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  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Am Sonntag war in Haiti der Auftakt zu einer Protestwoche gegen Präsident Jovenel Moïse. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten.
    Hunderte Demonstranten haben am Sonntag, 31. Januar 2021, in verschiedenen Städten in Haiti den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise gefordert. In mindestens fünf Städten errichteten die Regierungsgegner Straßenblockaden. Grund für die Proteste ist, dass die Amtszeit Moises nach Ansicht der Protestierenden am 7. Februar mit Beendigung des vierten Amtsjahres endet. Sie berufen sich dabei auf einen Artikel der Verfassung aus dem Jahr 1987. Moise wiederum besteht darauf, dass seine Amtszeit fünf Jahre dauert.

    Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die USA und weitere Länder stehen hinter dieser Sichtweise. Die Demonstrationen sollen die ganze Woche bis zum kommenden Sonntag anhalten. Gewerkschaften und Organisationen aus der Zivilgesellschaft, die der Opposition nahestehen, haben ebenfalls zu Protesten aufgerufen.

  • Durch den Abbruch des Einsatz konnten die wichtigsten Aufgaben, die Ausbildung der medizischen Techniker vor Ort für Röntgenanlagen und Zahnarztpraxen nicht erfolgen, bedauert er. Auch die Erstellung des geplanten Ersatzteillagers für die unterstützten sieben Krankenhäuser in der Region Diana und Sava konnten darum nicht realisiert werden und musste verschoben werden. „Wir hoffen, das Projekt Diana-3 in der zweiten Jahreshälfte 2021 abschließen zu können.“ Ein weiteres Projekt in Uganda musste ebenfalls verschoben werden.
    Zahnarztpraxis in einer Krankenstation wird aufgebaut

    In diesem und dem nächsten Jahr soll eine komplette Zahnarztpraxis des HDZ-Hilfswerks Deutscher Zahnärzte in der Krankenstation einer Schule mit 1.000 Schülern aufgebaut werden.

    Ein Einsatz für die Schule Ezaka in den Lepradörfern Belfort und Jules in Antalaha/Madagaskar soll sofort nach dem Ende der Pandemie stattfinden, kündigt er an. „In der jetzigen Situation gehe ich davon aus, dass wir auf keinen Fall mit den Hilfslieferungen und Unterstützung für Afrika im sozialen Bereich für diese Länder aufhören sollten. Ich sehe die Notwendigkeit dringender als je zuvor. Auch wenn unsere Arbeit nur ein Tropfen auf einem sehr heißen Stein ist.“ Daher bitten die Jünckes erneut um Hilfe und Unterstützung, vor allem für das Abschließen des Projektes in den Krankenhäusern in Madagaskar und das noch durchzuführende Projekt in Togo. „Nicht zu vergessen die Schule Ezaka der Lepradörfer Belfort und Jules mit ihren 280 Schülern“, betont er.
    Das Material wurde in einen Container im September 2020 nach Haiti verschifft und bereits verteilt, darunter auch das Schulmobiliar.
    Das Material wurde in einen Container im September 2020 nach Haiti verschifft und bereits verteilt, darunter auch das Schulmobiliar.
    Foto: Jüncke

    Was sein persönliches Engagement angeht, schreibt Jüncke: „Seit 2002 arbeite ich nun ehrenamtlich für den SES in Berufsausbildung und sozialen Projekten und hoffe, die 20 Jahre und mehr voll zu bekommen. Es hält mich jung und bereitet mir Freude – trotz aller Probleme, die diese Arbeit mit sich bringt. Ich werde nun 76 Jahre alt und so werde ich danach keinen Container mehr in Eigenregie verschiffen. Ich gehe aber davon aus, auch weiterhin Hilfslieferungen zu unterstützen, um damit die Schul - und Berufsausbildung so weit als möglich in diesen Ländern zu stärken.“

    Neben der arbeitsintensiven Einsätze sammeln seine Freunde Günter Goetsch und Klaus König gemeinsam mit den Jünckes privat das Material für die Projekte und Hilfslieferungen per Container. „Wir bauen Röntgenanlagen ab und transportierten die Geräte. Überprüften das Material und verpackten alles in die Container. Dieses Material erhält der Partner in Afrika inklusive Aufbau und Ausbildung frei als Hilfe für die jeweilige Einrichtung vor Ort. Unser Einsatz ist selbstverständlich ehrenamtlich.“

    Trotz der aktuellen Pandemie sei es auch möglich gewesen, Hilfslieferung für Weißrussland, Rumänien und Moldawien zusammenzustellen und zum Sammellager zu bringen. Der HDZ, Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, die die Projekte ebenfalls tatkräftig unterstützt, konnten die Herzberger helfen, einen 40-Fuß-Container mit Hilfsgütern für Krankenhäuser, Schulen und Waisenhäuser zu beladen, der am 13. September 2020 nach Haiti verschifft wurde. Das Material wurde bereits vor Ortverteilt.

