deutschland um versicherungslose Patienten kümmert, eine eigene zahnärztliche Praxis eröffnet, in der abwechselnd 15 Zahnärzte tätig sind.

    Die Praxis ist jeden Dienstagvormittag drei Stunden und jeden Donnerstagnachmittag zwei Stunden für Menschen ohne Krankenversicherung geöffnet, eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. Bei Bedarf kann die Behandlungszeit jederzeit ausgedehnt werden.

    Auf Wunsch wird den Patienten zudem Anonymität zugesichert. Mit den Kollegen der Malteser Migranten Medizin tauschen sich die Zahnmediziner des Hilfswerks regelmäßig aus.

    Meistens wenden sich Bedürftige, die unter Zahnschmerzen leiden, zunächst an lokale Hilfsorganisationen wie beispielsweise die Malteser, das Rote Kreuz, örtliche Kirchen, Sozialstationen oder Notdienste. Diese stellen dann den Kontakt zum Hilfswerk Zahnmedizin Bayern her.

    Sobald sich die Patienten dort gemeldet haben, werden sie entweder in die Münchner Praxis eingeladen oder es wird ein Termin in einer der unterstützenden Praxen des Umlandes so schnell wie möglich vermittelt.
    Unentgeltliche Behandlung

    Ziel des Vereins ist der ständige Ausbau des Netzes von Zahnärzten und Dental-Laboratorien, die bereit sind, Patienten ohne Versicherungsschutz unentgeltlich zu behandeln.

    Die Hilfsleistungen sind unabhängig von allen kommunalen oder staatlichen Leistungsträgern, die anfallenden Kosten werden von den Vereinsmitgliedern und ihren Helfern getragen.

    Seit Gründung des Hilfswerks Zahnmedizin Bayern e. V. im Juni 2011 haben die beteiligten Zahnärzte etwa 200 Patienten und 400 Behandlungen registriert. Zu den Patienten zählen arme und obdachlose Deutsche ebenso wie Migranten und Flüchtlingskinder.

    Willkommen sind grundsätzlich alle mittellosen Menschen, die wegen Zahnschmerzen oder eines zahnmedizinischen Notfalls einer Behandlung bedürfen. Materialkosten werden durch die Beiträge der Vereinsmitglieder sowie durch Geld- und Sachspenden gedeckt.
    Praxen in 36 Städten sind dabei

    In München hat das Hilfswerk Zahnmedizin Bayern e. V. derzeit sechs Partnerpraxen, die sich nach den Richtlinien des Hilfswerks zu behandeln bereit erklärt haben.

    Innerhalb von zwei Jahren seit seiner Gründung konnte der Verein sein Netzwerk zudem auf zahnärztliche Praxen in insgesamt 36 Städten und Gemeinden (vor allem in Oberbayern) ausweiteten.

    Darüber hinaus hat man sich zum Ziel gesetzt, das Informationsangebot zu erweitern, um Betroffene beispielsweise auch über Behandlungsmethoden und präventive Maßnahmen aufzuklären.

    Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit werden schließlich weitere Mitarbeiter, Unterstützer und Spender gesucht. Sobald es der finanzielle Spielraum zulasse, so Dr. Martin Schubert, Vorstand des Hilfswerks, werde man bedürftigen Patienten auch Hilfen bei der prothetischen Einfachversorgung anbieten.
    Hilfswerk Zahnmedizin Bayern

    Versorgung in der Anonymität

    Das Hilfswerk Zahnmedizin Bayern unterstützt Arme, Obdachlose und Migranten ohne Krankenversicherung bei zahnmedizinischen Notfällen. Die Behandlung erfolgt unentgeltlich und auf Wunsch anonym. Der 2011 gegründete Verein unterhält eine Praxis in München und hat Kooperationspartner in 36 Städten und Gemeinden Bayerns.

