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  • „KiNiKi“Datum08.04.2018 21:04
    Foren-Beitrag von carlos im Thema „KiNiKi“
  • „KiNiKi“Datum08.04.2018 21:04
    Thema von carlos im Forum Deutschland

    Seit dem Jahr 2005 sammeln Zahnärzte das Zahnaltgold ihrer Patienten und Patientinnen für die „KiNiKi“. Im letzten Jahr haben sich laut einer Pressemitteilung 19 Zahnarztpraxen an dem Projekt beteiligt, 16 davon aus dem Kreis Göppingen.

    „KiNiKi“ steht für Kinder – Ninos – Kids und ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die in Stuttgart-Plieningen und Prien angesiedelt ist. Die Organisation hilft Kindern. Der Schwerpunkt liegt in Deutschland. Das hauptsächliche Augenmerk richtet sich auf Straßenkinder in Deutschland und Kinder, die sich in schwierigen Situationen befinden, so die Mitteilung.

    „KiNiKi“ unterstütze bestehende Projekte, aber auch Kinder ganz direkt auf unbürokratische Weise. Die Projekte würden gewissenhaft ausgesucht. Die gesammelten Spenden fließen direkt in die Projekte, es fallen keine Kosten an, die von Spendengeldern beglichen werden, da die Träger von „KiNiKi“ nach eigenen Angaben die Verwaltungskosten selbst übernehmen, Auch trägt die Organisation seit vielen Jahren das DZI-Spendensiegel. Im Kreis Göppingen erhält das Rupert-Mayer-Haus mit all seinen Außenstellen regelmäßig Unterstützung.

    Bei der „Patienten Spenden Zahngold Aktion 2017“ haben die Praxen Dr. Sebastian Bär, Dr. Steffen Birk und Dr. Jochen Fink, Dr. Konrad Bühler und Kollegen, Zahnärztin Yuva Coskun, Dr. Markus Getto, Dr. Petra Huber, Dr. Hans-Ulrich Kast, Dr. Joachim Mezger, Dr. Bernd Mutschler, Dr. Mike Porsche und ZA Helko Schällig, Dr. Roland Reif, Dr. Werner Scherer, Dr. Thomas Schleihauf, Dr. Claudius Steinbach, Dr. Jürgen Straub und Dr. Michael von der Heide aus dem Kreis Göppingen mitgeholfen und wurden dabei von ihren Patienten tatkräftig unterstützt. Dies gilt ebenso für die Firma „a-priori GmbH&Co.KG“ in Göppingen, die schon die ganzen Jahre das Edelmetall ohne Kosten scheidet.

    Die Aktion „Patienten spenden Zahngold“ geht auch 2018 weiter. Interessenten können sich an die KiNiKi gAG, In den Entenäckern 18, 70599 Stuttgart oder an joerg.hofmann@kiniki.de wenden.

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    GC Symposium im Rahmen des Oral Health Research Congress von CED-IADR und NOF in Wien:

    Neue Erkenntnisse im Bereich Kariesmanagement rücken minimal-invasive Therapien in den Fokus


    Infolge eines Paradigmenwechsels in der Therapie kavitierter Kariesläsionen wird heutzutage angestrebt, möglichst viel der natürlichen Zahnhartsubstanz zu erhalten. Als einer der weltweit führenden Dentalanbieter nimmt die GC Corporation eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der minimal-invasiven Zahnheilkunde ein und hat diese in ihrer Firmenphilosophie verankert. Die neuesten Trends beleuchtete ein Symposium von GC Europe zum Thema “Restorative options considering modern aspects on caries management” im Rahmen des Oral Health Research Congress der CED-IADR und der Scandinavian Division of the International Association for Dental Research (NOF) am 23. September 2017 in Wien. [Weiterlesen ...]

    Das Symposium unter dem Vorsitz von Prof. Angus Walls, Direktor des Edinburgh Dental Institute, Großbritannien, befasste sich mit der zunehmenden Anwendung minimal-invasiver Ansätze in der Kariestherapie. Das aus zahnmedizinisch tätigen Klinikern und Forschern bestehende Fachpublikum würdigte dabei insbesondere die vorgetragenen Richtlinien für das Kariesmanagement sowie die neuen Erkenntnisse zu modernen Restaurationsmaterialien.



    Zahnhartsubstanz erhalten, Restaurationszyklen vermeiden

    Dr. Falk Schwendicke, stellvertretender Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin an der Charité Berlin, eröffnete das Event. Die neue Sicht auf Karies sowie die Dynamik kariöser Läsionen hätten laut Schwendicke einen Paradigmenwechsel in Richtung minimal-invasiver Ansätze zur Folge gehabt. Dabei gebe es eine zunehmende Evidenz bezüglich der Anwendung von Versiegelungstechniken sowie einer eher partiellen als kompletten Kariesentfernung. Gegenwärtige Therapien zielen darauf ab, die Pulpa-Vitalität aufrechtzuerhalten und das betroffene Dentin wiederherzustellen; insbesondere bei sehr tief kavitierten Läsionen. Eine Herausforderung bestehe weiterhin in der Restauration von Kavitäten, bei denen demineralisiertes, möglicherweise bakteriell kontaminiertes Gewebe zurückbleibt. Glasionomere und andere bioaktive Materialien empfehlen sich hierbei als vielversprechende Werkstoffe; zudem gäben Ort und Ausmaß der Läsion sowie Kariesrisiko und -aktivität weitere Hinweise darauf, wie betroffene Zähne adäquat behandelt werden können.

    Minimal-invasive Methoden dienen Zahnerhaltung älterer Patienten

    Der zweite Referent Dr. Gerry McKenna, Hochschuldozent an der School of Medicine, Dentistry and Biomedical Sciences at the Queen’s University Belfast, Großbritannien, verwies auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die tiefgreifenden Konsequenzen für alle Aspekte der Gesundheitsversorgung – einschließlich der Mundgesundheit. Weltweit nähmen bei älteren Menschen Koronal- sowie Wurzeloberflächenkaries zu; infolge der Rezession des Gingiva-Randes werde der Schmelz-Zement-Übergang freigelegt, welcher kariesanfälliger ist. Um die natürlichen Zähne auf Lebenszeit zu erhalten, sei die Sensibilisierung für Mundhygiene, Früherkennung und minimal-invasive Therapieansätze essentiell.

