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  • Zahnarzt behandelt Kinder in IndienDatum13.04.2013 18:49
    Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Michael Drechsel aus Hormersdorf ist Zahnarzt aus Leidenschaft

    Hormersdorf. Fern seiner Heimat haben sich hunderte Kinder auf Michael Drechsel gefreut. Sie empfingen ihn mit Blumen, Geschenken und lächelnd. Wohl wissend, dass ihnen der Mann aus Deutschland auch Schmerzen bereiten kann. Denn Michael Drechsel ist Zahnarzt. Seine Praxis hat er in Hormersdorf. Im März besuchte der 54-Jährige zum dritten Mal Indien, um dort zu helfen. Über die Organisation Zahnärzte ohne Grenzen war er im nördlich gelegenen Bundesstaat Andhra Pradesch für drei Wochen in drei Kinderdörfern im Einsatz. Am Mittwoch berichtete er im Gasthof "Zum Löwen" vor heimischem Publikum. 70 Gäste haben sich dafür interessiert.

    Das Herrichten der Praxis in Indien ging diesmal reibungslos. Michael Drechsel hatte aus Erfahrung vorsichtshalber etwas Werkzeug zum Zusammenbauen des einfachen, aber gut funktionierenden Behandlungsstuhles mitgebracht.

    Bei den Behandlungen unterstützen ihn zwei Zahnarzthelferinnen aus dem Allgäu und Berlin. In der zweiten Woche arbeitete ihm noch eine junge Zahnärztin aus Deutschland zu. Indische Krankenschwestern halfen beim Absaugen, Übersetzen und beim Erledigen der schriftlichen Dokumentationen.

    Kaum war der Behandlungsraum eingerichtet, standen die ersten Kinder vor der Praxis. Die Mädchen und Jungen warteten geduldig und diszipliniert, bis sie an der Reihe waren. Einige konnten ihre Neugier nicht zurückhalten und schauten durch die glaslosen Fenster. "Bei der Arbeit ständig beobachtet zu werden - daran musste ich mich erst gewöhnen", sagt Michael Drechsel.

    Augen zu, den Mund weit auf: Tapfer ließen die jungen Patienten die Prozedur über sich ergehen. Nach der Behandlung gab es kleine Trostpflaster in Form von Luftballons, Kugelschreibern oder Aufklebern. Hauptsächlich seien das Entfernen von Zahnstein, Füllungen aber auch das Ziehen von Zähnen nötig gewesen. "Viele Kinder haben Braunverfärbungen durch den hohen Fluoridgehalt im Wasser", erklärt der Zahnarzt. Daraus kann Karies entstehen. Auch die entdeckte Michael Drechsel.
    Zahnarzt Zahnarzt Michael Drechsel

    Foto: Andreas Tannert/Archiv

    "Im Prinzip haben die indischen Kinder die gleichen Zahnprobleme wie die deutschen. Karies ist dort allerdings nicht ganz so ausgeprägt. Der geringere Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln könnte ein Grund dafür sein." Bis auf Zahnkorrekturen mit Spangen seien alle Behandlungen möglich.

    Erfreulicherweise musste Michael Drechsel dieses Jahr weniger Zähne ziehen. "Ich denke, die Aufklärungsarbeit und die Übungseinheiten zur Zahnpflege haben gewirkt." Für die Kinder ist das gemeinsame Zähneputzen mit viel schäumender Zahnpasta immer ein riesiger Spaß.

    Beim Einsatz in Narakodur blieb es nicht. Auch den Heimkindern im rund dreieinhalb Stunden entfernten Inumella und im sieben Stunden entfernten Medapadu schaute der Erzgebirger in den Mund. Für Michael Drechsel war der dreiwöchige "Arbeitsurlaub" eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. "Ich habe sehr viel Dankbarkeit erlebt. Auch wenn ab und zu mal eine Träne floss, standen die Kinder danach auf und lächelten wieder."

    Insgesamt hat Michael Drechsel 545 Kinder und 64 Erwachsene untersucht. Mindestens acht Stunden war er täglich, außer sonntags im Einsatz, bei schlechten Lichtverhältnissen und Temperaturen um die 30Grad Celsius. Und doch wird er wahrscheinlich in einem Jahr wieder die Koffer packen und nach Indien zu "seinen dankbaren kleinen Patienten" reisen.

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Der Wolfener Mediziner Wolfgang Camin arbeitet gut zwei Wochen ehrenamtlich in Nepal - das Land, das ihn bei Wanderungen fasziniert hat. Die ärztliche Versorgung in der Region ist verhältnismäßig schlecht.
    wolfen/MZ.

    Nur noch wenige Tage, dann wechselt Wolfgang Camin sein modern ausgestattetes Behandlungszimmer mit einer einfachen Medizinstation. Der Zahnarzt reist ins ferne Nepal, um dort für gut zwei Wochen Dienst zu tun.

    Nepal ist ein weites Land. Es umfasst einen großen Teil des Himalaya-Gebirges mit acht der zehn höchsten Berge der Welt. Wolfgang Camin hat einige von ihnen schon mit eigenen Augen gesehen. Der Mount Everest lag vor ihm - zum Greifen nah. Bis zum 5 500 Meter hohen Kala Pattar ist er gewandert, den nur zehn Kilometer Luftlinie vom höchsten Gipfel der Erde trennen: bei einer seiner Trekkingtouren, die er schon viermal dort in seinem Urlaub unternommen hat.

    Diesmal in anderer Mission

    Bald verbringt der Wolfener nun also erneut einen Teil seines Urlaubs in diesem Land. Für den 16. April ist der Flug nach Kathmandu gebucht. Von dort geht es zu seinem Einsatzort - ein kleines Dorf zu Füßen der Berge, 140 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber eben nicht zu einer Wandertour, denn es sind andere Gründe als Ferien, die den Mann diesmal dorthin ziehen: Wolfgang Camin wird Tausende Kilometer entfernt von der Heimat in seinem Beruf arbeiten, geht also zum ersten Mal in anderer Mission in dieses Gebiet.

