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  • Gute Hilfe im Ausland ist deshalb schwierig. Nehmen wir das Beispiel Vietnam. Das war das Land, das als einer der ersten schon ab Mitte der 80er Jahre von unzähligen LKGS-chirurgischen Gruppen besucht wurde. Zehntausende Kinder sind seither operiert worden, aber die Versorgung im Land ist immer noch auf einem mangelhaften Niveau. Natürlich liegt dies auch an den sozioökonomischen Bedingungen, doch die Initiatoren der Hilfe aus dem Ausland sollten sich heute die Frage stellen, was sie hätten besser machen können.

    Bei den zumeist ehrenamtlichen Operationseinsätzen spielt die Interessenlage eine große Rolle. „Ich kann unbürokratisch operieren“, „Ich bekomme seltene chirurgische Fälle“, „Ich kann ein Land anders kennenlernen“, „Ich schätze das Gruppenerlebnis“, „Ich kann zuhause über meinen Einsatz positiv berichten“, sind Schlüsselmotive, die wir gut kennen. Die ehrliche Beschäftigung mit dem Land selbst steht in der Regel hinten an!
    Landeskenntnisse sind wichtig, damit das Projekt keine Eintagsfliege wird

    Welchen Normen und Werten folgen die Menschen, denen wir helfen? Welchen Normen und Motiven folgen unsere Verhandlungspartner und Freunde im Land? Für wen gibt es eine Krankenversicherung? Wie viel verdienen Ärzte und Krankenhauspersonal im staatlichen System und auf privater Basis? Wie hoch ist der formelle und informelle Eigenbeitrag von Patienten? Wie funktioniert die offizielle Versorgung für Spaltkinder? Wie müssen wir die Politik und die Verwaltung im Land einbinden? Welche negativen Konsequenzen lösen wir im Land durch unser Engagement aus? Welche ausländische Gruppe hilft sonst noch im Land oder in der Region wo ich tätig werden möchte.

    Die Suche nach Antworten ist schwierig und zeitaufwendig, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit markant, dass das eigene Projekt eine nachhaltig positive Wirkung für die medizinische Versorgung im Land auslösen kann und keine Eintagsfliege wird. Wir müssen deshalb offen sein für eine intensive Kommunikation mit den unterschiedlichsten Gesprächspartnern.


    Im Kern ist es unmöglich, die Lebensbedingungen, Lebensumstände und kulturellen Eigenheiten eines anderen Landes tiefgründig zu verstehen. Wir können uns jedoch annähern und so einen nachhaltigeren Beitrag leisten, damit endlich in unserem Fall mehr Spaltkinder umfassender behandelt werden - inklusive guter Aufklärung der Eltern, psychologischer Betreuung und notwendig
    Wir müssen in Zeiträumen von Zehn bis 20 Jahren denken

    Eine über einheimische Strukturen getragene eigenverantwortliche Lösung für ein medizinisches Problem sollte unser Anspruch und unser Ziel sein. Zehn bis 20 Jahre sind Zeiträume, die wir dafür einplanen müssen. Alle ehrenamtlich am Ausland Interessierte, bitten wir darum, sich in so angelegten Projekten zu engagieren.

    Alexander Gross
    Geschäftsführer Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V.

    Weitere Informationen zur Hilfsorganisation sowie aktuelle Beiträge aus verschiedenen Hilfseinsätzen finden Sie hier.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Spaltkinder können heute relativ einfach operiert werden. Warum die Hilfe in vielen Ländern trotzdem nicht funktioniert, schildert Alexander Gross, Geschäftsführer der Deutschen Cleft Kinderhilfe.



    Wie entwickelt sich die Hilfe für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten weltweit? Welchen Beitrag leistet die Auslandshilfe? In welche Richtung sollte gearbeitet werden? Mit diesen Fragen setzt sich die Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V. mit Sitz in Freiburg seit Beginn ihrer Tätigkeit im Jahr 2002 auseinander.

