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  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Massaker, Entführungen, Morde an Oppositionellen: Wie Ermittlungen internationaler Menschenrechtsorganisationen beweisen, versinkt Haiti durch eine Allianz von staatlicher Macht und kriminellen Banden in einer Welle gewalttätiger Angriffe. Washington sanktionierte kürzlich zwei dem Präsidenten Jovenel Moïse nahestehende Personen und einen Paramilitär. Die staatlichen Institutionen Haitis sind währenddessen wie paralysiert, Demonstrationen gewinnen immer mehr an Kraft.

    Sanktionen gegen drei Schlüsselakteure

    Die USA, entscheidender politischer Akteur in Haiti, hat sich schließlich dafür entschieden, etwas zu unternehmen. Seit 2016 hatte das Weiße Haus Präsident Moïse und seine Verbündeten bedingungslos unterstützt, obwohl das Land kollabierte. Dieses Mal ist die Drohung ernst gemeint: Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, kündigte das US-amerikanische Finanzministerium Sanktionen gegen drei Schlüsselakteure der organisierten Kriminalität an: zwei Beamte und einen paramilitärischen Kommandeur. Im Rahmen des Magnitsky Act wurden ihre Vermögen in den USA eingefroren und die Ausstellung jeglicher Visa verboten. Diese Entscheidung hat insofern Gewicht, als dass sie das heutige Wesen der Präsidentschaft von Moïse mitten ins Herz trifft – eine Allianz zwischen autoritärer Regierungsmacht und kriminellen Banden, die die Bevölkerung terrorisieren und die seit zwei Jahren anhaltenden Demonstrationen im Land zerschlagen.

    Die nun erlassenen Sanktionen stehen in enger Verbindung zu einem der größten Massaker der letzten Jahre, das am 13. November 2018 in La Saline, einer Gegend nahe der Hauptstadt Port-au-Prince, verübt wurde. An diesem Tag wurden 72 Personen mit Macheten, Äxten oder durch Schüsse getötet. Elf Frauen wurden Opfer von Gruppenvergewaltigungen, Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Auch Kinder wurden getötet. Einige Leichen wurden auf eine Mülldeponie geworfen, andere verbrannt und zerstückelt. 400 Häuser wurden in Brand gesetzt und zerstört. Viele der Bewohner*innen von La Saline hatten an den Aktionen der Protestbewegung gegen die Regierung teilgenommen. Sie waren es wohl, die bestraft und in Angst und Schrecken versetzt werden sollten.

    Zahlreiche Morde mit staatlicher Beihilfe

    Das US-amerikanische Finanzministerium bestätigte außerdem zahlreiche Ermittlungsergebnisse einer UN-Menschenrechtsmission und haitianischer Menschenrechtsinstitutionen. Die entsprechende Pressemitteilung greift im Wesentlichen die Schlussfolgerungen vorheriger Berichte auf, die von den Machthabern bisher als „Lügen und Verfälschungen“ abgewiesen wurden. Die Mitteilung des US-Finanzministeriums benennt Joseph Pierre Richard Duplan als Vertreter Moïses auf Bundesstaatsebene als den „strategischen Architekten“ des Massakers in La Saline. Die Planung und Organisation führte Fednel Monchery aus, während er den Posten als Generaldirektor des Ministeriums für Inneres und Kommunales innehatte. Duplan und Monchery sorgten für die Beschaffung von Feuerwaffen, Fahrzeugen und Polizeiuniformen für die beteiligten Gang-Mitglieder. Die Umsetzung selbst konnte mithilfe bewaffneter Banden stattfinden – angeführt von Jimmy Cherizier, einem ehemaligen Polizeibeamten, der inzwischen einer der wichtigsten Bandenführer in Port-au-Prince ist.

    Cherizier hatte danach noch weitere Morde in anderen Teilen von Port-au-Prince organisiert. Er bekam den Spitznamen Comandante Barbecue („Kommandant Grill“) und steht heute an der Spitze eines Zusammenschlusses der Anführer der neun Todesschwadronen in der Hauptstadt – einer Allianz, die sich selbst „G9“ nennt. Erst im November 2020 führte Cherizier eine viertägige Serie von Morden und Brandanschlägen im Arbeiterviertel Bel Air durch. „Die weit verbreitete Gewalt und Zunahme der Kriminalität durch bewaffnete Banden in Haiti wird durch ein Justizsystem verstärkt, das die Verantwortlichen für die Angriffe auf Zivilisten nicht strafrechtlich verfolgt“, folgert das US-Finanzministerium. „Diese Banden unterdrücken mit Unterstützung bestimmter haitianischer Politiker politische Dissidenten in Port-au-Prince, weil sie an Anti-Regierungs-Demonstrationen teilgenommen hatten. Sie erhalten Geld, politischen Schutz und genug Schusswaffen, um besser bewaffnet zu sein als die Haitianische Nationalpolizei (PNH).“
    Straßenszene in Port-au-Prince / Foto: ANRed

    Was Washington bisher geleugnet oder geheim gehalten hatte, wird dieses Mal ausdrücklich geäußert. Trotz des vielfachen Drucks von Seiten der internationalen Gemeinschaft und haitianischen NGOs wurden die Ermittlungen im Fall des Massakers von Le Saline jedoch immer noch nicht abgeschlossen. Es sind nun mehr als zwei Jahre vergangen, in denen ganz Port-au-Prince weiß, was passiert ist. Die „Makoutisierung“ des Staates ist in vollem Gange, wie der Schriftsteller Lyonel Trouillot seit Längerem postuliert – und sich damit auf die sogenannten tontons-macoutes („Onkel Umhängesack“) bezieht, jene Paramilitärs unter Diktator François Duvalier, die den Terror im Land organisierten.

