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  • dentistassinfronteras.org.Datum02.10.2015 18:48
    Thema von carlos im Forum Dentistas Sin Frontera...

    dentistassinfronteras.org.

    C/Doctor Esquerdo 59 3ºA
    28007 Madrid.
    Tfno: 91 541 58 89
    dentistas@dentistassinfronteras.org

  • CARABANCHELDatum02.10.2015 18:47
    Thema von carlos im Forum Dentistas Sin Frontera...

    En Madrid, lejos de nuestro ámbito de acción habitual como puede ser Nicaragua, Honduras, Guatemala o la India, Dentistas sin Fronteras lleva a cabo su proyecto desde hace cinco años (en curso el sexto año). En 1998, se abrió una clínica dental para los más necesitados, sita en la Parroquia de San Pedro Apóstol, en el Barrio de Carabanchel. El proyecto se ha consolidado en estos últimos años, contando con gran número de pacientes.
    Después de tres años cooperando en Centroamérica, y estudiadas las necesidades de la población desfavorecida de Madrid, se nos planteó la idea de crear un proyecto para los más necesitados de nuestro entorno. Conseguido el local para montar la clínica, los sillones y el material necesario, un grupo de voluntarios empezaron a trabajar para que la clínica comenzara a rodar de una manera eficiente. La apertura de la clínica desbordó todas las expectativas, ya que gran cantidad de personas nunca habían visto un dentista y necesitaban nuestra ayuda para poder mejorar su calidad de vida. Dentistas sin Fronteras es partícipe de una realidad que desde el punto de vista sanitario arroja cifras escalofriantes

  • Thema von carlos im Forum Dentists for Africa

    Dr. Hans-Joachim Schinkel kam gerade aus Kenia zurück und zeigt auf seinem Laptop aussagekräftige Bilder, die während des dortigen Aufenthaltes entstanden. Es sind keine Urlaubs-Fotos. Es war kein Erholungs-Trip. Doch es war eine sehr erfüllende Reise – wieder.

    Der Sömmerdaer Zahnarzt begründete vor 16 Jahren mit Gleichgesinnten den nunmehr „Dentists for Africa“ heißenden Verein. „Wir wollten den notleidenden Menschen in Afrika zahnärztliche Behandlungen ermöglichen“, begründet der Sömmerdaer die damalige Motivation. Gute und verlässliche Partner in Kenia waren und sind die Franziskanerinnen. Mittlerweile gibt es in Kenia 13 vom Verein mit getragene Zahnarztpraxen, die an verschiedene Krankenhäuser angegliedert sind. Regelmäßig sind Dr. Schinkel und Vereinsmitglieder im afrikanischen Land zu Behandlungen, Seminaren, Anleitungen, bringen Materialien, Medizin.

    Doch hat sich die Tätigkeit der derzeit rund 300 Vereinsmitglieder „enorm auf andere Bereiche ausgeweitet. Im Jahr 2001 begannen wir mit einem Patenschaftsprojekt für Waisenkinder“, berichtet Hans-Joachim Schinkel.

    Durch Patenschaften konnten Schulbildung (etwa 400 Euro im Jahr) sowie Berufsausbildung (rund 500 Euro pro Jahr) für 800 Kinder, die vor allem durch die Immunschwächekrankheit Aids ihr Eltern verloren, ermöglicht werden. „100 Jugendliche haben ihre Berufsausbildung bereits beendet. 90 besuchen derzeit das College und lernen Berufe wie Krankenschwester, Lehrer, Ingenieur.“ Zudem werden etwa 250 Waisenkinder aus Geldmitteln des Vereines unterstützt.

    Informationsabend im Dreyse-Haus
    Ein weiteres Projekt des Vereines will Witwen bessere Lebensumstände ermöglichen, Dies fängt bei finanzieller Unterstützung etwa bei der Krankenversicherung an und reicht zu gemeinsamen Kleinprojekten in den Dörfern etwa bei der Hühnerzucht oder kleinen Handwerken wie Schneiderarbeiten.

    Dies alles sind gute Sachen. „Doch das wirklich Besondere ist, dass wir mit unseren Projekten wirklich nachhaltige Hilfe im Land selbst ermöglichen“, meint der sonst sehr bescheidene und sympathische Vereinsvorsitzende schon ein bisschen stolz – und dies zu Recht.