    Moderne Werkstoffe mit kariespräventiven Eigenschaften erzielen langfristige klinische Erfolge

    Im Anschluss präsentierte Prof. Ivana Miletic vom Department of Endodontics and Restorative Dentistry, School of Dental Medicine, Universität Zagreb, Kroatien, klinische Studien zum Einsatz der Glasionomer- bzw. Glashybrid-basierten Restaurationsmaterialien EQUIA und EQUIA Forte; einschließlich vorläufiger Ergebnisse ihrer laufenden klinischen Studie zu EQUIA Forte. Die mit einem schützenden, nanogefüllten Composite-Lack verbesserten Werkstoffe auf Glasionomer- (EQUIA) bzw. Glashybrid-Basis (EQUIA Forte) zeigten der Datenlage zufolge langfristig klinischen Erfolg.

    Mit mehr als 500 Millionen Restaurationen auf Glasionomerbasis ist die GC Corporation weltweit führend auf diesem Gebiet. Dank der Expertise von GC und seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben sich die neusten Innovationen EQUIA und EQUIA Forte als leistungsfähige, permanente Restaurationsmaterialien etabliert.,** Bestätigt wurde dies auch durch eine randomisierte klinische Studie, die das Forscherteam um Prof. Sevil Gurgan, School of Dentistry, Department of Restorative Dentistry, Hacettepe University Ankara, Turkey, im Rahmen der Konferenz vorstellte: EQUIA-Seitenzahnfüllungen erzielten nach einer 8-jährigen Liegedauer ähnliche klinische Erfolgsraten wie ein vergleichbares Composite. Dank seiner Vorteile – wie die Haftung an feuchter Zahnsubstanz, Fluoridfreisetzung, Biokompatibilität und die geringe Toxizität – sei EQUIA eine ideale Therapieoption für die minimal-invasive Füllungstherapie.

    Für die GC Corporation hat die „Mission Zahnerhaltung“ oberste Priorität: Aus diesem Grund ist GC Europe nicht nur auf Kongressen wie dem beschriebenen aktiv, sondern hat zudem in Zusammenarbeit mit dem MI Advisory Board – einer aus hochrangigen Wissenschaftlern, Forschern und Zahnärzten zusammengesetzten Gruppe – umfassende Leitfäden zu Behandlungsplänen und der praktischen Umsetzung minimal-invasiver Therapieansätze entwickelt.


    Weitere Informationen unter:

    https://www.gc-dental.com/products/mi-concept/ http://cdn.gceurope.com/v1/PID/mipastepl...Handbook_en.pdf

    http://www.ced-iadr2017.com/images/docs/...STRACT-BOOK.pdf


    Literatur:

    Basso, M., Goñe Benites, J., Ionescu, A., & Tassera, C. (2016). 7 Years, Multicentre, Clinical Evaluation on 154 Permanent Restorations Made With a Glass Ionomer-based Restorative System. Journal of Dental Research, 95 (Spec. Issue B): #0446.

    Gurgan, S., Kutuk, Z., Ergin, E., Yalcin Cakir, F. (2017). 8-Year Clinical Evaluation of a Glass Ionomer Restorative System. Journal of Dental Research, 96 (Spec. Issue B): #0287.

    Hayes, M., Allen, E., da Mata, C., McKenna, G., & Burke, F. (2014). Minimal Intervention Dentistry and Older Patients Part 2: Minimally Invasive Operative Interventions. Dent Update, 41(6): 500–2, 504–5.

    Innes, N. P. T., & Schwendicke, F. (2017). Restorative Thresholds for Carious Lesions: Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Dental Research, 96(5):501-508.

    McKenna, G. J. (2017). Caries Management in Geriatric Dentistry. Journal of Dental Research, 96 (Spec. Issue B): #0240.

    Miletic, I. (2017). Clinical Evidences on the Use of Modern Glass Ionomers. Journal of Dental Research, 96 (Spec. Issue B): #0240.

    Schwendicke, F. (2017). Caries Management from the Restorative Point of View. Journal of Dental Research, 96 (Spec. Issue B): #0239.

    Schwendicke, F., Frencken, J. E., Bjørndal, L., Maltz, M., Manton, D. J., Ricketts, D., et al. (2016). Managing Carious Lesions: Consensus Recommendations on Carious Tissue Removal. Advances in Dental Research, 28(2): 58–67.

  • Thema von carlos im Forum Brasilien

    Die Aktionsgemeinschaft Zahnarzthilfe Plus e.V. organisiert seit 26 Jahren zahnärztliche Hilfseinsätze in Brasilien. Der Verein behandelt ausschließlich in Favelas der Großstädte oder in Armutsgebieten in der Peripherie des Landes, in denen die Bevölkerung keinen, oder aber nur sehr eingeschränkten Zugang zu staatlichen Gesundheitseinrichtungen hat. Die Behandlungen werden kostenlos von deutschen Zahnärzteteams durchgeführt, die mindestens 14 Tage vor Ort sind. Je nach den Voraussetzungen im Einsatzgebiet wird entweder stationär in einem örtlichen Gesundheitsposten behandelt oder im vereinseigenen Dentomobil.

    Die Einsatzperiode beginnt im März 2018 und dauert je nach Bedarf und Anzahl der Teams drei bis vier Monate. Auf einem Grundstück der Freimaurer wird das Dentomobil mit einer fest installierten zahnärztlichen Behandlungseinheit vor Ort stationär geparkt und mit Wasser und Strom versorgt. Die entstandenen Kosten können über eine Spendenbescheinigung komplett steuerlich abgesetzt werden, da der Verein den Status der Mildtätigkeit innehat. Organisator der Einsatzplanung ist Dr. Hanno Zehe: drzehe@gmx.de.

    Weitere Informationen finden Sie unter: www.azb-brasilien.de.

    Spendenkonto:

    AZB Plus e.V.