    Demonstrationen gegen Entführung, Angst und allgemeine Unsicherheit

    Die am 10. Dezember angekündigten US-Sanktionen hatten in Haiti bemerkenswerte Reaktionen zur Folge. Am Internationalen Tag der Menschenrechte demonstrierten tausende Menschen in mehreren Städten des Landes gegen die allgemeine Unsicherheit und Bandenkriminalität. An der „Demonstration für das Leben“ in Port-au-Prince nahmen so gut wie alle zivilgesellschaftlichen Organisationen der Hauptstadt teil. Zwei Tage zuvor waren schon tausende Menschen zur traditionellen religiösen Prozession der Unbefleckten Empfängnis zusammengekommen und hatten das Ereignis zu einem „Marsch gegen Unsicherheit, Entführung, Angst und für die Hoffnung“ werden lassen.

    Die aktuellen Demonstrationen richten sich nach den Massakern vor allem gegen den neuen Modus Operandi der organisierten Kriminalität: Banden entführen ihre Opfer und fordern Lösegeld oder verletzen und töten sie. Am 17. Dezember waren zwei Jugendliche im Zentrum von Leogane in der Nähe von Port-au-Prince gekidnappt worden. Die Entführer verlangten eine Million US-Dollar Lösegeld. Laut Zeugenaussagen trugen sie Polizeiuniformen und waren schwer bewaffnet. Beide Opfer sind jedoch arbeitslos und ihre Familien arm. Am 6. Dezember wurden der Orchesterdirigent Dickens Princivil und die Jugendliche Magdala Louis von einem halben Dutzend bewaffneter Männer entführt. Nach einer Scheinhinrichtung wurden sie freigelassen.

    Der Herausgeber der unabhängigen Nachrichtenseite Ayibopost, Widlore Mérancourt, schildert seine eigene Entführung und spätere Freilassung in einem Artikel: „G9, die größte kriminelle Organisation in diesem Land seit 1986, entstand auf Betreiben der aktuellen Regierung. Die Paraden in den Straßen, die Entführungen, Morde, Plünderungen, Vergewaltigen und Bedrohungen der Gegner der regierenden Macht kennzeichnen sie. Und sie sind gewillt, die anstehenden Wahlen zugunsten der Präsidentenpartei PHTK (die haitianische Partei der Kahlköpfigen, Anm. der Übers.) zu lenken.“ Er fragt sich weiter: „Was bedeutet es, vorsichtig zu sein, wenn die Behörden ausgezeichnete Beziehungen zu kriminellen Netzwerken pflegen, ja sogar mit ihnen verschmelzen?“

    Eindringliche Appelle von kirchlicher und juristischer Seite

    Am 10. Dezember, dem Tag der Demonstration und der Ankündigung von US-Sanktionen, versammelten sich außerdem dutzende Personen, unter ihnen Minister*innen und Beamt*innen, vor der Kirche Iglesia de Cristo Rey zum Staatsbegräbnis von Gérard Gourgue. Der Anwalt war unter anderem Gründer der Haitianischen Liga für Menschenrechte im Jahr 1978, noch unter der Herrschaft von Duvalier. Der Erzbischof von Port-au-Prince, Max Leroy Mésidor, nutzte die Zeremonie für einen Appell an die Machthabenden: „Angesichts der Zunahme von Entführungen, Bandenkriminalität und Terror stehen wir vor der Vergiftung des sozialen Zusammenhalts. Der Gründer der Haitianischen Liga für Menschenrechte hätte sich den katholischen Bischöfen angeschlossen und Nein gesagt: Nein zum Chaos, Nein zur Gewalt, Nein zur Unsicherheit und Nein zum Elend. Wir haben genug. Zu viel ist zu viel.“ Monatelang hatte sich die Kirche um eine Vermittlerrolle zwischen Regierung und Oppositionsparteien bemüht.

    Man konnte auch eine andere Stimme hören, die von Marie Suzy Legros, Präsidentin der Anwaltskammer von Port-au-Prince. Ihr Vorgänger Monferrier Dorval, der sich Moïse widersetzt hatte, indem er behauptete, Haiti würde weder regiert noch geführt, wurde am 28. August 2020 in der Nähe seines Wohnsitzes erschossen. Am 1. November wurde das Land vom Mord an der 22-jährigen Studentin Évelyne Sincere erneut erschüttert. Drei Tage nach ihrer Entführung hatte man ihre Leiche auf einem Haufen Abfall gefunden. Während die Familie versucht hatte, das Lösegeld aufzutreiben, entschieden ihre drei Entführer, sie zu töten. Wahrscheinlich wurde sie vergewaltigt, bevor sie vergiftet, unter Drogen gesetzt, mit einem Kissen erdrückt und dann erwürgt wurde. Vor den Ministern beschuldigte Legros den Präsidenten direkt, indem sie „tyrannische und freiheitsfeindliche Texte in Vorbereitung“ anprangerte und den Entwurf für eine neue Verfassung als „ein Verbrechen des Hochverrats, eine schwere Verletzung der demokratischen Ordnung und eine illegitime Amtsanmaßung“ bezeichnete. Denn im weit verbreiteten Chaos, das von der obersten Macht gefördert wird, befindet sich Moïse nun in der Position, das Land alleine zu regieren.

