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  • Füllungen wie am FließbandDatum13.09.2015 12:53
    Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Heike Büchner hat in Borgfeld eine Zahnarztpraxis. Die war vom 6. bis 27. August geschlossen. Gearbeitet hat die Medizinerin in der Zeit trotzdem. Weit entfernt von ihrem Wohnort und – so kann man es nennen – wie am Fließband. Die 53-Jährige war während ihrer Praxisurlaubszeit für die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen in der Mongolei. Der Bedarf an zahnärztlicher Behandlung, so ihre Erfahrung, sei sehr groß in dem Land, das zwischen Russland und China liegt und fünf Mal so groß ist wie Deutschland.
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    „Machen wollte ich es schon immer gern“, sagt Heike Büchner. Deshalb zögert sie auch nicht, als sie an einem Sonntagnachmittag im Februar in einer Fachzeitung den Aufruf der Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen liest: Dringend Zahnärzte für einen Großeinsatz in der Mongolei gesucht. Noch am Abend mailt die Borgfelderin der Stiftung, dass sie dabei gern helfen würde. Am nächsten Tag fragt sie ihre Mitarbeiterin, ob die sich vorstellen könne, an dem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz teilzunehmen. Yhilda Tashi ist bereit. Als die 20-Jährige Anfang August mit ihrer Chefin und zusammengerechnet 85 Kilo Gepäck, von dem sie 35 Kilo als Spende in der Mongolei lassen werden, ins Flugzeug steigt, hat die junge Frau gerade ihre Ausbildung abgeschlossen.

    Zu dem Zeitpunkt weiß Heike Büchner, dass sie bei ihrem Einsatz Leiterin eines international zusammengestellten Teams sein wird. Das sei ein wenig überraschend gekommen, erinnert sich die Zahnärztin. Noch beim Vorbereitungstreffen im Mai in Nürnberg glaubt sie, als Lernende mitreisen zu können. „Ich dachte, ich fahre mit und bohre.“ Nun aber soll sie für den Einsatz in der Steppe die Verantwortung für das Team tragen, das aus zwei jungen Kolleginnen aus Korea und der Ukraine und zwei Helferinnen besteht. Vor Ort kommt ein mongolischer Zahnarzt dazu, der vornehmlich die Aufgabe hat, Zähne zu ziehen, während die angereisten Zahnärzte konservierend arbeiten, also für Füllungen und Prophylaxe sorgen sollen. Eine Dolmetscherin, die „auch Schwerstarbeit leisten muss“, ist immer dabei.

    Extreme Arbeitsbedingungen

    „Das Wichtigste in der Gruppe ist, dass die Chemie stimmt“, zieht Heike Büchner Bilanz. „Weil die Arbeitsbedingungen extrem sind.“ Angefangen beim mongolischen Sommer, der tagsüber brütende Hitze und nachts Kälte bringt, bis hin zu den hygienischen Verhältnissen. „Es gab kein fließendes Wasser, und die Toiletten waren Plumpsklos.“ Und auch, weil man rund um die Uhr miteinander verbringt. Privatsphäre gibt es in dieser Zeit nicht. Der Gedanke daran tritt aber ohnehin mit jeder Menschenschlange, die sich vor dem Behandlungsraum bildet, in den Hintergrund. „Ich hatte nicht gedacht, dass der Bedarf an Zahnärzten so groß ist“, erzählt Heike Büchner. „Die Patienten haben draußen übernachtet. Morgens standen schon hundert Leute vor der Tür.“

    Für Heike Büchner sind die drei Wochen in der Mongolei eine Zeit der gegensätzlichen Erfahrungen. Körperlich sehr anstrengend seien die zwei Arbeitswochen gewesen, in denen das Team täglich bis zu elf Stunden arbeitet und die nur am dazwischen liegenden Sonnabend unterbrochen werden, weil man dann in einen anderen Ort reist, um dort die Behandlungsliegen aufzuklappen und gegen die nächsten Warteschlangen anzuarbeiten. Immer dabei: der Koffer mit einer Turbine für den Bohrer. „Wenn der Strom ausfällt, geht es nicht“, beschreibt die Zahnärztin die Arbeitsbedingungen. „Aber eigentlich hat es mit dem Strom zuverlässig geklappt.“ Ihr Einsatzort ist 250 Kilometer von der Hauptstadt Ulan-Bator entfernt. In jeder Gemeinde, erzählt Heike Büchner, gebe es ein Gebäude, das man Krankenhaus nenne. Dort arbeite ein Arzt, der alle Fachrichtungen abdecken müsse, und eine Krankenschwester. Sie habe mit ihrem Team in dem Gebäude den größten Raum nutzen dürfen.

