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  • Thema von carlos im Forum Indien

    Duisburg In seinem Kunstraum im Duisburger Mercatorhaus zeigt Zahnarzt Manhardt Barthelmie eine Fotoserie über Mahatma Gandhi. Bald reist er ...

    https://rp-online.de/nrw/staedte/duisbur...en_aid-48352975

  • Muskelkater vom Zähne ziehenDatum08.01.2020 22:20
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Muskelkater vom Zähne ziehenDatum08.01.2020 22:20
    Thema von carlos im Forum Zambia

    Das südafrikanische Land Sambia ist zahnmedizinisch stark unterversorgt. Dr. Doris Koppelhuber aus St. Wolfgang engagierte sich dort im Rahmen der Zahnärzte ohne Grenzen.

    Sambia/St. Wolfgang– Im ganzen Land gibt es bloß 70 Zahnärzte, ein Drittel der Bevölkerung ist gar nicht versorgt. Die Rede ist von Sambia, einem 17-Millionen-Einwohner-Land mitten in Afrika. Allein diese Zahlen waren für die St. Wolfgangerin Dr. Doris Koppelhuber Grund genug, dort als Zahnärztin hinzufahren – mit 400 Zahnbürsten im Gepäck.

    „An einem Tag kam ein 1,90-Mann zu mir, der Sechser Backenzahn war total zerstört, der musste also raus”, erinnert sich Koppelhuber an einen ganz besonderen Patienten. Doch der Zahn steckte im kräftigen Knochen des Sambiers fest, es fehlte die passende Zange, der provisorische Zahnarztstuhl rutschte permanent zur Seite. „Da hab’ ich eine Stunde lang hingefräst, bis der Zahn endlich raus war“, erzählt die Medizinerin. Anschließend waren sowohl die Zahnärztin als auch der Patient erschöpft, aber gleichzeitig erleichtert.
    Zahnpflege ohne Strom, ohne Wasser und auf Gartenstühlen

    Es sind extreme Bedingungen, unter denen Koppelhuber arbeitete. Die St. Wolfgangerin war für „Zahnärzte ohne Grenzen” zwei Wochen in Sambia. Gemeinsam mit einem Hamburger Zahnarzt plus einer Helferin und einem Helfer, hat sie in dem südafrikanischen Land rund um den Ort Siavonga kaputte Zähne gezogen, Zahnstein entfernt, Füllungen gemacht und Schulkindern das Zähneputzen näher gebracht. Meist ohne Strom, oft ohne Wasser, gelegentlich auf Gartenstühlen – da hieß es, sich schnell von deutschen Hygienevorschriften zu verabschieden. Und das in einem Land, in dem die HIV-Infektionsrate zu den höchsten weltweit zählt und Malaria ganzjährig ein hohes Risiko darstellt.
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    Die Liste der medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amts ist lang. „Ich habe mich da schnell darauf eingestellt”, erzählt die Ärztin – sowohl auf professioneller wie auch auf privater Ebene, wenn eben aus der Dusche nur drei Strahlen Wasser kamen. Sie braucht keineswegs das große Beauty-Programm – auch wenn sie gerade top gestylt mit Jeansjacke über der Bluse, Hose mit Blütenapplikationen über ihren ersten Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ spricht.
    „Ich wollte schon als Studentin in unterversorgten Ländern helfen“

    Schockiert habe sie in Sambia gar nichts. Ähnliches kannte sie bereits aus einem Charity-Projekt in Marokko 2012. Ohnehin ist die St. Wolfgangerin eine unerschrockene Frau. Zu viel über alle möglichen Risiken nachzudenken, davon hält sie nichts. Voller Tatendrang packt sie lieber engagiert an – mit dem Herz am rechten Fleck und den Zahnarzt-Instrumenten in der Hand. „Ich wollte schon als Studentin in unterversorgten Ländern helfen”, sagt Koppelhuber über ihre Motivation. Etwas weitergeben von dem, was sie hat. Jetzt habe sie endlich Zeit dafür.

    Mit 60 tritt sie in der eigenen Praxis kürzer, arbeitet dort nur noch einen Tag in der Woche. Die Medizinerin gehört zu einer Zahnarzt-Familie, führt zusammen mit ihrem Mann Gerd die Praxis in St. Wolfgang, die seine Großeltern gegründet hatten. Jetzt übernimmt ihre Tochter Stephanie in vierter Generation, worüber sie sehr glücklich ist. Mehr Zeit für Doris Koppelhuber, Oma zu sein und Gutes zu tun.
    Mit 400 Zahnbürsten im Koffer nach Afrika

    Und die Ärztin hat nicht nur Zeit, sondern leistet es sich jetzt auch. Denn wer im Namen des Vereins „Zahnärzte ohne Grenzen“ hilft, bezahlt alles von Arzneien über Flug bis Visum selbst. Da kommen durchaus 2000 bis 3000 Euro zusammen. Im Gepäck hatte die Zahnärztin nicht nur medizinische Geräte wie einen Dampfdrucktopf (notwendig für Prothesenherstellung), sondern auch etwa 400 Zahnbürsten und Zahnseide. Denn häufig fehlt es schon am Grundlegenden.