    Regierung Moïse auf dem Weg zu einem autoritären Regime

    Schon seit Januar 2020 finden in Haiti keine Parlamentssitzungen mehr statt, weil die seit Oktober 2019 fälligen Wahlen immer noch nicht stattgefunden haben. Moïse regiert somit per Dekret und hat eine kleine Armee aus Söldnern erschaffen, die einer Präsidentenmiliz ähnlich sieht. Kürzlich beschloss er per Dekret die Einrichtung eines Nationalen Geheimdienstes, der ebenso charakteristische Merkmale einer Präsidentenmiliz aufweist. Außerdem hat er persönlich die Mitglieder für den Wahlrat bestimmt, der für die anstehenden Wahlen zuständig ist. Er kündigte weiterhin an, dass ein von ihm ernanntes Komitee eine neue Verfassung ausarbeiten wird.

    Als wäre dies nicht genug, beschloss Moïse Anfang September, den haitianischen Rechnungshof mundtot zu machen, indem er forderte, dass Stellungnahmen innerhalb von höchstens fünf Tagen abzugeben seien und von nun an lediglich beratende Funktion hätten. Dabei war es gerade die Arbeit des Rechnungshofes, die den großen Finanzskandal von Petrocaribe aufdeckte, der es Politiker*innen ermöglicht hatte, bis zu vier Milliarden Dollar zu veruntreuen. Der Petrocaribe-Skandal hatte vor zwei Jahren die Demonstrationen und sozialen Revolten gegen die Korruption der haitianischen Eliten ausgelöst. Unzählige Gegner*innen des Regimes meinten schon damals, alles deute darauf hin, dass diese auf entfesselter Gewalt beruhende Präsidentschaft auf dem Weg zu einem autoritären, diktatorischen Regime sei.

    Bis dahin hatte sich die internationale Gemeinschaft in Schweigen gehüllt. Die sogenannte „Core Group“, die in Port-au-Prince die wichtigsten europäischen Länder umfasst, fordert nun einen „inklusiven Dialog“ und die Organisation von Wahlen. Die Sanktionen der USA könnten das erste Signal dafür sein, dass Washington und die baldige Biden-Administration dieses Mal beschlossen haben, das duvalieristische Abdriften eines Regimes aufzuhalten, dessen Ansehen vor dem ganzen Land bereits ruiniert ist.

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    El número de parturientas haitianas se ha triplicado en diez años, llegando a 30.322 nacimientos en 2020


    Hospitales del noroeste saturados de parturientas haitianas y con poco personal para atenderles


    Las haitianas ya superan en número a las dominicanas en la sala de espera de las maternidades del noroeste dominicano, una región de acogida de inmigrantes y también destino de mujeres que cruzan la frontera para parir en unos hospitales cada vez más desbordados.

    En el hospital público de Guayubín, un pueblecito rodeado de bananos y de fincas de arroz situado 42 kilómetros al este del río Masacre, frontera natural entre ambos países, nueve de cada diez parturientas son haitianas, la mayor proporción en toda República Dominicana.

    HOSPITALES SATURADOS

    Las mujeres se encuentran en un pequeño hospital que las recibe bien sin importar su origen, pero que está sobrecargado y tiene poco personal y grandes carencias.

    El quirófano y el laboratorio están mal equipados, la incubadora está averiada y no hay banco de sangre, lo que hace imposible hacer una transfusión.

    La directora del hospital, Maira Rodríguez, explica que el presupuesto se calcula con base en la población local, sin tener en cuenta la cantidad de inmigrantes indocumentados que viven en la zona, ni el número de madres que se aventuran a cruzar la frontera en pleno trabajo de parto, por lo que el dinero no alcanza.

    La doctora asegura que, a pesar de las dificultades, "nunca se rebota" a una paciente, a no ser que sufran complicaciones médicas y las tengan que derivar a un hospital mejor equipado, como el de la ciudad de Mao, maternidad de referencia de toda la región.

    COMPLICACIONES MÉDICAS

    "De 90 a 95 % de las complicaciones son en pacientes extranjeras", asegura el doctor Juan de la Cruz Rodríguez Pérez, director del hospital Materno Infantil José Francisco Peña Gómez de Mao.

    La mayoría de las haitianas recién llegadas, explica, suelen presentar anemia u otros cuadros médicos que no han sido tratados previamente.

    Muchas de las que residen en República Dominicana, cuentan varios doctores, sea por desconfianza o por no gastar dinero, son reacias a seguir los tratamientos que les diagnostican.

    El resultado es una tasa muy alta de complicaciones en el parto y, como corolario, una mortalidad elevada.

    "Lo que es peor, en República Dominicana la mortalidad materna es muy alta. Y el 47 % de toda la maternidad materna corresponde a nacionales haitianas", detalla a Efe el director del Sistema Nacional de Salud (SNS), Mario Lama.

    EL TRIPLE DE PARTOS EN DIEZ AÑOS

    El número de parturientas haitianas se ha triplicado en diez años, llegando a 30.322 nacimientos en 2020, lo que representa el 27 % de los nacimientos en el conjunto del país, y supone que entre el 10 % y el 14 % de todo el presupuesto hospitalario del país se dedique a las extranjeras, según cálculos del SNS.

    Los partos de haitianas superan el 50 % en toda la zona de frontera y también en La Altagracia (este), una provincia que recibe una creciente inmigración, en especial por la construcción de nuevos hoteles en Punta Cana.

    Para apaciguar los ánimos de los sectores más nacionalistas, el presidente Luis Abinader anunció hace dos semanas un acuerdo con Haití para ayudar al empobrecido país vecino a construir hospitales y frenar el trasiego de parturientas por la frontera.

    Al menos 4.073 haitianas embarazadas entraron en República Dominicana en 2020, a pesar de que la frontera estuvo oficialmente cerrada nueve meses por la pandemia, según datos de la Organización Internacional para las Migraciones (OIM).