    IBAN: DE17 6605 0101 0022 1127 59

    BIC: KARSDE66

  • Thema von carlos im Forum Namibia

    Bohren im Busch

    Karin und Karl Haushofer sind nach Namibia gereist, um Menschen abseits der Großstädte zahnmedizinisch zu helfen. Hier schildern sie ihre Eindrücke.

    Markt Schwaben/Grootfontein – „Ich schreibe diese Zeilen bei 30 Grad im Schatten in der Badehose am kleinen Pool unserer deutsch-namibischen Gastgeber“: Das klingt jetzt nicht wirklich danach, als ginge es um jemanden, der sich hierzulande im oberbayerischen Spätherbst an seinen PC gesetzt hätte. Nein, Karin und Karl Haushofer haben sich gemeldet. Gemeldet aus Grootfontein in Namibia, wo der Zahnarzt aus Markt Schwaben und seine Gattin als Arzthelferin gerade aufregende Zeiten in einem schweißtreibenden Ambiente erleben. Das Paar hatte sich, wie berichtet, freiwillig zu einem Dienst gemeldet, um jugendliche und erwachsene Namibier zahnärztlich zu behandeln.

    Die Haushofers machen das im Namen der Organisation Zahnärzte ohne Grenzen (DWLF). Und für die hat man auch schon einen ersten Zwischenbericht verfasst, der schon jetzt einen eindrucksvollen Einblick gibt in das, was bislang schon alles passiert ist.

    Am 19. November brach das Ehepaar zum Flug nach Namibia via Südafrika auf. Und erreichten, wenn auch mit Verspätung, das Ziel in der Kleinstadt im Herzen des Landes. Dort konnte man dann doch in aller Ruhe auspacken und die Arbeitsstätte in der 1,5 km entfernten Klinik besuchen. Einer Empfehlung von Kollegen folgend, bauten die beiden Schwabener auf einer Terrasse zur Probe schon mal den „Behandlungsstuhl“ auf. Haushofer schreibt: „Gut so, denn zwar ist es eigentlich gar nicht schwer, aber nur wenn man weiß, wie es geht... Wichtig ist dieses Utensil deshalb, weil in der Klinik nur ein fest installierter Behandlungsstuhl steht und es wirklich sehr zu empfehlen ist, mit zwei Teams parallel zu arbeiten, sonst geht nix vorwärts.“

    Der 20. November ist der erste Behandlungstag. Hasuhofer: „Am Montagmorgen aufstehen, in die Praxis gehen, den Patienten im von der Mitarbeiterin vorbereiteten Behandlungsraum begrüßen und loslegen, wie man so zumeist von der Praxis gewohnt ist, das war einmal.“

    Hier heißt es: Erst mal Stuhl aufbauen und mobile Einheiten in Gang bringen und die Instrumente sichten und orten.

    Gegen 10 Uhr geht es dann los. In sein Tagebuch für die DWLF schreibt Haushofer: „Es ist nun wirklich nicht so leicht, mit den veralteten mobilen Einheiten zurecht zu kommen. Die Absaugung ist dürftig und soll eh nur kurz eingeschaltet werden. Die Wasserkühlung ist auch nur kurzzeitig verlässlich. Also Füllungen zu machen unter diesen Voraussetzungen, ist nicht so prickelnd.“ Aber die Experten aus Oberbayern geben ihr Bestes und können die 23 bestellten Patienten bis zum frühen Nachmittag „versorgen“.

    21. November: Es läuft schon sehr viel runder am zweiten Tag. Da die Anzahl der Patienten nicht sehr viel größer wird (25) und man auch früher beginnt, ist man schon um 14 Uhr fertig. „Zur Belohnung kauften wir noch im Supermarkt ein und gönnten uns den ersten gemütlichen Grillabend“.

    22. November: „Die Nachfrage steigt. Schon bei unserer Ankunft um 8.15 Uhr war die ,Zahnarztbank’ vor dem Wartezimmer mit sieben Personen besetzt... Zwischen 14 und spätestens 15.30 Uhr waren wir dann auch immer fertig... An diesem Mittwoch gingen uns auch die Instrumente aus, weil die Damen vom Steri wohl überlastet waren. Dies setzte sich auch am Donnerstag und Freitag fort. Wir führten dies auch auf das Fehlen von Oberschwester Sarkie zurück, wussten uns aber, so gut es ging, mit Mundspatel und dem, was halt noch da war, zu helfen. Afrikanische Improvisation halt, gezwungenermaßen“.

    23. November: „Kindertag, warum auch immer. Es zeigte sich, dass die Kleinen in Grootfontein im Grunde nicht anders auf Zahnarztbesuche reagieren als die bei uns zu Hause. Manche ganz tapfer, manche überängstlich und verschreckt. Mein erster Patient, ein neunjähriger Junge, zitterte schon beim Hinsetzen am ganzen Leib, beruhigende Worte und unser Stoffelefant Dumbo halfen da nur wenig. Nach der ersten Mundöffnung und Einbringen des Mundspiegels gab es ein lautes Würgegeräusch, und in zwei riesigen Schüben entlud sich das ganze, aber auch wirklich ganze Frühstück... Putzen war angesagt, von weiteren Maßnahmen bei dem Jungen habe ich an diesem Tage abgesehen.“

    Im weiteren Verlauf aber gibt es keine besonderen Ereignisse. Patienten jeden Alters und verschiedenster sozialer Schichten und ethischer Gruppen finden sich ein. Buschmänner und -frauen wie Angestellte im Ort, Gefangene aus dem Gefängnis von Grootfontein in Begleitung von zwei Polizisten wie ,feine Damen’ mit lackierten Fingernägeln. Ähnlich nur das Krankheitsbild: Meist abgefaulte Backen- und Weisheitszähne und große Frontzahnkaries. Es ist sowohl die Extraktion, noch schlimmer eine erforderliche Aufklappung bei oftmals sehr hartem Knochen eine Herausforderung an Mensch und Maschine. Letztere verweigert leider allzu oft und allzuschnell den Dienst, insbesondere die vollkommen unzureichende Absaugung bei den mobilen Einheiten ist ein echte ,Herausforderung’...“

    24.11.2017: „Einsatz wie gehabt. Wir haben heute die zweite kritische dicke Backe bei einer Frau, ausgelöst von einem halb retinierten Weisheitszahn, der „Klassiker“...