    Wer sich in Deutschland in einen hochmodernen Zahnarztstuhl setzt, wird von einem der über 70 000 Zahnärzte schnell in die passende Position gefahren: Kopf nach unten, Beine hoch, die Scheinwerfer beleuchten das Gebiss, und mit sterilen Instrumenten werden Zähne gereinigt, Löcher gestopft. Anschließend spülen die Patienten mit sauberem Wasser aus der Leitung den Mund aus. Ganz anders in Sambia: „Hier kamen wir oft in Schulen oder medizinische Stationen, und da war einfach nichts”, beschreibt Koppelhuber. Manchmal gab es aus Spenden professionelle Zahnarztstühle. Doch ohne Strom war der Komfort beschränkt. „Schaun’ Sie, so schaut des da aus” und ihre Finger mit rot lackierten Nägeln flitzen auf dem iPhone über die Serie aus Fotos.
    Muskelkater vom Zähneziehen

    Unter diesen Gegebenheiten bauten die Zahnärztin und ihr kleines Team ihr Equipment auf. Die Menschen standen seit dem frühen Morgen Schlange, um sich behandeln zu lassen. Ganz geduldig warteten die Patienten, bis sie an der Reihe waren. Kein Streit, kein Gedrängel. Das hieß manchmal, schlechte Zähne entfernen im Akkord. Einmal ging das sechs Stunden beinahe ohne Pause, 36 Zähne mussten raus. „Da hatte ich zum ersten Mal Muskelkater vom Zähne ziehen”, erzählt die Medizinerin lachend.

    Ihre gute Laune hat sie trotz der katastrophalen Zustände in Afrika nicht verloren. Im Gegenteil spornte sie der Einsatz an, erst recht weiterzumachen. „Am meisten hat mich fasziniert, dass alles geklappt hat”, sagt die St. Wolfgangerin. „In vielen Situationen hätte ich daheim meinen Mann dazu geholt oder den Patienten zum Chirurgen geschickt. Es ist toll, was alles möglich ist, wenn es sein muss.”

    Als das Wichtigste für die Menschen in Sambia sieht die Ärztin die Prophylaxe. Wenn sie lernten, ihre Zähne sauber zu halten, wäre schon viel für die Zahngesundheit getan. „Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu helfen, denen sonst niemand hilft”, fasst Doris Koppelhuber zusammen. „Mein Traum ist es, mehr zahnärztliche Stationen aufzubauen.”
    Ein Drittel der Bevölkerung ist zahnmedizinisch nicht versorgt

    Sambia ist dreimal so groß wie Deutschland. Seit 1964 ist Sambia unabhängig vom Vereinigten Königreich und wird jetzt vom sechsten demokratisch gewählten Präsidenten, Edgar Lungu, regiert. Sambia hat gut 17 Millionen Einwohner, davon leben etwa zwei Millionen in der Hauptstadt Lusaka. Es gibt noch sieben weitere große Städte zwischen 150 000 und 300 000 Einwohnern. Das Land hat 72 Volksstämme, also 72 Sprachen. Die Amtssprache ist Englisch.

    Ein Drittel der Bevölkerung Sambias ist zahnmedizinisch nicht versorgt. Im ganzen Land gibt es 70 akademische Zahnärzte, davon 50 in Lusaka. Außerdem gibt es 200 dental therapists. Diese durchlaufen eine dezentral organisierte dreijährige Ausbildung, ähnlich einem dualen Studium. Anschließend können sie etwa Prophylaxen mit Fluoridierung und Zahnreinigungen durchführen, ebenso Anästhesien und Extraktionen (Zähne ziehen). Sie sind besonders für die ländliche Bevölkerung die erste Anlaufstelle.

    Seit fünf Jahren gibt es Helferinnen-Kurse, in denen die Teilnehmerinnen beispielsweise lernen, Zahnstein zu entfernen oder Zähne zu ziehen. Aktuell sind etwa 50 Helferinnen ausgebildet.

    Seit 1969 lebt der Bayer Hermann Striedl in Sambia, seit 1989 gibt es die Lodge Sandy Beach in Siavonga, die „Zahnärzte ohne Grenzen” (Dentists without Limits) als Basis dient. Eine gewisse Grundausstattung bestehend aus Sonden, Spiegeln, Injektionen und Zangen ist vor Ort. Vor sieben Jahren hat Striedl angefangen, mit „Zahnärzte ohne Grenzen” Zahnstationen aufzubauen. Es gibt zwei große und circa zehn kleine Stationen. Striedl betreut drei Bezirke von 76 in Sambia. Seine Vision ist es, diese gut zu versorgen.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Madagaskar

    Zähneputzen will gelernt sein: Zahnmedizin-Studentin Marie-Louise Bloching aus Eisental erläutert den Schülern, wie es richtig geht. | Foto: pr
    Kaum Versorgung in der Fläche

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    Für ein vierwöchiges Praktikum war die aus Bühl stammende Studentin Marie-Louise Bloching auf Madagaskar unterwegs. Ausweislich der Datenlage war die Arbeit dort durchaus intensiv: Gemeinsam mit ihren Kollegen zog Bloching in dem Land, das kaum zahnmedizinische Versorgung kennt, rund 4500 Zähne.


    Eisental, Freiburg, Antananarivo: Zugegeben, das wirkt wie eine reichlich abseitige und willkürliche Abfolge an Orten. Doch zumindest für Marie-Louise Bloching haben alle drei Plätze eine besondere Bedeutung. Die Freiburger Zahnmedizin-Studentin aus Eisental hat auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar ein vierwöchiges Praktikum absolviert. Das Fazit kann sich sehen lassen: Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen hat sie 4 500 Zähne gezogen und 300 Füllungen gelegt.