    UN PROBLEMA MÁS COMPLEJO

    Sin embargo, los médicos de los hospitales en la zona de frontera constatan que la mayoría de las parturientas que reciben son residentes en República Dominicana.

    "Prácticamente un 70 % viven aquí y el 30 % vienen a buscar lo que llaman la cama, para parir aquí y llevarse el papel para declarar el bebé", dice el doctor Domingo Guzmán Abreu, ginecobstetra jefe del hospital de Guayubín.

    Jandrine Bernabé, de 22 años, es una de ellas. Con su segundo hijo recién nacido en brazos, dice que vive "hace muchos años" en República Dominicana, aunque nunca ha conseguido permiso de residencia.

    Asegura que, por no tener papeles, "alguna vez" ha tenido problemas para recibir atención médica; "pero no es tan difícil", apostilla.

    Todas las haitianas que aceptaron hablar con Efe en los hospitales de Guayubín y Mao afirmaron que residen en República Dominicana, pero no todas quisieron contar su historia.

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Am Sonntag war in Haiti der Auftakt zu einer Protestwoche gegen Präsident Jovenel Moïse. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten.
    Hunderte Demonstranten haben am Sonntag, 31. Januar 2021, in verschiedenen Städten in Haiti den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise gefordert. In mindestens fünf Städten errichteten die Regierungsgegner Straßenblockaden. Grund für die Proteste ist, dass die Amtszeit Moises nach Ansicht der Protestierenden am 7. Februar mit Beendigung des vierten Amtsjahres endet. Sie berufen sich dabei auf einen Artikel der Verfassung aus dem Jahr 1987. Moise wiederum besteht darauf, dass seine Amtszeit fünf Jahre dauert.

    Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die USA und weitere Länder stehen hinter dieser Sichtweise. Die Demonstrationen sollen die ganze Woche bis zum kommenden Sonntag anhalten. Gewerkschaften und Organisationen aus der Zivilgesellschaft, die der Opposition nahestehen, haben ebenfalls zu Protesten aufgerufen.

  • Durch den Abbruch des Einsatz konnten die wichtigsten Aufgaben, die Ausbildung der medizischen Techniker vor Ort für Röntgenanlagen und Zahnarztpraxen nicht erfolgen, bedauert er. Auch die Erstellung des geplanten Ersatzteillagers für die unterstützten sieben Krankenhäuser in der Region Diana und Sava konnten darum nicht realisiert werden und musste verschoben werden. „Wir hoffen, das Projekt Diana-3 in der zweiten Jahreshälfte 2021 abschließen zu können.“ Ein weiteres Projekt in Uganda musste ebenfalls verschoben werden.
    Zahnarztpraxis in einer Krankenstation wird aufgebaut

    In diesem und dem nächsten Jahr soll eine komplette Zahnarztpraxis des HDZ-Hilfswerks Deutscher Zahnärzte in der Krankenstation einer Schule mit 1.000 Schülern aufgebaut werden.

    Ein Einsatz für die Schule Ezaka in den Lepradörfern Belfort und Jules in Antalaha/Madagaskar soll sofort nach dem Ende der Pandemie stattfinden, kündigt er an. „In der jetzigen Situation gehe ich davon aus, dass wir auf keinen Fall mit den Hilfslieferungen und Unterstützung für Afrika im sozialen Bereich für diese Länder aufhören sollten. Ich sehe die Notwendigkeit dringender als je zuvor. Auch wenn unsere Arbeit nur ein Tropfen auf einem sehr heißen Stein ist.“ Daher bitten die Jünckes erneut um Hilfe und Unterstützung, vor allem für das Abschließen des Projektes in den Krankenhäusern in Madagaskar und das noch durchzuführende Projekt in Togo. „Nicht zu vergessen die Schule Ezaka der Lepradörfer Belfort und Jules mit ihren 280 Schülern“, betont er.
    Das Material wurde in einen Container im September 2020 nach Haiti verschifft und bereits verteilt, darunter auch das Schulmobiliar.
    Das Material wurde in einen Container im September 2020 nach Haiti verschifft und bereits verteilt, darunter auch das Schulmobiliar.
    Foto: Jüncke

    Was sein persönliches Engagement angeht, schreibt Jüncke: „Seit 2002 arbeite ich nun ehrenamtlich für den SES in Berufsausbildung und sozialen Projekten und hoffe, die 20 Jahre und mehr voll zu bekommen. Es hält mich jung und bereitet mir Freude – trotz aller Probleme, die diese Arbeit mit sich bringt. Ich werde nun 76 Jahre alt und so werde ich danach keinen Container mehr in Eigenregie verschiffen. Ich gehe aber davon aus, auch weiterhin Hilfslieferungen zu unterstützen, um damit die Schul - und Berufsausbildung so weit als möglich in diesen Ländern zu stärken.“

    Neben der arbeitsintensiven Einsätze sammeln seine Freunde Günter Goetsch und Klaus König gemeinsam mit den Jünckes privat das Material für die Projekte und Hilfslieferungen per Container. „Wir bauen Röntgenanlagen ab und transportierten die Geräte. Überprüften das Material und verpackten alles in die Container. Dieses Material erhält der Partner in Afrika inklusive Aufbau und Ausbildung frei als Hilfe für die jeweilige Einrichtung vor Ort. Unser Einsatz ist selbstverständlich ehrenamtlich.“

    Trotz der aktuellen Pandemie sei es auch möglich gewesen, Hilfslieferung für Weißrussland, Rumänien und Moldawien zusammenzustellen und zum Sammellager zu bringen. Der HDZ, Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, die die Projekte ebenfalls tatkräftig unterstützt, konnten die Herzberger helfen, einen 40-Fuß-Container mit Hilfsgütern für Krankenhäuser, Schulen und Waisenhäuser zu beladen, der am 13. September 2020 nach Haiti verschifft wurde. Das Material wurde bereits vor Ortverteilt.

