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    Für alle Interessierten: das Handbuch zu den zahnärztlichen Hilfsorganisationen

  • Ebike and more Datum07.07.2022 09:47
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Ebike and more

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  • Ebike and more Datum07.07.2022 09:44
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Ebike and more

    Motor von Yamaha, Bosch oder Brose, Rad von Haibike, Ghost oder Cube? Und was taugen eigentlich günstige E-Bikes mit Front- oder Heckmotor ab 600 Euro? Wir zeigen, worauf es beim E-Bike-Kauf ankommt.

    Der Autor dieser Zeilen hat gut 20 Jahre lang alles gemieden, was nur zwei Räder und keinen Motor hat. Dann kam der erste Kumpel mit einem E-Bike, die erste Probefahrt, ein gewisses Grinsen im Gesicht. Zwei, drei Wiederholungen, der erste Besuch im Fahrradladen, der erste E-Bike-Kauf – und keine vier Wochen später ein teurer Umtausch des dann schon gebrauchten Rads gegen ein anderes, weil es den Anforderungen nicht entsprochen hat.

    Her sollte ein Rad für den Weg ins Büro, mit dem man zwischendurch auch mal in den Wald fahren kann. In der Praxis hat der kurze Ausflug in den Wald so viel Spaß gemacht, dass die Reifen schon nach zwei Wochen mehr Wald, Steine und Berge als Radweg Richtung Büro gespürt haben. Die viel zu schmalen Reifen natürlich, die sich permanent im Kies verfangen, die auf matschigem Boden wegrutschen – und die nach keinen 400 km sowohl vorne als auch hinten einen kleinen Achter gezeigt haben. Zugegeben, Rad und Händler können dafür nichts: Das Bike war für etwas anderes gedacht. Vielen Dank an das Fahrradgeschäft im Osten von München, das das gebraucht Rad gegen einen überschaubaren Obulus wieder zurückgenommen hat – und es mir damit ermöglichte, ein richtiges Mountainbike zu kaufen.

    Fakt ist: Eine echte Probefahrt ist durch nichts zu ersetzen. Erfahrungsgemäß zeigt eine Probefahrt aber auch nicht alles; kaum ein Fahrradgeschäft wird mit dem Vorführmodell eine Tagestour in die Berge gestatten. Aber wer schon vorher weiß, was er wirklich braucht und haben möchte, kann sich Ärger und viel Geld sparen.
    E-Bike oder normales Fahrrad – Was sind die Unterschiede?

    Bremsen, Sattel, Pedale & Co. unterscheiden sich beim E-Bike kaum im Vergleich zum normalen Fahrrad. Freilich werden einige Komponenten beim E-Bike stärker belastet als beim Fahrrad mit Muskel-Antrieb. Gründe dafür sind das höhere Fahrradgewicht, die stärkere Beschleunigung und höhere Geschwindigkeiten, aus denen häufiger verzögert wird. Bei hochwertigen E-Mountainbikes (E-MTB) sind etwa die Bremsen für stärkere Kräfte ausgelegt und stammen nicht aus dem Billigsegment. Bei E-Bikes im unteren Preissegment ist das oft nicht der Fall. In der Stadt macht das keinen großen Unterschied. Wer sich selbst und sein Fahrrad aber regelmäßig mit 50 km/h oder mehr über Alpenpässe nach unten schiebt, sollte allerdings auf stärkere Bremsen achten – Scheiben- statt Felgenbremse, am besten mit zwei Bremskolben, sorgen für eine stärkere Bremswirkung und senken den Verschleiß am Rad.
    E-Bike-Bremsen (Magura MT5)
    Komplett verschlissen: Die Bremsbeläge (Magura MT5) haben nach 2000 km mit hartem Geländeeinsatz das zeitliche gesegnet und müssen ausgetauscht werden. Ersetzt wurden sie durch Metall-Bremsbeläge von Miles Racing, die zwar nicht so leise sind, aber dafür länger halten. Kostenpunkt: 20 Euro. Bild: TechStage.de

    Hauptunterschied zwischen E- und Bio-Bike ist freilich der Motor samt Akku und Steuerung. Motoren können vorne, mittig oder hinten sitzen, Akkus am oder im Rahmen montiert sein – alles hat seine Vor- und Nachteile, zu den Antriebsarten kommen wir gleich noch detailliert.

    Spannend ist noch der Blick auf die Beleuchtung. Man hat einen dicken Akku an Bord, da sollte das Licht doch integriert sein – doch weit gefehlt. Meist sind die Lampen nur bei richtigen Stadt- und Straßenrädern eingebaut und mit dem Akku verbunden. Über einen Taster am Lenker aktivieren die Fahre die Beleuchtung in der Regel. Die Nachrüstung ist theoretisch kein Problem, passende Kabelsätze für den Antrieb kann man nachbestellen – und Internet-Foren sind voll von Anleitungen und Tipps für den Einbau von Lampen. Aber Vorsicht, die überempfindlichen Schutzschaltungen der originalen Akkus reagieren allergisch auf zu hohe Last. Wer Pech hat, aktiviert beim Basteln eine Schutzschaltung in der Batterie, die den teuren Stromspeicher dauerhaft deaktiviert; etwa Akkus von Yamaha sind dafür bekannt. Wer das nicht riskieren möchte, kauft besser gleich ein Rad mit eingebauter Beleuchtung oder überlässt die Nachrüstung dem Händler. Weil das aber gut und gerne mehrere hundert Euro kosten kann, ist auch das Anbringen hochwertiger Akku-Fahrradlampen (Ratgeber) für deutlich weniger Geld eine sinnvolle Option.