    Aus dem Waisenkinder-Projekt erwachsen beispielsweise Krankenschwestern oder Zahnärzte (das heißt eigentlich übersetzt Mund-Gesundheits-Ingenieure). Und die arbeiten dann in den Zahnärzte-Projekten. So tragen sich Gedanke und Taten weiter. Einen kleinen Betrag der zuvor genossenen Ausbildung zahlen die Betreffenden später wieder in einen Fonds zur weiteren Ausbildung anderer Waisenkinder ein. Die „Kleinstbetriebe“ der Witwen in den Dörfern halten dort nicht nur das Familien-, sondern das ganze Dorfleben am Laufen. Schwester John Mary von den Franziskanerinnen wird am 3. November im Sömmerdaer Dreyse-Haus über diese Hilfen berichten.

    „Dies sind Francis und Caren“, zeigt Dr. Schinkel auf ein Foto, auf dem zwei Kenianer mit ihm einen Jungen behandeln. „Die wurden in unserem Paten-Projekt ausgebildet. Das sind die Schwestern Modesta und Dorcas bei einem Fest mit Waisenkindern. Der älteste Sohn dieser Waisenfamilie, Stephen, begann jetzt sein zahnmedizinisches Studium und die jüngste Tochter wurde neu in das Patenschaftsprojekt aufgenommen.“ Es sind schöne Bilder.

  • Thema von carlos im Forum Kenia

    Dr. Hans-Joachim Schinkel kam gerade aus Kenia zurück und zeigt auf seinem Laptop aussagekräftige Bilder, die während des dortigen Aufenthaltes entstanden. Es sind keine Urlaubs-Fotos. Es war kein Erholungs-Trip. Doch es war eine sehr erfüllende Reise – wieder.

    Der Sömmerdaer Zahnarzt begründete vor 16 Jahren mit Gleichgesinnten den nunmehr „Dentists for Africa“ heißenden Verein. „Wir wollten den notleidenden Menschen in Afrika zahnärztliche Behandlungen ermöglichen“, begründet der Sömmerdaer die damalige Motivation. Gute und verlässliche Partner in Kenia waren und sind die Franziskanerinnen. Mittlerweile gibt es in Kenia 13 vom Verein mit getragene Zahnarztpraxen, die an verschiedene Krankenhäuser angegliedert sind. Regelmäßig sind Dr. Schinkel und Vereinsmitglieder im afrikanischen Land zu Behandlungen, Seminaren, Anleitungen, bringen Materialien, Medizin.

    Doch hat sich die Tätigkeit der derzeit rund 300 Vereinsmitglieder „enorm auf andere Bereiche ausgeweitet. Im Jahr 2001 begannen wir mit einem Patenschaftsprojekt für Waisenkinder“, berichtet Hans-Joachim Schinkel.

    Durch Patenschaften konnten Schulbildung (etwa 400 Euro im Jahr) sowie Berufsausbildung (rund 500 Euro pro Jahr) für 800 Kinder, die vor allem durch die Immunschwächekrankheit Aids ihr Eltern verloren, ermöglicht werden. „100 Jugendliche haben ihre Berufsausbildung bereits beendet. 90 besuchen derzeit das College und lernen Berufe wie Krankenschwester, Lehrer, Ingenieur.“ Zudem werden etwa 250 Waisenkinder aus Geldmitteln des Vereines unterstützt.

    Informationsabend im Dreyse-Haus
    Ein weiteres Projekt des Vereines will Witwen bessere Lebensumstände ermöglichen, Dies fängt bei finanzieller Unterstützung etwa bei der Krankenversicherung an und reicht zu gemeinsamen Kleinprojekten in den Dörfern etwa bei der Hühnerzucht oder kleinen Handwerken wie Schneiderarbeiten.

    Dies alles sind gute Sachen. „Doch das wirklich Besondere ist, dass wir mit unseren Projekten wirklich nachhaltige Hilfe im Land selbst ermöglichen“, meint der sonst sehr bescheidene und sympathische Vereinsvorsitzende schon ein bisschen stolz – und dies zu Recht.

    Aus dem Waisenkinder-Projekt erwachsen beispielsweise Krankenschwestern oder Zahnärzte (das heißt eigentlich übersetzt Mund-Gesundheits-Ingenieure). Und die arbeiten dann in den Zahnärzte-Projekten. So tragen sich Gedanke und Taten weiter. Einen kleinen Betrag der zuvor genossenen Ausbildung zahlen die Betreffenden später wieder in einen Fonds zur weiteren Ausbildung anderer Waisenkinder ein. Die „Kleinstbetriebe“ der Witwen in den Dörfern halten dort nicht nur das Familien-, sondern das ganze Dorfleben am Laufen. Schwester John Mary von den Franziskanerinnen wird am 3. November im Sömmerdaer Dreyse-Haus über diese Hilfen berichten.