    Seit Mitte September 2020 steht ein 40-Fuß-Container bei der Firma Gropengießer für Hilfsmaterial für ein öffentliches Krankenhaus in Togo bereit. Dort werden diese Geräte aufgebaut und installiert: eine stationäre Röntgenanlage, eine mobile Röntgenanlage, eine mobile Röntgenanlage für den OP, eine Dunkelkammer für die Entwicklung der Röntgenaufnahmen, ein Ultraschallgerät, zwei Zahnarztpraxen, außerdem zehn Krankenbetten mit Matratzen, ein Entbindungsbett und ein Gynäkologie-Behandlungsstuhl. „Außerdem noch vieles mehr, was wir in den nächsten sechs Monaten für die Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen sammeln können. Wir suchen außerdem noch Hilfsmaterial wie Schulmöbel, französische Bücher – bekommen wir vielleicht aus der Schweiz – Kleidung für Kinder und Erwachsene, Wäsche, Bettwäsche, Decken, Geschirr, Töpfe, Fahrräder, Nähmaschinen, Spielzeug. Diese Spenden bekommen die Waisenhäuser, Blindenschule, Schulen und Kindergärten. Es bleibt zu hoffen, dass wir bald wieder normale Verhältnisse bekommen und uns die Pandemie wieder uneingeschränkt arbeiten lässt.“

    Bei Sachspenden bittet Jüncke um telefonische oder schriftliche Absprache, damit einen Termin vereinbart werden kann. mb

    Geldspenden für das Hilfsprojekt der Jünckes können auf folgendes Konto überwiesen werden:
    CALA / MADA – Antalaha
    IBAN: DE38268914840100982600
    BIC: GENODEF1OHA
    Volksbank im Harz

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Seit vielen Jahren engagiert sich das Herzberger Ehepaar Renate und Bernd Jüncke für soziale Hilfsprojekte in Afrika, etwa auf Madagaskar, und in Mittelamerika. Im vergangenen Jahr wurden bei einer solchen Aktion beispielsweise guterhaltene ausgemusterte Stühle aus dem EMA-Gymnasium für eine Schule in Haiti gespendet (wir berichteten). Kürzlich hat das Ehepaar Jüncke in einem Spenderbrief alle Unterstützer über Fortschritte der Projekte und aktuelle Entwicklungen informiert.

    „Den Einsatz im März 2020 in Madagaskar mussten wir wegen des Beginns der Covid-19-Pandemie beenden“, berichten Bernd Jüncke darin. „Dieser Einsatz in Ambilobe im Norden Madagaskars dauerte gerade mal zehn Tage, vorgesehen waren fast drei Monate. Die Grenzen wurden geschlossen und wir hatten nur zwei Tage Zeit und mussten das letzte Flugzeug in Tananarive erreichen. Durch einen Sturz im Einsatz wurde meine Schulter verletzt. Im September 2020 wurde meine linke Schulter erfolgreich in Hannover operiert. Für einige Monate werde ich wohl erst mal nur wenig machen können.“

  • „Swisscross“ entstand 2014 und ist Steigers Antwort auf die „wachsende Behäbigkeit“ internationaler Hilfsorganisationen, für die er selbst lange im Einsatz gewesen ist. „Große Organisationen werden durch einen immer größeren Verwaltungsapparat immer stärker von dem abgehalten, wofür sie gegründet wurden: Menschen in Not schnell und effektiv zu helfen.“ Hauptaufgabe von Swisscross sei der Aufbau eines Ausbildungshospitals im Libanon zusammen mit einer großen humanitären Organisation.
    Beste Ausbildung für Einheimische für eine nachhaltig exzellente Versorgung vor Ort

    Sein Erfolg als Schönheitschirurg helfe ihm dabei gleich auf mehrfache Weise, erklärt der Schweizer. „Ein bekannter Arzt zu sein hat den Vorteil, viele andere bekannte Ärzte zu kennen. Ich habe schon mehrere für die Stiftung gewinnen können. Sie gehen für ein paar Wochen nach Tripolis in den Libanon und bilden als Experten lokale Ärzte direkt vor Ort aus.“

    Die Nachhaltigkeit sei ein ganz wichtiger Aspekt dieses Projekts. „Hilfe von außen ist besser als keine. Viel effektiver aber ist, einheimische Ärzte direkt vor Ort auszubilden.“ Denn die gingen nicht weg, sondern blieben und bildeten andere Ärzte aus – im Augenblick für Syrien, Jemen, den Gaza-Streifen und Südsudan. Und würden dafür von der Stiftung auch mit zinslosen Darlehen unterstützt, bis sie vor Ort selber genug verdienten.
    Wiederherstellungschirurgie als völlig neuer Ansatz

    Völlig neu sei zudem der Ansatz, diese Ärzte nicht nur in der perfekten notärztlichen Versorgung von Kriegsverletzungen auszubilden, sondern auch in der Wiederherstellungschirurgie. „Es ist von essentieller Bedeutung, Verletzungen nicht nur zu versorgen, sondern so zu operieren, dass die Menschen nach ihrer Genesung ein möglichst normales Leben weiterführen können.“

    Entscheidend sei dafür, über die neuesten Kenntnisse der plastischen- und Wiederherstellungschirurgie zu verfügen. „Eine verletzte Hand oder ein Bein zu flicken ist anspruchsvoll. Sie aber so zu behandeln, dass sie wieder möglichst komplett wieder eingesetzt werden können, die volle Funktionstüchtigkeit erreichen, ist von enormer Bedeutung für diese Menschen. Viele Kriegsopfer leiden für den Rest ihres Lebens an Behinderungen, nur weil sie anfänglich nicht richtig operiert wurden.“

    Und last, but not least würde es Swisscross ohne seine Schönheitsklinik nicht geben. „Die Patienten meiner Schönheits-Klinik finanzieren gewissermaßen die Stiftung, die ich aus rund einem Fünftel der Klinikeinkünfte mitfinanziere“, sagt Steiger.