    Mittelmotoren übertragen ihre Kräfte nicht direkt auf die Räder, sondern über Kette und Schaltung – auch hier steigt der Verschleiß. Vorsicht ist vorrangig in Kombination mit Nabenschaltungen geboten, denn hier können Ersatzteile und Reparaturkosten extrem hoch sein.
    Front-, Heck- oder Mittelmotor: Welcher E-Bike-Antrieb ist der beste?

    Der Motor macht das Fahrrad zum E-Bike – er ist also wohl die wichtigste Komponente.
    Frontmotor
    Der Frontmotor sitzt in der Nabe.
    Der Frontmotor sitzt in der Nabe.

    Fahrdynamisch hat der Frontmotor vor allem Nachteile. Das Fahrverhalten ist aufgrund des hohen Gewichts an der Vorderachse anders, als man es vom normalen Fahrrad gewohnt ist. Die Antriebskräfte zerren an der Lenkachse, bei kräftigem Antrieb kann der Reifen aufgrund des niedrigeren Gewichts auf der Vorderachse eher durchrutschen, der Antrieb ist deutlich sichtbar – und erfordert idealerweise eine stabilere Konstruktion des Rahmens im vorderen Bereich.

    Außerdem gibt es bei Rädern mit Frontantrieb häufig keinen Sensor an den Pedalen. Erst durch Radbewegungen erkennt die Elektronik, dass sie für Vortrieb sorgen soll – entsprechend setzt die E-Unterstützung erst verzögert ein und schiebt noch weiter vor, wenn man schon längst nicht mehr in die Pedale tritt. Daran kann man sich im Stadtverkehr gewöhnen, für sportliche Fahrer oder das Gelände ist das aber nichts.
    Heckmotor

    Wie das Auto profitiert auch das Fahrrad vorwiegend fahrdynamisch vom Heckantrieb: Das hohe Gewicht hinten sorgt für eine kräftige Traktion und verhindert das Durchrutschen. Obendrein fallen die technischen Komponenten nicht so stark auf – am Hinterreifen ist auch beim konventionellen Fahrrad mit Scheibenbremsen, Schaltkassette & Co. mehr Technik untergebracht. Und im Pannenfall freut man sich, dass man zumindest das Vorderrad ohne großen Aufwand ausbauen kann.

    Dafür will man wohl unter allen Umständen vermeiden, dass das Hinterrad ausgebaut werden muss. Zudem verlangt die Technik in der Radnabe nach Kompromissen. Dass Schaltungen in Kombination mit Heckantrieb nur wenige Gänge zur Verfügung stellen können, gehört inzwischen der Vergangenheit an; Rücktrittbremsen gibt es bei dieser Antriebsform aber nur sporadisch. Und wenn auch der Akku weit hinten am Rad befestigt ist, hat das hohe Gewicht im hinteren Bereich negativen Einfluss auf das Fahrverhalten.

    Einen Vorteil gibt es hier: Viele moderne Heckmotoren unterstützen die Rekuperation, können also Energie beim Bremsen gewinnen und in den Akku zurückspeichern. Das gibt es auch beim Frontantrieb, bisher aber nicht beim Mittelmotor.
    Mittelmotor

    Der Mittelmotor sitzt am Tretlager in der Mitte des Fahrrads – das sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung und damit auch für ein optimales Fahrverhalten. Außerdem sind Vorder- und Hinterrad wie bei einem herkömmlichen Fahrrad so einfacher auszutauschen. Sowohl Ketten- als auch Nabenschaltung mit vielen Abstufungen sind möglich; das gilt auch für eine Rücktrittbremse. Der größte Vorteil ist aber, dass der Antrieb nicht an einem der Räder, sondern direkt an der Kette erfolgt. Das sorgt in Kombination mit Drehmomentsensoren an den Pedalen für ein natürliches Fahrgefühl und reduziert den „Gummibandeffekt“. Auf diese Weise hat auch die Schaltung Einfluss auf den Elektromotor, womit das Erklimmen extremer Steigungen im niedrigen Gang auch für unsportliche Fahrer möglich ist. Daher sind hauptsächlich Mountainbikes und generell E-Bikes in den höheren Preissegmenten mit dem Mittelmotor ausgestattet.
    Beim Mittelmotor sitzen Antrieb und Akku mittig im Rahmen, das sorgt für eine gute Gewichtsverteilung. Der Stromspeicher wandert bei teureren Modellen zunehmend in den Rahmen, damit er nicht mehr sichtbar ist.
    Beim Mittelmotor sitzen Antrieb und Akku mittig im Rahmen, das sorgt für eine gute Gewichtsverteilung. Der Stromspeicher wandert bei teureren Modellen zunehmend in den Rahmen, damit er nicht mehr sichtbar ist.