    Karl Haushofer berichtet am Ende seines Zwischenberichts: „Jetzt sind wir gespannt, was uns in der zweiten Woche beim Außeneinsatz erwartet.“ Jetzt, also in dieser Woche, geht ein nämlich wirklich in die Provinz. Erst in der kommenden Woche werden die Haushofers ihren Freiwilligendienst in Südwestafrika beendet haben.

  • Ohne einen weißen Kittel geht in dem Flüchtlingscamp nicht. Der Münsteraner Dr. Claus Westerberg wird dort nur als Arzt akzeptiert, wenn er einen Kittel an hat. Und in dem behandelt er Hunderte – und das kostenlos. Von Tobias Vieth
    Die Hilfe vor Ort

    Vieles an der Hilfe im Lager im griechischen Veria ist mittlerweile informell organisiert. Die Kölner „Refugees Foundation“ schickt regelmäßig Freiwillige mit Hilfsgütern dorthin. Vor Ort, erzählt Zahnarzt Dr. Claus Westerberg, gibt es eine inoffizielle Camp-Managerin der Organisation „Bridge 2“. „Sie ist das ganze Jahr dort, finanziert von einer privaten Sponsorin“, so Westerberg. Von der offiziellen Camp-Leitung, dem Militär, werde sie geduldet. Im Lager hat sie ein Kleidungsgeschäft und eines für Nahrungsmittel eingerichtet, erklärt der Münsteraner. Diese funktionieren auf Basis eines selbst erdachten Gutscheinsystems jenseits der Währung.

    Mit dem zugewiesenen Geld in Form von Guthabenkarten, hat Westerberg erfahren, kommen die Menschen nämlich kaum über die Runden. Die griechischen Supermärkte sind teuer, und auf den Märkten werden die Guthabenkarten nicht akzeptiert.

    Die Familien wohnen am Rand des griechischen Skigebiets nahe Thessaloniki in acht bis zehn Quadratmeter großen Räumen. -vie-

  • Thema von carlos im Forum Griechenland

    Ohne einen weißen Kittel geht in dem Flüchtlingscamp nicht. Der Münsteraner Dr. Claus Westerberg wird dort nur als Arzt akzeptiert, wenn er einen Kittel an hat. Und in dem behandelt er Hunderte – und das kostenlos.

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    Dr. Claus Westerberg denkt nur Sekundenbruchteile lang nach und muss dann schmunzeln. „Karma“, sagt er. Das bekomme er für seine Hilfe im griechischen Veria. Sonst gibt es nichts – schon gar kein Geld. Der Zahnarzt zahlt sein Flugticket nach Griechenland selbst, hat für einige Tausend Euro eine mobile Zahnbehandlungseinheit gekauft, freie Kost und Logis gibt es 70 Kilometer westlich von Thessaloniki auch nicht.

    Dass der 41-jährige Münsteraner, dessen Praxis in Ibbenbüren ist, 2017 dennoch schon zwei Mal dort war – eine Woche zu Ostern und drei Tage in den Herbstferien –, hat mit 280 zumeist syrischen Flüchtlingen zu tun, die dort in einer früheren Militärliegenschaft leben. Westerberg kümmert sich um die Zähne der Menschen, darunter viele Kinder. Täte er dies nicht, gäbe es keine Versorgung, vom Krankenhaus einmal abgesehen, in dem zumindest ein Zahnnotfall behandelt werden könnte. Im Lager selbst gibt es nur zwei Sanitäter.

    Zum Helfer wurde Westerberg über die Kölner „Refugees Foundation“, erzählt er. Er und seine Frau Tannaz, ebenfalls promovierte Zahnärztin, hatten vor zwei Jahren bereits den Verein Nimas gegründet, der sich die Flüchtlingshilfe zum Ziel setzt. Den Antrieb, in der Flüchtlingskrise zu helfen, hatte Westerberg also schon länger. Der Kontakt zur „Refugees Foundation“ kam über Facebook zustande, losgelöst von „Nimas“. Westerberg recherchierte ein wenig, kontaktierte einen Arzt, der schon zuvor dort war – und sagte schließlich zu.

    Kurz vor der Reise im Frühjahr klaubte er ein paar Medikamente zusammen, Material für Füllungen und etwas Zahnarztbesteck. Eine Behandlungseinheit mit Bohrer und anderem fand sich vor Ort, allerdings eine ziemlich alte. Sie lief zudem heiß, deshalb die spätere Neuanschaffung. Einen Zahnarztstuhl gibt es im Lager nicht – für die Behandlungen muss eine Liege ausreichen. Und dann zog er Zähne, eine ungezählte Menge. Viele der Syrer hatten schon lange keinen Zahnarzt mehr gesehen, entsprechend war der Zustand der Gebisse. Wobei Westerberg betont, dass man den Zähnen ansehen konnte, dass die Menschen ursprünglich aus einem entwickelten Land stammen. Brücken, Füllungen, Kronen, alles war fachgerecht gemacht. Allerdings vor Jahren, vor dem Krieg.

    Noch mehr Eindruck als die Zähne hinterließen die Lebensbedingungen vor Ort. Die alte Pionierkaserne, erzählt Westerberg, werde vom Militär geleitet. Nach seinem Eindruck ist es wenig, das getan wird. Viel direkte Hilfe vor Ort gibt es aber auf informeller Basis, jenseits des Tuns der großen Hilfsorganisationen. Der eine oder andere Container, etwa mit einem Kindergarten oder einer Schule, trage die Logos der Nichtregierungsorganisationen oder auch der EU. Doch dort passiere wenig. „Der Kindergarten ist verschlossen.“ Die Schule war es zu Ostern auch, jetzt im Herbst sei sie offen gewesen.

    Zurück zu den Zähnen: Da wirkte sich die Mentalität der Bewohner aus. Der eine oder andere kam, Westerberg erklärte die Behandlung, und dann ging der Patient lieber weg. Schließlich taten die Zähne ja nicht weh. Noch nicht. Einige standen ein paar Tage später doch wieder vor dem Behandlungsraum. Doch da war Westerberg schon abgereist.