    Die Stiftung, sagt er, sei für ihn mittlerweile zum „Lebenswerk“ geworden. In Vorbereitung sei gerade eine Software, mit der Kriegsopfer, die von Swisscross-Ärzten behandelt würden, den Genesungsprozess per Fotos via Smartphones dokumentierten, die in der Regel überall verfügbar seien. Das erleichtere die Nachbehandlung für alle erheblich, weil sie viel zielgerichteter erfolgen und eine Nachkontrolle der Resultate ermöglichen könne. „Ich träume von einem humanitären Hub, der mit unserer Hilfe ermöglicht, als regionales Ausbildungszentrum für Ärzte, Pflege und Therapeuten vor Ort zu sein, so dass die Menschen in den Kriegsgebieten sich selbst helfen können. Nicht nur im Nahen Osten, sondern auch anderswo.“
    Ein einziges Mal kamen Enrique Steiger Zweifel an seiner Mission

    Nur ein einziges Mal, erinnert sich Enrique Steiger, habe er daran gedacht, aufzugeben – und zwar nach dem Überfall auf das Hospital in Ruanda, bei dem neben den Patienten auch Mitarbeiter umgebracht wurden. Er war damals mit einem kanadischen Kollegen am Operieren, als die Patienten nach der Operation kaltblütig im Krankenbett ermordet wurden. „Wir haben uns angeschaut und gesagt: ‚Das wars, lass uns gehen, es hat alles keinen Sinn.‘“
    Im Anschluss darauf sei sein Fahrer zu ihm gekommen und habe gesagt: „Wenn Sie jetzt gehen, dann rauben sie den Menschen, von denen viele schon alles verloren haben, hier ihre allerletzte Hoffnung. Sie werden denken, dass das Leben und die Welt sie endgültig im Stich gelassen haben.“

    Enrique Steiger und sein Kollege sind geblieben.

  • „Nichts war so schlimm wie Ruanda“

    Ex-Jugoslawien, Afghanistan, Jemen, Syrien: Der Schweizer ist in vielen Krisenherden gewesen. Und zwar an vorderster Front, mitten in der Hölle also, wo gekämpft wird. Wo er mit seinen Kollegen und Helfern das eigene Leben aufs Spiel setzt, um das anderer zu retten. Hat sogar Terroristen behandelt (Steiger: „Ich bin Arzt, kein Richter“), die von der ganzen Welt gesucht wurden. „Das passiert, wenn du in einem Radius von 1000 Kilometern der einzige Arzt bist.“

    Doch nichts, sagt Steiger, „nichts war so schlimm wie die vier Monate in Ruanda“, wo zwischen April und Juli 1994 rund eine Million Menschen - die meisten von ihnen Tutsi - von den Hutu in einem Genozid regelrecht abgeschlachtet wurden. Es war seine zweiter Einsatz als Kriegsarzt, und es war das genaue Gegenteil vom ersten. „Während der UN-Einsatz in Namibia ein Erfolg war, steht der Völkermord in Ruanda bis heute für das totale Versagen der internationalen Gemeinschaft, einen bestialischen Konflikt einzudämmen und die Zivilbevölkerung zu schützen.“
    „In einen Abgrund geschaut, der alles ändert“

    Steiger sah mit seinen Augen, wie eine Frau auf der Ladefläche eines Pick Ups vergewaltigt und ihr Mann danach erschossen wurde. Er selbst sei mit einer Kalaschnikow in Schach gehalten worden, vor die Option gestellt: „Willst du leben oder sterben?“. Er musste mit ansehen, wie Patienten eines ganzen Hospitals samt Mitarbeitern erschossen wurden. Eine Krankenschwester habe überlebt, weil sie bewegungslos unter einem Berg von Leichen ausharrte.

    Er sei einmal ein unbeschwerter Mensch gewesen, sagt der Kriegschirurg. Doch das war vor dem Einsatz in Ruanda. „Wenn man in diesen Abgrund hineinschaut, dann kann man nicht mehr wie gehabt weiterleben.“
    Ein Traum wird wahr: Eigene Stiftung „Swisscross“ für Kriegsopfer gegründet

    Dass aus ihm kein „War Junkie“ wurde, was vielen Kriegsärzten passiere, habe er vor allem seiner Frau zu verdanken, mit der er eine Tochter hat und die er vor dem ersten Einsatz in Namibia heiratete. Zwar habe die Familie oft auf ihn verzichten müssen, wenn er unterwegs war. Doch das Leben in Europa hat er nie für seine Familie aufgegeben. Im Gegenteil: Steiger hat den Abstand genutzt, um auch hier, in der sicheren Schweiz, etwas aufzubauen, wovon er „20 Jahre geträumt“ habe: die Gründung einer eigenen Stiftung zum Schutz von Kriegsopfern.