    Die Nachricht, das Zahnärzte kommen, setzt die Menschen der Region in Bewegung. Dass die zahnärztliche Versorgung so dürftig ist, ist nach Ansicht von Heike Büchner ein politisches Problem. „Eigentlich ist die Mongolei nicht arm, aber es gibt zu wenig Zahnärzte.“ Die, die es gibt, würden sich auf die Hauptstadt konzentrieren, die im Übrigen einen völlig anderen Eindruck vermittelt habe als das Leben auf dem Land. Dort aber wohne die Hälfte der Bevölkerung und sei zahnmedizinisch schlecht versorgt. Heike Büchner beschreibt es so: „Der Patient macht den Mund auf, und Sie sehen eine einzige Katastrophe.“ Pro Provinz habe ein Zahnarzt die Aufgabe, zu reisen und zu behandeln. „Aber wenn einmal im Jahr einer für eine Woche zum Zähneziehen kommt, kann das nicht reichen.“ Prophylaxe sei fast nicht bekannt. Die Mutter eines Neunjährigen habe sie gefragt, wann er denn mit dem Zähneputzen anfangen sollte. Ein großes Problem seien die Bonbons und Softdrinks, die überall herumstehen würden. Von vier Regalen in den Läden sei eines mit Lebensmitteln bestückt. In den anderen drei lägen Süßigkeiten. Probleme gebe es aber auch mit dem Wodka, der schon mittags bei brütender Hitze auf den Tisch komme.

    Das sei die eine Seite der Erfahrungen gewesen. Zu wissen, dass vor der Behandlungstür Menschen stehen, die zig Kilometer weit gereist sind und dennoch nicht vollständig behandelt werden können, „weil man sich keine zwei Stunden Zeit nehmen kann für jeden einzelnen“, sei frustrierend gewesen. Sie habe in der Zeit auch gelernt, „dass man nicht die Welt retten kann“, blickt Heike Büchner zurück. „Aber man macht das Beste draus. Wir haben es zum Beispiel geschafft, in der zweiten Woche einen Prophylaxeabend anzubieten. Das war schön, und er soll fortgesetzt werden.“

    Beeindruckende Erlebnisse

    Neben dem Behandlungsmarathon gab es viele beeindruckende Erlebnisse. „Die Gastfreundschaft der Mongolen ist sehr groß, und sie schaffen eine schöne Atmosphäre.“ Sie und ihre Kolleginnen hätten viel gesehen, waren bei Kamelnomaden zu Gast und haben an traditionellen Festen teilgenommen. „In einem Nationalpark haben wir die letzten Wildpferde gesehen, die es noch gibt“, schwärmt die Ärztin, die mit derselben Teambesetzung gern noch weitere Einsätze erleben würde.

    Die Chemie hat offenbar gestimmt. „Der Bedarf ist enorm, und die Hilfe wird gebraucht“, sagt sie. „Ich finde es schön, dass ich einen Beruf habe, der mir das ermöglicht.“ Darum möchte Heike Büchner auch gern viele Kollegen dazu animieren. Die müssten für einen solchen Einsatz mindestens 27 Jahre alt sein und drei Jahre Berufserfahrung mitbringen.

  • Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Der 61-jährige Ferdinand Haberl, Arzt aus Liebenfels, arbeitete ehrenamtlich in der Mongolei und musste dafür sprichwörtlich die Zähne zusammenbeißen.

    Wenn Ferdinand Haberl von seinem dreiwöchigen Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in der Mongolei berichtet, steht die Erinnerung an die schwierigen Arbeitsbedingungen im Vordergrund: „Die hygienischen Zustände im Krankenhaus waren eine Katastrophe. Es gab nur kaltes Wasser und immer wieder Stromausfälle.“

    Der pensionierte Liebenfelser Zahnarzt behandelte mit seinem Team im Krankenhaus von Tsetserleg, einer knapp 20.000 Einwohner großen Stadt, im Schnitt 50 Patienten pro Tag. „Hauptsächlich waren Zähne zu entfernen sowie Füllungen aus Kunststoff und Zement zu machen. In der Mongolei ist Amalgam verboten. Die Kinder essen und trinken zu viel Süßes, es gibt keine Aufklärung und die Eltern sind uneinsichtig“, weiß der 61-Jährige, der in Innsbruck studiert und in Klagenfurt seinen Turnus absolviert hat.