    „Damit möchte ich ein Stück von dem, was ich dort erleben durfte, zurückgeben an die Menschen“, erklärt der 55-Jährige den Beweggrund dafür. Das Land hat ihn einfach fasziniert. Er hat die Freundlichkeit der Nepalesen schätzen gelernt, ihre aufgeschlossene Art, die Gastfreundschaft. Gleichzeitig hat er aber auch gesehen, in welcher Armut und unter welchen primitiven Bedingungen viele leben. „Sie sind zum Teil Stunden unterwegs, um zum nächsten Dorf oder zu einem Laden zu kommen“, weiß er.
    Trekking-Tour

    Wolfgang Camin bei einer seiner Trekking-Touren durch Nepal, die auch zu den Gletschern bis über 5 000 Meter Höhe geführt haben. Im Hintergrund ist der Dragnag Ri (6 801 Meter) zu sehen. (BILD: privat/repro: ruttke)

    Da die Bergregionen zum größten Teil mit Fahrzeugen unpassierbar sind, müssen die Entfernungen zu Fuß zurückgelegt werden. „Und was die Leute transportieren, tragen sie in Kiepen auf ihrem Rücken. Das sind enorme Lasten.“

    Mit der ärztlichen Versorgung sieht es dort ebenfalls nicht rosig aus, erzählt Camin. „Es gibt eine Art Medizin-Center, die aber nicht ständig besetzt sind, manchmal nur zur Medikamentenausgabe.“ In solch einer Station wird auch der Zahnarzt in Kürze arbeiten. Was ihn dort von der Ausstattung her genau erwartet, weiß er noch nicht. „Ich habe nur erfahren, dass eine Bohrmaschine mit Rechts- und Linkslauf vorhanden ist.“

    Dass er aber ganz neue Erfahrungen in puncto Behandlungen sammeln wird, das ist ihm klar. „Wer dort zu mir kommt, der hat Beschwerden. Und da werden in den meisten Fällen Zähne gezogen werden müssen. Vielleicht auch mal eine Füllung gesetzt, aber viel mehr ist nicht möglich.“ Das weiß er von einer Kollegin, die er bei einer Wanderung getroffen hat und die in Afrika zum Hilfseinsatz war. Durch sie ist er auch an die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ gekommen, die das Ganze vermittelte.

    Natürlich arbeitet man bei solchen Einsätzen unentgeltlich. Wolfgang Camin hätte zwar den Flug finanziert bekommen können, hat darauf aber verzichtet. „Das Geld soll lieber vor Ort eingesetzt werden, da ist es wichtiger.“

    Zu seinem Gepäck werden neben Antibiotika, Narkosemitteln und Spritzen - zum Teil gespendet von Pharmaunternehmen - auch Zahnbürsten gehören. Vielleicht, so hofft er, kann er ja den Menschen auch einiges zur Prophylaxe vermitteln. Denn mit der Zahnpflege ist es in diesen Gefilden, wie er weiß, besonders bei älteren Generationen nicht weit her. Auf jeden Fall freut er sich auf die Zeit und die neue Herausforderung. „Ich denke, es wird mir Spaß machen.“

    Unterstützung von zu Hause

    Seine Familie und Kollegen unterstützen ihn. Frau Ina ist ebenfalls Zahnärztin, und die beiden erwachsenen Kinder Kristina und Martin haben Nepal schon selbst kennengelernt. Camins Praxis auf dem ehemaligen Klinikgelände in Wolfen - an diesem Standort ist er im September dann 30 Jahre tätig - ist während seines Auslandseinsatzes mit Schwestern besetzt. Aber auch seine ärztliche Vertretung ist gesichert: Die übernehmen die dortige Nachbarpraxis und natürlich seine Frau in Wolfen-Nord.

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Dass manches zahnärztliche Hilfsprojekt für die Dritte Welt vor Ort von regionalen Strukturen abgebremst wird, ist ein eher häufiges Erlebnis. Dass es auch in Deutschland zu Blockaden kommen kann, war dagegen eine neue Erfahrung: Die Flughäfen Köln und Düsseldorf wurden am Freitag, 15. März, bestreikt, so dass einige Vertreter zahnärztlicher Hilfsgruppen sehr spät oder gar nicht zur 3. Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“ der Bundeszahnärztekammer im Rahmen der Internationalen Dental Schau IDS zum Kölner Messegelände kommen konnten. Sie haben eine kleine Sternstunde verpasst, werden aber über die Bundeszahnärztekammer (http://www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html) weitergehende Nachrichten erhalten. Trotz mancher Reiseausfälle konnten Dr. Wolfgang Schmiedel (Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/Hilfsorganisationen) und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich schließlich Repräsentanten von über 30 zahnärztlichen Hilfsorganisationen begrüßen. Dr. Schmiedel: „Es hat sich auch diesmal erwiesen, wie sinnvoll es ist, die Vielzahl der Projekte auch über die Repräsentanten zu vernetzen. Der Austausch an Vor-Ort-Erfahrungen kommt allen Akteuren zugute und bewahrt manche Aktion vor dem Scheitern!“

    Zu den großen Erfolgen des Treffens gehörte auch die Botschaft des VDDI-Sprechers Burkhard Sticklies: Der Verband der Deutschen Dental-Industrie unterstütze nicht nur nach wie vor und auch in Zukunft die Zusammenkunft der Koordinierungskonferenz unter dem Dach der IDS, sondern wolle in Richtung der Mitgliedsunternehmen verstärkt über die Arbeit der Hilfsorganisationen berichten und für Unterstützung werben. Bei den kurzen Selbstvorstellungen der Projekte hatte sich gezeigt, wie vielfältig bereits jetzt schon die Unternehmen die Maßnahmen überall in der Welt fördern – dennoch zeigte sich nicht zuletzt auch im Bereich Reparaturen und Ersatzteile noch organisatorischer Optimierungsbedarf.