  • Krieg statt Karibik

    Ihren Anfang nahm diese Fügung 1992, als dem Unfallchirurgen nach vier Assistenzjahren das Warten auf eine Oberarztstelle in Zürich zu lang wurde. Steiger liebäugelte mit einem mehrmonatigen Sabbatical, wollte mit Freunden durch die Karibik segeln.

    Doch es kam anders. Ein Professor, der sich sorgte, sein junger Traumatologe könnte zu sehr Gefallen an der Karibik finden, erzählte, die Schweizer Armee suche einen Oberarzt für ein UN-Camp in der Kriegsregion zwischen Namibia und Angola. „Ich konnte so meinen Rang abdienen und gleichzeitig eine Art Abenteuer erleben. Besser ging’s nicht, dachte ich mir, und sagte zu.“

    Die Ankunft im einstigen Deutsch-Südwestafrika, erinnert sich Steiger, sei „ein Spektakel“ gewesen. „Wir wurden mit einem Konvoi von 20 UN-Jeeps zum Camp in den Norden gefahren, wo die Menschen Spalier standen, uns zujubelten und uns fast wie Befreier gefeiert haben. Es war der reine Wahnsinn.“
    „Die Menschen waren unglaublich dankbar“

    Obwohl das Camp mit seinen rund 6000 UN-Soldaten in einer umkämpften Region gelegen habe, sei der Einsatz relativ ungefährlich gewesen. „Ich war als Truppenarzt bei einer Friedensmission, wirklich dringende Fälle gab es nicht.“

    Doch der Züricher Arzt bekam schnell mit, dass das bei den Einheimischen ganz anders war. Kurzentschlossen dehnte er als Oberarzt des UN-Lagers mit dem Lazarett-Personal den Auftrag eigenständig aus. „Wir hatten kein UN Mandat dazu. Aber die Hilfe kam gut an, die Menschen waren unglaublich dankbar.“

    Als dann auch noch die internationale Presse Wind von der Geschichte bekommen habe und Titelseiten damit schmückte, sei den UN schließlich nichts anderes übriggeblieben, als den Medizin-Trupp gewähren zu lassen, blickt Steiger zufrieden zurück. „Diese Mischung aus nationaler und internationaler Krisenpolitik und das Gefühl, etwas Wichtiges, Gutes für bedürftige Menschen zu tun - mein Interesse an humanitären Einsätzen war sofort geweckt.“
    Drei Prozent bei traumatologischen Eingriffen entscheidend

    Kaum wieder daheim am Zürichsee vom zweimonatigen Abenteuer-Einsatz in Namibia ergriff Steiger eine Chance, die sein Leben noch stark beeinflussen sollte: Er ging für vier Jahre nach Rio de Janeiro zu Ivo Pitanguy. Der 2016 gestorbene brasilianische Arzt gilt als Pionier der plastischen Chirurgie. Niki Lauda ließ seine Brandverletzungen nach dem Formel-1-Unfall von Pitanguy kurieren, Sofia Loren und Gina Lollobrigida vertrauten die Konservierung ihres Sexappeals seinem Skalpell an.

    Die Traumatologie sei auch der Grund gewesen, so Steiger, warum er damals samt Frau und der dreimonatigen Tochter auf die Südhalbkugel zog. Pitanguy hatte bei den berühmtestem Kriegschirurgen Europas gelernt, galt als Experte für Handverletzungen, Gesichts- und Knochenrekonstruktionen.

    Doch der Brasilianer bildete Steiger trotz anfänglichen Protests vor allem in ästhetischer Chirurgie aus. „Er sagte zu mir: ‚Mein junger Freund, 97 Prozent der plastischen Chirurgie schaffen alle. Das, worauf es ankommt, sind aber die letzten drei. Sie entscheiden über Funktionalität und Aussehen. Ohne die zu beherrschen, wirst du nie ein wirklich guter plastischer Chirurg.“

    Die Zeit in Rio trug dazu bei, dass der Schweizer heute selbst zu den berühmtesten Schönheitschirurgen zählt und eine eigene Klinik am Utoquai zwischen Oper und Steigenberger gründete, in der er gerade im weißen Arztkittel an seinem weißen Schreibtisch vor weißen Wänden und Regalen sitzt und über sein Leben erzählt. Sie half ihm aber auch, sich als Kriegsarzt weiterzuentwickeln. „Und ich merkte damals schnell, dass mir bei meiner Arbeit als Schönheitschirurg der humanitäre Aspekt fehlte.“

  • Thema von carlos im Forum Libanon

    Vom Schönheits- zum Kriegschirurgen: Die höllische Mission des Enrique Steiger

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    FOCUS-Online-Reporter Ulf Lüdeke (Zürich)

    Montag, 04.03.2019, 14:27

    Kriegsärzte riskieren ihr eigenes Leben, um das anderer Menschen zu retten. Einer von ihnen ist Enrique Steiger. In der Schweiz liftet der berühmte Arzt in seiner Schönheits-Klinik Fältchen gut betuchter Patienten, zwischen Afghanistan und Mali operiert er mittellose Kriegsopfer. Und investiert Geld und Prominenz in ein Arztprojekt im Libanon, das sich am Ende selbst tragen soll.

    Wer Enrique Steiger in seiner Züricher Klinik besucht, taucht ein in ein Fest der Bilder. Im Wartezimmer des 2. Stocks steht zwischen pastellgelben Wänden auf einem Metallständer eine aufgeschlagene, 35 Kilo schwere Ausgabe des legendären SUMO-Buches von Helmut Newton, limitierte Auflage, 11.500 Euro pro Stück. Langbeinig werben nackte Models geplättet unter Plexiglas für makellose Schönheit. Vom salonartigen Chefarztzimmer hat der graumelierte Ästhetik-Guru einen Blick direkt auf den Zürichsee, durch dessen silbernes Glitzern Schwäne und Segelboote gleiten.