    Füllung und Spritzen


    Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen organisiert seit 2006 medizinische Hilfseinsätze in bedürftigen Regionen der Welt. Zu Haberls Einsatz in die Mongolei brachte er zahnmedizinische Instrumente, Füllungsmaterial, Spritzen und steriles Verbrauchsmaterial selbst mit: „Eine Dentalfirma war extrem großzügig. Ich hatte ungefähr 25 Kilo im Gepäck, aber das war immer noch zu wenig.“


    Gemeinsam mit Haberl arbeiteten 43 deutsche Zahnärzte und Assistenten in verschiedenen Regionen der Zentralmongolei ehrenamtlich, die Reisekosten hatte jeder selbst zu tragen. „In meinem Team in Tsetserleg waren noch eine Zahnärztin und zwei Assistentinnen sowie ein Dolmetscher. An dem Krankenhaus mit einem Einzugsgebiet von rund 90.000 Menschen gibt es nur eine einzige Kieferchirurgin, die noch nie in ihrem Leben Urlaub hatte“, erzählt der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder (27, 25 und 23 Jahre alt).
    An einem Tag wurden er und sein Team im Zuge eines Ausflugs in ein typisches Dorf mit Jurten – das sind runde Zelte – köstlich bewirtet, unter anderem mit Käse und gegorener Stutenmilch. Haberls Resümee ist zugleich mit einem Appell verbunden: „Es war ein besonderes Erlebnis und eine Herausforderung. Jeder Arzt sollte so etwas einmal in seinem Leben machen.“

  • Zahnmedizinisches Myanmar ProjektDatum26.07.2015 21:27
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Zahnmedizinisches Myanmar Projekt
  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Die Flutkatastrophe 2008 hat Myanmar, das ehemalige Burma, den Fluss Irrawaddy und die gegen westliche Hilfe lange zögerliche Militärregierung weltweit bekannt gemacht. „Zahnpflege ist dort quasi unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Und Zahnärzte haben die meisten dort noch nie gesehen“, beschreibt UW/H-Student Mathias Benedix, der das Land im Jahr 2009 besuchte, die Lage.

    Ziel des zahnmedizinischen Myanmar Projektes ist es, ausgestattet mit einer mobilen dentalen Behandlungseinheit, die Arbeit der Zahnärzte des Landes materiell, finanziell und praktisch zu unterstützen. Insbesondere sollen für Kinder konservierende Behandlungen, zahnmedizinische Präventionsprogramme und Aufklärung angeboten werden. Mindestens einmal pro Jahr reist eine Gruppe von Studierenden der Zahnmedizin im klinischen Studienabschnitt nach Myanmar, um vor Ort zu helfen.

    Das Projekt wurde 2008 von den damaligen UW/H-Studierenden Constanze Sauer und Georg Kirchner initiiert und gestartet. Der verheerende Zyklon „Nargis“ hatte im April 2008 zehntausende Tote und hunderttausende Obdachlose gefordert. Die beiden kamen also in ein Land, welches dringend medizinische und natürlich auch zahnmedizinische Hilfe benötigte.

    Im darauf folgenden Jahr waren wieder zwei Studenten (Mathias Benedix und Felix Käpernick) vor Ort im Einsatz. Das Projekt hatte sich inzwischen weiter entwickelt. Mit Spendeneinnahmen auf einer Charityveranstaltung konnte eine mobile dentale Behandlungseinheit erworben werden. Zahlreiche Firmen spendeten sämtliche nötigen Materialien. Im Gepäck waren über 700 Zahnbürsten und natürlich das Zahnputzkrokodil „Joe“.

    Im September 2011 reisten dann nach über einem halben Jahr der Vorbereitung, zahllosen Telefonaten, Gesprächen und E-Mails Franziska Schaupp, Karen Kemna, Lea Krueger-Janson und Oskar Bunz nach Myanmar, um weitestgehend autark zahnmedizinische Behandlungen und vor allem Prävention in einem Entwicklungsland durchzuführen. Neben einer weiteren „Mobilen Dentalen Behandlungseinheit“ (MDB) waren zahnmedizinische Füllungswerkstoffe, Hygieneartikel, Schleifer sowie Extraktionsinstrumentarium dank der Sponsoren zahlreich vorhanden.