    Unterstützung des Bundesministeriums
    Politisch und technisch überaus hilfreich waren vor allem Vortrag und Diskussionsbeiträge von Stefan Sckell, Referent für Grundsätze der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er hatte die Präsentationen der kleinen und großen, national und weltweit agierenden Projekte sichtlich beeindruckt verfolgt und meinte zu Beginn seines Vortrages: Das alles sei im Ministerium leider gar nicht bekannt – er wolle ab jetzt dafür sorgen, dass sich das ändert und die vielen engagierten Projektleiter ausreichend Unterstützung auch seitens der Bundesregierung erhalten. Nicht nur gab es Hinweise zu vielen informativen Bereichen und Angeboten auf der Website des Ministeriums wie beispielsweise das Service-Angebot Engagement Global (www.engagement-global.de), sondern auch ganz konkrete Tipps, wie man vor Ort die Zusammenarbeit mit den Botschaften nutzen kann, sowie ein paar legale „Tricks“, wie Fördermittel beispielsweise des Ministeriums beantragt werden können. Sie stehen nur für „neue“ Maßnahmen zur Verfügung – was aber „neue Weiterentwicklungen, Zielgruppen, Baumaßnahmen“ etc. mit einschließe, was vielen der Tagungsteilnehmer unerwartete Möglichkeiten eröffnete. Das Ministerium freue sich, wenn die bereitgestellten Mittel auch beantragt und mit nachhaltigem Effekt eingesetzt würden. Die zivilgesellschaftlichen Projekte, die sogenannten NGOs (non-governmental organization), seien ein wichtiger Baustein der entwicklungspolitischen Arbeit der Bundesregierung und könnten auch in solchen Regionen tätig werden, in denen Regierungsorganisationen nicht tätig seien oder sein wollten. Das Ministerium werde die Botschaften der Länder mehr auf die zahnärztlichen Projekte hinweisen und zur Unterstützung aufrufen. Ihn habe das Humanitäre, die konkrete praktische Hilfe und das Engagement der Zahnärzte für Hilfe fast auf dem gesamten Globus sehr beeindruckt, nicht zuletzt vom Einsatz der Studenten an vielen Orten, ebenso erfreut sei er allerdings auch über den Einsatz von Projekten vor der eigenen Haustür in Deutschland. Auch nach der Konferenz stand Stefan Sckell noch lange für Detailfragen zur Verfügung und unterstrich damit seine ernstgemeinte starke Unterstützung.

    Zu wenig öffentliche Wirkung
    Während in der Fachpresse, aber auch bereits bei der Politik der enorme persönliche und auch finanzielle Einsatz der deutschen Zahnärzte bereits anerkennend wahrgenommen werde, fehle die entsprechende Resonanz in den öffentlichen Medien und in der Bevölkerung – das bedauerte nicht nur Dr. Schmiedel: Auch Professor Oesterreich und Teilnehmer an der Konferenz wünschten sich neue Wege der überregionalen Kommunikation. Erste Anregungen wurden zur Diskussion gestellt und sollen mit Blick auf bereits bestehende Angebote und sinnvolle Vernetzung weiterentwickelt werden. Die nächste Koordinierungskonferenz der zahnärztlichen Hilfswerke wird voraussichtlich wieder anlässlich der IDS Mitte März 2015 in Köln stattfinden.

  • Thema von carlos im Forum Mosambik

    Der neunte und letzte Mosambik-Container geht auf Reisen

    Heute ging der letzte von insgesamt neun Hilfscontainern, die in 18 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Berlin-Lichtenberg und Maputo-Ka Mubukwana nach Mosambik verschickt wurden, auf Reisen. Inhalte des Hilfscontainers, der ein Gesamtwert von über 500.000 Euro hat, sind vor allem medizinische Geräte und Verbrauchsmaterialien.

    Die ersten Sonnenstrahlen am Ende eines langen Winters fallen auf einen Schwertransporter, der einen 40-Fuß-großen Container trägt. Auf der Rampe des Lagers des Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) reihen sich Krankhausbetten, Rollstühle, Gehhilfen, Verbandsmaterialien, orthopädische Hilfsmittel, Mikroskop, und Kartons mit aufgearbeiteten Brillen aneinander. Der zunächst letzte Container mit medizinischen Sachspenden trat am 05.03.2013 seine Reise von Berlin-Lichtenberg nach Maputo Ka Mubukwana an. Frau Marita Fischer, Leiterin Versorgung, des Sana-Klinikums erkennt erfreut einige Materialien wieder. Den Großteil des Inhalts hat das Sana-Klinikum in Lichtenberg gespendet. Das Klinikum ist eines von zahlreichen Lichtenberger Institutionen, die die Städtepartnerschaft zwischen Lichtenberg und dem mosambikanischen Bezirk Ka Mubukwana unterstützen. Genauso wie das Bezirksamt Lichtenberg und SODI wollen sie gemeinsam ihren bescheidenen Teil dazu beitragen, dass die globalen Ungerechtigkeiten geringer werden. Im Rahmen der Städtepartnerschaft setzen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit globalen Themen, mit weltweiter Armut und mit Mosambik im Speziellen auseinander. Sie kommen aber auch mit in Lichtenberg lebenden MosambikanerInnen ins Gespräch und knüpfen so einen konstruktiven Dialog zwischen den unterschiedlichen Gruppen, die in Lichtenberg leben.

    Der beim Versand anwesende mosambikanische Bürgermeister David Cangua bedankt sich bei allen Beteiligten für ihre solidarische Unterstützung. Er betont, dass die Materialien dringend benötigt werden und, dass er über die Verteilung der Güter berichten wird, wenn der Container voraussichtlich am 27. April 2013 den Hafen von Maputo ansteuert. Während die Helfer von SODI weiter den Container beladen, macht sich die dreiköpfige Delegation aus Mosambik gemeinsam mit dem mosambikanischen Botschafter S.E. Herr Amadeu da Conceição auf zum nächsten Termin. Seit Sonntag sind sie zu Gast in Lichtenberg und werden noch bis zum Samstag mit Bürgerinnen und Bürgern, Politikerinnen und Politikern, mit dem Bezirksamt und der Wirtschaft in Lichtenberg ins Gespräch kommen und für bürgerschaftliches Engagement in der Partnerschaft werben.