    Zurück in Freiburg erinnert sich Bloching gerne an ihre Zeit auf Madagaskar zurück. Doch wie ist sie überhaupt dazu gekommen, dort zu arbeiten? „Im Studium haben wir die Möglichkeit, eine sogenannte Famulatur, ein freiwilliges Praktikum, zu absolvieren“, erklärt sie.


    Bloching wurde auf die gemeinnützige Organisation „Planet Action“ aufmerksam, die Zahnärzte in Malawi und vor allem auf Madagaskar unterstützt. Und hat sich für das Praktikum in Afrika entschieden.
    Begleitet von erfahrenen Zahnärzten

    Die nicht staatliche Organisation sorgte auf Madagaskar etwa für die Unterbringung von Bloching und ihren Mitstreitern, zudem unterhält sie auf der Insel zwei Lager mit zahnmedizinischen Instrumenten. Dennoch war einiges an Vorarbeit notwendig, bevor die Reise losgehen konnte. Finanz- und Sachspenden mussten organisiert, Arbeitsgenehmigungen und Visa eingeholt und Impfungen abgehakt werden.


    Alleine war Bloching nicht: Sowohl bei den Vorbereitungen als auch beim Einsatz selbst begleiteten sie drei weitere Studenten aus Freiburg sowie ein Student aus Madrid. Von der Hauptstadt Antananarivo aus reisten sie mit hauptamtlichen Zahnärzten aus Deutschland durch das Land.

    Auf Madagaskar ist (nicht nur) zahnärztliche Unterstützung bitter notwendig. Der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt ist gleichzeitig eines der ärmsten Länder weltweit. Gerade auf dem Land ist die Situation besonders prekär. „Es gibt dort kaum Zahnärzte, die Situation ist sehr bedenklich“, so Bloching.


    In Deutschland dürfte Bloching noch keine Zähne ziehen

    Ihre Zeit in Afrika beschreibt die Studentin als sehr bereichernd. Es habe sie etwa sehr gefreut, den Menschen auf Madagaskar helfen zu können. In Deutschland wäre es gar nicht erst möglich gewesen, selbst Zähne zu ziehen.

    In einem Land, das weitestgehend keine eigenen Zahnärzte hat, ist dies natürlich eine ganz andere Sache. Erfahrung haben die Studenten natürlich dennoch mitgebracht, sie haben alle bereits in der Klinik Zähne gezogen.

    Bloching wurde auf Madagaskar eines sehr schnell bewusst: Die allermeisten Patienten, die die angehenden Zahnärzte auf der Insel behandelt haben, hatten in ihrem Leben zuvor noch nie einen Zahnarzt gesehen. „Wir haben den Kindern in einer Grundschule Zahnbürsten und Zahnpasta mitgebracht und mussten ihnen genau erklären, wie sie eine Zahnbürste richtig zu benutzen haben.“ Die meisten Familien könnten sich so etwas wie eine Zahnbürste gar nicht erst leisten.
    Ein paar Tage ohne Strom? Daran gewöhnt man sich

    Auch für sich persönlich hat Bloching einiges mitgenommen. Die Unterbringungen waren unterschiedlich, mal war es eine Farm, mal ein Kloster. Gerade vor dem Aufenthalt in dem Kloster der Kleinstadt Tsihombe im Süden Madagaskars habe sie sich gefragt, ob sie mehrere Tage ohne Strom oder fließend warmes Wasser auskommen könne. „Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an so etwas gewöhnt. Daran erkennt man, worauf man verzichten kann. Leider ändert sich das schnell wieder, wenn man im gewohnten Alltag zurück ist.“

    Gerade befindet sich die Studentin im neunten Semester ihres Studiums, bald ist es geschafft. Die Famulatur in Madagaskar würde sie jederzeit wieder machen und sie auch anderen Studenten empfehlen. „Sie hat es mir möglich gemacht, einmal etwas anderes kennenzulernen“, resümiert sie. „Es war ein tolles Erlebnis.“

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema

    Ein Meister für Madagaskar

    Ein Arbeitsunfall machte Kfz-Meister Bernd Jüncke zum Frührentner. Jetzt ist er als Senior Experte in aller Welt im Einsatz, besonders in Afrika.
    Mit 70 Jahren den Ruhestand genießen? Das kommt für Bernd Jüncke aus Herzberg im Harz nicht in Frage. Wenn er seinen Koffer packt, dann tut er das nicht, um Urlaub zu machen. Stattdessen reist er um die Welt, um anderen Menschen seine Kenntnisse als Kfz-Meister, Fahrschullehrer und Sprengmeister zu vermitteln.

    Als "Senior Experte" ist er für den in Bonn ansässigen Senior Experten Service (SES) unterwegs und bildet junge Menschen in verschiedenen technischen und handwerklichen Bereichen aus oder hilft beim Bau von lebenswichtigen Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäusern. Gerade der afrikanische Inselstaat Madagaskar ist eines seiner oft bereisten Einsatzgebiete.