    Auch in 2012 engagierten sich wieder drei UW/H-Studierende für die Mundgesundheit der einheimischen Kinder: Franziska Lieken, Dominik Mettenleiter und Andreas Wagner. Dabei hatten sie 1200 Zahnbürsten, 1000 Tuben Zahnpasta, Flouridlacke, Bohrer, Füllungsmaterialien, die mobile dentale Behandlungseinheit und natürlich das Zahnputzkrokodil „Joe“.

    Im Jahr 2013 in Myanmar vor Ort waren Stephano Alipas, Jonas Frei, Jeanette Gumpp und Adelina Stelzer. Durch die Mithilfe vieler Sponsoren konnten sie mit 1.700 Zahnbürsten, 700 Tuben Zahnpasta, verschiedene Füllungsmaterialien, Flouridlacken, Bohrer-Sets und wichtigen zahnmedizinischen Utensilien zum Hilfsprojekt aufbrechen.

    2014 machten sich Christina Schwarzenberg, Aileen Uhl, Christoph Dickten und Maximilian Buttazoni auf nach Myanmar. Die Studenten brachten rund 180 Kilo gesponserte Ausrüstung mit in den südostasiatischen Staat, um neben der Prophylaxe auch gezielt erkrankte Zähne und sogar Kieferbrüche verarzten zu können. Zu den Stationen zählten in diesem Jahr die Hauptstadt NayPyiDaw, Ywangan, Pindaya und Bagan. In den rund drei Wochen haben die angehenden Zahnmediziner unter anderem über 800 Zähne behandelt und vielen Schulklassen spielerisch den richtigen Umgang mit Zahnbürste und Zahnpasta beigebracht.

    Unterstützt wird unser Projekt von Prof. Paing Soe, dem Chef der dortigen Zahnärztekammer, sowie der „Myanmar Foundation“ mit Sitz in München. Zudem ist das Projekt seit Anfang 2011 offiziell von der Bundeszahnärztekammer anerkannt. Schirmherr innerhalb der Universität ist Prof. Dr. Stefan Zimmer.

    Künftig sollen sechs Schulen der Myanmar Foundation alle drei Monate mit neuen Zahnbürsten und fluoridhaltiger Zahnpasta versorgt werden. Damit können die Kinder (insgesamt über 1200) jeden Mittag nach dem Schulessen gemeinsam Zähneputzen, wodurch sich die Zahngesundheit erheblich bessern wird.

    Lesen Sie hier die Famulaturberichte der UW/H-Studierenden, die in den vergangenen Jahren nach Myanmar gereist sind:

  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Seit 2008 reisen regelmäßig Gruppen von Studierenden der Universität Witten/Herdecke (UW/H) nach Myanmar, um zahnmedizinische Hilfe anzubieten und insbesondere Kinder in der richtigen Zahnpflege zu unterrichten. Mitte September 2015 ist es wieder soweit, das siebte Myanmar-Team der UW/H reist für drei Wochen ins ehemalige Burma: Es besteht aus Svenja Kirsch, Marie-Christine Steegmann, Maximilian Voß und Shahir Abawi, allesamt Zahnmedizinstudierende im 6. Semester.

    „Zahnpflege ist in Myanmar quasi unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Und Zahnärzte haben die meisten Leute noch nie gesehen“, beschrieb Mathias Benedix die Lage im Land, das er im Jahr 2009 als Student der UW/H besuchte. Ziel des Zahnmedizinischen Myanmar Projektes ist es auch, mit zwei mobilen dentalen Behandlungseinheiten die Arbeit der Zahnärzte des Landes materiell, finanziell und mit praktischer Hilfe zu unterstützen. Seit Anfang 2011 ist das Projekt Mitglied im Netzwerk der zahnärztlichen Hilfsorganisationen der Bundeszahnärztekammer. Schirmherren des Projektes sind an der UW/H Prof. Dr. Stefan Zimmer und vor Ort Prof. Paing Soe (1. Vorsitzender der Zahnärztekammer in Myanmar). Die Durchführung wird unterstützt durch die „Myanmar Foundation“ mit Sitz in München.
    In abgelegene Gegenden vorstoßen