    Am 07.02.2013 findet von 15.00 bis 17.00 Uhr auf Einladung des Bezirksbürgermeisters Andreas Geisel eine öffentliche Arbeitskreissitzung das Lichtenberger Arbeitskreises Maputo im Theater an der Parkaue statt.

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    nach dem Erdbeben Januar 2010 (Claudia Moll, Projektreferentin Don Bosco Bonn, in Haiti vom 10.10. 22.10.2010)

    weiter zum Text im Anhang oder hier:

    http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/hdz/1...nate_danach.pdf

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Dass manches zahnärztliche Hilfsprojekt für die Dritte Welt vor Ort von regionalen Strukturen abgebremst wird, ist ein eher häufiges Erlebnis. Dass es auch in Deutschland zu Blockaden kommen kann, war dagegen eine neue Erfahrung: Die Flughäfen Köln und Düsseldorf wurden am Freitag, 15. März, bestreikt, so dass einige Vertreter zahnärztlicher Hilfsgruppen sehr spät oder gar nicht zur 3. Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“ der Bundeszahnärztekammer im Rahmen der Internationalen Dental Schau IDS zum Kölner Messegelände kommen konnten. Sie haben eine kleine Sternstunde verpasst, werden aber über die Bundeszahnärztekammer (http://www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html) weitergehende Nachrichten erhalten. Trotz mancher Reiseausfälle konnten Dr. Wolfgang Schmiedel (Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/Hilfsorganisationen) und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich schließlich Repräsentanten von über 30 zahnärztlichen Hilfsorganisationen begrüßen. Dr. Schmiedel: „Es hat sich auch diesmal erwiesen, wie sinnvoll es ist, die Vielzahl der Projekte auch über die Repräsentanten zu vernetzen. Der Austausch an Vor-Ort-Erfahrungen kommt allen Akteuren zugute und bewahrt manche Aktion vor dem Scheitern!“

    Zu den großen Erfolgen des Treffens gehörte auch die Botschaft des VDDI-Sprechers Burkhard Sticklies: Der Verband der Deutschen Dental-Industrie unterstütze nicht nur nach wie vor und auch in Zukunft die Zusammenkunft der Koordinierungskonferenz unter dem Dach der IDS, sondern wolle in Richtung der Mitgliedsunternehmen verstärkt über die Arbeit der Hilfsorganisationen berichten und für Unterstützung werben. Bei den kurzen Selbstvorstellungen der Projekte hatte sich gezeigt, wie vielfältig bereits jetzt schon die Unternehmen die Maßnahmen überall in der Welt fördern – dennoch zeigte sich nicht zuletzt auch im Bereich Reparaturen und Ersatzteile noch organisatorischer Optimierungsbedarf.

    Unterstützung des Bundesministeriums
    Politisch und technisch überaus hilfreich waren vor allem Vortrag und Diskussionsbeiträge von Stefan Sckell, Referent für Grundsätze der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er hatte die Präsentationen der kleinen und großen, national und weltweit agierenden Projekte sichtlich beeindruck verfolgt und meinte zu Beginn seines Vortrages: Das alles sei im Ministerium leider gar nicht bekannt – er wolle ab jetzt dafür sorgen, dass sich das ändert und die vielen engagierten Projektleiter ausreichend Unterstützung auch seitens der Bundesregierung erhalten. Nicht nur gab es Hinweise zu vielen informativen Bereichen und Angeboten auf der Website des Ministeriums wie beispielsweise das Service-Angebot Engagement Global (www.engagement-global.de), sondern auch ganz konkrete Tipps, wie man vor Ort die Zusammenarbeit mit den Botschaften nutzen kann, sowie ein paar legale „Tricks“, wie Fördermittel beispielsweise des Ministeriums beantragt werden können. Sie stehen nur für „neue“ Maßnahmen zur Verfügung – was aber „neue Weiterentwicklungen, Zielgruppen, Baumaßnahmen“ etc. mit einschließe, was vielen der Tagungsteilnehmer unerwartete Möglichkeiten eröffnete. Das Ministerium freue sich, wenn die bereitgestellten Mittel auch beantragt und mit nachhaltigem Effekt eingesetzt würden. Die zivilgesellschaftlichen Projekte, die sogenannten NGOs (non-governmental organization), seien ein wichtiger Baustein der entwicklungspolitischen Arbeit der Bundesregierung und könnten auch in solchen Regionen tätig werden, in denen Regierungsorganisationen nicht tätig seien oder sein wollten. Das Ministerium werde die Botschaften der Länder mehr auf die zahnärztlichen Projekte hinweisen und zur Unterstützung aufrufen. Ihn habe das Humanitäre, die konkrete praktische Hilfe und das Engagement der Zahnärzte für Hilfe fast auf dem gesamten Globus sehr beeindruckt, nicht zuletzt vom Einsatz der Studenten an vielen Orten, ebenso erfreut sei er allerdings auch über den Einsatz von Projekten vor der eigenen Haustür in Deutschland. Auch nach der Konferenz stand Stefan Sckell noch lange für Detailfragen zur Verfügung und unterstrich damit seine ernstgemeinte starke Unterstützung.