    Wie vielseitig seine Aufgaben als Senior Experte sind, zeigt sein letzter Madagaskar-Aufenthalt: Er half dabei, eine Schule für die Lepradörfer Belfort und Jules zu bauen, Wasser- und Stromleitungen zu legen und Bäume zu pflanzen. Sein Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.
    https://www.handwerk.com/archiv/ein-meis...50-2-80524.html

  • Thema von carlos im Forum Madagaskar

    Bernd Jüncke aus Herzberg erhielt für seinen Einsatz als Entwicklungshelfer das Bundesverdienstkreuz - ein Blick auf sein Engagement.
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    Unermüdliches Engagement für Menschen in Afrika

    Bernd Jüncke aus Herzberg erhielt für seinen Einsatz als Entwicklungshelfer das Bundesverdienstkreuz - ein Blick auf sein Engagement.Den Lesern des Harz Kuriers ist das Ehepaar Renate und Bernd Jüncke aus Herzberg durch sein großes Engagement für die Menschen in Madagaskar bekannt: Mit Unterstützung der Christusgemeinde sammelten die beiden in den beiden vergangenen Jahrzehnten mehrfach Hilfsgüter, vor allem Material für sein Dorf. Von 1973 bis 1994 war er im Rahmen der Entwicklungshilfe in Afrika tätig und auch dort wird eine Zahnarztpraxis gemeinsam mit lokalem Personal aufgebaut

    https://www.harzkurier.de/lokales/herzbe...-in-Afrika.html

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Mosambik

    Zur Zahnbehandlung in einem kleinen, karg ausgestatteten Raum ohne Strom und Licht auf einem Bürostuhl Platz nehmen, das ist keine Wunschvorstellung und auch für den Zahnarzt kein Vergnügen. Dr. Wolfgang Henke aus Zellingen hat kürzlich unter diesen Bedingungen zwei Wochen lang in Mosambik gearbeitet, ehrenamtlich.

    Vor drei Jahren übergab der heute 63-jährige Henke seine Zahnarztpraxis an einen Nachfolger. "Seitdem habe ich Zeit", sagt er. Deshalb nahm er im vergangenen Jahr mit seiner Frau Margarete als Arzthelferin an einem Projekt der Organisation "Zahnärzte ohne Grenzen" in Sambia teil. In Afrika waren beide schon vorher, "im Urlaub in Kenia und Südafrika". Schon damals hatten sie erkannt, dass zahnärztliche Hilfe an vielen Orten in Afrika nötig wäre. Nach dem Einsatz in Sambia kam ihnen der Gedanke, in Mosambik zu helfen.
    Eine Kollegin kam mit

    "Schon lange unterstützen wir die Arbeit der aus Retzbach stammenden Schwester Elisabeth Heßdörfer, die seit 31 Jahren in Mosambik lebt und dort als Oberin ein Kloster leitet", erzählen die Henkes. Organisiert wird die Hilfe für Mosambik von Schwester Elisabeths Bruder, Pater Richard, der in Kloster Engelberg im Landkreis Miltenberg lebt. Er war auch Ansprechpartner der Henkes bei der Reiseplanung. In Sambia hatten die Zellinger die Unterschleißheimer Zahnärztin Dr. Tina Killian und deren zahnmedizinische Fachangestellte Hanne Kälbli kennengelernt. Henkes fragten die beiden, ob sie auch in Mosambik helfen wollten.
    Die Klosterbewohner und die Hilfskräfte: Margarete Henke (vorne links), Wolfgang Henke (stehend, Dritter von links) und Oberin Schwester Elisabeth, die aus Retzbach stammt (stehend, Zweite von rechts). Foto: Familie Henke

    "Ihre Zusage hat uns sehr geholfen. Tina Killian war schon in der Mongolei und auf den Kapverden tätig", erzählt Wolfgang Henke. "Sie war in der Lage, eine Menge Material zu organisieren." Drei 20-Kilo-Pakete mit Medikamenten, Anästhesiemitteln, Antibiotika, Füllungsmaterial und vielem mehr schickte das Team vorneweg. "Und jeder von uns brachte nochmal zehn Kilo mit auf den Flug."
    Viel Lebensfreude im Kloster

    In Malehice in Mosambik angekommen, erlebte das deutsche Team die überwältigende Gastfreundschaft Schwester Elisabeths und aller Menschen im Kloster, deren Gäste sie waren. "Wir wurden dort sehr verwöhnt", erzählt Henke. Die Klosterbewohner sangen und tanzten für die europäischen Gäste und gaben Einblick in ihre Kultur. "Im Vorfeld dachte ich, dass zwei Wochen im Kloster womöglich sehr ruhig sein könnten", berichtet Margarete Henke. "Aber das Gegenteil war der Fall." Die Gottesdienste seien sehr lebendig gewesen und "die Menschen waren außerordentlich freundlich und herzlich."
    Unterhaltung im Kloster: Tanzvorführung im Baströckchen. Foto: Familie Henke

    Außerhalb des Klosters aber waren die Zustände bedrückend. Die Menschen leben dort in einfachen Ziegel- oder Bambushütten, fließendes Wasser gibt's nur selten, ebenso wie Decken, die vor der nächtlichen Kälte schützen. Zahnpflege ist da keine Priorität. "Nicht jeder hat eine Zahnbürste, Mundhygiene ist weitgehend unbekannt", sagt Wolfgang Henke.

    Deswegen war der Andrang groß, nachdem das europäische Zahnarztteam im Sonntagsgottesdienst vorgestellt worden war. "Wir haben jeden Tag von 8 bis 17 Uhr gearbeitet mit nur einer kleinen Pause zum Essen", erzählt Henke. Rund 80 Patienten pro Tag hat er behandelt, in einer deutschen Praxis komme er vielleicht auf 30 im Durchschnitt. Mit einer deutschen Praxis aber hatten schon die Räumlichkeiten nichts gemein.