    Die Kinder motivierte man mit der Methode „No dentist – no toy“. Nur Kinder, die sich von Westerberg untersuchen ließen, durften sich später ein Spielzeug im „Campladen“, der mit Hilfsgütern bestückt wird, aussuchen. Mit Erfolg: „Ich habe jedes Kind im Camp gesehen.“ Wichtig auch: Westerberg trägt im Camp einen Arztkittel. In Ibbenbüren würde er das nie tun, die langen Ärmel seien eine „Keimschleuder“. Er bevorzugt Poloshirts. Doch in Veria würde er ohne Kittel als Arzt nicht für voll genommen, sagte man ihm.

    Ersten Erfolg sah er schon im Herbst. 80 Zähne habe er da nur noch gezogen, 70 Füllungen gemacht und zehn Parodontal-Behandlungen. Im Frühjahr will er wiederkommen, weiter Punkte sammeln. Fürs Karma.

  • Thema von carlos im Forum Tansania

    Irina und Wolfgang Fettien leisten im (Un-)Ruhestand Aufbauhilfe als Zahnärztin und Chirurg in Tansania
    Ein Zahnarztstuhl für Afrika – mehr noch. Die gesamte Inneneinrichtung ihrer Zahnarztpraxis will Irina Fettien (63) mit ihrem Mann, Wolfgang Fettien (66), nach Tansania bringen. Derzeit sitzen beide auf Kisten, um das gesamte dentale Inventar, und was sie sonst noch an medizinischen Gerätschaften zusammengetragen haben, zu verstauen und zu verschiffen.

    Bis 22. März muss alles verpackt sein. Dann geht die Zahnarztpraxis von Waltershausen gen Afrika mit Zwischenstopp, bis alle Formalitäten erledigt sind. Spätestens im Sommer soll die Hilfssendung im Bashanet-Hospital in Babati, im Norden Tansanias, ankommen. Fettiens wollen sie dann an Ort und Stelle aufbauen und einen Zahnarzt einarbeiten. Eine Region mit etwa 75 000 Menschen wäre dann zahnärztlich versorgt.

    Dieser Zahnarztstuhl und alle anderen Gerätschaften der Praxis sollen verpackt und per Container verschifft werden. Foto: Wolfgang Fettien Dieser Zahnarztstuhl und alle anderen Gerätschaften der Praxis sollen verpackt und per Container verschifft werden. Foto: Wolfgang Fettien

    Für das Ehepaar stellt die Hilfsaktion einen logischen Schritt dar. Ihr Berufsleben lang haben beide Menschen behandelt, operiert und geheilt. Am 1. März ist Irina Fettien in den Ruhestand gegangen. Ehemann Wolfgang, langjähriger Chirurg im Krankenhaus Friedrichroda, ist vergangenes Jahr aus dem Berufsleben ausgeschieden.

    Das ist wie Lambarene ohne Geld

    Die Arbeit als Zahnärztin sei ihr in den letzten Jahren durch ständig neue Auflagen verleidet worden, sagt Irina Fettien. Als es jetzt hieß, ein neues Computerprogramm zu installieren, um sich mit den Kollegen digital zu vernetzen, habe sie sich gesagt: „Ich höre auf.“ Doch was soll aus der Praxis werden, die sie nach der Wende, 1991, in Waltershausen aufgebaut hat? Einen Nachfolger habe sie nicht gefunden. Die Zahnarztdichte in Waltershausen ist hoch. Zehn Kollegen praktizieren am Fuße des Tennebergs. So eine Dichte in einer Kleinstadt ist ungewöhnlich.

    Stoßgebete vor jeder Behandlung: Zähneziehen wie in Vorzeiten auf einem Jahrmarkt. Foto: Wolfgang Fettien Stoßgebete vor jeder Behandlung: Zähneziehen wie in Vorzeiten auf einem Jahrmarkt. Foto: Wolfgang Fettien

    Das stellt sich in Afrika ganz anders dar. Dort herrscht Mangel. Fettiens wissen das aus eigenem Erleben. Ein Artikel des SES Bonn hatte sie darauf aufmerksam gemacht. Der Senior Experten Service (SES), eine Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fachkräfte im Ruhestand, will Ländern in der dritten, vierten Welt helfen, sich im Fachwissen zu verbessern.

    Kaum hatte sich Wolfgang Fettien beim SES gemeldet, erhielt er die erste Anfrage, ob er nicht in China Aufbauarbeit leisten wolle. Nach anfänglichem Sträuben praktizierte er drei Wochen in Dongguan, einer Sechs-Millionen-Metropole an der Küste. Bei seiner Rückkehr teilte er dem SES mit, dass er Afrika bevorzuge. Der Keim dafür war 1988 während eines einjährigen Aufenthalts in Algerien gelegt worden. Die Bonner teilten daraufhin mit, im Bashanet-Hospital, in Tansania, werde ein Chirurg gebraucht. Fettiens fragten nach, ob dort auch ein Dentist benötigt würde.

    Was für eine Frage!

    Im Sommer vorigen Jahres reisten die beiden nach Tansania und praktizierten unter „mini-minimalsten“ Bedingungen, beschreibt Irina Fettin die Gegebenheiten dort. Ein Plastikstuhl, sechs Zangen, ein Hebel standen ihr zur Verfügung. Zahnbehandlungen gerieten zu Schauvorführungen wie auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt. „Ich hatte bei den Behandlungen reichlich Zuschauer.“ Einer musste eine Taschenlampe halten, um den Rachenraum des Patienten auszuleuchten.

    Chirurgische Eingriffe waren ein Wagnis. „Ich habe Stoßgebete gen Himmel geschickt: Hoffentlich bricht kein Zahn. Es gab ja nichts, um operativ die Restwurzel entfernen zu können“, berichtet sie. Immerhin habe es Betäubungsmittel gegeben und Spritzen mit riesigen Nadeln. Ähnlich dünn sei die Ausstattung des OP-Saals. Wolfgang Fettien: „Selbst eine Blinddarm-Entfernung gerät zum Abenteuer.“ Es fehle an Instrumenten, OP-Leuchten. . .