    Zu wenig öffentliche Wirkung
    Während in der Fachpresse, aber auch bereits bei der Politik der enorme persönliche und auch finanzielle Einsatz der deutschen Zahnärzte bereits anerkennend wahrgenommen werde, fehle die entsprechende Resonanz in den öffentlichen Medien und in der Bevölkerung – das bedauerte nicht nur Dr. Schmiedel: Auch Professor Oesterreich und Teilnehmer an der Konferenz wünschten sich neue Wege der überregionalen Kommunikation. Erste Anregungen wurden zur Diskussion gestellt und sollen mit Blick auf bereits bestehende Ange

  • viel bewegt.....Datum19.03.2013 20:58
    Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...
  • die MitgliedsorganisationenDatum19.03.2013 20:56
    Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    finden Sie im Anhang ald pdf oder hier:

    http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/soziale/adressliste.pdf

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Das soziale und gesellschaftliche Engagement der deutschen Zahnärzte ist vielfältig und spiegelt sich in vielen unterschiedlichen Hilfsprojekten wider.
    Die Spannbreite reicht dabei von groß angelegten internationalen Projekten bis hin zu Projekten vor der eigenen Haustür. Alle Hilfsorganisationen und Initiativen verfolgen dabei das gleiche Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um finanzielle, (zahn-)medizinische oder ganz einfach "menschliche" Unterstützung handelt. Die Bundeszahnärztekammer begrüßt das vielfältige und breitgefächerte gesellschaftliche Engagement des zahnärztlichen Berufsstandes und unterstützt es durch koordinierende Tätigkeiten sowie die breite öffentliche Darstellung.

    Wir rufen hiermit alle interessierten Helfer auf, sich über die Organisationen und Projekte zu informieren, Kontakt zu den Verantwortlichen aufzunehmen und das ein oder andere Projekt zu unterstützen.

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisat
    ionen“ der Bundeszahnärztekammer
    Berlin, 19. März 2013
    – „Das soziale Engagement der deut
    schen Zahnmediziner ist umfangreich,
    den Globus überspannend, aber zu wenig
    bekannt“, erklärte der Vizepräsident der
    Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Dietmar
    Oesterreich, anlässlich einer Konferenz von
    Hilfsorganisationen am 15. März im Rahmen der
    35. Internationalen Dentalschau (IDS) in Köln.
    100 Millionen Euro Spendengelder wurden in de
    n letzten Jahren für Hi
    lfsprojekte eingesetzt.
    Viele einzelne Projekte von Zahnärzten in Deut
    schland, von groß angelegten internationalen
    bis zu nationalen Projekten, sind weltweit aktiv. Um den Austausch und die Vernetzung zu
    fördern, organisiert die BZÄK, unter dem Vorsitz
    von Dr. Wolfgang Schmiedel, zweijährlich eine
    Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“.
    Auf dem Branchentreffpunkt IDS fand die
    aktuelle Konferenz mit insgesamt 45 Teilnehmern statt. „Diese Konferenz bietet ein optimales
    und bislang einzigartiges Forum zum Austausch der
    weltweit aktiven zahnär
    ztlichen Hilfsprojekte
    und hilft dabei, das gesellschaftliche Engage
    ment der Zahnärzteschaft in den Focus zu
    rücken“, so der Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/
    Hilfsorganisationen, Dr. Wolfgang Schmiedel.
    Der Referent für Grundsätze der
    Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium
    für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwickl
    ung, Stefan Sckell, war als Gast geladen und
    hielt einen Vortrag zum Thema „Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements in der
    deutschen Entwicklungszusammenarbeit“.
    Er würdigte das Engagement des zahnärztliche
    n Berufsstandes, es sei ihm nicht bewusst
    gewesen, in welchem Umfang sich diese Berufsgruppe verpflichte. Die Bedeutung
    zivilgesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Engagements habe in der
    Entwicklungszusammenarbeit einen immensen Stellenwert.
    „Gebraucht werden alle Projekte, die Menschen in Notlagen helfen. Gebraucht wird aber
    auch die Aufmerksamkeit, um Helfer und finanzielle Mittel einzuwerben“, resümiert der
    Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel.
    Ergänzende Informationen sowie einen Auszug der Hilfsprojekte im Netzwerk der
    Bundeszahnärztekammer:
    www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Wiedergeltingen Seit Jahren lädt der Pfarrgemeinderat St. Nikolaus die Pfarreiengemeinschaft zu einem Sonntagsfastenessen mit Vortrag ein. In diesem Jahr berichteten die Zahnärzte Dr. Hubert Kienle und seine Tochter Katharina aus Bad Wörishofen mit Bildern sowie Daten und Fakten über ihren unentgeltlichen Arbeitseinsatz in einem Hospital und in abgelegenen Bergdörfern in Nepal. Anschließend vermittelten sie einen Eindruck über Land und Leute und stellten das neue Waisendorf in Dhading vor. Nepal ist nach Afghanistan das zweitärmste Land in Asien.

    Bevor der Pfarrgemeinderat im kirchlichen Pfarrstadel traditionsgemäß eine leckere Fastensuppe servierte, überreichte er den beiden engagierten Zahnärzten einen Scheck über 1500 Euro. Da die zahlreichen Gäste von den Nepal-Zahnarzt-Projekten sehr beeindruckt waren, sammelten sie nach dem Vortrag zusätzlich 400 Euro in einer Spendenbox.

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    So freuten sich Dr. Hubert Kienle und seine Tochter über die großzügige Gesamtspende in Höhe von 1900 Euro, da sie für 2014 weitere Zahnarztprojekte in Nepal geplant haben. (mz)
    ...
    Weitere Hilfe geplant - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mind...id24330471.html

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    Das Wesen der humanitären Hilfe ist, dass sie im Krisenfall schnell und unparteiisch agiert, unabhängig von politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Interessen bleibt und sich allein am Bedarf der betroffenen Menschen orientiert.

    Die Krisen in Syrien und in Somalia sind gute Lehrstücke dafür, welche Hürden sich dabei mitunter auftun und wie die Hilfe blockiert, vereinnahmt oder angegriffen wird - mit tödlichen Folgen für viele.

    In Syrien sind medizinische Einrichtungen zum militärischen Ziel geworden. Hilfe für Kriegsverletzte wird als kriegerischer Akt interpretiert, die Neutralität von Krankenhäusern systematisch missachtet. Immer wieder werden Ärzte unter Druck gesetzt, verwundete Patienten auszuliefern - ein klarer Bruch des humanitären Völkerrechts.