    Dabei stehen sich fundamentale gegensätzliche Vorstellungen der Hilfe gegenüber. Die Deutsche Cleft Kinderhilfe positioniert sich hier klar und richtet ihre Hilfe auf ausschließlich nachhaltige Projektarbeit aus, in deren Rahmen die einheimischen Chirurgen, Ärzte, Therapeuten und Projektmitarbeiter im Zentrum stehen und die Entwicklungen bestimmen.
    Die alten Konzepte behindern die Entwicklung im Land

    Viele Organisationen und OP-Teams folgen immer noch dem Einsatz-Prinzip für ihre Auslandshilfe. Teams werden zusammengestellt, Partner im Ausland für das Auffinden von betroffenen Kindern gesucht und Krankenhäuser als Operationsstandort ausgewählt. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit unterscheiden sich Einsätze oder „missions“ im Grad ihrer Anbindung an vorhandene einheimische Strukturen.

    Die Bandbreite erstreckt sich von einmaligen chirurgischen Einsätzen („Safari-Chirurgie“), über wiederkehrende Einsätze mit Ausbildungskomponenten (die häufig nicht funktionieren), bis hin zu regelmäßigen Einsätzen mit dem Ziel, ein von Einheimischen getragenes Behandlungszentrum aufzubauen und zu etablieren. Doch auch dies scheitert häufig, weil den kulturellen und politischen Gegebenheiten im Projektland viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Fatal an diesen alten Konzepten ist, dass sie positive Entwicklungen in einem Land sogar behindern können - mit negativen Folgen für die Patienten.
    Wenn OP-Teams "einfallen" - und Patienten ohne Nachsorge zurücklassen

    In Indien fördert die Deutsche Cleft Kinderhilfe sechzehn Spaltzentren - unter anderem in Agra einer Millionenstadt südlich Neu-Dehli. Der leitende indische Mund-Kiefer-Gesichtschirurg dort, Dr. Gaurav Gupta, hat in acht Jahren 1.831 Operationen durchgeführt und betreut seine Patienten über viele Jahre umfassend – so wie es sein muss. Doch seine Arbeit ist heute extrem belastet.

    Nicht weil ein anderes gut arbeitendes Zentrum Konkurrenz macht, sondern weil Operationsteams aus dem In- und Ausland „einfallen“, den aus sehr einfachen Verhältnissen stammenden Patienten Versprechungen machen und ihnen sogar direkt Geld anbieten. Gupta äußert sich eindeutig: „Operationseinsätze für Spaltpatienten müssen in Indien aufhören! Die Operationsqualität ist schlechter als in Zentren. Es gibt keine Nachbetreuung bei Komplikationen, von einer umfassenden Behandlung unter Beizug von Sprachtherapeuten, Zahnärzten und Kieferorthopäden ganz zu schweigen."

    Die Deutsche Cleft Kinderhilfe kennt die Argumente der Organisationen und Chirurgen, die von der Einzelfallhilfe ausgehen und Einsätze nach wie vor für berechtigt halten. Sie steht diesen Einsätzen in stark unterversorgten Regionen und Ländern auch nicht völlig ablehnend gegenüber, aber eine wirklich positive Veränderung erreichen wir dadurch für ein Land und seine Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Patienten nicht.

    Ein langfristig wirksames Konzept bedingt echte Partnerschaft, gute Beziehungsarbeit, kulturelles Verständnis und die intensive Beschäftigung mit regionalen privaten, gesellschaftlichen und politischen Kräften im Land. Nur dann können Anlaufstellen, chirurgische Projekte und später Spaltzentren erfolgreich aufgebaut werden.

  • Tonga. Famulatur in Polynesien Datum24.12.2017 00:19
    Foren-Beitrag von carlos im Thema

    „Ta’aki?" Post aus Tonga - Teil 3

    Zwei Greifswalder Zahnmedizinstudentinnen berichten von ihrer Famulatur im Königreich Tonga - diesmal direkt von ihrem Behandlungsplatz, der Nummer 4!
    hier weiterlesen: https://www.zm-online.de/news/gesellscha...s-tonga-teil-5/

  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:54
    Foren-Beitrag von carlos im Thema

    Unterwegs mit den Swimming Doctors (4)

    Ein Einsatz mit der MS Futura dauert exakt 22 Tage, dann legt das Schiff wieder im Hafen von Yangon an. Eigentlich. "Mission 13" musste verkürzt werden. Die Abschiedsparty wurde vorverlegt.

    https://www.zm-online.de/news/gesellscha...ming-doctors-3/

  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:53
    Foren-Beitrag von carlos im Thema

