Greifswalder Zahnärztin Ute Gürtler zu Hilfseinsätzen nach Kenia

#1 von carlos , 15.11.2018 00:10

Greifswalder Zahnärztin leistet Hilfe


An den Wänden in ihrer Zahnarztpraxis hängen großformatige Fotos mit dunkelhäutigen Kindern. Auf dem Tisch im Wartezimmer liegen statt Zeitschriften selbst gestaltete Fotobücher, die Patienten einen Eindruck vom fernen Kenia vermitteln: Das ostafrikanische Land ist aus dem Leben von Ute Gürtler nicht mehr wegzudenken. Seit 2010 packt die Zahnärztin jährlich für drei Wochen ihre Koffer, um einen humanitären Hilfseinsatz in der Region um Kaplomboi zu leisten. „Denn die Armut dort ist allgegenwärtig“, sagt die 59-jährige Greifswalderin.

Gürtler ist Mitglied im Verein „Dentists for Africa“, der sich heute zu seiner dreitägigen Jahreshauptversammlung in Greifswald trifft. Aus ganz Deutschland reisen 45 Ärzte an, um sich über die verschiedenen Hilfsprojekte zu verständigen, Neues anzuschieben und vor allem: Mitstreiter zu gewinnen. „Unsere Organisation betreibt in Kenia mittlerweile 13 Zahnstationen, um die Versorgung der notleidenden Bevölkerung zu verbessern“, sagt Dr. Gürtler. In den Stationen arbeitet einheimisches Personal, das regelmäßig von deutschen Einsatzkräften unterstützt wird. Die Greifswalder Zahnärztin reiste in der Vergangenheit nicht allein. Sonja Haamann, ehemalige Mitarbeiterin der Unizahnklinik, begleitete sie mehrfach und leistete als Schwester vor Ort wertvolle Hilfe. Das waren oft Einsätze mit großen Strapazen – unter einfachsten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Dennoch möchte die heute 77-Jährige diese Erfahrungen nicht missen. Die Dankbarkeit der Kenianer nach einer überfälligen Zahnbehandlung, die leuchtenden Kinderaugen über mitgebrachte Geschenke, werden ihr unvergesslich bleiben.

Der Schulbesuch, so Ute Gürtler, ist für viele Familien in Kenia unerschwinglich. Doch Bildung sei die einzige Möglichkeit, der Armut zu entfliehen. „Deshalb werben wir mit unserem Verein dafür, Patenschaften für Kinder zu übernehmen. Jede noch so kleine Spende hilft, um ihnen eine Chance zu geben“, sagt sie.

Ute Gürtler übernahm zu Beginn ihrer Hilfstätigkeit die Patenschaft über Bartholomäus, ein Waisenjunge. „Er ist jetzt 18 Jahre alt, geht aufs College und macht eine pharmazeutische Ausbildung“, erzählt sie voller Stolz. Die Förderung der Schul- und Berufsausbildung sei neben der Zahngesundheit einer der Schwerpunkte des Vereins „Dentists for Africa“. Seit dessen Gründung 1999, initiiert vom Thüringer Arzt Dr. Hans-Joachim Schinkel, konnten 850 Patenschaften vermitteln werden. Mehr als 150 Jugendliche schlossen bereits ihre Berufsausbildung ab.

Doch für viele andere Waisenkinder sucht der Verein nach wie vor Paten. „Vielleicht finden sich ja in Greifswald Interessenten, wenn wir am Sonnabend während einer öffentlichen Infoveranstaltung im St. Spiritus über unsere Arbeit berichten“, hofft Gürtler. Jede noch so kleine Spende sei willkommen.

Daneben unterstützen die Zahnärzte auch andere Projekte. „In Nyabondo hat unser Verein ein Witwendorf errichtet, um alleinstehende Frauen aus den Zwängen ihrer Familien zu befreien. Stirbt der Ehemann, sind sie völlig rechtlos, müssen sich anderen Männern fügen“, berichtet Ute Gürtler. Im Witwendorf erhielten sie die Möglichkeit, zu arbeiten und sich unabhängig zu machen. „Unsere Arbeit braucht einen unheimlich langen Atem, nicht selten werden wir auch vor Ort desillusioniert“, sagt die Greifswalderin, „und trotzdem machen wir weiter, denn das Schicksal vieler Menschen rührt ans Herz.“

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RE: Greifswalder Zahnärztin Ute Gürtler zu Hilfseinsätzen nach Kenia

#2 von carlos , 15.11.2018 00:10

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