    In Somalia soll nach Vorstellung der Vereinten Nationen die humanitäre Hilfe in die politischen und militärischen Strukturen integriert werden. Was wie eine Erleichterung für die Zivilbevölkerung dieses gescheiterten Staates klingen mag, ist nichts anderes als ein Versuch, die Hilfe zu politisieren. In dem Land, in dem internationale Helfer die Bevölkerung wegen der schlechten Sicherheitslage heute schon kaum erreichen, wird dieser Schritt das Misstrauen gegen Hilfsorganisationen weiter erhöhen.

    Das ist nicht verwunderlich, wenn sich die Menschen in einem Konfliktgebiet nicht mehr darauf verlassen können, dass die ihnen angebotene Hilfe weder an Bedingungen noch an Gesinnungen geknüpft ist. Der Handel von Hilfe gegen Kooperationsbereitschaft bringt sowohl die Hilfsempfänger als auch die Helfer in tödliche Gefahr.

    Diese beiden Szenarien zeigen, wieso es gerade heute wieder so wichtig ist, auf die Grundprinzipien der humanitären Hilfe zu pochen. Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und ausschließliche Orientierung am Bedarf der betroffenen Menschen sind mehr als hehre theoretische Konzepte. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen geraten leicht in den Verdacht des Sektierertums, wenn sie zeitgeistige Interpretationen der humanitären Idee - wie etwa die öffentlichkeitswirksame Vereinnahmung durch das Militär - kategorisch ablehnen.

    Aber im Ernährungszentrum in Mogadischu, in der Klinik für vergewaltigte Frauen und Mädchen im Kongo oder im Feldspital vor Aleppo haben diese Grundsätze ganz konkrete Auswirkungen auf Gelingen oder Misslingen eines Hilfseinsatzes.

    In Syrien arbeiten wir in drei klandestinen Krankenhäusern in von der Opposition kontrollierten Gebieten im Norden. Hartnäckig bemühen sich die Teams um eine Genehmigung, auch in den von der Regierung gehaltenen Teilen des Landes tätig zu werden - bisher ohne Erfolg. In der Praxis beweisen die medizinischen Teams ihre Unparteilichkeit Tag für Tag, indem sie jeden Menschen versorgen, der auf der Suche nach Hilfe das Krankenhaus betritt - ohne zu fragen, auf welcher Seite er oder sie steht.

    Über diese und andere brisante Fragestellungen wird diesen Freitag beim 2. Humanitären Kongress (www.humanitaerer-kongress.at) in Wien zu diskutieren sein.

  • Thema von carlos im Forum Swimming Doctors
  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Der pensionierte Berliner Zahnarzt Dieter Buhtz (64) fliegt nach Myanmar in Südostasien, um drei Wochen an Bord einer schwimmenden Klinik die Menschen dort zu behandeln. Seine Eindrücke der Reise.
    "Mingalanenekinba U Hleigh Myint!“ (Guten Morgen, U Hleigh Myint). Morgens ist der Kapitän der "Zawgyi“ meist der Erste, dem ich begegne. "Mingalaba U Dieter“ antwortet er. Und ich mache ihm die Freude, die mühsam erlernten burmesischen Sätze aufzusagen, die er mir beigebracht hat. Mittlerweile breche ich mir dabei auch nicht mehr die Zunge ab - und U Hleigh Myint ist ungemein stolz auf sich als Lehrer.
    Ein vieltausendfacher Glücksbringer

    Ich bin an Bord der Zawgyi unterwegs mit den Swimming Doctors im Delta des Ayeyarwady. Die "Zawgyi“, zu Deutsch "vieltausendfacher Glücksbringer“, trägt den Namen eines alten burmesischen Zauberers und Magiers, der vor mehr als 1.000 Jahren gelebt haben soll und angeblich sogar fliegen konnte. Der Name passt: Auch die Swimming Doctors bewirken hier im Delta immer wieder kleine Wunder und bringen den Menschen Glück.

    Am 2. Mai 2008 fegte der Zyklon Nargis mit unvorstellbarer Gewalt über das Delta hinweg und zerstörte mit einem Schlag die Existenz der hier lebenden Bevölkerung. Mehr als eine Million Menschen waren über Nacht obdachlos, ohne Kleidung, ohne Nahrung. Dank internationaler humanitärer Hilfe können die Menschen dort ihr Leben mittlerweile wieder selbst in die Hand nehmen.
    Im abgeschiedenen Delta bleibt nur das Boot

    Das Delta ist ein abgeschiedenes, von der Regierung weitgehend vernachlässigtes Gebiet, durchzogen von Flüssen und Kanälen, ohne Straßen, Industrie oder Sehenswürdigkeiten. Die Menschen leben vom Reisanbau und vom Fischen. Um voranzukommen, fährt man mit dem Boot. Daraus entstand die Idee, mit den Swimming Doctors den Menschen im Delta eine mobile medizinische Grundversorgung anzubieten, Schwangere und Neugeborene zu untersuchen und seit Neuestem auch eine zahnärztliche Grundversorgung zu gewährleisten.

    Finanziert werden die Swimming Doctors von der Stiftunglife in Zusammenarbeit mit Hapag-Lloyd. Daneben engagiert sich Stiftunglife in vielen unterprivilegierten Ländern vornehmlich für Kinderprojekte, den Bau von Schulen, die Förderung von Studenten, die Einführung von Solarlampen und Wasserprojekten in dörflichen Gegenden und für die Tafeln in Deutschland. Bemerkenswerterweise fallen bei dieser Stiftung keine Verwaltungskosten an.