    Unterwegs mit den Swimming Doctors (3)

    An Bord der MS Futura sind die mitgebrachten Materialien und Instrumente aus Deutschland verstaut, das Team ist eingespielt, der Arbeitsalltag hat begonnen. Doch jeden Tag kommen mehr Patienten.


    https://www.zm-online.de/news/gesellscha...ming-doctors-3/

  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:53
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:53
    Foren-Beitrag von carlos im Thema

    Unterwegs mit den Swimming Doctors (2)

    Mit über 40 Kilo Gepäck voller Instrumente und Materialien ist Dr. Dieter Buhtz aus Berlin wieder in Myanmar angekommen - an Bord der MS Futura. Nach einem herzlichen Wiedersehen folgt der erste Behandlungstag.

  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:51
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Mit der MS Futura durch MyanmarDatum23.12.2017 23:51
    Thema von carlos im Forum Swimming Doctors

    Die Swimming Doctors laufen mit der MS Futura zentral gelegene Dörfer im Delta des Ayeryawaddy südwestlich von Yangon an. Regelmäßig reisen deutsche Ärzte und Zahnärzte auf eigene Kosten nach Myanamar, um das burmesische medical team an Bord zu unterstützen, anzuleiten und fortzubilden.

    Die Patienten kommen in der Regel zur Schmerzbeseitigung, aber auch zur Weiterbehandlung, wenn die MS Futura nach vier Wochen wieder turnusmäßig im Dorf anlegt. Das Spektrum reicht von Zahnerhaltung über Fissurenversiegelungen, Wurzelkanalbehandlungen bis zum Scaling. Die Schulkinder in den Dörfern werden mit Zahnbürsten versorgt und in Mundhygiene unterwiesen.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Myanmar

    Die Swimming Doctors laufen mit der MS Futura zentral gelegene Dörfer im Delta des Ayeryawaddy südwestlich von Yangon an. Regelmäßig reisen deutsche Ärzte und Zahnärzte auf eigene Kosten nach Myanamar, um das burmesische medical team an Bord zu unterstützen, anzuleiten und fortzubilden.

    Die Patienten kommen in der Regel zur Schmerzbeseitigung, aber auch zur Weiterbehandlung, wenn die MS Futura nach vier Wochen wieder turnusmäßig im Dorf anlegt. Das Spektrum reicht von Zahnerhaltung über Fissurenversiegelungen, Wurzelkanalbehandlungen bis zum Scaling. Die Schulkinder in den Dörfern werden mit Zahnbürsten versorgt und in Mundhygiene unterwiesen.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    Das Berliner Hilfswerk Zahnmedizin (BHZ) hat es sich zur Aufgabe gemacht, hilfsbedürftigen Menschen eine zahnmedizinische Grundversorgung zu ermöglichen, die selbst keinen Zugang dazu finden. Daher stehen im Zentrum des Engagements Einrichtungen in Berlin, die für sozial ausgegrenzte Menschen Anlaufstelle sind. Seit seiner Gründung (2001) unterstützt das BHZ die erste und lange Zeit einzige Obdachlosen-Zahnarztpraxis in Europa. Inzwischen werden an zwei Standorten, in Berlin-Lichtenberg und in Berlin-Friedrichshain, Wohnungslose sowohl ärztlich als auch zahnärztlich sowie mit Kleidung und Nahrungsmitteln versorgt.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Dentists for Africa

    Der 40-jährige Fuchs belegte den ersten Platz und ist jetzt offizielle "Thüringer des Jahres 2017". Er hatte mit mehr als 30 Unterstützern in zweijähriger ehrenamtlicher Arbeit das Waldbad im thüringischen Hohenleuben saniert und war daraufhin zum Thüringer des Monats August gewählt worden. In der Gesamt

    Mit dem zweiten Platz und 1.500 Euro Preisgeld wurde Zahnarzt Andreas Pathe aus Neustadt an der Orla für sein Engagement beim Verein Dentists for Africa ausgezeichnet. Der 59-Jährige - "Thüringer des Monats September" - koordiniert als ehemaliges Gründungsmitglied heute die Hilfseinsätze des Vereins, der mit seinen 380 Mitgliedern mittlerweile 13 medizinische Stationen sowie eine mobile Praxis in Kenia betreibt.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Dentists for Africa

    eustadt. „Ich fass es nicht“, sagt Andreas Pathe und schaute begeistert in die große Runde und in die Fernsehkamera. Der sympathische Neustädter Zahnarzt wurde komplett überrascht von dieser Auszeichnung . Plötzlich war die Praxis voller Leute. Erwartet hatte Pathe noch einige Patienten an diesem späten Nachmittag. „Aber mein Team war wohl eingeweiht“, bemerkte der Chef sofort.