    „Dies sind Francis und Caren“, zeigt Dr. Schinkel auf ein Foto, auf dem zwei Kenianer mit ihm einen Jungen behandeln. „Die wurden in unserem Paten-Projekt ausgebildet. Das sind die Schwestern Modesta und Dorcas bei einem Fest mit Waisenkindern. Der älteste Sohn dieser Waisenfamilie, Stephen, begann jetzt sein zahnmedizinisches Studium und die jüngste Tochter wurde neu in das Patenschaftsprojekt aufgenommen.“ Es sind schöne Bilder.

  • Thema von carlos im Forum Indien

    Wenn der Doc kommt, dann ist Spaß garantiert. Auch wenn es sich in diesem Fall um einen Zahnarzt handelt. Aber Dr. Manhardt Barthelmie sorgt dafür, dass das, was sich dann auf den Schulhöfen indischer Schulen abspielt, einen Unterhaltungswert hat. Seit 2007 fliegt er - bei einer Unterbrechung - einmal im Jahr in den Süden des asiatischen Landes, um dort vor allem Schulkinder zahnärztlich zu untersuchen und teilweise direkt selbst zu behandeln. Der Xantener gehört einer Organisation namens GDCI an. Die Abkürzung steht für German Dentist Carehood International, hervorgegangen aus der Vereinigung "Zahnärzte für Indien". Im November hebt für ihn der nächste Flieger ab. Zuerst zwei bis drei Wochen zahnärztliche Arbeit, anschließend hängt er noch eine Woche privat dran, um Land und Leute weiter kennenzulernen.

    GDCI arbeitet eng mit der Duisburger Kindernothilfe zusammen. "Wir fahren über die Dörfer zu den Schulen und früheren Polio-Heimen", sagt der 68-jährige. Wir - das sind derzeit 32 Zahnärzte, die erfolgreich in Indien arbeiten. Ihre Arbeit ist mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein: "Die Zahlen der Zahnextraktionen und der großen Füllungen in den von uns betreuten Heimen und Schulen gehen jährlich zurück", berichtet die Organisation auf ihrer Homepage.

    Flug und Unterkunft bezahlt Dr. Barthelmie aus eigener Tasche, das Geld für Gerätschaften und Instrumente kommt von der Kindernothilfe bei. "Unterstützt werden wir von vielen Indern, die der katholischen Kirche angehören. Es hat sich eine sehr aktive Hilfe entwickelt." Darum steht auch immer ein Besuch beim Bischof der dortigen Diözese auf dem Programm.

    Natürlich sehen indische Kinder dem Gang zum Zahnarzt ähnlich sorgenvoll entgegen wie viele deutsche Kids. "Aber sie freuen sich auch, wenn ich komme, denn es bedeutet eine sicherlich willkommene Abwechslung." Wer nicht gerade auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen muss, tollt auf dem Hof bei Volley- oder Fußball herum. Dann muss auch Doc Barthelmie manchmal ran und Zahnarztbesteck gegen Ball eintauschen. Das müsse auch sein, schmunzelt der Xantener.

    Anfangs stehen Prophylaxe und Ernährungskunde auf dem Stundenplan des Docs. Also die Theorie. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit und auf dem Schulhof beginnen die Untersuchungen. Die Verständigung klappt, auf Englisch oder auf Tamil, in der sich Batholmie selbst schon etwas unterhalten kann. Das schafft zusätzliches Vertrauen.

    Manchmal, wenn nicht gerade die Kollegen es in Beschlag genommen haben, fährt der Xantener mit der eigenen Zahnstation von GDCI vor, einem umgebauten Fahrzeug der Armee, ausgestattet mit Röntgen, einem Zahnarztstuhl - und gegen die indische Hitze von 35 Grad im Schatten einer Klimaanlage. "Wenn sie denn funktioniert." In diesem Dentomobil kann er am Nachmittag die Behandlung selbst vornehmen, statt auf einen einheimischen Kollegen zu verweisen. Zumeist handelt es sich um Zahnsteinentfernung, Karies, manchmal doch um eine Extraktion. Doch insgesamt, sa gt der Niederrheiner, "haben die Kinder gar nicht so schlechte Zähne. Das liegt vermutlich auch an der einfachen Ernährung. Oft gibt es Vegetarisches." Damit die Zähne weiter gesund bleiben, verteilt Barthelmie im Laufe der zwei bis drei Wochen neben Pröbchen von Zahnpasta auch bis zu 1000 Zahnbürsten unter seinen kleinen Patienten. Die werden vorher in einem indischen Supermarkt bestellt. Das ist billiger, als wenn er sie mitbringen würde. Nur Süßes gibt es nicht.