    Aufmerksam wurde ich auf die Swimming Doctors durch eine Annonce in den zm. Jürgen Gessner, einer der Gründer der Stiftunglife, und Patrick Meyer hatten wenig Mühe, mich von einer Mitarbeit zu überzeugen. Patrick hat als angehender Arzt aus Kiel fast ein halbes Jahr in Myanmar und auf der Zawgyi zugebracht und das Medical Team in der Ultraschalldiagnostik bei Schwangeren geschult.
    Wie sieht die Ausrüstung vor Ort aus?

    Ich hatte mich vermeintlich akribisch vorbereitet, zumal ich letztes Jahr bei einem Einsatz in der Mongolei für "dentists without limits“ schon die Erfahrung machen musste, dass durchaus eine Diskrepanz bestehen kann zwischen dem, was an zahnärztlichem Equipment und Material angeblich vor Ort einsatzfähig sein soll, und dem, was tatsächlich vorhanden und einsatzfähig ist.

    Swimming Doctors haben erst dieses Jahr im Mai die Zahnmedizin in ihr Angebot aufgenommen und einen jungen burmesischen Zahnarzt angeworben, dem ich Wissen und Erfahrung vermitteln sollte. Anhand einer mir vorab übermittelten detaillierten Equipmentliste konnte ich einschätzen, was ich vorfinden würde und was ich besser noch mitzunehmen hatte. So waren auf der Zawgyi eine komplette Behandlungseinheit mit integriertem Zahnsteinentfernungsgerät (ZEG) und ein light-cure-Gerät installiert worden. Man hatte unter anderem einen UV-Schrank zur Aufbewahrung von Instrumenten, ein Ultraschallbad zur Reinigung von Instrumenten, ein Autoklav, Abdruckmaterial, Klammerbiegezangen, Quecksilber und Feilung zur Anmischung von Amalgam angeschafft.

    Ganz offensichtlich war hier eine gut gemeinte, aber von wenig Sachverstand für die speziellen Gegebenheiten an Bord und im Delta geprägte Auswahl getroffen worden. Ich stellte zusammen, was zusätzlich benötigt werden würde. Manches musste ich kaufen, manches verdankte ich Spenden großzügiger Sponsoren. Ausdrücklich möchte ich daher an dieser Stelle den Firmen KaVo Dental GmbH, Alpro Medical GmbH, Sigma Dental Systems - Emasdi GmbH, 3M Espe GmbH, Hager & Werken GmbH, Ivoclar Vivadent AG, Centrix Dental, Coltène/Whaledent GmbH, Henry Schein Dental und meinen ehemaligen Praxispartnern Dres. Appenzeller und Griethe für ihre Unterstützung danken.
    Die Lieblingszange muss mit

    Vorab wurden etwa 30 kg an Ausrüstung und Material von Jürgen Gessner schon nach Myanmar geschafft, unter anderem ein Kapselmischgerät für Füllmaterialien, Biogel-D-Handschuhe in der von mir benötigten Größe, Zylinderampullen mit Lokalanästhetika, Kanülen, Hände-, Instrumenten- und Flächendesinfektionsmittel, ja sogar kleine Geschenke für die Kinder unter den Patienten.

    Alles schien in Yangon angekommen zu sein. Ich konnte mich bei meiner Anreise darauf beschränken, neben meinem auf das Notwendigste reduzierten persönlichen Gepäck Lieblingszangen und -hebel, Übertragungsinstrumente, Füllmaterialien sowie etliche mir unentbehrlich erscheinende Kleinmaterialien mitzunehmen. Und natürlich Fotoapparat und iPad.

    Am 25. November ging es endlich los. Bei der Kontrolle von vorausgeschickten Paketen musste ich feststellen, dass das Flughafenpersonal in München bei einer Sicherheitskontrolle sämtliche Hände- und Instrumentendesinfektionsmittel entnommen hatte. Da das betreffende Paket ohne jeden Hinweis auf die Entnahme wieder verschlossen worden war, fiel der Verlust erst jetzt auf.
    Die abgelaufenen Desinfektionsmittel sind die Rettung

    Ein Desaster! Eine Inspektion der im Hafen liegenden Zawgyi bestätigte meine Befürchtungen, dass derartige Lösungen nicht vorhanden, ja sogar unbekannt waren. Wollten höhere Mächte mich für meine seinerzeitige Mitarbeit an den Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts bestrafen? Ich hatte doch ohnehin schon extra für diesen Einsatz nur absolut unumgängliche Hygienemaßnahmen auf einer Doppelseite zusammengefasst. Und nun konnte ich selbst die in die Tonne hauen.

    Recherchen in Yangoner Zahnarztpraxen ergaben, dass selbst etablierte Zahnärzte in Myanmar offensichtlich keine Händedesinfektions- oder Instrumentendesinfektionsmittel verwenden. May Phyo Win, Geschäftsführerin des Restaurants Zawgyi-House und Assistentin von François Kennedi, der gemeinsam mit Jürgen Gessner die Idee der Swimming Doctors umgesetzt hat, gelang es schließlich doch noch, in einem Dentalhandel sieben 300 ml-Spenderflaschen mit Händedesinfektionsmittel aufzutreiben. Dass das Verfalldatum im Juli 2012 bereits überschritten war, fiel schon gar nicht mehr ins Gewicht.

    Als es May Phyo gelungen war, den Preis von 35 auf 18 Dollar pro Flasche herunterzuhandeln, wurde mir schlagartig klar, warum die Händedesinfektion in der burmesischen Zahnmedizin nur ein Mauerblümchendasein fristet. Auch 5 Liter einer Chlorhexidindigluconat-Lösung konnten wir zu einem ähnlich horrenden Preis (80 Dollar) erstehen. Laut Label "for emergency desinfection of instruments". Na ja, ein Notfall war es ja nun wirklich. Der Versuch, mich bei Google näher über das betreffende Produkt zu informieren, scheiterte allerdings kläglich an der instabilen Internet-Verbindung in Yangon.
    Ready for Mission 25?