    In einem kleinen Nebenzimmer einer Krankenstation gab es außer einem defekten Zahnarztstuhl kein Equipment, nur die vom Team verschickten und mitgebrachten Kartons mit Material. Die Ärzte organisierten noch einen Bürostuhl und behandelten immer zwei Leute gleichzeitig. "Zu 90 Prozent bestand meine Arbeit aus Extraktionen", so Henke. Weil mit dem vorhandenen Material und unter den Bedingungen keine Wurzelbehandlungen und kaum erhaltende Maßnahmen möglich waren, hatte er meistens keine andere Wahl. "In den zwei Wochen habe ich mehr Zähne gezogen als sonst in einem Jahr in Deutschland."

    "Frauen und Männer, deren Zähne wir retten konnten, waren überglücklich", sagt Wolfgang Henke. "Die anderen waren froh, als die für sie ungewohnte Behandlung vorbei war", ergänzt seine Frau. Das Zellinger Ehepaar plant bereits den nächsten Besuch in Malehice im kommenden Jahr. "Vielleicht ist es dann möglich, einen Zahntechniker mitzunehmen, der provisorischen Zahnersatz herstellen kann", überlegt Wolfgang Henke. Er arbeitet bereits daran, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.

  • Thema von carlos im Forum Madagaskar

    Der Zahnarzt André Halstenbach reiste mit seinem Team ans andere Ende der Welt.
    Organisiert hat diese Aktion der von Studenten 2015 gegründete Verein „Planet Action“.
    Bei der Einrichtung der Praxis war allerdings großes Improvisationstalent gefragt.


    Am Rande eines kleinen Dorfes sitzen Dutzende Menschen, mit ausdrucksstarker Mimik diskutierend. Daneben sonnen sich auf dem rotgoldenen Sand ein paar Lemuren, die hier vor allem durch die Madagascar-Trickfilme bekannt geworden sind. Diese Szene könnte ein Idyll sein, wäre es nicht der Bereich vor einer provisorisch eingerichteten Zahnarztpraxis – wo die Gruppe auf die Behandlung ihrer großenteils zerstörten Zähne wartet.

    https://www.ksta.de/region/oberberg-ks/z...shilfe-33362194

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  • Thema von carlos im Forum Senegal

    Regelmässig reist der Zahnarzt Niels Hörnö nach Afrika, um mit seinem medizinischen Know-how helfen zu können.
    Mauren-Schaanwald.

    «Wie in Alwar hatten sie Listen mit Patientennamen gemacht. An beiden Tagen waren mehr als 130 Patienten eingetragen. Eine Anzahl, wo auch wir an unsere Grenzen kommen, aber wir haben uns bis zum letzten Patienten durchgearbeitet», schreibt Niels Hörnö in seinem Reisebericht vom März dieses Jahres. Bereits zum fünften Mal reiste er für knapp zwei Wochen nach Senegal. Nicht aber etwa, um Ferien zu machen – Niels Hörnö stellt sich dabei vielmehr in den Dienst des Vereins der Zahnärzte für Afrika, der in Liechtenstein 2016 auf seine Initiative gegründet wurde.

    Eine ähnliche Organisation habe er bereits aus seiner Heimat Dänemark gekannt: «Ich sagte mir immer: so etwas möchte ich auch einmal machen.» Nicht zuletzt waren es auch die spannenden Erzählungen von Egon Matt und Pepo Frick über Afrika-Einsätze. Ausschlaggebend war dann aber die Patientin Ute Wild: «Als sie von ihrer Arbeit in Senegal erzählte, kam ich immer mehr zur Überzeugung, selbst etwas auf die Beine stellen zu wollen.» Niels Hörnö bat seine Patientin, bei ihrer nächsten Senegal-Reise abzuklären, inwiefern zahnärztliche Hilfe gefragt ist. «Nicht nur gefragt – dringend notwendig», habe sie ihm schliesslich geantwortet. Somit war für den gelernten Zahnarzt klar: «Ich möchte meinen Traum verwirklichen.»

    Ein herzliches «Merci» aus Senegal

    2015 reiste Niels Hörnö zum ersten Mal zusammen mit Ute Wild nach Senegal. Mittlerweile zählt der Verein Zahnärzte für Afrika sechs Mitglieder, die schon fünf Mal nach Senegal gereist sind, um zu helfen. «Vielen Kindern musste ich Zähne ziehen, weil sie einfach schon total abgestorben waren», erzählt er den Kindern der Primarschule Nendeln. In der Schulaula zeigt er ihnen auf einer Leinwand Bilder von seinem letzten Hilfseinsatz. Auf dem letzten Bild sind Kinder zu sehen, die ein Plakat in die Höhe halten, auf dem in Grossbuchstaben geschrieben steht: MERCI!

    Dieser Dank gilt nicht nur den Zahnärzten, die vor Ort geholfen haben. Er gilt auch den Primarschulkindern von Mauren und Schaanwald. Denn sie haben mit ihrer Ostereier-Aktion eine stolze Summe in der Höhe von 6900 Franken für einen Schulbau in Senegal gesammelt. «Die Primarschule Mauren hatte mich angefragt, ob ich von einem Hillfsprojekt wisse, das die Kinder im Rahmen ihrer Sammelaktion unterstützen könnten», erzählt Niels Hörnö. Über seinen Vorschlag musste er natürlich nicht lange nachdenken. Und auch die Schüler und Lehrer waren von seiner Idee angetan und haben gesammelt, was das Zeug hält.