    Freilich hat auch dieses Antriebskonzept seine Nachteile. Eben weil die komplette Kraft des Elektromotors durch die Schaltung muss, ist der Verschleiß an der Nabenschaltung, Kette oder dem Zahnriemen immens; in diesen Bereichen muss man mit höheren Wartungskosten rechnen. Vor allem, wer vor Ampeln nicht zurückschaltet und regelmäßig im hohen Gang mit starker Unterstützung aus dem Stand anfährt, wird schnell eine neue Kette brauchen. Auch der Kaufpreis ist höher, da E-Bikes mit Mittelmotor einen speziell dafür angepassten Rahmen brauchen; die Nachrüstung an vorhandene Fahrräder ist schwer möglich. Zwar gibt es inzwischen diverse Nachrüstsätze aus China, die wir uns hier angesehen haben: Fahrrad legal zum E-Bike nachrüsten: Motor und Akku ab 300 Euro.
    Bosch, Yamaha oder Brose: Welcher E-Bike-Motor ist der beste?

    Bosch oder Yamaha: Vor ein paar Jahren war das die entscheidende Frage bei der Antriebswahl beim Mittelmotor. Inzwischen ist die Konkurrenz deutlich größer. Neben den beiden Platzhirschen haben auch Shimano, Brose, Panasonic und TQ hervorragende E-Bike-Antriebe im Angebot. Die technische Größe, die es zu übertreffen gilt, ist das Antriebsdrehmoment, die den Radfahrer beim Vortrieb unterstützen. Hier gilt: je mehr, umso besser. Einsteiger-Bikes liefern meist 60 bis 70 Nm, die High-End-Modelle reichen in der neuen Flyon-Serie von Haibike mit TQ-Motoren bis zu 120 Nm. Von der hohen Kraft profitieren hauptsächlich Mountainbiker auf dem harten Weg nach oben; wer nur etwas Unterstützung auf dem geteerten Weg ins Büro oder zum Supermarkt sucht, muss nicht in diese Sphären eintauchen. Mehr Informationen zu den verschiedenen E-Bike-Antrieben gibt's bei unseren Kollegen von c't.

    Für ein und denselben E-Bike-Antrieb stehen oft verschiedene Display-Einheiten zur Auswahl, die am Lenker sitzen. Funktional unterscheiden sie sich vornehmlich nur wenig; alle integrieren einen digitalen Tacho, eine Akkustandsanzeige und die Möglichkeit, die Stärke der Motorunterstützung in drei bis fünf Stufen einzustellen. Größere, höher auflösende Displays kosten oft immensen Aufpreis oder sind nur bei den absoluten Top-Modellen der E-Bike-Hersteller zu haben. So sehr aus Nerd-Sicht das Verlangen nach mehr Diagonale und Pixeln nachvollziehbar ist – meist lohnt sich der Aufpreis nicht, der Antrieb ist ohnehin derselbe. Und die absoluten Topmodelle wie Bosch Nyon mit Farbdisplay und integriertem Navi sind zwar toll, können aber auch nicht mehr als ein Smartphone mit Fahrradhalterung (Vergleichstest). Eher sogar weniger.

    Der aktuelle Trend geht sogar in Richtung Minimalismus: Specialized-Fahrräder mit Brose-Antrieb beispielsweise verzichten ab Werk komplett aufs Display, stattdessen sind ein paar LEDs im Rahmen eingelassen, die den Ladestand anzeigen. Für alle weiteren Informationen koppelt man sein Smartphone per Bluetooth mit dem Bike – oder kauft ein optionales Display dazu.

    Die technischen Unterschiede sind nicht so groß. Sieht man mal vom TQ-Motor in der hochpreisigen Flyon-Serie von Haibike ab (die besagten 120 Nm), liefern alle anderen Hersteller bei ihren Top-Motoren ein Drehmoment von 85 Nm (Bosch Performance CX2, Yamaha PW-X3, Shimano Steps EP8) bis 90 Nm (Panasonic GX Ultimate, Brose Drive S). Vorbei sind auch die Unterschiede beim Auskuppeln – frühere Bosch-Motoren waren dafür berüchtigt, dass man beim Strampeln über 25 km/h den Motor mit Muskelkraft mitdrehen musste, während beispielsweise Yamaha und Panasonic beim Treten über 25 km/h den Motor vollständig auskuppeln – doch das kann inzwischen auch Bosch.

    In der Praxis gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Motoren der verschiedenen Hersteller, die vorrangig in die Kategorie Geschmackssache fallen. Wirklich laut ist kein moderner Mittelmotor mehr, manche sirren höher, andere brummen etwas tiefer. Gleiches gilt für das Fahrverhalten. Manche schieben beim leichten Tritt in die Pedale mit voller Kraft voran, andere haben eine etwas sanftere Kraftentfaltung. Besser oder schlechter? Gibt es nicht, es kommt auf die persönlichen Vorlieben an. Daher: Probefahren.
    E-Bike-Akkus: Kapazität, Bauform, Unterschiede

    Ältere und günstigere Fahrräder bringen meist einen Akku mit einer Kapazität von unter 500 Wh mit. 500 bis 600 ist inzwischen die Norm, Topmodelle bringen auch Akkus mit 750 oder mehr Wh mit – in extremen Ausführungen für die Alpenüberquerung sitzen auch zwei Akkus am und im Rahmen, Riese & Müller bietet bei manchen Modellen zwei 500-Wh-Akkus an und kommt somit auf eine Gesamtkapazität von 1000 Wh. Je höher die Kapazität des Akkus, desto höher die Reichweite. Oft sitzen die Akkus mit einer abschließbaren Halterung auf dem Rahmen, zunehmend wandern die Zellen auch in den Rahmen. Das sieht aufgeräumter aus, hat funktional aber keine Vorteile.