    Bilder von seinem zweiten Arztjob, der ihn gelegentlich ebenfalls an Gewässer führt, gibt es nur wenige. Dafür haben sie sich in sein Gedächtnis gebrannt, unauslöschlich. Wie jenes aus dem Frühjahr 1994. „Als ich nach Ruanda reiste, hielten wir bei einem Grenzposten an einem Fluss, der in den Viktoriasee mündet. In den paar Minuten, die wir warteten, zählte ich 160 Leichen, die an uns vorbeitrieben.“
    „Dachte, das Grauen würde man mir nicht glauben“

    Seit einem Vierteljahrhundert zieht Steiger nun schon als Kriegschirurg von Konflikt zu Konflikt, 23 an der Zahl mittlerweile, etwa zwei bis drei Monate pro Jahr. Nach Afrika, in den Nahen und Mittleren Osten.

    Lange zog er es vor, überhaupt nicht über diese Bilder zu sprechen, sagt der 59-Jährige. „Das Grauen, das ich gesehen habe, ist so groß, dass ich dachte, die Menschen könnten mir das nicht glauben.“ Ihm, einem Schönheitschirurgen, der ohne die Hilfe von Skalpellen selbst Model für Newton hätte stehen können. Einer, der weiß, wie gut es das Leben mit ihm meint.

    Doch gelegentlich erzählt der Arzt, der als Unfallchirurg in Zürich begann, inzwischen von den Erlebnissen als Kriegschirurg. Was viel zu tun hat mit seinem beruflichen Werdegang, der auf den ersten Blick aus einem drastischen Gegensatz zu bestehen scheint: Schönheits- und Kriegschirurg. Himmel und Hölle. Auf den zweiten lösen sich die Gegensätze jedoch auf in eine Fügung, die notleidenden Menschen in Kriegen nicht nur kurzfristig helfen könnte, sondern auch langfristig.

  • Thema von carlos im Forum Arbeiten im Ausland al...
  • Thema von carlos im Forum Arbeiten im Ausland al...

    Der Anruf von der Insel Lesbos erreichte Dr. Alexander Schafigh mitten in der Nacht zum Mittwoch, noch bevor die ersten Bilder vom brennenden Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos um die Welt gingen. Informiert wurde der 50-jährige Zahnarzt aus Bornheim von Team-Mitgliedern. Denn Schafigh gehört der „Health Point Foundation“ (HPF) an und war seit 2019 bislang zwei Mal in dem Flüchtlingslager, um ehrenamtlich als Zahnarzt vor Ort zu helfen.

    https://www.rundschau-online.de/region/b...lesbos-37330232

  • Thema von carlos im Forum Hilfswerk deutscher Za...

    Ein Besuch beim Zahnarzt kann nicht nur die eigenen Schmerzen lindern. Er kann auch Kinder in Kenia zu einer Schule verhelfen. Dafür sorgt ein Zahnärzte-Hilfswerk.
    Allein der Gedanke an das unangenehme Zahnbohrer-Geräusch lässt viele von uns erschaudern. Doch der Zahnarztbesuch kann etwas Gutes mit sich bringen. Vorausgesetzt man hat Gold im Mund. "Mir war eine Krone kaputtgegangen, ich saß auf dem Behandlungsstuhl. Der Zahnarzt übergibt mir in einem kleinen Plastiktütchen die kaputte Krone", erzählt ein Patient des Fürther Zahnarzt Horst Schellenberger.

    Der Zahnarzt erklärt dem 50-Jährigen dann, er habe jetzt zwei Möglichkeiten. Er könne das ausgediente Zahngold zum Alt-Goldhändler bringen und ein paar Euro dafür bekommen oder es spenden. "Sie können mir glauben, damit wurden schon zahlreiche Hilfsprojekte realisiert. Einfach faszinierend, was man mit ausgedientem Zahngold alles schaffen kann", schwärmt Schellenberger.

  • Medizinische Versorgung JamaikaDatum17.09.2020 22:54
    Thema von carlos im Forum Jamaica

    Medizinische Versorgung
    Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser auf Jamaika ist im Vergleich zur Weltbevölkerung unterdurchschnittlich. Pro 1000 Einwohner stehen im Land 1,7 Krankenhausbetten zur Verfügung. Der weltweite Mittelwert liegt hier bei 2,7 Betten und innerhalb der EU stehen sogar 5,6 Betten für jeweils 1000 Einwohner zur Verfügung.

    Mit rund 3.890 ausgebildeten Ärzten auf Jamaika stehen pro 1000 Einwohner rund 1,32 Ärzte zur Verfügung. Auch hier wieder der Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,50 Ärzten pro 1000 Einwohnern und in der EU sogar bei 3,57.

    Durch den niedrigen Versorgungsstand kann die Sterblichkeit wesentlicher, bekannter Krankheiten nur in vergleichsweise wenigen Fällen reduziert werden. Nach aktuellem Stand sterben immer noch etwa 15 Prozent aller Menschen, die an Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder der Chylomikronen-Retentions-Krankheit (CRD) leiden.

    Datenbasis
    Die obigen Daten entsprechen den Informationen der Weltgesundheitsorganisation, der Global Health Workforce Statistics, UNICEF, State of the World's Children, Childinfo, Global Health Observatory Data Repository und der OECD. Die täglichen Fallzahlen zur Verbreitung des Corona-Virus stammen vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

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