    Dass sie so viel zusammenbringen, hätten sie nie gedacht – und schon gar nicht, dass mittels privater Spenden sogar so viel Geld zusammengekommen ist, dass es für mehr als für einen Schulbau reicht. «Was könnten wir den Kindern für die übrigen 600 Franken noch schenken?», fragte Niels bei seinem Besuch in die Runde der Schaanwälder Schul­kinder. «Noch ein Haus!», rufen die Kinder euphorisch. Doch dafür würde dann das Geld auch in Senegal nicht reichen. Kurzerhand macht Niels Hörnö einen Vorschlag: «Wir schenken ihnen Zahnbürsten und für jedes Klassenzimmer einen Schrank, wo sie die Zahnbürsten verstauen können.» Und beim nächsten Besuch zeige er den Kindern dann auch gleich, wie man richtig Zähne putzt. Die Schulkinder sind begeistert von der Idee.

    Ziel: Den Menschen nachhaltig zu helfen

    Während der zwei Wochen, die Niels Hörnö in Senegal vor Ort ist, zieht er Kindern Zähne, die herausmüssen, behandelt Entzündungen und unterrichtet ihnen Mundhygiene. «Afrika durchlief in zehn Jahren eine Entwicklung, wie wir sie bei uns in 100 Jahren erlebten», sagt Niels Hörnö. Dazu gehöre auch eine Verbreitung westlicher Ernährung – unter anderem mit viel mehr Zucker. «Ziel ist es deshalb, den Menschen bei dieser Umstellung mit Informa­tionen, Zahnprophylaxe und Zahnbehandlungen nachhaltig zu helfen.»

    Den nächsten Einsatz in Senegal hat Niels Hörnö für März geplant. «Die ersten zwei Jahre waren wir im Norden Senegals und haben in dem kleinen Dorf Alwar und in der Stadt Ndioum Prophylaxearbeit und im zweiten Jahr auch Behandlungen gemacht.» Nach zwei Jahren, wo sie sich auf die Arbeit in den südlicher gelegenen Dörfern Mbetite und Diohine konzentriert hatten, beschloss die Helfer-Crew auch den Norden mit Ndioum und Alwar einzuschliessen. Im März geht es nochmals in den Norden. Arbeiten werden die Zahnärzte in Diohine, wo sie auch das neue Klassenzimmer besichtigen werden. In der Nähe von Mbour werden die Helfer die Prophylaxearbeit an einer Schule für gehörlose Kinder weiterführen.

    Niels Hörnö freut sich, «diesen Menschen zu helfen. Dies ist eine Bereicherung für mein Leben.» Zu sehen, wie die Menschen auch ohne jeglichen Luxus glücklich sein können, werte seinen Alltag auf, sagt Niels Hörnö. «Ich helfe ihnen medizinisch, sie erwärmen immer wieder mein Herz mit einer unbändigen Dankbarkeit, die sie mir schenken.» (bfs)

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  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Ehrenamtliches Engagement in Nepal: Die Würzburger Zahnärzte (Oliver Heilmann und Katharina Kretzer sowie Nursen Tekin aus Heilbronn behandelten Kinder in Malekhu.


    Die Armut ist groß in dem südasiatischen Land, das zwischen Indien und Tibet liegt, Hilfe wird dringend benötigt: Auch dieses Jahr reiste der Würzburger Zahnarzt Oliver Heilmann wieder nach Nepal, um in dem Städtchen Malekhu - etwa 70 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu - Kindern die Zähne zu reparieren und sie über Zahngesundheit aufzuklären. Es ist bereits das vierte Mal seit 2012, dass er zwei Wochen seines Jahresurlaubs nahm, um sich ehrenamtlich zu engagieren.
    Mittagessen in der Schule in Malekhu. Foto: Heilmann

    Zum ersten Mal waren nun die jungen Zahnärztinnen Katharina Kretzer aus Würzburg und Nursen Tekin aus Heilbronn mit dabei. Menschen unterstützen und einen kleinen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten – das sind die Beweggründe des Teams. „Mit diesem Einsatz habe ich die Möglichkeit zu helfen und sehe, dass die Hilfe direkt ankommt“, so die 24-jährige Kretzer. Es sei eine tolle Erfahrung gewesen und bestimmt nicht das letzte Mal, dass sie sich ehrenamtlich engagiere.

    Gesundheitsstation im Schulgebäude

    Unterwegs waren die Zahnärzte im Dienste der Hilfsorganisation Nepalhilfe Kulmbach e.V., die sich seit vielen Jahren in Malekhu engagiert. Der Verein baute dort eine Schule auf, die 2006 eröffnet wurde. Etwa 400 Grund- und 800 Hauptschüler werden heute dort unterrichtet. Neben Zahnärzten waren dank der Nepalhilfe auch schon Ärzte sowie Augenoptiker und Akustiker vor Ort.
    Herzliche Begrüßung der Zahnärzte vor Ort. Foto: Heilmann

    Im Schulgebäude selbst befindet sich auch die Gesundheitsstation, in der die Zahn-Behandlungen stattfinden. „Wir konnten etwa 300 Kinder behandeln“, erzählt Heilmann. Füllungen und das Ziehen von Zähnen standen dabei auf der Tagesordnung. „Die Anzahl der Zähne, die mit Füllungen versorgt werden konnten, ist inzwischen viel höher als die derjenigen, die gezogen werden mussten“, freut sich der 54-Jährige. Erfolge seien deutlich erkennbar, seit die Kinder durch die Einsätze der Zahnärzte regelmäßige Kontrollen haben "und auch selbst ihre Zähne regelmäßig putzen". Da tauche Karies nicht mehr so oft auf wie zuvor.
    Begeistert von der Herzlichkeit der Menschen

    Dennoch ist ein allgemein schlechter Gebisszustand vor allem bei den neuen Schulkindern erkennbar, die bisher keine Aufklärung im Bereich der Zahnpflege erhalten haben. „Da müssen wir dranbleiben“, sagt die 24-jährige Nursen Tekin.