    Spenden für die zahnärztliche Behandlung indischer Kinder nimmt Dr. Manhardt Barthelmie entgegen in seiner früheren Praxis Markt 26, die jetzt von Dr. Dirk Meintrup wird und in der er noch mitarbeitet. Telefon: 02801 1499. Infos auch unter www.gdci.de.

  • Füllungen wie am FließbandDatum13.09.2015 12:54
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Füllungen wie am Fließband
  • Füllungen wie am FließbandDatum13.09.2015 12:53
    Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Heike Büchner hat in Borgfeld eine Zahnarztpraxis. Die war vom 6. bis 27. August geschlossen. Gearbeitet hat die Medizinerin in der Zeit trotzdem. Weit entfernt von ihrem Wohnort und – so kann man es nennen – wie am Fließband. Die 53-Jährige war während ihrer Praxisurlaubszeit für die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen in der Mongolei. Der Bedarf an zahnärztlicher Behandlung, so ihre Erfahrung, sei sehr groß in dem Land, das zwischen Russland und China liegt und fünf Mal so groß ist wie Deutschland.
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    „Machen wollte ich es schon immer gern“, sagt Heike Büchner. Deshalb zögert sie auch nicht, als sie an einem Sonntagnachmittag im Februar in einer Fachzeitung den Aufruf der Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen liest: Dringend Zahnärzte für einen Großeinsatz in der Mongolei gesucht. Noch am Abend mailt die Borgfelderin der Stiftung, dass sie dabei gern helfen würde. Am nächsten Tag fragt sie ihre Mitarbeiterin, ob die sich vorstellen könne, an dem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz teilzunehmen. Yhilda Tashi ist bereit. Als die 20-Jährige Anfang August mit ihrer Chefin und zusammengerechnet 85 Kilo Gepäck, von dem sie 35 Kilo als Spende in der Mongolei lassen werden, ins Flugzeug steigt, hat die junge Frau gerade ihre Ausbildung abgeschlossen.

    Zu dem Zeitpunkt weiß Heike Büchner, dass sie bei ihrem Einsatz Leiterin eines international zusammengestellten Teams sein wird. Das sei ein wenig überraschend gekommen, erinnert sich die Zahnärztin. Noch beim Vorbereitungstreffen im Mai in Nürnberg glaubt sie, als Lernende mitreisen zu können. „Ich dachte, ich fahre mit und bohre.“ Nun aber soll sie für den Einsatz in der Steppe die Verantwortung für das Team tragen, das aus zwei jungen Kolleginnen aus Korea und der Ukraine und zwei Helferinnen besteht. Vor Ort kommt ein mongolischer Zahnarzt dazu, der vornehmlich die Aufgabe hat, Zähne zu ziehen, während die angereisten Zahnärzte konservierend arbeiten, also für Füllungen und Prophylaxe sorgen sollen. Eine Dolmetscherin, die „auch Schwerstarbeit leisten muss“, ist immer dabei.

    Extreme Arbeitsbedingungen

    „Das Wichtigste in der Gruppe ist, dass die Chemie stimmt“, zieht Heike Büchner Bilanz. „Weil die Arbeitsbedingungen extrem sind.“ Angefangen beim mongolischen Sommer, der tagsüber brütende Hitze und nachts Kälte bringt, bis hin zu den hygienischen Verhältnissen. „Es gab kein fließendes Wasser, und die Toiletten waren Plumpsklos.“ Und auch, weil man rund um die Uhr miteinander verbringt. Privatsphäre gibt es in dieser Zeit nicht. Der Gedanke daran tritt aber ohnehin mit jeder Menschenschlange, die sich vor dem Behandlungsraum bildet, in den Hintergrund. „Ich hatte nicht gedacht, dass der Bedarf an Zahnärzten so groß ist“, erzählt Heike Büchner. „Die Patienten haben draußen übernachtet. Morgens standen schon hundert Leute vor der Tür.“

    Für Heike Büchner sind die drei Wochen in der Mongolei eine Zeit der gegensätzlichen Erfahrungen. Körperlich sehr anstrengend seien die zwei Arbeitswochen gewesen, in denen das Team täglich bis zu elf Stunden arbeitet und die nur am dazwischen liegenden Sonnabend unterbrochen werden, weil man dann in einen anderen Ort reist, um dort die Behandlungsliegen aufzuklappen und gegen die nächsten Warteschlangen anzuarbeiten. Immer dabei: der Koffer mit einer Turbine für den Bohrer. „Wenn der Strom ausfällt, geht es nicht“, beschreibt die Zahnärztin die Arbeitsbedingungen. „Aber eigentlich hat es mit dem Strom zuverlässig geklappt.“ Ihr Einsatzort ist 250 Kilometer von der Hauptstadt Ulan-Bator entfernt. In jeder Gemeinde, erzählt Heike Büchner, gebe es ein Gebäude, das man Krankenhaus nenne. Dort arbeite ein Arzt, der alle Fachrichtungen abdecken müsse, und eine Krankenschwester. Sie habe mit ihrem Team in dem Gebäude den größten Raum nutzen dürfen.