    Fettiens Fazit: „Das ist Lambarene ohne Geld.“ Während Albert Schweitzer für sein Urwaldhospital Spenden aus aller Welt erhalten hatte, fehlen in Bashanet sogar Decken für die Patienten. Und die Nächte im afrikanischen Hochland sind kalt. Angesichts dieses Mangels sagten sich beide: „Wir richten im Hospital eine Zahnarztpraxis ein.“ – Nun sind Fettiens dabei, einen Container mit medizinischen und dentalen Hilfsgütern zusammenzustellen, Geld für den Transport zu sammeln.

    Das SRH-Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda stellt Kleidung, Desinfektionsmaterial und Instrumente zur Verfügung; das St.-Georg-Klinikum Eisenach mehrere Kisten an chirurgischem Instrumentarium und eine Operationslampe. Heidrun Henniges aus Waltershausen steuert zahnärztliche Desinfektionsmittel bei, Karin Kornhaaß eine Lampe für einen Zahnarztstuhl, Bernhard Neubauer einarmige Seifen- und Desinfektionsspender.

    Zu ihren Kollegen pflegen Fettiens derzeit zu sagen: „Was ihr auch übrig habt, in Afrika wird es gebraucht.“
    Anfragen: Tel. (03622) 6 00 34

  • Langeooger Zahnärztin hilft in IndienDatum07.03.2018 21:17
  • Langeooger Zahnärztin hilft in IndienDatum07.03.2018 21:16
    Thema von carlos im Forum Indien

    Langeoogs Zahnärztin, Dr. Gabriele Hübner, wird im Dezember im südindischen Madurai erstmals ehrenamtlich Zahnbehandlungen für Waisen anbieten. Sie kooperiert dabei mit dem ISA Childrens Home Unterstützungsverein e.V. um Dörte und Andreas Bolts. Mit Geld- und Materialspenden unterstützt werden Reise und Tätigkeit der Zahnärztin von Privatpersonen und den Langeooger Lions Clubs.

    Zu ungewöhnlicher Stunde rief Dr. Gabriele Hübener am Sonntagmorgen in den Langeooger Ratssaal, als auf der gegenüberliegenden Straßenseite gerade die Glocken der Inselkirche zu schlagen begannen. Auch etliche Damen und Herren der Langeooger Lions Clubs, dessen Damenclub auch die Insel-Zahnärztin angehört, waren erschienen, dazu natürlich auch der Hausherr, Bürgermeister Uwe Garrels.

    Aus Bremen angereist waren Dörte und Andreas Bölts, Gründerin und Gründer des ISA Childrens Home Unterstützungsvereins e.V., die ihr mit viel Herzblut und aus christlicher Überzeugung betriebenes Projekt den Anwesenden vorstellten.
    2003 beschloss das Ehepaar Bölts, auf einem mit Eigenkapital und Spenden gekauften Grundstück in Südindien (Bundesland Tamil Nadu) ein Waisenhaus zu errichten, in dem indische Kinder und Jugendliche leben und lernen können sowie adäquate medizinische Versorgung erhalten. Auch die Verbesserung der Wasserversorgung im Dorf war und ist dabei ein wichtiger Punkt.
    Damit Spendengelder nicht in der Bürokratie versickern, wurde dazu in Indien ein gemeinnütziger Trust und in Deutschland ein gemeinnütziger Verein gegründet, damit finanzielle Hilfe direkt und ohne Abzüge vor Ort ankommt. Mindestens dreimal im Jahr fliegen die Bölts persönlich hin, um sich über die Fortschritte zu informieren und tatkräftig mitanzupacken. Ziel ihres Vereins ist, die Lebensbedingungen und Bildung der Kinder stetig zu verbessern. Mit Erfolg — denn dieses Jahr konnten bereits zwei junge Frauen ein Studium durch die Unterstützung des Vereins aufnehmen.
    Da Frauen und Mädchen in Indien noch gravierend gesellschaftlich benachteiligt werden, setzt dieser Schritt für die beiden Studentinnen — und den Verein — ein besonders schönes Zeichen dafür, dass sich der Einsatz lohnt.

    Überzeugt von der guten Arbeit des Vereins ist Dr. Gabriele Hübener schon länger, doch nun tritt sie zum ersten Mal die lange Reise nach Indien an, um vor Ort ehrenamtlich mitzuhelfen. Durch frühere Indien-Aufenthalte ist ihr die Lage der Menschen sehr präsent; dieses Jahr wird sie den ganzen Dezember in Indien verbringen, davon mindestens zwei Wochen als Zahnärztin im ISA Childrens Home.
    Material für die Behandlungen bekam sie dafür als Spende von der Zahnärztin Bremer-Bohde aus Lingen, der Zahnarztpraxis Ebrecht aus Esens sowie aus dem Dental Depot Bauer in Oldenburg.
    Die Langeooger Lions-Damen steuerten die Hälfte der Flugticket-Kosten bei, die Lions-Herren leisteten einen großen Beitrag für benötigtes Material und alle Langeooger Lions übernahmen gemeinsam eine Patenschaft für die beiden zuvor erwähnten Studentinnen, damit diese die Hochschule auch abschließen können.

    Bürgermeister Garrels hatte eine Geschenktüte dabei, in der sich 30 Spielzeugenten mit "Langeoog"-Emblem für die Kinder im Waisenhaus befanden. Mit diesen posierte die Gruppe dann auch für ein Foto, bevor der Bürgermeister zur Rede anhob.