    Andreas Pathe ist der „Thüringer des Monats“ im September 2017. Verdient hat er sich diese besondere Anerkennung – eine Aktion von MDR Thüringen und der Thüringer Ehrenamtsstiftung – durch sein lang­jähriges Engagement als Zahnarzt in der Organisation „Dentists for Afrika“. Der Neustädter gehört sogar zu den Gründungsmitgliedern und ist seit 20 Jahren international als Zahnarzt bei Hilfsaktionen aktiv.

    Ausgezeichnet als Thüringer des Monats werden Menschen, die in ehrenamtlicher Arbeit Außergewöhnliches leisten. Und oft seien dies jene, die „dies eher im Stillen machen“, so ­Radio-Moderator Lutz Gerlach, der Andreas Pathe als erster vor der laufenden Kamera gratu­lierte.

    „Ich bin wirklich sprachlos. Aber ich finde, das ist auch eine Wertschätzung für unseren Verein“, war Andreas Pathe auch dankbar. „Und unser Vorsitzender, Dr. Schinkel aus Sömmerda, hätte so eine Auszeichnung eigentlich verdient“, erklärte der Neustädter sofort.

    Aber Andreas Pathe ist es, der in diesem Sommer von sehr aufmerksamen, sensiblen Zeit­genossen vorgeschlagen wurde. Nämlich von Erika und Hubert Jäkel. Als Patientin sah Erika ­Jäkel im Warteraum der Praxis ein Plakat der Organisation „Dentists for Afrika“. Und dann lasen beide einen Zeitungs­artikel über Pathes großes persönliches Engagement als Zahnarzt in Afrika, waren voller Hochachtung und Begeisterung für diesen Mann und reichten beim MDR ihren Vorschlag ein.

    „Was wir leisten können, ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte ­Andreas Pathe den Medienvertretern und Gratulanten über seine Arbeit in Afrika. Aber es sei auch eine konkrete Antwort auf die aktuelle Flüchtlings­bewegung. Das Engagement der Zahnärzte trage dazu bei, dass die Menschen in Afrika ein menschenwürdigeres Leben führen können, so Pathe.

    Zu großen Überraschung kamen MDR und Gratulanten in die Praxis. Foto: Brit Wollschläger Zu großen Überraschung kamen MDR und Gratulanten in die Praxis. Foto: Brit Wollschläger

    „Sie haben meinen ganzen Respekt und meine Hoch­achtung“, sagte Landrat Thomas Fügmann zur Gratulation. „Wir sind sehr stolz, in Neustadt ­jemanden wie Sie zu haben“, ­ergänzte Ralf Weiße, der 1. Beigeordnete der Stadt Neustadt. Hubert Jäkel schlug Weiße als Vertreter der Stadt den hilfsbereiten Mediziner auch direkt als Kandidaten für eine Ehrenbürgerschaft vor. „Das alles ist zu viel der Ehre. Ich bin doch ein ganz normaler Mensch“, ­reagierte Pathe. „Aber genau ­solche normalen Menschen, werden von uns geehrt“, so ­Moderator Lutz Gerlach. Und er übergab dem Thüringer des ­Monats einen großen Blumenstrauß, eine Urkunde und einen Scheck über 500 Euro.

    „Den gebe ich sofort weiter an unseren Verein“, erklärte Pathe und reichte den Scheck an zwei Vertreter des Vereins, die von den rührigen Organisatoren ebenfalls eingeladen worden waren.