    Heilmann und seine Kolleginnen sind begeistert von Land und Leuten und der Herzlichkeit der Menschen dort – trotz ihrer oft großen Armut. „Wir wurden sehr herzlich empfangen und waren von der Gastfreundschaft überwältigt. Vor allem die Kinder haben sich sehr über unseren Besuch gefreut. Das gibt soviel zurück“, so Kretzer.

    Spendenkonto: Mitglied der Nepalhilfe Kulmbach kann jeder werden oder eine Patenschaft übernehmen. Nepalhilfe Kulmbach, BIC: BYLADEM1KUB, IBAN: DE48 77150000 0000 110130, Info: www.nepalhilfe-kulmbach.de

  • Wenn neue Zähne Luxus sindDatum16.11.2019 23:12
    Foren-Beitrag von carlos im Thema

    ein Vorbild: Albert Schweitzer. „Es ist ein Jugendtraum von mir, medizinische Hilfe in den ärmsten Ländern der Welt leisten zu dürfen“, sagt der Münchner Zahnarzt Stefan Rohr. Und diesen Traum hat er sich erfüllt. Seit 2010 ist der 59-Jährige aktives Mitglied der Hilfsorganisation Zahnärzte ohne Grenzen. Seit 2018 ist er sogar der Präsident des Vereins, der derzeit rund 2400 Mitglieder zählt.

    Zweimal im Jahr packt Rohr seine fünf Koffer und fliegt nach Afrika, um die Bevölkerung zahnmedizinisch zu behandeln. „Mein erster Einsatz war 2011 in Sambia“, erzählt der Mediziner. Es war das erste afrikanische Land, in dem Zahnärzte ohne Grenzen arbeiteten. „Wir mussten viel improvisieren.“ Seitdem geht es für Zahnarzt Rohr regelmäßig nach Namibia. Die Einsätze organisiert und finanziert er selbst. Lediglich Zahnhelferinnen und Zahntechniker werden vom Verein mit Zuschüssen unterstützt.

    In den fünf Koffern: unter anderem Luftballons, Buntstifte, Fußbälle und natürlich auch Zahnbürsten für die Kinder. „Ich verzichte lieber auf persönliche Dinge“, sagt Rohr. Für mehr Platz für die Mitbringsel in seinen Reisetaschen. Der Zahnmediziner ist mit Zahnarzthelferinnen und Zahntechnikern oft über 14 Stunden unterwegs. Von Windhoek geht es mit einem Leihwagen zu den jeweiligen Einsatzorten. Die Routen sind nicht immer einfach, über Schotterpisten zu fahren sei anstrengend, sagt der Zahnmediziner. Reifenschäden gehörten zur Tagesordnung.

    Und auch am Einsatzort kann es Probleme geben: „Da es nicht überall Wasser gibt, müssen wir unterwegs abgepacktes Nass kaufen und den fehlenden Strom mit einem mitgebrachten Generator erzeugen. Nichts darf fehlen, was dringend benötigt wird. Das setzt eine akribische logistische Planung voraus“, erklärt Rohr. Seine vorübergehenden Arbeitsplätze sind abgeschiedene kleine Dörfer mit ihren Krankenstationen – bis zu 950 Kilometer von Windhoek entfernt. Und diese sind meist nur notdürftig eingerichtet: „Es gibt keinen Arzt vor Ort, nur eine Krankenschwester oder einen Krankenpfleger“, so Rohr. In der Provinz Karas zum Beispiel versorgen drei staatliche Zahnärzte 92 000 Einwohner.
    Mit Zahnlücke bekommen Namibier keinen guten Job

    Bei ihren Einsätzen werden Rohr und sein Team stets von einheimischen Krankenschwestern begleitet. Während des Aufenthalts behandeln sie bis zu 1000 Patienten. Und sie besuchen auch Schulen, um den Kindern die richtige Zahnpflege zu zeigen – mit Erfolg. „Die Karies ist signifikant zurückgegangen“, freut sich Rohr.

    Medizinische Geräte wie mobile zahnärztliche Arbeitsstühle und Sterilisatoren müssen aus Deutschland mitgebracht werden. Ebenso Medikamente, Füllungsmaterialien und Ersatzteile. Das Gastland stellt eine Arbeitserlaubnis und Zollbefreiung aus, sodass alle Materialien gebührenfrei eingeführt werden können.