    Die Nachricht, das Zahnärzte kommen, setzt die Menschen der Region in Bewegung. Dass die zahnärztliche Versorgung so dürftig ist, ist nach Ansicht von Heike Büchner ein politisches Problem. „Eigentlich ist die Mongolei nicht arm, aber es gibt zu wenig Zahnärzte.“ Die, die es gibt, würden sich auf die Hauptstadt konzentrieren, die im Übrigen einen völlig anderen Eindruck vermittelt habe als das Leben auf dem Land. Dort aber wohne die Hälfte der Bevölkerung und sei zahnmedizinisch schlecht versorgt. Heike Büchner beschreibt es so: „Der Patient macht den Mund auf, und Sie sehen eine einzige Katastrophe.“ Pro Provinz habe ein Zahnarzt die Aufgabe, zu reisen und zu behandeln. „Aber wenn einmal im Jahr einer für eine Woche zum Zähneziehen kommt, kann das nicht reichen.“ Prophylaxe sei fast nicht bekannt. Die Mutter eines Neunjährigen habe sie gefragt, wann er denn mit dem Zähneputzen anfangen sollte. Ein großes Problem seien die Bonbons und Softdrinks, die überall herumstehen würden. Von vier Regalen in den Läden sei eines mit Lebensmitteln bestückt. In den anderen drei lägen Süßigkeiten. Probleme gebe es aber auch mit dem Wodka, der schon mittags bei brütender Hitze auf den Tisch komme.

    Das sei die eine Seite der Erfahrungen gewesen. Zu wissen, dass vor der Behandlungstür Menschen stehen, die zig Kilometer weit gereist sind und dennoch nicht vollständig behandelt werden können, „weil man sich keine zwei Stunden Zeit nehmen kann für jeden einzelnen“, sei frustrierend gewesen. Sie habe in der Zeit auch gelernt, „dass man nicht die Welt retten kann“, blickt Heike Büchner zurück. „Aber man macht das Beste draus. Wir haben es zum Beispiel geschafft, in der zweiten Woche einen Prophylaxeabend anzubieten. Das war schön, und er soll fortgesetzt werden.“

    Beeindruckende Erlebnisse

    Neben dem Behandlungsmarathon gab es viele beeindruckende Erlebnisse. „Die Gastfreundschaft der Mongolen ist sehr groß, und sie schaffen eine schöne Atmosphäre.“ Sie und ihre Kolleginnen hätten viel gesehen, waren bei Kamelnomaden zu Gast und haben an traditionellen Festen teilgenommen. „In einem Nationalpark haben wir die letzten Wildpferde gesehen, die es noch gibt“, schwärmt die Ärztin, die mit derselben Teambesetzung gern noch weitere Einsätze erleben würde.

    Die Chemie hat offenbar gestimmt. „Der Bedarf ist enorm, und die Hilfe wird gebraucht“, sagt sie. „Ich finde es schön, dass ich einen Beruf habe, der mir das ermöglicht.“ Darum möchte Heike Büchner auch gern viele Kollegen dazu animieren. Die müssten für einen solchen Einsatz mindestens 27 Jahre alt sein und drei Jahre Berufserfahrung mitbringen.

  • Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Der 61-jährige Ferdinand Haberl, Arzt aus Liebenfels, arbeitete ehrenamtlich in der Mongolei und musste dafür sprichwörtlich die Zähne zusammenbeißen.

    Wenn Ferdinand Haberl von seinem dreiwöchigen Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in der Mongolei berichtet, steht die Erinnerung an die schwierigen Arbeitsbedingungen im Vordergrund: „Die hygienischen Zustände im Krankenhaus waren eine Katastrophe. Es gab nur kaltes Wasser und immer wieder Stromausfälle.“

    Der pensionierte Liebenfelser Zahnarzt behandelte mit seinem Team im Krankenhaus von Tsetserleg, einer knapp 20.000 Einwohner großen Stadt, im Schnitt 50 Patienten pro Tag. „Hauptsächlich waren Zähne zu entfernen sowie Füllungen aus Kunststoff und Zement zu machen. In der Mongolei ist Amalgam verboten. Die Kinder essen und trinken zu viel Süßes, es gibt keine Aufklärung und die Eltern sind uneinsichtig“, weiß der 61-Jährige, der in Innsbruck studiert und in Klagenfurt seinen Turnus absolviert hat.