    Sehr gerne habe er am Sonntagmorgen für dieses Projekt die Tore des Rathauses geöffnet, begann Garrels, und betonte, was für ein schönes Zeichen es sei, dass die Lions-Clubs hier eben nicht im elitären Elfenbeintürmchen mauschelten (wie es das Klischee will), sondern das Hilfsvorhaben öffentlich vorstellten. Schließlich erfüllten die Service-Clubs, von denen es gleich vier auf Langeoog gibt und die deshalb tief in der Inselgemeinschaft verwurzelt seien, durchaus lobenswerte karitative Aufgaben. Dass Projekte wie dieses dabei über Clubinterne Netzwerke entstünden, sei ein schönes Beispiel dafür, dass ein weiterer Zweck dieser Clubs, die "Beziehungspflege", eben nicht nur zum persönlichen Vorteil genutzt werde, sondern auch gesamtgesellschaftlich Früchte tragen könne.
    Und er sei stolz, dass Dr. Gabriele Hübener nicht nur als LIons-Dame, sondern auch als Langeoogerin diesen Einsatz zeige und damit ein positives Bild der Insel als Botschafterin in die Welt trage.
    Auch die Langeooger Lions-Schwestern und -Brüder (für die an diesem Tage Dini Bents und Karsten Kugelberg sprachen) fanden lobende Worte und boten weitere Unterstützung an.

    Abschließend sprach auch Frau Dr. Hübener selbst Dankesworte und zeigte sich gerührt darüber, dass es "nur einen einzigen Anruf" benötigt habe, um Bürgermeister Garrels davon zu überzeugen, dieses Projekt im Rathaus vorstellen zu dürfen.
    Sie wisse um ihre Privilegiertheit und sei froh, etwas davon an andere abgeben zu können. Durch die Materialspenden ihrer Mitstreiter_innen sei die Behandlungsmöglichkeit vor Ort auch stetig verbessert worden. Fanden die ersten Zahnarztbehandlungen (so Andreas Bölts) noch auf einem Holzstuhl im Klassenzimmer statt, so konnte inzwischen ein Zahnarztstuhl mit europäischem Standard finanziert werden. Damit sei die Möglichkeit einer effektiven Behandlung Jahr um Jahr gewachsen und trage entschieden zur Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen im ISA Childrens Home bei. Mindestens zwei Mal im Jahr gelänge es mittlerweile, eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt aus Deutschland für die Behandlungen in Madurai zu gewinnen.

    Wer sich über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins ISA Childrens Home Unterstützungsverein e.V. und das Waisenhaus informieren möchte, findet hier nähere Informationen:

    http://www.isa-childrens-home.org

  • Thema von carlos im Forum Indien

    Die Hochgebirgsregion Ladakh im Norden Indiens ist seit einiger Zeit ein beliebtes Ziel für Rucksacktouristen, Wanderer und Kletterer. Seit vielen Jahren ist der Zahnarzt Rainer Roos aus Stuttgart bemüht, den dort lebenden Menschen eine zahnärztliche Grundversorgung zu sichern. Letztendlich entschließt er sich dazu, eine komplett neue Zahnarztpraxis auf 3500 Meter Höhe inmitten des Himalayas zu errichten. Dazu ist er auf die Hilfe von Spendengeldern und freiwilligen Helfern angewiesen.

    Durch Zufall wird ein Dozent des Fachbereichs Elektrotechnik der Hochschule Trier, Andreas Diewald, auf das Projekt aufmerksam und stellt kurzerhand ein Team von Studierenden zusammen, die bereit sind, die Planung und den Bau der Praxis mitzugestalten. Tobias Schmalen, Stefan Ameling, Simon Lemling, Rene Thul (alle aus der Elektrotechnik) und Johannes Weber (Architektur) beginnen damit, Sponsoren von dem Projekt zu überzeugen und die Elektroplanung für die auf Holz basierende Hauskonstruktion zu erstellen. Nach abgeschlossener Planung muss das gesamte Material nach Indien verschifft werden, damit mit dem Bau der Praxis im Sommer 2016 begonnen werden kann. Diese Pläne werden allerdings durch den indischen Zoll zunichte gemacht.

    So verzögert sich der Start der Bauphase um ein Jahr, und aus beruflichen Gründen muss das Ursprungsteam ersetzt werden. Schnell finden sich allerdings drei Studierende der Elektrotechnik, Markus Neukirch, Christian Schäfer und Maximilian Schmalen, die im August 2017 mit einer Gruppe aus 16 Freiwilligen nach Indien fliegen. Innerhalb von drei Wochen bauen die jungen Helfer die Klinik auf. Die Arbeit besteht aus dem Aufbau der Holzkonstruktion, der elektrischen Installation und der Ausrüstung von Sanitär, Wasser und Heizung. Die Arbeiten werden von den Helfern ehrenamtlich und in ihrer Freizeit durchgeführt. Der Förderkreis der Hochschule Trier unterstützt die Studierenden, um die Kosten für Flüge und Unterkunft zu reduzieren.

    Die Klinik ist nun seit Oktober eröffnet und bietet der Bevölkerung eine zahnärztliche Grundversorgung, die vor allem ganzjährig auch bei niedrigen Temperaturen gewährleistet ist. (tr)

  • Diagnosen aus NamibiaDatum07.03.2018 21:14
    Thema von carlos im Forum Namibia

    zm online
    In Namibia gibt es aber noch keine im Land ausgebildeten Zahnärzte. Die in der Klinik in Keetmanshoop arbeitenden Kollegen haben in Russland, Südafrika, Kuba oder Zimbabwe studiert. Allerdings wird die neu gegründete medizinische Fakultät in Windhoek demnächst auch Zahnärzte ausbilden.

    https://www.zm-online.de/soziales-engage...-aus-namibia-1/

  • Thema von carlos im Forum Indien

    Erst Urlaub in Goa

    Die Stollhammer Zahnärztin und ihr Ehemann besuchten 2003 zum ersten Mal Indien. Damals für einen Urlaub im touristisch geprägten Goa. Aufgerüttelt von der bitteren Not fassten Dagmar und Ingolf Strauß den Entschluss, zu helfen.

    https://nord24.de/wesermarsch/zahnarzt-e...inder-in-indien

  • Thema von carlos im Forum Brasilien

    Eberhard Ritzi macht das, indem er auch im Rentenalter seiner angestammten Arbeit nachgeht. Er tut das, indem er seit 2012 er einmal im Jahr für rund zwei Wochen nach Brasilien reist, um dort den Ärmsten der Armen mit Bohrer und Zange bei pochenden Zahnschmerzen und Kariesbefall zu helfen.