    Dann endlich der Beginn unserer "Kreuzfahrt“ ins Delta. Die "Mission 25" soll uns für jeweils zwei Tage in zehn verschiedene Dörfer führen, 20 Arbeitstage werden es sein. Vorfreude, Skepsis, Ungewissheit hätten beim Ablegen in meinem Blick gelegen, lese ich nach meiner Rückkehr auf der Website der Stiftung life. Ja, ich bin aufgeregt: Werde ich den Herausforderungen gewachsen sein, dem Klima, der Sprachbarriere, der Trennung von zu Hause?

    Die Zawgyi ist ein umgebauter alter Reisfrachter, der auch in engeren Wasserläufen manövrieren kann. Die Umbauten erfolgten zweckmäßig, trotzdem herrscht Enge. Es gibt sogar einen kleinen Operationsraum, in dem Pe Thej Aung, ehemaliger Militärarzt und ein begnadeter Chirurg, assistiert von einer Schwester und einem der Bootsleute, Eingriffe durchführt und Geburten einleitet. Nicht selten sogar per Kaiserschnitt.

    Pe Thej Aung ist ein wahrer Glücksfall für die Swimming Doctors. Wenn er nicht operiert, untersucht er Patienten in dem für die Zeit der Dorfaufenthalte umfunktionierten Steuerhaus der Zawgyi, eigentlich der Kapitänskajüte. Die Koje des Kapitäns dient dabei als Untersuchungsliege. In einem weiteren Raum führt er Voruntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen bei Schwangeren durch.
    Der Decksplan und die Kollegen

    Der Verbandsraum dient den drei Schwestern Jo(sephine), Waw Diana und Wah Wah Htoo zum Impfen, Injektionen verabreichen, Wunden versorgen und - abgezählte - Medikamente verteilen. Müssen Infusionen verabreicht werden, steht hierfür notfalls auch noch eine Liege im Mannschaftsquartier unter Deck zur Verfügung.

    Schließlich gibt es noch ein kleines Labor, in dem U, ebenfalls altgedienter Militär, zeitnah die notwendigen Tests durchführt. Und natürlich noch den zahnärztlichen Behandlungsraum mit Dr. Sith Thu und Khaing Kyaw, der eigentlich der Koch der Zawgyi ist, aber nebenher als zahnärztliche Assistenz fungiert. Der mittschiffs gelegene Durchgang ist Anmeldung und Wartebereich zugleich, bisweilen sind aber selbst die Gänge verstopft, denn wenn ein Familienmitglied zur Behandlung muss, geht der Rest der Familie mit, ob jung oder alt, teils aus Anteilnahme, als notwendige Begleitung oder auch nur aus Neugier, weil hier die Welt hinter der nächsten Flussbiegung zu Ende ist.

    Schließlich kann man den Ärzten und Schwestern durch die Scheiben der Behandlungsräume ja auch so wunderbar bei der Arbeit zusehen! Häufig sind es auch dankbare Mütter mit ihren Kindern, die sie an Bord zur Welt gebracht haben, und die jetzt den die Fortschritte der Kleinen vorführen möchten.

    Der Decksplan wird komplettiert durch drei Zweibettkabinen, eine Vierbettkabine für die Schwestern, die achtern eingebaute Kombüse und dem Prunkstück: zwei richtigen Toiletten nebst Dusche, angeblich die einzigen im ganzen Delta. Die Mannschaft ist im Unterdeck untergebracht, dort befinden sich neben dem Maschinenraum mit zwei Generatoren auch Wasseraufbereitungsanlage und Waschmaschine.

    Auf dem "Oberdeck", dem Dach des alten Frachters, sind vier zusätzliche Schlafplätze im Freien installiert für diejenigen, die die bisweilen drückend Schwüle in den Kojen nicht aushalten. Der schlaue Sith Thu schläft allerdings des Öfteren auch mal auf dem Boden des zahnärztlichen Behandlungsraums - sind doch dieser Raum und der OP die einzigen mit einer Klimaanlage.

    Neben dem Kapitän, dem Steuermann und dem Koch gehören fünf Schiffsjungen zur Mannschaft, der Schiffstechniker U Soe und sein Sohn Yan Linn Aung, der in den Dörfern für die Verteilung der von der Stiftung life zur Verfügung gestellten Solarlampen verantwortlich ist ...



    Hier erfahren Sie mehr über die lokalen Mitarbeiter und die swimming doctors.

  • Die Bettel-IndustrieDatum25.02.2013 21:43
    Thema von carlos im Forum educational Projects

    Die Fundraiser wollen wissen, wie sie das Spendenvolumen steigern können. (Bild: Stock.XCHNG / Sanja Gjenero) Die Fundraiser wollen wissen, wie sie das Spendenvolumen steigern können. (Bild: Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

    Wie Fundraiser lernen, Spenden einzutreiben
    Von Anja Kempe
    Die Konkurrenz um Spendengelder ist hart. Umso wichtiger ist für Hilfsorganisationen oder Bildungseinrichtungen eine professionelle Mittelbeschaffung. Damit die Zuwendungen sprudeln, lassen sich Fundraiser strategisch schulen - und über die Tücken im Kampf um volle Kassen aufklären.Arne Kasten steht im dunklen Anzug vor den Seminarteilnehmern. Die meisten hier tragen Jeans und Pulli, wie es in der Szene der Hilfsorganisationen üblich ist. Rund 30 Fundraiser sind es, die ihrem Coach lauschen.

    Arne Kasten hat, bevor er in die Trainer-Branche wechselte, als Fundraiser bei "Ärzte ohne Grenzen" gearbeitet:

    "Ich habe Ärzte ohne Grenzen übernommen, da hatten sie ein Jahreseinkommen von 2,2 Millionen Euro. Als ich aufhörte, haben wir ein Volumen von 40 Millionen gehabt."


    zum text


    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hinte...olitik/2004986/

    Dass Arne Kasten als Fundraiser den Umsatz seiner Organisation verzwanzigfacht hat, gefällt den Spendensammlern. Und wie das geht, sollen sie hier lernen.

    "Was wir heute vorhaben, ist ein bisschen Input."

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