    Eine Faustformel, wie weit man damit kommt, gibt es nicht – zu stark ist der Verbrauch abhängig von Beschleunigung, Steigung und Geschwindigkeit. Als Faustregel gilt: Ein 400-Wh-Akku reicht mit Standard-Unterstützung für 50 km, einer mit 500 für 60 bis 70. Wird es knapp, lässt sich die Unterstützung des Antriebs reduzieren; das Fahren wird anstrengender, aber die Restreichweite steigt.

    Akkus und Ladegeräte sind bei allen Herstellern gut geschützt, proprietär und sündhaft teuer. Für Yamaha-Antriebe gibt es deutlich günstigere Nachbau-Akkus und Open-Source-Lösungen, wie man eigene Akkus baut; bei Bosch & Co. kann man derzeit ausschließlich auf Original-Zubehör zurückgreifen.

    Bei manchen Herstellern sind die Akkus austauschbar – ein voll integrierter Yamaha-Akku mit 630 Wh passt sowohl ins Haibike als auch in ein Rad von Raymon. Manche Hersteller haben eigene, exklusive Akku-Formen. Das macht Ersatz und Ergänzungen teurer, außerdem ist die langfristige Ersatzteilversorgung fragwürdig.
    Andere Bauformen: Bei Stadträdern liegt der Akku oft unterm Gepäckträger.
    Andere Bauformen: Bei Stadträdern liegt der Akku oft unterm Gepäckträger.
    Wie viel kostet ein gutes E-Bike?

    Butter bei die Fische: Wie viel muss man denn wirklich ausgeben? Die günstigsten E-Bikes gehen bei etwa 600 Euro los. Dafür bekommen Käufer ein Klapprad chinesischer Herkunft mit günstigem Heckmotor und kleinem Akku mit etwa 300 Wh. Damit in die Berge zu fahren, wäre ein Wahnsinn – für den Letzte-Meile-Pendler im Speckgürtel einer Großstadt ist das aber ein praktischer und günstiger Begleiter im Alltag. In unserem ausführlichen Vergleichstest von E-Klapprädern (Top-10) zeigen wir Modelle zwischen 600 und 1200 Euro, unser derzeitiger Favorit aus dieser Klasse – das Fiido D4s Pro (Testbericht) kostet aktuell etwa 740 Euro.

    Mountain- und Citybikes mit Motor kosten etwas mehr. Einen günstigsten, guten Einstieg der von uns getesteten Räder bietet das Decathlon E-ST100 (Testbericht) für 1100 Euro, mehr Alternativen in diesem Preisbereich zeigen wir in unserer Bestenliste zu E-Mountainbikes bis 1500 Euro. In diesem Segment sind die Räder allesamt mit Front- oder Heckmotor ausgestattet. Wer wirklich ins Gelände will, sollte sich besser ein E-Bike mit Mittelmotor ansehen: Nur so läuft die Antriebskraft über die Schaltung, was bei starken Anstiegen hilft. Nur hier ist das Gleichgewicht optimal und die Kraftentfaltung gut planbar.
    E-Mountainbike
    Wer in solches Gelände will – hier in Saalbach, Österreich – muss mehr für sein Rad ausgeben. Wir empfehlen breite Reifen (27,5 Zoll Plus), einen starken Mittelmotor und Scheibenbremsen, am besten mit zwei Kolben. Bild: TechStage.de

    Einen ausführlichen Test von solchen Rädern haben wir bislang nicht, allerdings viel Erfahrung in der Redaktion – vom Fatbike mit Bosch-Motor über E-Mountainbikes mit Fully- oder Hardtail-Aufbau mit Antrieben von Yamaha, Shimano oder Panasonic ist alles vorhanden. Daher schließen wir den Beitrag ganz traditionell mit einem Rückblick auf den Einstieg: Günstige E-Bikes sind verlockend und für viele Einsatzszenarien rund um Stadt und Straße gut zu gebrauchen. Dennoch sind 3000 Euro oder mehr für ein E-MTB nicht zwingend rausgeschmissenes Geld – denn gute Ausstattung, starke Bremsen, haltbare Federung und ein kräftiger Mittelmotor mit komfortablem Fahrverhalten gehen ins Geld. Daher empfehlen wir unbedingt die eine oder andere Probefahrt, bevor man sich für ein konkretes Modell entscheidet – und sich gegebenenfalls ärgert, weil man das falsche Rad gekauft hat.
    Fazit

    Pedelecs machen unglaublich viel Spaß; eine Probefahrt ist unbedingt jedem zu empfehlen – auch und gerade wenn man Jahre nicht mehr aufs Rad gestiegen ist. Wer ein günstiges Rad mit Front- oder Heckantrieb kauft, sollte sich bewusst sein, dass es vorwiegend für den Einsatz auf befestigten Wegen geeignet ist und bei starken Steigungen an seine Grenzen kommt.

    Die hochwertigen E-Bikes haben einen Mittelmotor, der ein angenehmeres Fahrverhalten an den Tag legt, aber dafür sind Preise zwischen 3000 und 5000 Euro eher normal als ein teurer Ausreißer – wer mit seinem Bike ins Gelände will, wird das aber ausgeben müssen. Übrigens: Wenn die 25-km/h-Grenze stört, gibt es Tuning-Chips fürs E-Bike. Wie das funktioniert und warum man aber eher die Finger davon lassen sollte, zeigt der Beitrag.