    Die Gruppe will sich in diesem Jahr in neue, abgelegene Gegenden wagen, aber auch in größere Städte, um in Kindergärten, Waisenhäusern, Schulen und medizinischen Stationen Prävention und konservierende Behandlungen durchführen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch akute Schmerzbehandlungen vor Ort dringend notwendig sind. Diese Aufgabe wird die Gruppe unter Aufsicht lokaler Zahnärzte auch in diesem Jahr wieder übernehmen. Um aktuelle Reiseeindrücke zu übermitteln, wird sie live aus Myanmar in ihrem Blog berichten (www.uwh-myanmarprojekt.de). Hier gibt es auch weitere Informationen zum Projekt, zu den Sponsoren, zum Spendenkonto und zu den einzelnen Teammitgliedern. Denn das Team versucht, mit Hilfe von Sponsoren Zahnbürsten, Zahnpasten, zahnärztliche Instrumente und Hygieneartikel nach Myanmar zu bringen, um so vor Ort arbeiten und auch materiell eine Unterstützung bieten zu können. Dazu ist es noch dringend auf der Suche nach weiteren Sponsoren und freut sich sehr über Rückmeldungen.

    Das Land zwischen Bangladesch und Thailand wurde zwischen 1962 und 2011 von unterschiedlichen Militärregimes regiert und konnte sich wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch nicht ausreichend entwickeln. Die Welt wurde 2008 aufmerksam, als der Tropensturm Nargis und anschließende Überschwemmungen das Land verwüsteten. Nach UN-Schätzungen starben dabei bis zu 100.000 Menschen, rund eine Million wurde obdachlos. Die Militärjunta verweigerte Helfern den Zugang zum Irrawaddy-Flussdelta und beschlagnahmte Hilfsgüterlieferungen aus dem Ausland. Aktuell sorgt Myanmar mit der Verfolgung der Volksgruppe der Rohingya wieder für Aufsehen. Die muslimische Minderheit im buddhistisch geprägten Staat flieht zu Zehntausenden in das benachbarte Bangladesch.

  • Thema von carlos im Forum Dominikanische Republik

    Soziales Engagement für mittellose Menschen durch konkrete Hilfe bei deren Zahnproblemen: Der Schwenninger Zahnarzt Arne von Sternheim ist gerade von einem humanitären Einsatz aus der Dominikanischen Republik zurückgekehrt.
    "Mehr als 700 Implantate wurden in drei Tagen gesetzt, der Andrang war wieder riesig", berichtet der Implantologie-Spezialist. "Das mache ich sehr gerne, denn die Menschen dort sind so unendlich dankbar", berichtet der Mediziner. Bereits 2010 und 2013 war er in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, um Bedürftige kostenlos zu behandeln. "Es gibt dort durchaus gut ausgestattete Zahnkliniken, aber die allermeisten Menschen können sich keinerlei Zahnbehandlung leisten." Von Sternheim hat auch schon in Curitiba im Süden Brasiliens geholfen, um mittellose Patienten zu versorgen.

    Die Anfrage zur Hilfe kommt dabei von Arun Garg, ehedem Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität im Miami, Verfasser von fünf Standardwerken der Implantologie und früher Präsident des ICOI. Die Abkürzung steht für International Congress of Oral Implantologists, einer Vereinigung, der mehr als 20 000 Implantologen aus 72 Ländern angehören. Von Sternheim hat unter anderem bei Garg studiert, "und der Kontakt ist nie abgerissen."

    In Santo Domingo hat der Schwenninger Zahnarzt als Supervisor gewirkt. Das heißt, Operationen überwachen und die Qualitätssicherung der Maßnahmen sicherstellen. "Der Andrang ist natürlich extrem groß und entsprechend eng das Zeitbudget." Die von Garg entwickelte Technik erlaubt eine wesentlich beschleunigte Behandlung, erläutert von Sternheim. Und in Fällen, in denen eine Heilungsphase vor dem nächsten implantologischen Schritt unumgänglich ist, wird die Behandlung dann beim nächsten Termin in Santo Domingo fortgesetzt. Deshalb ist eine gute Dokumentation und die exakte Ausführung der speziellen Technik besonders wichtig, denn später im Jahr werden andere Ehrenamtliche die Patienten versorgen. "Das ist ein langfristig angelegtes Projekt mit regelmäßigen Terminen", verdeutlicht der Mediziner die Nachhaltigkeit der Bemühungen.