    Füllung und Spritzen


    Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen organisiert seit 2006 medizinische Hilfseinsätze in bedürftigen Regionen der Welt. Zu Haberls Einsatz in die Mongolei brachte er zahnmedizinische Instrumente, Füllungsmaterial, Spritzen und steriles Verbrauchsmaterial selbst mit: „Eine Dentalfirma war extrem großzügig. Ich hatte ungefähr 25 Kilo im Gepäck, aber das war immer noch zu wenig.“


    Gemeinsam mit Haberl arbeiteten 43 deutsche Zahnärzte und Assistenten in verschiedenen Regionen der Zentralmongolei ehrenamtlich, die Reisekosten hatte jeder selbst zu tragen. „In meinem Team in Tsetserleg waren noch eine Zahnärztin und zwei Assistentinnen sowie ein Dolmetscher. An dem Krankenhaus mit einem Einzugsgebiet von rund 90.000 Menschen gibt es nur eine einzige Kieferchirurgin, die noch nie in ihrem Leben Urlaub hatte“, erzählt der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder (27, 25 und 23 Jahre alt).
    An einem Tag wurden er und sein Team im Zuge eines Ausflugs in ein typisches Dorf mit Jurten – das sind runde Zelte – köstlich bewirtet, unter anderem mit Käse und gegorener Stutenmilch. Haberls Resümee ist zugleich mit einem Appell verbunden: „Es war ein besonderes Erlebnis und eine Herausforderung. Jeder Arzt sollte so etwas einmal in seinem Leben machen.“

  • Zahnmedizinisches Myanmar ProjektDatum26.07.2015 21:27
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Zahnmedizinisches Myanmar Projekt
  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Die Flutkatastrophe 2008 hat Myanmar, das ehemalige Burma, den Fluss Irrawaddy und die gegen westliche Hilfe lange zögerliche Militärregierung weltweit bekannt gemacht. „Zahnpflege ist dort quasi unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Und Zahnärzte haben die meisten dort noch nie gesehen“, beschreibt UW/H-Student Mathias Benedix, der das Land im Jahr 2009 besuchte, die Lage.

    Ziel des zahnmedizinischen Myanmar Projektes ist es, ausgestattet mit einer mobilen dentalen Behandlungseinheit, die Arbeit der Zahnärzte des Landes materiell, finanziell und praktisch zu unterstützen. Insbesondere sollen für Kinder konservierende Behandlungen, zahnmedizinische Präventionsprogramme und Aufklärung angeboten werden. Mindestens einmal pro Jahr reist eine Gruppe von Studierenden der Zahnmedizin im klinischen Studienabschnitt nach Myanmar, um vor Ort zu helfen.

    Das Projekt wurde 2008 von den damaligen UW/H-Studierenden Constanze Sauer und Georg Kirchner initiiert und gestartet. Der verheerende Zyklon „Nargis“ hatte im April 2008 zehntausende Tote und hunderttausende Obdachlose gefordert. Die beiden kamen also in ein Land, welches dringend medizinische und natürlich auch zahnmedizinische Hilfe benötigte.

    Im darauf folgenden Jahr waren wieder zwei Studenten (Mathias Benedix und Felix Käpernick) vor Ort im Einsatz. Das Projekt hatte sich inzwischen weiter entwickelt. Mit Spendeneinnahmen auf einer Charityveranstaltung konnte eine mobile dentale Behandlungseinheit erworben werden. Zahlreiche Firmen spendeten sämtliche nötigen Materialien. Im Gepäck waren über 700 Zahnbürsten und natürlich das Zahnputzkrokodil „Joe“.

    Im September 2011 reisten dann nach über einem halben Jahr der Vorbereitung, zahllosen Telefonaten, Gesprächen und E-Mails Franziska Schaupp, Karen Kemna, Lea Krueger-Janson und Oskar Bunz nach Myanmar, um weitestgehend autark zahnmedizinische Behandlungen und vor allem Prävention in einem Entwicklungsland durchzuführen. Neben einer weiteren „Mobilen Dentalen Behandlungseinheit“ (MDB) waren zahnmedizinische Füllungswerkstoffe, Hygieneartikel, Schleifer sowie Extraktionsinstrumentarium dank der Sponsoren zahlreich vorhanden.