  • Ebike and more Datum07.07.2022 09:44
    Thema von carlos im Forum Supply

    Zusammenfassung

  • Thema von carlos im Forum Bolivien

    Eine grandiose Reise, ein wunderbares Erlebnis, ein großes Abenteuer: Es fällt mir schwer, meine Erfahrungen in Südamerika mit einem passenden Adjektiv auszudrücken. Von der malerischen Schönheit Boliviens auf dem Salar, der größten Salzwüste der Welt, bis zu den erschreckenden Arbeitsbedingungen in der Silbermine in Potosí - wer nach Bolivien reist, sollte Abenteurer sein. Auf dieser Expedition fehlte nichts, was das Herz eines Adrenalinjunkies wie mich begehrt. Ich fühlte mich in dem multiethnischen Land willkommen, frei und respektiert. Diese wunderbare Zeit möchte ich mit euch teilen.

    https://www.quintessence-publishing.com/...osses-abenteuer

  • Von Daktari bis SafariDatum02.07.2022 01:00
    Thema von carlos im Forum Kenia

    Von Daktari bis Safari
    Eine zahnmedizinische Reise nach Kenia
    Einmal raus aus dem Zahni-Alltag, dem doch sehr verschulten Studium, den oft anstrengenden und zeitweise frustrierenden Kursen in der Klinik. Stattdessen praktische Erfahrungen sammeln, neue Kulturen und Leute kennenlernen und dabei auch eigenes Wissen weitergeben können. Das alles vereint eine Famulatur im Ausland. Zum Abenteuer wird eine solche dann in einem Land wie Kenia. Hier bekommt ihr ein paar Einblicke in unsere aufregende Reise.

    https://www.quintessence-publishing.com/...tari-bis-safari

  • Dental Volunteering Nepal 2022 Datum02.07.2022 00:57
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Dental Volunteering Nepal 2022
  • Dental Volunteering Nepal 2022 Datum02.07.2022 00:56
    Thema von carlos im Forum Nepal

    Für einen Hilfseinsatz in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu stellte das Unternehmen W&H den Freiwilligen ein Implantmed SI-923 sowie zwei chirurgische Winkelstücke kostenfrei zur Verfügung. Dr. Alexander Müller-Busch schreibt in seinem Beitrag über den Einsatz zu dritt als Dental Volunteer gemeinsam mit Yeliz Müller-Busch und Senel Karakas an der Kantipur English School in Kathmandu vom 5. bis 20. März dieses Jahres.

  • Wenn sich Gina Schöler eine Auszeit vom Alltag nimmt, dann schaltet sie oft ihren Computer aus, drückt auf Play und tanzt in ihrem Büro zu einem Song. So eine Mikro-Auszeit hilft ihr schon, entspannter durch den Arbeitstag zu kommen.

    Als Coach und Speakerin beschäftigt sich Gina Schöler auf Basis positiver Psychologie damit, wie wir mehr Wohlbefinden in unser Leben holen können. Mikro-Auszeiten sind ein Teil davon. Das bedeutet: Wir legen über den Tag verteilt für wenige Minuten aktiv Pausen ein. In diesen drei, vier, fünf Minuten geht es darum, etwas zu machen, was gegenteilig zu unserer eigentlichen Tätigkeit ist, sagt sie.

    Sitzen wir in unserem Alltag beispielsweise viel vor dem Computer, kann das wie bei Gina Schöler Bewegung in Form von Tanzen zu einem Lied sein. Es kann auch ein kurzer Spaziergang um den Block sein oder das Herumkritzeln auf einem Blatt Papier. Es gehe darum, das Hamsterrad aus Produktivität, Leistungsdruck und Stress zu verlassen.

    "Wenn mir wieder alles über den Kopf wächst, schalte ich mein E-Mail-Postfach aus, mache Musik an und zappel einmal ab – egal, wer vielleicht zuguckt. Danach ist der Kopf definitiv freier als vorher."

    Gina Schöler, Coach und Speakerin
    Aktiv Pausen einlegen

    Mit einer Mikro-Auszeit wechseln wir also die Perspektive, die unseren Arbeitsalltag dominiert – und das ganz bewusst. "Ich finde, es ist auch wichtig, sich zu überlegen, welches Bedürfnis ich gerade habe. Brauche ich etwas Aktivierendes? Brauche ich etwas, was mich innerhalb dieser Mikro-Auszeit runterbringt?", sagt sie.
    Intuition, Timer, Pausen-Buddy

    Damit sie ihren Alltag durch Pausen auflockert, stellt sich Gina Schöler einen Timer oder trägt die kleinen Auszeiten in ihren Kalender ein, damit sie sich an die Momente des Abschaltens erinnert.

    Manche Menschen würden wiederum intuitiv merken, dass sie einen Moment brauchen, um durchzuatmen. Anderen, die sich wie die Speakerin aktiv an die Mikro-Auszeiten erinnern müssen, kann zum Beispiel ein Pausen-Buddy helfen. Also ein Freund oder eine Freundin, die uns etwa eine Nachricht schreibt und fragt, ob wir schon eine Mittagspause eingelegt haben, erklärt sie: "Ein wohlwollender Reminder von einem Lieblingsmenschen kann dabei helfen, sich gegenseitig unter die Arme zu greifen, mehr Balance ins Leben zu bekommen."