    https://www.suedkurier.de/region/kreis-k...t372455,9640277

  • Thema von carlos im Forum Sansibar

    Sabrina Himmelsbach aus Bad Dürrheim hilft mit kostenlosen Zahnbehandlungen in Sansibar
    Nach neun Semestern Zahnmedizinstudium steht die Bad Dürrheimerin Sabrina Himmelsbach bald vor dem Examen. Davor will sie noch im afrikanischen Sansibar arme Bewohner kostenlos behandeln. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt 250 US-Dollar. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

    Die Kindersterblichkeit in Sansibar ist hoch. Man schätzt, dass etwa zwölf Prozent der Kinder unter akuter Mangelernährung leiden. Die 24 Jahre alte Bad Dürrheimerin Sabrina Himmelsbach schreckt dies nicht ab. Zusammen mit weiteren Studenten und Zahnärzten will sie auf der afrikanischen Insel Menschen helfen, die sich einen Zahnarztbesuch nicht leisten können – ohne Bezahlung.
    Dafür benötigt sie jedoch Unterstützung. Im März bricht die Studentin auf. Sabrina Himmelsbach studiert im neunten Semester Zahnmedizin an der Uni Freiburg. Sie und eine Kommilitonin nehmen an einem dreiwöchigen Hilfseinsatz teil. „Mit der Organisation Planet Action reisen wir dorthin und behandeln dort die Menschen, die sich eine zahnärztliche Behandlung normalerweise nicht leisten können“, berichtet die Studentin.
    Auf Spendensuche
    Ihr achtköpfiges Team hilft dort in zwei verschiedenen Krankenhäusern „Hierfür haben wir schon einige Materialspenden gesammelt und benötigen nun dringend noch Geldspenden, um den Einsatz und das Instrumentarium finanzieren zu können. Im August geht die Studentin aus Bad Dürrheim ins zweite Staatsexamen, im Dezember wird sie ihre Ausbildung beenden. Doch zuvor will sie noch ins Ausland. Zwar behandelt sie schon seit dem siebten Semester an der Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Patienten wie in einer normalen Zahnarztpraxis, dennoch glaubt sie, dass sie auch in Afrika noch etwas dazulernen kann, etwa „wie man mit Notfallsituationen umgeht“. Dass ziemlich viel improvisiert werden muss, ist ihr klar: „Wir wissen zum Beispiel nicht, ob man dort absaugen kann.“ Bei entzündlichen Zahnerkrankungen bei Bewohnern, die wahrscheinlich keine Möglichkeit haben, zur Nachbehandlung eine örtliche Praxis aufzusuchen, wird der betroffene Zahn gezogen. Das Team besteht aus zwei Studenten, zwei Zahnärzten und zwei Helferinnen. Neben den zwei Krankenhäusern, wo sie ihre Behandlungszimmer aufschlagen, werden die Teams auch auf der Insel herumfahren und in den kleineren Dörfern und Schulen eine Behandlung anbieten, wobei sie insbesondere die Kinder im Blick haben.
    Sabrina Himmelsbach ist in Bad Dürrheim aufgewachsen und hat 2012 am Villinger Romäusgymnasium ihr Abitur gemacht. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt begann sie 2013 dann ihr Zahnmedizinstudium. Nach dem Examen will sie sich noch auf Oralchirurgie spezialisieren und eine dreijährige Fortbildung dranhängen. In diesem Zweig der Chirurgie werden kleinere Operationen im Mundraum vorgenommen, etwa an Weisheitszähnen oder beim Einsetzen von Implantaten. Während ihrer Schulzeit in Bad Dürrheim war Sabrina eine begeisterte Rhönradturnerin bei der FSV Schwenningen.
    Die Organisation „Planet Action – helfende Hände“ ist ein gemeinnütziger Verein für zahnärztliche Hilfe in Entwicklungsländern. Seine Mitglieder wollen von Zahnschmerzen geplagten Kindern und Erwachsenen in der Dritten Welt einen Besuch beim Zahnarzt ermöglichen – sei es durch Einsätze der Mitglieder vor Ort oder durch eine finanzielle Unterstützung von Deutschland aus, die den Besuch bei einem einheimischen Zahnarzt ermöglicht. Die ländlichen Bewohner in Sansibar müssen oft einen tagelangen Fußmarsch bis zur nächsten Zahnarztpraxis in der nächsten Stadt auf sich nehmen, wenn sie sich eine Behandlung überhaupt leisten können.
    Durch Zahnputz-Demonstrationen und Prophylaxe soll langfristig die Zahngesundheit bei den Menschen vor Ort verbessert werden. Schulen und Dörfer werden mit Zahnbürsten und Zahnpasten versorgt. Der Verein hat seinen Sitz in Heidelberg, die stellvertretende Vorsitzende ist die Zahnärztin Dr. Anja Biehler, die in Villingen aufgewachsen ist.
    Um Geld für die Instrumente und den Einsatz in Sansibar aufzutreiben, hat Sabrina Himmelsbach auch Verwandte und Bekannte angeschrieben. Materialspenden (Bohrer, Zangen, Anästhetika, Skalpellklingen) erhofft sie sich von Firmen und Zahnärzten. Instrumente und Material lassen sie nach ihrem Einsatz dort. Die IBAN-Bankverbindung für Spenden: DE26 7956 2514 0007 5301 88. Bitte den Namen von Sabrina Himmelsbach unter „Verwendungszweck“ vermerken.

    Benötigt werden folgende Instrumente: Zylinderampullen mit Lokalanästhetika, Oberflächenanästhetika, Injektionskanülen, Karpulenspritzen, Watterollen, Gazetuper, Wattepallets, resorbierbares Nahtmaterial, Skalpellgriffe, Skalpellklingen, Glasionomerzement, Roenbohrer, OK-Zangen, UU-Zangen, Wurzelheber, Hebel, Spiegel, Pinzetten, Sonden, Sharpsafes, Kanülenabwurfbehälter, Mundschutz, Hände- und Flächendesinfektion, große Zahnputzdemo-Modelle, Kasacks und Hosen.

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