    Aber nicht nur Füllungen oder das Ziehen von Zähnen stehen bei Rohrs Reise nach Namibia auf dem Programm. „Seit vier Jahren können wir auch Prothesen herstellen. Wir haben ein komplettes mobiles Labor vor Ort“, sagt er. Besonders wichtig sei das, weil Patienten mit Frontlücken in Namibia große Mühe hätten, einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu finden. Zahnlücken passen einfach nicht zu einem gepflegten Erscheinungsbild – gerade im Tourismus-Bereich. Die mitreisenden Zahntechniker stellen Kunststoffprothesen her und ersetzen damit die fehlenden Zähne. „Dabei ist es für uns immer wieder berührend, beobachten zu können, wie Patienten erstmals im Spiegel ihr lückenloses, strahlendes Lachen betrachten“, erzählt Rohr. Oft hören er und sein Team dann die Worte: „May I hug you – darf ich Sie umarmen?“

    Für einen Zahnarztbesuch legen manche Patienten Gewaltmärsche zurück. Viele von ihnen sind tagelang unterwegs, um sich von Zahnarzt Rohr behandeln zu lassen. Die Verständigung klappt meistens auf Anhieb ganz gut. Die jungen Patienten lernen schon in der Schule Englisch. Die ältere Bevölkerung spricht überwiegend Afrikaans oder eine der elf Stammessprachen in Namibia, für die sich meist ohne Probleme ein Dolmetscher findet.

    Zahnbürsten sind bei allen Patienten heiß begehrt, aber leider nicht immer in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Namibier wissen sich aber zu helfen, beobachtet Rohr. „Von einem bestimmten Busch werden kleine Zweige abgebrochen, auf denen so lange herumgekaut wird, bis ein bürstenähnliches Gebilde entsteht – ideal zum Zähneputzen.“

    Gerne übernachtet der Münchner Zahnarzt auf kleinen Gästefarmen, denn hier bekomme er einen anderen Blick auf das Land – er lerne die Probleme und Sorgen der Farmer kennen. „Jeden Morgen stieg zum Beispiel ein alter Farmer auf eine Sanddüne und betete vor einem Kreuz um Regen. Denn die Regenzeit ist in den letzten Jahren ausgeblieben und das für die Tierherden so wichtige Gras wächst nicht mehr. Das hat mich sehr berührt.“
    Für die Einsätze opfert Rohr seinen Jahresurlaub

    Ebenfalls ein berührendes Erlebnis für Rohr und sein Team: Die Jungen und Mädchen der vier Schulen von Karasburg haben für sie gesungen, getanzt und sogar ein kleines Theaterstück aufgeführt. „Der Schuldirektor sagte uns, dass man sich auf diesem Wege sehr gerne bei uns bedanken möchte, denn niemand von ihnen hat Geld und kann unsere Leistungen bezahlen.“

    Auch in diesem Jahr war Rohr schon zweimal in Namibia: im Februar und Juni. Dafür „opfert“ er gerne – wie seine Kollegen auch – seinen Jahresurlaub. Von seinen Auslandseinsätzen können sich auch seine Münchner Patienten überzeugen. Im Wartezimmer seiner Praxis in der Nähe des Rotkreuzplatzes liegen Fotobücher aus, in denen die Arbeit des Zahnarztes in Namibia genau beschrieben wird. Auch eine Altgoldsammeldose mit der Aufschrift „Ihre alten Kronen für ein neues Kinderlachen“ steht bereit. Mit altem Zahngold können Rohrs Patienten die Zahnärzte ohne Grenzen unterstützen. „Wir sind aber nicht nur auf Zahngold- oder Geldspenden angewiesen“, sagt Rohr. „Wir freuen uns auch über zahnärztliche Instrumente, die aus Praxisauflösungen stammen.“
    (Sabine Neumann)

  • Wenn neue Zähne Luxus sindDatum16.11.2019 23:12
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Wenn neue Zähne Luxus sindDatum16.11.2019 23:12
    Thema von carlos im Forum Namibia

    Zweimal im Jahr fliegt der Münchner Zahnarzt Stefan Rohr nach Namibia, um die Menschen dort kostenlos zu behandeln

    Wenn Stefan Rohr für seine Reisen nach Namibia seine fünf Koffer packt, kommen Medikamente, zahnärztliche Instrumente und jede Menge Zahnbürsten ins Gepäck. Der Münchner, aktiv bei den Zahnärzten ohne Grenzen, legt in Afrika aber nicht nur Füllungen oder zieht Zähne. Mit seinem Team stellt er vor Ort sogar Zahnprothesen her. Er macht die Menschen damit glücklich. Und erhöht auch ihre Chance auf eine gut bezahlte Arbeit.

    S

  • Thema von carlos im Forum Kenia

    Nachhaltige Hilfe leisten – das war von Anfang an das Ziel von Zahnarzt Dr. Hans-Joachim Schinkel aus Schallenburg in Thüringen. Die Partner dazu fand er vor 20 Jahren in Kenia - er gründete Dentists for Africa (DfA).
    Vor 20 Jahren reiste Schinkel zum ersten Mal nach Kenia und baute den Kontakt zu zwei Franziskanerinnenorden auf. Anfangs führte er dort Patientenbehandlungen durch, selbst wenn dazu kaum Geräte zur Hand waren. Bald folgte ein erster Containertransport. Inzwischen wurden durch Dentists for Africa 14 Zahnstationen errichtet, die an örtliche Krankenhäuser oder Gesundheitszentren angegliedert sind und von kenianischem Personal mit Unterstützung deutscher Einsatzleistender geführt werden.

    https://www.zm-online.de/news/gesellscha...ement-in-kenia/

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