    "Wir sind nicht dafür gemacht, 24 Stunden am Tag durchzupowern. Unser Körper, unser Nervensystem braucht es, ab und zu auch mal herunterzufahren."

    Gina Schöler, Coach und Speakerin
    Nette Worte statt Newsfeed

    In einer Zeit wie gerade, in der uns viele Nachrichten über die Ereignisse in der Welt belasten können, hat sich Gina Schöler überlegt, ihre Mirko-Auszeiten für kleine Gesten nutzen statt an ihrem Handy durch den Newsfeed zu scrollen. Das heißt: Sie schickt einer Freundin einfach so ein paar nette Worte oder nimmt sich im Hausflur bewusst Zeit, um sich eben mit einem Nachbarn zu unterhalten.

    Mögliche Mikro-Auszeiten könnten auch sein:

    Am Schreibtisch: Aus dem Fenster schauen, die Schultern kreisen lassen, ein kurzer Austausch per Videocall, Textnachricht oder Austausch mit einer Person, die wir gern haben.
    In der Bahn: Aus dem Fenster schauen und die Landschaft wahrnehmen, das Kopfkino laufen lassen und vor sich hinträumen.
    Zu Fuß unterwegs: Die Geschwindigkeit rausnehmen und bewusst langsam laufen oder eine Runde rückwärts gehen, andere Wege gehen als die, die wir schon in- und auswendig kennen.

  • Thema von carlos im Forum Verwandte Themen

    Manchmal haben wir das Gefühl, der Alltag wächst uns über den Kopf: Der Job, die To-Do-Liste, alles ist irgendwie zu viel. Schon mal daran gedacht, aktiv eine Pause zu machen? Dabei können schon wenige Minuten helfen – das sind die sogenannten Mikro-Auszeiten.

  • The Haiti series

    The Times this weekend published several articles on Haiti’s history, including:

    The reparations to enslavers are the root of Haiti’s misery, as the first piece in the series explains.

    Haiti tried to set up a national bank. In reality, a French bank controlled it.

    Wall Street called for an invasion of Haiti — and the U.S. obliged.

    Haiti’s president asked for reparations. Then the U.S. and France removed him from office.

    Here are six takeaways, a timeline and a bibliography.

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt, und eine neue Untersuchungsserie der Times untersucht, warum. Ein verblüffendes Detail: Frankreich forderte Reparationen von Haitianern, die es einst versklavt hatte. Diese Schulden lähmten Haitis Wirtschaft jahrzehntelang – und hinderten sie daran, selbst grundlegende soziale Dienste wie Abwasser und Elektrizität aufzubauen. Die Serie basiert auf mehr als einem Jahr Berichterstattung, Fundgruben jahrhundertealter Dokumente und einer Analyse von Finanzunterlagen. Ich sprach mit meiner Kollegin Catherine Porter, einer der vier Reporterinnen, die das Projekt leiteten, über ihre Erkenntnisse.

    Warum jetzt Haitis Geschichte erzählen? Ich habe Haiti seit dem Erdbeben im Jahr 2010 abgedeckt und bin dutzende Male zurückgekehrt. Jeder Journalist, der Zeit in Haiti verbringt, steht immer wieder vor der gleichen Frage: Warum ist es hier so schlimm? Die Armut ist nirgendwo anders zu vergleichen. Sogar Länder, die im Vergleich zu den Vereinigten Staaten oder Kanada oder vielen westlichen Ländern verarmt sind, haben immer noch ein gewisses Maß an Sozialdiensten. Haiti tut es einfach nicht. Auch wenn Sie reich sind, müssen Sie Ihr eigenes Wasser holen, und Sie brauchen einen Generator für Strom. Es gibt kein echtes Transportsystem; es ist im Grunde privatisiert. Es gibt kein richtiges Abwassersystem, also nutzen die Leute Nebengebäude oder die Natur. Es gibt keine richtige Müllabfuhr, also stapelt sich der Müll. Es gibt wenig öffentliche Bildung – sie ist größtenteils privatisiert –, so dass arme Menschen nicht viel, wenn überhaupt, formale Schulbildung erhalten. Die Gesundheitsversorgung ist miserabel. Die übliche Erklärung für Haitis Probleme ist Korruption. Aber die Serie legt nahe, dass auch etwas anderes schuld ist. Ja. Diese andere Antwort blieb mir im Mundwinkel hängen, als ich weitere Geschichtsbücher über Haiti las. Einer von Laurent DuBois erwähnte diese „Unabhängigkeitsschuld“, ging aber nicht sehr ins Detail. Das war das erste Mal, dass ich darüber las und dachte: „Was ist das?“ Also was war es? Nach der Unabhängigkeit Haitis im Jahr 1804 kam Frankreich zurück und forderte Wiedergutmachungen für verlorenes Eigentum – was sich, wie sich herausstellte, auch für die versklavten Menschen einschloss. Französische Beamte ermutigten die haitianische Regierung, zur Rückzahlung einen Kredit bei den französischen Banken aufzunehmen. Es wurde als doppelte Schuld bekannt: Haiti hatte Schulden gegenüber ehemaligen Grundbesitzern – den Kolonisten – und auch gegenüber den Bankiers. Haiti steckte von Anfang an in einem wirtschaftlichen Loch.</p>