    „Sowas erlebt man ja nicht ­jeden Tag“, seufzte Pathe noch kurz. Aber bald gefiel ihm die große Aufmerksamkeit, die der Arbeit des Vereins helfen und vielleicht noch einige Paten­eltern mehr bringen könnte.
    500 Euro sofort an den Verein weiter gespendet

    Los ging es für Andreas Pathe 1997 mit einer Beteiligung bei der Zahnarzthilfe in Brasilien. Gemeinsam mit zwei weiteren Neustädter Zahnärzten war ­Pathe damals mit einem zur ­mobilen Praxis umgebauten Armee-Laster in Indianerdörfern unterwegs. „Es war damals so eine Mischung aus Abenteuer und der Absicht Gutes zu tun“, so Pathe. Und um Gutes zu tun mussten die Dentisten weite Strecken über abenteuerliche Strecken mit dem alten Laster zurücklegen, um die Orte überhaupt zu erreichen. „Es war hochinteressant. Alle Dorfbewohner kamen auf den Platz und schauten uns zu“, so Pathe.

    Das Ehepaar Erika und Hubert Jäckel hatte Andreas Pathe vorgeschlagen. Foto: Brit Wollschläger Das Ehepaar Erika und Hubert Jäckel hatte Andreas Pathe vorgeschlagen. Foto: Brit Wollschläger

    Bei einem Treffen mit seinem Studienfreund Hans-Joachim Schinkel stellte sich heraus, dass beide – unabhängig voneinander – in Brasilien aktiv waren. Nun wollten sie etwas Eigenes auf die Beine stellen. Die Idee entstand, eine Zahnarzthilfe auch in besonders armen Gegenden in Afrika anzubieten. Schinkel fuhr nach Kenia, sondierte zunächst die Lage, sprach mit möglichen Partnern vor Ort und gründete bald den Verein. Inzwischen haben die „Dentists for Afrika“ vor Ort 13 Zahnarztpraxen errichtet, die von Kollegen aus Deutschland und anderen Ländern sowie inzwischen von afrikanischen Zahnärzten betrieben werden, berichtete Andreas Pathe.

    Gleich­zeitig zur Zahnarzt­hilfe gibt es auch Patenschaften für Waisenkinder – sagenhafte 850 sind es inzwischen. Bis zum Abschluss ihrer Ausbildung werden die jungen Menschen unterstützt. Mittlerweile sind einige dieser Patenkinder auch Zahnärzte und Helfer oder Helferinnen geworden und arbeiten in diesen Praxen. 35 haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen. „So schließt sich der Kreis. Das meinen wir mit Nachhaltigkeit“, so der Neustädter.

    Und nach mehreren Interviews, vielen Gratulationen und anregenden ­Gesprächen freute sich Andreas Pathe diesmal noch mehr auf die geplanten Videokonferenz am Abend mit dem Verein und den Kollegen in Afrika. Denn er konnte von einer schönen Überraschung berichten.

  • Hospitalprojekt in Afrika wächstDatum25.11.2017 16:07
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Hospitalprojekt in Afrika wächstDatum25.11.2017 16:07
    Thema von carlos im Forum Tansania

    Hospitalprojekt in Afrika wächst
    Ein Verein aus Vierkirchen und Niesky engagiert sich seit Jahren. Am Freitag reist ein kleines Team nach Tansania.
    in wenig Aufregung macht sich bei Josepha Walter breit, aber vor allem Spannung. Am Freitag wird die 18-Jährige aus Daubitz mit zwei weiteren Mitstreitern vom Verein „Lahfa“ nach Tansania fliegen. Das erste Mal in ihrem Leben geht es nach Afrika. Ganz spontan und kurzfristig. Denn dazu ist die junge Frau, die gerade ihr Abi in der Tasche hat, durch persönliche Kontakte auf einer Familienfeier gekommen.

    Ein anderes Projekt im Ausland hatte sich zerschlagen. Und nun stellte sich in einem Gespräch heraus, dass der Verein, der seine Ansprechpartner vor allem in Vierkirchen und im Nieskyer Raum hat, einen Dolmetscher für die zweiwöchige Reise und jede helfende Hand vor Ort sehr gut gebrauchen konnte. Mit den Englischkenntnissen von Josepha aus dem Abi-Leistungskurs fühlen sich die anderen beiden Mitstreiter für die Reise gut gerüstet.

    Einer von ihnen ist Torsten Roschk aus Kreba. Er hat den Verein vor elf Jahren mit gegründet und war im vorigen Sommer frohen Mutes, als eine neue Aktion „400 Helfer gesucht“ gestartet wurde. Zwischen dem damaligen Zeitpunkt und dieser Woche liegen turbulente Monate mit einem tollen Start, einer langen Durststrecke, unerwarteten Fügungen und familiären Herausforderungen, sagt er.