    "Man trifft dort viele Menschen, die sehr starke Probleme mit den Zähnen haben, die aber auf keinerlei Hilfe hoffen können, weil sie kein Geld besitzen." Dort im wahrsten Sinne des Wortes spürbar zu helfen und die große Dankbarkeit der Patienten zu erfahren, das sei eine große Motivation, berichtet von Sternheim. Ehemalige Studienkollegen zu treffen, sich mit Garg auszutauschen und Kontakt zu internationalen Kollegen zu pflegen, sei dabei willkommene Zugabe. Denn: "Die Entwicklung geht immer weiter, man ist nie erfahren genug, um nicht doch immer wieder Neues zu lernen."

  • Thema von carlos im Forum Kenia

    Bernd Benedix fliegt zum sechsten Mal nach Kenia, um Notleidenden zu helfen

    Der Mittweidaer Zahnarzt Bernd Benedix trifft Reisevorbereitungen. Anfang Juli will er zu seiner mittlerweile sechsten Reise ins ostafrikanische Kenia aufbrechen, um dort notleidende Menschen zahnärztlich zu versorgen. Drei Wochen wird er in Kisii, einer Stadt im Südwesten Kenias, verbringen. Im Gepäck hat er nicht nur seine persönlichen Sachen, sondern auch einen Container mit medizinischen Geräten im Wert von 150.000 Euro.

    Organisiert hat den Transport die Hilfsorganisation "Dentists for Africa", bei der Benedix sich engagiert. Das ist eine Hilfsorganisation aus Deutschland, die in Kenia mit mehreren Zahnstationen die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung verbessern will. "Der Transport konnte durch die Spendenbereitschaft von rund 20 Zahnärzten und Zahntechnikern aus Sachsen ausgestattet werden", teilte die Organisation mit. Im Container befinden sich unter anderem ein Panorama-Röntgengerät sowie Sterilisatoren.

    Im Vordergrund der Arbeit, die "Dentists for Africa" leistet, steht Angaben der Organisation zufolge die Nachhaltigkeit. Ein Schwerpunkt liege in der Förderung von Waisenkindern. "Diese finden, wenn sie sich für eine zahnmedizinische Ausbildung entscheiden, in den Zahnstationen der Organisation eine Anstellung", heißt es. Das unterstützt der Mittweidaer Zahnarzt. "Ende August fliege ich nochmal für zwei Wochen nach Kenia, um Fortbildungen zu geben", sagte er.

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  • Thema von carlos im Forum Indien
  • Thema von carlos im Forum Indien

    Wenn andere im Winter Ski fahren oder einfach nur vor dem kalten Wetter flüchten, ist der Ebstorfer Zahnarzt Moritz Ries im Süden Indiens im Bundesstaat Tamil Nadu unterwegs.

    Dort genießt er aber nicht die Sonne, sondern hilft indischen Kindern im Rahmen der Arbeit des Vereins „German Dental Carehood International“ (GDCI) und behandelt kostenlos ihre Zähne.

    „Als ich vor fünf Jahren damit anfing, war es ein Sprung ins kalte Wasser“, berichtet Ries. Zu dieser Zeit, als er noch in Hamburg lebte und arbeitete, habe er für sich nach einer Alternative gesucht. „Bei der Arbeit in Indien kann ich Kraft tanken für den Alltag in Deutschland“, sagt Ries, der nach seiner Rückkehr aus Indien vor fünf Jahren eine Praxis in Ebstorf übernahm.

    Das asiatische Land sei ein eigener Kontinent für sich, als Europäer habe er sich sicherlich an einige Gegebenheiten gewöhnen müssen. Da sind zum Beispiel die Verkehrsregeln oder besser die fehlenden. Ries erzählt: „Anfangs habe ich mich noch starr im Auto festgeklammert. Heute schlafe ich hingegen während der Fahrt ein. Aber selber ans Steuer werde ich mich hier nie setzen.“ Er habe schon erlebt, dass Kokosnüsse zum Trocknen auf Straßen ausgelegt waren.