    <p>Es ist wild: Die Kolonisten forderten von den ehemaligen Sklaven Reparationen. Man muss bedenken, dass damals niemand kam, um Haiti zu helfen. Es war das einzige von Schwarzen freie Land in Amerika, und es war ein Paria. Die Briten wollten es nicht anerkennen, weil sie Jamaika und Barbados als Kolonien hatten. Die Amerikaner wollten es sicher nicht anerkennen; Sie hatten die Sklaverei immer noch nicht beendet. Bild Die Zitadelle wurde gebaut, um die Haitianer vor einer Rückkehr der Franzosen zu schützen. Wie könnte Haiti heute ohne diese doppelte Verschuldung aussehen? Ein Beispiel ist Costa Rica. Es hatte auch eine starke Kaffeeexportindustrie, wie Haiti es tut. Als Haiti bis zu 40 Prozent seiner Einnahmen für die Rückzahlung dieser Schulden ausgab, baute Costa Rica Stromsysteme. Die Menschen errichteten Abwasserbehandlungsanlagen und Schulen. Das wäre näher an dem, was Haiti hätte sein können. Wir haben uns noch nicht einmal mit der US-Besatzung von 1915 bis 1934 und Haitis Diktatorenfamilie befasst, die beide das Land weiter geplündert haben. Es war eine Krise nach der anderen, die den Haitianern zugefügt wurde. Das ist richtig. Ein Diktator, François Duvalier, kam 1957 an die Macht. Zuvor hatte die haitianische Regierung endlich die meisten ihrer internationalen Schulden getilgt. Die Weltbank hatte gesagt, Haiti solle wieder aufgebaut werden. Stattdessen brachten Duvalier und dann sein Sohn das Land in zunehmendes Elend.</p>
    <!-- /wp:paragraph -->

    <!-- wp:paragraph -->
    <p>Als ob das nicht genug wäre, entfernte Frankreich ihn mit Hilfe der USA aus dem Amt, nachdem Haitis Präsident 2003 Reparationen gefordert hatte. Haben Frankreich und die USA den Schaden eingestand? Frankreich hat eine langsame Erweichung erlebt. Im Jahr 2015 sagte sein Präsident François Hollande, Frankreich habe Haiti ein „Lösegeld“ auferlegt und er werde es zurückzahlen. Aber sehr schnell korrigierten ihn seine Adjutanten und sagten, er meinte, er würde die moralische Schuld zurückzahlen; Er sprach nicht über Geld. Die Times übersetzt diese Geschichten ins haitianische Kreolisch. Was ist das Ziel? Wenn ich mit jemandem auf der Straße in Haiti spreche, sprechen sie nur Haitianisch-Kreolisch. Also dachte ich, dass, wenn wir eine Geschichte über die Geschichte Haitis machen, die Menschen dieses Landes sicherlich darauf zugreifen sollten. Die beliebteste Medienform in Haiti ist das Radio, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen der Analphabetismus hoch ist. Ich hoffe, dass wir die kreolische Version in die Hände einiger Leute bringen können, damit sie Teile davon im Radio lesen können, damit die Menschen in Haiti sie hören und diskutieren und sich ihre Meinung bilden können.</p>
    <!-- /wp:paragraph -->

    <!-- wp:heading -->
    <h2 id="ucj-3">Die Times übersetzt diese Geschichten ins haitianische Kreolisch. Was ist das Ziel? Wenn ich mit jemandem auf der Straße in Haiti spreche, sprechen sie nur Haitianisch-Kreolisch. Also dachte ich, dass, wenn wir eine Geschichte über die Geschichte Haitis machen, die Menschen dieses Landes sicherlich darauf zugreifen sollten. Die beliebteste Medienform in Haiti ist das Radio, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen der Analphabetismus hoch ist. Ich hoffe, dass wir die kreolische Version in die Hände einiger Leute bringen können, damit sie Teile davon im Radio lesen können, damit die Menschen in Haiti sie hören und diskutieren und sich ihre Meinung bilden können. Dies ist eine haitianische Geschichte. Es sollte den Haitianern so zugänglich wie möglich gemacht werden. Mehr zu Catherine Porter: Sie wuchs in Toronto auf und bekam ihren ersten Vollzeitjob als Journalistin bei The Vancouver Sun. 2010 ging sie für The Toronto Star nach Port-au-Prince, um über das Erdbeben zu berichten – ein Auftrag, der ihr Leben veränderte. Sie ist mehr als 30 Mal zurückgekehrt und hat eine Abhandlung über ihre Erfahrungen dort geschrieben. Sie kam 2017 zu The Times und leitete unser Büro in Toronto. Die Haiti-Serie Die Times veröffentlichte an diesem Wochenende mehrere Artikel über die Geschichte Haitis, darunter: Die Reparationen an Versklaver sind die Wurzel von Haitis Elend, wie der erste Teil der Serie erklärt. Haiti versuchte, eine Nationalbank zu gründen. In Wirklichkeit kontrollierte es eine französische Bank. Die Wall Street rief zu einer Invasion in Haiti auf – und die USA verpflichteten sich. Haitis Präsident forderte Reparationen. Dann entfernten ihn die USA und Frankreich aus dem Amt. Hier sind sechs Imbissbuden, eine Zeitleiste und eine Bibliographie.</h2>
    <!-- /wp:heading -->

  • Nächtliche Geräusche im DschungelDatum27.04.2022 22:29
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Nächtliche Geräusche im Dschungel
  • Nächtliche Geräusche im DschungelDatum27.04.2022 22:29
    Thema von carlos im Forum Haiti

    Hans Christoph Buch versammelt in seinem Buch "Nächtliche Geräusche im Dschungel" unterschiedlichste Texte.