    Doch zum Anfang vor einem Jahr zurück: In Singida gibt es bereits eine Krankenstation, die mit großer Unterstützung des Vereins vor Jahren entstanden ist. Etwa 150 Patienten am Tag werden dort behandelt. Aber es fehlt ein Hospital. So entschloss sich der Verein, 55 000 Euro für erdbebensichere Fundamente bereitzustellen. 15 000 Euro waren bereits da. Der größere Rest sollte durch eine Spendenaktion zustande kommen. Dafür wurde die Heldensuche gestartet, angelehnt an eine Idee, die von den Afrikanern selbst in Singida praktiziert worden war. Dort hatten 400 Leute für die Sanierung einer Kirche innerhalb eines Jahres 50 000 Euro zusammen getrommelt.

    „Alles ging auch bei uns super los“, sagt Torsten Roschk. Ein großes Plakat, das für die Aktion warb, ging in der Region auf Wanderschaft. Und plötzlich kehrte Stille ein. „Ich hatte auch privat viel um die Ohren und stand im November vor der großen Frage, wie wir das schaffen und weiter verfahren sollten.“ Auf einmal, wie von Geisterhand, traf binnen kurzer Zeit so viel Geld auf dem Spendenkonto des Vereins für das Projekt in Afrika ein, dass die komplette Summe bereitstand. Der Bau der Fundamente war vor Ort eine Sache von acht Wochen. Ende Januar waren die Fundamente samt herausragenden Säulen fertig. Parallel dazu hatten die Afrikaner von sich aus eine Zahnarztstation auf dem Gelände in Singida errichtet. Ein weiterer Hilferuf traf in Deutschland ein: „Könnt ihr uns mit der Ausstattung unterstützen?“

    Der Görlitzer Zahnarzt Dr. Rüdiger Pfeifer, der sich auch in Afrika engagiert, half dem Verein mit seinen Erfahrungen weiter. Er konnte ganz klar sagen, was vor Ort benötigt wird und an Technik überhaupt sinnvoll ist. Dann ergab sich noch der Kontakt zu einer Firma in Marburg, die im Bereich der Medizintechnik arbeitet und Projekte in der Dritten Welt verfolgt.

    Mithilfe dieses Teams wurde ein tropentauglicher Zahnarztstuhl aus Brasilien angeschafft und mit Zubehör ausgestattet, das größtenteils ohne aufwendige und anfällige PC-Technik funktioniert. Dieses zusätzliche Projekt, das noch einmal über 10 000 Euro gekostet hat, konnte der Verein ebenfalls über Spenden bezahlen. Die afrikanischen Zahnärzte warten nun schon mit großer Spannung. Die Technik ist als Luftfracht vor wenigen Tagen verschickt worden. Nun werden Josepha Walter, Torsten Roschk und Ralf Dewart am Freitag folgen, um die Ausstattung der Station in Singida aufzubauen. Vereinsmitglied Ralf Dewart hat alles zu Hause geplant. Er wird das mit der Technik vor Ort handhaben. „Ich unterstütze ihn dabei“, erzählt Herr Roschk. „Wir werden alles gemeinsam in der Zahnarztstation einbauen.“

    Ähnliche Aktionen haben die beiden Männer schon in Afrika gemeistert. Deshalb ist ihnen nicht bange. Wenn diese Arbeit geschafft ist, wollen sie die Zeit nutzen, um das Krankenhausprojekt mit den afrikanischen Partnern zu besprechen. Und sie wollen aufs Land fahren, dorthin, wo die Ärmsten der Armen leben, ohne Wasser und Strom. „So ein medizinisches Zentrum ist wie ein Leuchtturm“, erzählt Herr Roschk. Aber die Menschen vom Land müsse man auch ermutigen, diese Hilfe anzunehmen.

    „Lahfa“ steht für „Love and help for Afrika“ (Liebe und Hilfe für Afrika); Kontakt zum Verein über Buchholz Nr. 90 in 02894 Vierkirchen; info(at)lahfa.de; Spendenkonto bei der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien mit der Iban: DE 98850501003100010964.

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