    Auch in 2012 engagierten sich wieder drei UW/H-Studierende für die Mundgesundheit der einheimischen Kinder: Franziska Lieken, Dominik Mettenleiter und Andreas Wagner. Dabei hatten sie 1200 Zahnbürsten, 1000 Tuben Zahnpasta, Flouridlacke, Bohrer, Füllungsmaterialien, die mobile dentale Behandlungseinheit und natürlich das Zahnputzkrokodil „Joe“.

    Im Jahr 2013 in Myanmar vor Ort waren Stephano Alipas, Jonas Frei, Jeanette Gumpp und Adelina Stelzer. Durch die Mithilfe vieler Sponsoren konnten sie mit 1.700 Zahnbürsten, 700 Tuben Zahnpasta, verschiedene Füllungsmaterialien, Flouridlacken, Bohrer-Sets und wichtigen zahnmedizinischen Utensilien zum Hilfsprojekt aufbrechen.

    2014 machten sich Christina Schwarzenberg, Aileen Uhl, Christoph Dickten und Maximilian Buttazoni auf nach Myanmar. Die Studenten brachten rund 180 Kilo gesponserte Ausrüstung mit in den südostasiatischen Staat, um neben der Prophylaxe auch gezielt erkrankte Zähne und sogar Kieferbrüche verarzten zu können. Zu den Stationen zählten in diesem Jahr die Hauptstadt NayPyiDaw, Ywangan, Pindaya und Bagan. In den rund drei Wochen haben die angehenden Zahnmediziner unter anderem über 800 Zähne behandelt und vielen Schulklassen spielerisch den richtigen Umgang mit Zahnbürste und Zahnpasta beigebracht.

    Unterstützt wird unser Projekt von Prof. Paing Soe, dem Chef der dortigen Zahnärztekammer, sowie der „Myanmar Foundation“ mit Sitz in München. Zudem ist das Projekt seit Anfang 2011 offiziell von der Bundeszahnärztekammer anerkannt. Schirmherr innerhalb der Universität ist Prof. Dr. Stefan Zimmer.

    Künftig sollen sechs Schulen der Myanmar Foundation alle drei Monate mit neuen Zahnbürsten und fluoridhaltiger Zahnpasta versorgt werden. Damit können die Kinder (insgesamt über 1200) jeden Mittag nach dem Schulessen gemeinsam Zähneputzen, wodurch sich die Zahngesundheit erheblich bessern wird.

    Lesen Sie hier die Famulaturberichte der UW/H-Studierenden, die in den vergangenen Jahren nach Myanmar gereist sind:

  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Seit 2008 reisen regelmäßig Gruppen von Studierenden der Universität Witten/Herdecke (UW/H) nach Myanmar, um zahnmedizinische Hilfe anzubieten und insbesondere Kinder in der richtigen Zahnpflege zu unterrichten. Mitte September 2015 ist es wieder soweit, das siebte Myanmar-Team der UW/H reist für drei Wochen ins ehemalige Burma: Es besteht aus Svenja Kirsch, Marie-Christine Steegmann, Maximilian Voß und Shahir Abawi, allesamt Zahnmedizinstudierende im 6. Semester.

    „Zahnpflege ist in Myanmar quasi unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Und Zahnärzte haben die meisten Leute noch nie gesehen“, beschrieb Mathias Benedix die Lage im Land, das er im Jahr 2009 als Student der UW/H besuchte. Ziel des Zahnmedizinischen Myanmar Projektes ist es auch, mit zwei mobilen dentalen Behandlungseinheiten die Arbeit der Zahnärzte des Landes materiell, finanziell und mit praktischer Hilfe zu unterstützen. Seit Anfang 2011 ist das Projekt Mitglied im Netzwerk der zahnärztlichen Hilfsorganisationen der Bundeszahnärztekammer. Schirmherren des Projektes sind an der UW/H Prof. Dr. Stefan Zimmer und vor Ort Prof. Paing Soe (1. Vorsitzender der Zahnärztekammer in Myanmar). Die Durchführung wird unterstützt durch die „Myanmar Foundation“ mit Sitz in München.
    In abgelegene Gegenden vorstoßen

    Die Gruppe will sich in diesem Jahr in neue, abgelegene Gegenden wagen, aber auch in größere Städte, um in Kindergärten, Waisenhäusern, Schulen und medizinischen Stationen Prävention und konservierende Behandlungen durchführen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch akute Schmerzbehandlungen vor Ort dringend notwendig sind. Diese Aufgabe wird die Gruppe unter Aufsicht lokaler Zahnärzte auch in diesem Jahr wieder übernehmen. Um aktuelle Reiseeindrücke zu übermitteln, wird sie live aus Myanmar in ihrem Blog berichten (www.uwh-myanmarprojekt.de). Hier gibt es auch weitere Informationen zum Projekt, zu den Sponsoren, zum Spendenkonto und zu den einzelnen Teammitgliedern. Denn das Team versucht, mit Hilfe von Sponsoren Zahnbürsten, Zahnpasten, zahnärztliche Instrumente und Hygieneartikel nach Myanmar zu bringen, um so vor Ort arbeiten und auch materiell eine Unterstützung bieten zu können. Dazu ist es noch dringend auf der Suche nach weiteren Sponsoren und freut sich sehr über Rückmeldungen.