    www.hilfswerk-zahnmedizin-bayern.de

  • Thema von carlos im Forum Tansania

    Wie kann ein Zahnarzt aus Lörrach mittellosen Menschen in Tansania helfen? Mit einer cleveren Idee: Er sammelt das alte Zahngold seiner Patienten, verkauft es an die Goldindustrie und spendet das erlöste Geld an eine Zahnstation im Südwesten Tansanias. Zahnarzt Hans-Jürgen Weh unterstützt diese Station bereits seit 15 Jahren. Jetzt war es für ihn an der Zeit, selbst nach Afrika zu reisen und zu schauen, wohin seine Spenden fließen.
    "Ich sage meinen Patienten, dass sie ihr Zahngold für die Zahnstation in Tansania spenden können", erzählt Hans-Jürgen Weh. Über diese informiere er im Wartezimmer seiner Praxis mittels einer Powerpoint-Präsentation. "Der Preis für eine Krone ist ganz unterschiedlich, das kommt auf die Legierungsart an. Er kann zwischen ein paar Euro und bis zu zirka 30 Euro liegen", sagt er. Viele Patienten würden sich dann für die Spende entscheiden. "Ein Altgoldankäufer nimmt das Zahngold aus der Praxis mit, bringt es zur Scheideanstalt nach Pforzheim und verkauft es an die Goldindustrie", erklärt er. In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat der Zahnarzt so 8000 Euro Spendengeld eingenommen.

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    Zusätzlich ist Hans-Jürgen Weh an Dentalfirmen herangetreten und hat diese um Sachspenden für die Zahnstation in Tansania gebeten. Seit Februar diesen Jahres hat er dadurch zusätzlich Spenden im Wert von mehr als 12 000 Euro gesammelt. "Hauptsächlich Zähne und chirurgisches Zubehör", sagt er. Nach und nach wurden und werden sie kartonweise nach Tansania verschickt.

    Im Mai hat der Zahnarzt schließlich seine Praxis in der Basler Straße für zehn Tage geschlossen und sich selbst auf den Weg nach Afrika gemacht. Sein Ziel war das Kloster der Missionsbenediktinerinnen in der Stadt Peramiho. Dort betreiben sie ein Hospital mit der erwähnten Zahnstation. Diese wurde von der deutschen Schwester und Zahnärztin Maria Goretti, 81 Jahre, gegründet, die dort noch immer praktiziere. Die Hälfte der 8000 Euro Spendengeld aus dem Zahngold wurde in Arbeitsmaterialien für die Zahnstation investiert, die andere Hälfte in den Bau einer Übernachtungsmöglichkeit für Schüler in Tansania.

    Mangel an dauerhaftem Strom und Hygiene

    "Nach der Ankunft im Grenzgebiet zu Mosambik und Malawi wurde schnell klar, Zahnbehandlungen, wie sie in Europa bekannt sind, sind hier nicht durchführbar", erzählt Hans-Jürgen Weh von seiner Reise. Grundlegende Voraussetzungen wie dauerhafter Strom oder hohe hygienische Standards haben in Tansania nicht oberste Priorität. Das Kloster betreibt neben der Zahnstation in Peramiho auch mehrere Außenstationen, in denen Hans-Jürgen Weh während seines Aufenthaltes mitarbeitete und die dortigen Zahnärzte mit seinem Rat unterstützte.

    Die Menschen in Tansania habe er als unglaublich freundlich und offen empfunden. "Immer steht ein – wenn auch oft zahnarmes – Lächeln in ihren Gesichtern", sagt Weh. Nach mehr als 120 Jahren Missionarstätigkeit sei der Bildungsstandard der Regionen rund um die Klosterbereiche überdurchschnittlich gut. "Trotzdem braucht das Land noch viel Hilfe von außerhalb, um den Weg in eine funktionierende Wirtschaft zu finden." Hans-Jürgen Weh will auf jeden Fall ein zweites Mal in das ostafrikanische Land reisen und helfen. "Wenn man einmal Feuer gefangen hat, kann man nicht mehr loslassen."