    "Das Thema wurde mir in die Wiege gelegt", schreibt Hans Christoph Buch im Vorwort. Schon wahr, Buchs Großmutter stammt aus Haiti, in seinem umfangreichen Romanwerk (keineswegs nur in seinen Haiti-Romanen) und in zahlreichen Essays hat er sich immer wieder mit Fragen des Postkolonialismus und kolonialer Geschichte beschäftigt, hat Merkmale und Ursprünge eines "strukturellen oder systemischen Rassismus" analysiert und nicht zufällig 1990 seine Frankfurter Poetik-Vorlesungen dem Thema "Die Nähe und die Ferne – Bausteine zu einer Poetik des kolonialen Blicks" gewidmet.

    Buch, Jahrgang 1944, ist immer ein eminent politischer Autor gewesen, als Krisen- und Kriegsreporter berichtete er für große deutsche Tageszeitungen aus jener Hölle, die Joseph Conrad das "Herz der Finsternis" genannt hat: Ruanda, Liberia, Sudan, Sierra Leone, Nigeria, Kambodscha, Bosnien, Nicaragua, Paraguay und immer wieder Haiti. "Ich mutierte", so die um Understatement bemühte Formulierung im Vorwort seines neuen Buches, "vom Schriftsteller zum Kriegsreporter, eine Erfahrung, die nicht nur Kratzer, sondern Narben in der Seele hinterlässt".

    "Nächtliche Geräusche im Dschungel" ist ein Kompendium des Disparaten, ein Mosaik aus Texten, die inhaltlich wie formal höchst unterschiedlich sind: klassische Reportage, oft bis in die Feinstruktur der Sprache hinein von journalistischer Routine, vielleicht auch von redaktionellen Vorgaben geprägt; Essay (etwa eine "Kurze Geschichte des Voodoo-Kults"), Rezension, Porträt, Polemik, Pamphlet und – die Bravourstücke des Bandes – jene gleichsam rhapsodischen Erzählungen, die das Faktische historischer Überlieferung aufweichen und Geschichte um eine Möglichkeitsdimension bereichern, die Historie also entgrenzen – in die pure Fiktion. In diesen Prosaminiaturen mutiert der Kriegsreporter Hans Christoph Buch wieder zum Schriftsteller – und das ist gut so, denn gerade hier zeigt er sich als grandioser Erzähler.

    So imaginiert er in "Unverhofftes Wiedersehen" eine auf den 13. September 1857 datierte Begegnung zwischen dem großen Entdecker und Forschungsreisenden Alexander von Humboldt und dem französischen Naturforscher und Botaniker Aimé Bonpland, die nie stattgefunden hat, aber die beiden Heroen der Wissenschaftsgeschichte trefflich charakterisiert. Die 1747 erschienene Autobiographie des Seefahrers Hark Olufs nutzt Buch als Materialbasis für einen süffigen historischen Abenteuerroman in Miniaturform, in "Für Kaiser und Reich" lässt er einen Askari, einen Kolonialsoldaten, sein Leben erzählen – und spiegelt so die Kolonialgeschichte von Deutsch-Ostafrika mit Porträts von Paul von Lettow-Vorbeck und Carl Peters. Mit derartigen zwischen historischen Fakten und fiktiven Ergänzungen oszillierenden Erzählungen löst Buch das Korsett historischer Überlieferung auf – Geschichte ist für ihn eine Erfindung, zu der die Wirklichkeit die Materialien liefert.

    "Nächtliche Geräusche im Dschungel" ist aber auch ein gewichtiger Beitrag zu aktuellen Diskussionen zur Kolonialgeschichte und, dies vor allem, eine wohlgezielte Attacke auf eine Political Correctness, die vor allem von Sprachregelungen und Geschichtsklitterungen geprägt ist. Das, was Buch etwas verallgemeinernd den "postkolonialen Diskurs" nennt, scheint nicht nur hierzulande zunehmend von Sprachpolizisten einer umtriebigen Woke-Bewegung sowie einer ideologisch verhärteten Cancel Culture vereinnahmt zu werden, die etwa die heutige Misere etlicher afrikanischer Staaten als Erblast der Kolonialzeit missversteht. Buch kontert, mit Blick auf die Unabhängigkeitsära in Afrika während der späten 1950er und frühen 1960er Jahre: "Die Anhänger der Woke-Bewegung bagatellisieren oder relativieren die schockierende Realität der Bürgerkriege und ethnischen Massaker."

    Selbst der einzige wirtschaftliche Gigant des Kontinents, Südafrika, ist längst von dem befallen, was Hans Christoph Buch als "die Grundübel Afrikas" auf den Begriff bringt: "Stammesdenken, Korruption und Brutalität". Zwei Generationen nach der euphorisch gefeierten Unabhängigkeit ist der Prozess des Nation Building in den meisten afrikanischen Staaten noch nicht einmal in Ansätzen vollzogen, und von der in der Entwicklungszusammenarbeit viel beschworenen Good Governance ist wenig bis nichts zu sehen.

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