    Das Land zwischen Bangladesch und Thailand wurde zwischen 1962 und 2011 von unterschiedlichen Militärregimes regiert und konnte sich wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch nicht ausreichend entwickeln. Die Welt wurde 2008 aufmerksam, als der Tropensturm Nargis und anschließende Überschwemmungen das Land verwüsteten. Nach UN-Schätzungen starben dabei bis zu 100.000 Menschen, rund eine Million wurde obdachlos. Die Militärjunta verweigerte Helfern den Zugang zum Irrawaddy-Flussdelta und beschlagnahmte Hilfsgüterlieferungen aus dem Ausland. Aktuell sorgt Myanmar mit der Verfolgung der Volksgruppe der Rohingya wieder für Aufsehen. Die muslimische Minderheit im buddhistisch geprägten Staat flieht zu Zehntausenden in das benachbarte Bangladesch.

  • Thema von carlos im Forum Dominikanische Republik

    Soziales Engagement für mittellose Menschen durch konkrete Hilfe bei deren Zahnproblemen: Der Schwenninger Zahnarzt Arne von Sternheim ist gerade von einem humanitären Einsatz aus der Dominikanischen Republik zurückgekehrt.
    "Mehr als 700 Implantate wurden in drei Tagen gesetzt, der Andrang war wieder riesig", berichtet der Implantologie-Spezialist. "Das mache ich sehr gerne, denn die Menschen dort sind so unendlich dankbar", berichtet der Mediziner. Bereits 2010 und 2013 war er in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, um Bedürftige kostenlos zu behandeln. "Es gibt dort durchaus gut ausgestattete Zahnkliniken, aber die allermeisten Menschen können sich keinerlei Zahnbehandlung leisten." Von Sternheim hat auch schon in Curitiba im Süden Brasiliens geholfen, um mittellose Patienten zu versorgen.

    Die Anfrage zur Hilfe kommt dabei von Arun Garg, ehedem Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität im Miami, Verfasser von fünf Standardwerken der Implantologie und früher Präsident des ICOI. Die Abkürzung steht für International Congress of Oral Implantologists, einer Vereinigung, der mehr als 20 000 Implantologen aus 72 Ländern angehören. Von Sternheim hat unter anderem bei Garg studiert, "und der Kontakt ist nie abgerissen."

    In Santo Domingo hat der Schwenninger Zahnarzt als Supervisor gewirkt. Das heißt, Operationen überwachen und die Qualitätssicherung der Maßnahmen sicherstellen. "Der Andrang ist natürlich extrem groß und entsprechend eng das Zeitbudget." Die von Garg entwickelte Technik erlaubt eine wesentlich beschleunigte Behandlung, erläutert von Sternheim. Und in Fällen, in denen eine Heilungsphase vor dem nächsten implantologischen Schritt unumgänglich ist, wird die Behandlung dann beim nächsten Termin in Santo Domingo fortgesetzt. Deshalb ist eine gute Dokumentation und die exakte Ausführung der speziellen Technik besonders wichtig, denn später im Jahr werden andere Ehrenamtliche die Patienten versorgen. "Das ist ein langfristig angelegtes Projekt mit regelmäßigen Terminen", verdeutlicht der Mediziner die Nachhaltigkeit der Bemühungen.

    "Man trifft dort viele Menschen, die sehr starke Probleme mit den Zähnen haben, die aber auf keinerlei Hilfe hoffen können, weil sie kein Geld besitzen." Dort im wahrsten Sinne des Wortes spürbar zu helfen und die große Dankbarkeit der Patienten zu erfahren, das sei eine große Motivation, berichtet von Sternheim. Ehemalige Studienkollegen zu treffen, sich mit Garg auszutauschen und Kontakt zu internationalen Kollegen zu pflegen, sei dabei willkommene Zugabe. Denn: "Die Entwicklung geht immer weiter, man ist nie erfahren genug, um nicht doch immer wieder Neues zu lernen."

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