  • Aus der Praxis nach NamibiaDatum16.06.2013 23:09
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Aus der Praxis nach Namibia
  • Aus der Praxis nach NamibiaDatum16.06.2013 23:09
    Thema von carlos im Forum Namibia

    Für ihren ehrenamtlichen Einsatz sucht Sylvia Gabel noch Unterstützer: Firmen und Zahnärzte, die Bohrer oder Betäubungsmittel spenden möchten, sollen sich bei der Gummersbacherin melden.

    Vor Sylvia Gabel liegt eine ausgebreitete Landkarte von Namibia. Mit dem Zeigefinger fährt sie die eingezeichneten Straßen ab und schüttelt ein ums andere Mal den Kopf: „Das kommt mir alles noch so unwirklich vor.“

    In vier Wochen macht sich die zahnmedizinische Fachassistentin auf den langen Weg nach Afrika. 17 Stunden wird sie unterwegs sein, mit Zwischenstopp in Johannesburg, bis sie am 13. April endlich in dem Wüstenland im südwestlichen Afrika landet.

    Vor Sylvia Gabel liegt keine Urlaubsreise. Die zweifache Mutter und inzwischen sogar zweifache Oma reist für die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ ins nördliche Namibia, um dort mit Kolleginnen und Kollegen die Dentalversorgung der Menschen sicherzustellen, die sich den Besuch eines Zahnarztes nicht leisten können. Mit an Bord werden neben einem Oralchirurgen und einer Zahnärztin noch eine weitere zahnmedizinische Fachangestellte sein.

    In Lindlar leitet Sylvia Gabel die Prophylaxeabteilung einer großen Zahnarztpraxis. Was sie allerdings in Namibia erwartet, davon kann sie sich noch kein Bild machen. Sowohl in der Klinik in Grootfontein wird die Expertin eingesetzt, als auch in zwei so genannten mobilen Stationen im Umland. Dass es kein Spaziergang wird, das ist der forschen Gummersbacherin klar: „Mein Kollege, der schon einmal da war, hat berichtet, er habe in zwei Wochen 450 Zähne entfernt.“

    Einzig die Unterkunft wird den Helfern von der Organisation gestellt; um Flug und Verpflegung müssen sich Ärzte und Assistenten selbst kümmern. Ebenso wie um das medizinische Gerät und Medikamente. Die nächsten vier Wochen wird Sylvia Gabel neben ihrem Impfmarathon damit beschäftigt sein, auf Fachmessen, bei Zahnärzten und Dentalgeräteherstellern um Zangen, Diamantbohrer und Anästhetika zu „betteln“, wie sie es selbst formuliert. „Und wenn ich alles zusammen habe, brauche ich noch einen Sponsor, der mir das Übergepäck finanziert.“

    Sylvia Gabel ist im Landesvorstand des Verbands medizinischer Fachberufe aktiv und ein quirliger Charakter. Auf ein Inserat in einer Fachzeitschrift hin hat sie sich für den Einsatz bei „Zahnärzte ohne Grenzen“ beworben: „Man muss gesund, flexibel und belastbar sein“, fasst sie das Anforderungsprofil zusammen. Das sei sie, doch was Afrika sonst noch für Anforderungen stellt, darauf ist sie wahrlich gespannt.

    Namibia ist mit einer Quote von 13 Prozent eines der fünf am schlimmsten von der Immunschwäche-Krankheit Aids betroffenen Ländern der Welt. Jede fünfte schwangere Frau ist mit dem HI-Virus infiziert. Für Sylvia Gabel kein Schreckgespenst: „Wir werden uns ausreichend schützen.“

    Wer Sylvia Gabel mit Material unterstützen möchte, kann sie unter (0 22 61) 5 07 42 71 oder unter sylviagab@aol.com kontaktieren.

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