    Bis zu 120 Patienten am Tag behandelt Ries, ausgerüstet mit Stirnlampe, Handschuhen Sonde und Mundspiegel, wenn er in Indien für zwei bis drei Wochen unterwegs ist. Dabei bewundere er vor allem die Disziplin der Kinder, die oft stundenlang ruhig im Schneidersitz warten, bis sie an die Reihe kommen. Da die ärmeren Kinder kaum Zucker zu sich nehmen, ist Karies bei ihnen eher selten. Daher sind die Zähne im Allgemeinen sehr gesund. Wenn aber ein Kind Probleme mit den Zähnen habe, seien diese meist in desolatem Zustand. Prophylaxe sei daher in dem Land am wichtigsten.

    Eher gewöhnungsbedürftig war für den Zahnarzt der sehr große Respekt, der Ärzten in Indien entgegengebracht wird. „Man wird schon eher wie ein Halbgott behandelt und nicht wie ein normaler Mensch“, berichtet Ries. Das liege an dem offiziell abgeschafften Kastensystem, das aber noch in der Gesellschaft Indiens tief verwurzelt ist.

    Dies sei auch eine der Schwierigkeiten, die Indien bei der Gesundheitsversorgung habe, die andere sei die Bürokratie. Krankenhäuser sind zwar mit modernen Computern ausgestattet, aber jede Behandlung werde von Ärzten noch handschriftlich notiert. Es würden sich ganze Papierberge auf den Schreibtischen der Mediziner bilden, schildert der Ebstorfer. Änderungen in den Krankenhäusern könnten nur in kleinen Schritten erfolgen, weil das Standesbewusstsein der indischen Ärzte sehr groß sei.

    Manchmal frage er sich nach eineinhalb Wochen in Indien: „Warum mache ich das?“ Aber er fahre immer wieder dorthin. Ries zu seinem Motiv: „Ich mag die Leute, ihre Kultur und ihr Essen.“

  • Thema von carlos im Forum allg. Projekte Deutsch...

    Auch Asylbewerber können zum Zahnarzt gehen
    Der 20. Juni war Weltflüchtlingstag – Behandlung leidender Menschen ist ein humanitäres Gebot

    Asylbewerber können nicht nur eine medizinische, sondern auch eine zahnmedizinische Grundversorgung in Anspruch nehmen. Dies teilte die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni mit. Geregelt ist dies im Asylbewerberleistungsgesetz, das die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen vorsieht.

    Kostenträger sind die Sozialämter, die den erforderlichen Zahnbehandlungsschein ausstellen, der wie die elektronische Gesundheitskarte des gesetzlich Versicherten Voraussetzung für die Abrechnung des Zahnarztes ist. Der Zahnbehandlungsschein gilt, wenn nichts anderes vermerkt ist, für ein Quartal und auch nur für eine Zahnarztpraxis.

    Das Behandlungsspektrum reicht von der Schmerzbeseitigung bis zur Versorgung mit Zahnersatz. Eine Behandlung in größerem Umfang kann jedoch nur gewährt werden, wenn sie aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist. Im Zweifelsfall entscheiden darüber die Zahnärzte bei den Gesundheitsämtern der Städte und Landkreise. Kiefergelenk-, Parodontal- und Zahnersatzbehandlungen einschließlich der Reparaturen müssen grundsätzlich vor Behandlungsbeginn genehmigt werden. Besondere Einschränkungen gelten für kieferorthopädische Maßnahmen.

    Stephan Allroggen, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen, erklärt dazu: „Jeder Behandlungsfall ist ein Einzelfall und die Behandlung von Asylbewerbern ist mit viel Bürokratie und auch Unsicherheiten bei allen Beteiligten verbunden. Einerseits sind sehr viele Formalitäten zu beachten, andererseits ist ein Behandlungsbedarf oft zweifelsfrei vorhanden. Dem zahnmedizinisch Machbaren stehen die strikten Vorgaben des Asylbewerberleistungsgesetzes und auch die knappen Kassen der Länder und Kommunen entgegen. Das ist insbesondere bei der zahnärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen bedauerlich. Angesichts der weiterhin steigenden Zahl von Asylbewerbern wären klarere und vor allem einfachere Regelungen wünschenswert. In jedem Fall gilt hier aber auch, dass die Behandlung leidender Menschen durch den Zahnarzt ein humanitäres Gebot ist.“

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