    Seit Mitte September 2020 steht ein 40-Fuß-Container bei der Firma Gropengießer für Hilfsmaterial für ein öffentliches Krankenhaus in Togo bereit. Dort werden diese Geräte aufgebaut und installiert: eine stationäre Röntgenanlage, eine mobile Röntgenanlage, eine mobile Röntgenanlage für den OP, eine Dunkelkammer für die Entwicklung der Röntgenaufnahmen, ein Ultraschallgerät, zwei Zahnarztpraxen, außerdem zehn Krankenbetten mit Matratzen, ein Entbindungsbett und ein Gynäkologie-Behandlungsstuhl. „Außerdem noch vieles mehr, was wir in den nächsten sechs Monaten für die Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen sammeln können. Wir suchen außerdem noch Hilfsmaterial wie Schulmöbel, französische Bücher – bekommen wir vielleicht aus der Schweiz – Kleidung für Kinder und Erwachsene, Wäsche, Bettwäsche, Decken, Geschirr, Töpfe, Fahrräder, Nähmaschinen, Spielzeug. Diese Spenden bekommen die Waisenhäuser, Blindenschule, Schulen und Kindergärten. Es bleibt zu hoffen, dass wir bald wieder normale Verhältnisse bekommen und uns die Pandemie wieder uneingeschränkt arbeiten lässt.“

    Bei Sachspenden bittet Jüncke um telefonische oder schriftliche Absprache, damit einen Termin vereinbart werden kann. mb

    Geldspenden für das Hilfsprojekt der Jünckes können auf folgendes Konto überwiesen werden:
    CALA / MADA – Antalaha
    IBAN: DE38268914840100982600
    BIC: GENODEF1OHA
    Volksbank im Harz

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Seit vielen Jahren engagiert sich das Herzberger Ehepaar Renate und Bernd Jüncke für soziale Hilfsprojekte in Afrika, etwa auf Madagaskar, und in Mittelamerika. Im vergangenen Jahr wurden bei einer solchen Aktion beispielsweise guterhaltene ausgemusterte Stühle aus dem EMA-Gymnasium für eine Schule in Haiti gespendet (wir berichteten). Kürzlich hat das Ehepaar Jüncke in einem Spenderbrief alle Unterstützer über Fortschritte der Projekte und aktuelle Entwicklungen informiert.

    „Den Einsatz im März 2020 in Madagaskar mussten wir wegen des Beginns der Covid-19-Pandemie beenden“, berichten Bernd Jüncke darin. „Dieser Einsatz in Ambilobe im Norden Madagaskars dauerte gerade mal zehn Tage, vorgesehen waren fast drei Monate. Die Grenzen wurden geschlossen und wir hatten nur zwei Tage Zeit und mussten das letzte Flugzeug in Tananarive erreichen. Durch einen Sturz im Einsatz wurde meine Schulter verletzt. Im September 2020 wurde meine linke Schulter erfolgreich in Hannover operiert. Für einige Monate werde ich wohl erst mal nur wenig machen können.“

  • „Swisscross“ entstand 2014 und ist Steigers Antwort auf die „wachsende Behäbigkeit“ internationaler Hilfsorganisationen, für die er selbst lange im Einsatz gewesen ist. „Große Organisationen werden durch einen immer größeren Verwaltungsapparat immer stärker von dem abgehalten, wofür sie gegründet wurden: Menschen in Not schnell und effektiv zu helfen.“ Hauptaufgabe von Swisscross sei der Aufbau eines Ausbildungshospitals im Libanon zusammen mit einer großen humanitären Organisation.
    Beste Ausbildung für Einheimische für eine nachhaltig exzellente Versorgung vor Ort

    Sein Erfolg als Schönheitschirurg helfe ihm dabei gleich auf mehrfache Weise, erklärt der Schweizer. „Ein bekannter Arzt zu sein hat den Vorteil, viele andere bekannte Ärzte zu kennen. Ich habe schon mehrere für die Stiftung gewinnen können. Sie gehen für ein paar Wochen nach Tripolis in den Libanon und bilden als Experten lokale Ärzte direkt vor Ort aus.“

    Die Nachhaltigkeit sei ein ganz wichtiger Aspekt dieses Projekts. „Hilfe von außen ist besser als keine. Viel effektiver aber ist, einheimische Ärzte direkt vor Ort auszubilden.“ Denn die gingen nicht weg, sondern blieben und bildeten andere Ärzte aus – im Augenblick für Syrien, Jemen, den Gaza-Streifen und Südsudan. Und würden dafür von der Stiftung auch mit zinslosen Darlehen unterstützt, bis sie vor Ort selber genug verdienten.
    Wiederherstellungschirurgie als völlig neuer Ansatz

    Völlig neu sei zudem der Ansatz, diese Ärzte nicht nur in der perfekten notärztlichen Versorgung von Kriegsverletzungen auszubilden, sondern auch in der Wiederherstellungschirurgie. „Es ist von essentieller Bedeutung, Verletzungen nicht nur zu versorgen, sondern so zu operieren, dass die Menschen nach ihrer Genesung ein möglichst normales Leben weiterführen können.“

    Entscheidend sei dafür, über die neuesten Kenntnisse der plastischen- und Wiederherstellungschirurgie zu verfügen. „Eine verletzte Hand oder ein Bein zu flicken ist anspruchsvoll. Sie aber so zu behandeln, dass sie wieder möglichst komplett wieder eingesetzt werden können, die volle Funktionstüchtigkeit erreichen, ist von enormer Bedeutung für diese Menschen. Viele Kriegsopfer leiden für den Rest ihres Lebens an Behinderungen, nur weil sie anfänglich nicht richtig operiert wurden.“

    Und last, but not least würde es Swisscross ohne seine Schönheitsklinik nicht geben. „Die Patienten meiner Schönheits-Klinik finanzieren gewissermaßen die Stiftung, die ich aus rund einem Fünftel der Klinikeinkünfte mitfinanziere“, sagt Steiger.

    Die Stiftung, sagt er, sei für ihn mittlerweile zum „Lebenswerk“ geworden. In Vorbereitung sei gerade eine Software, mit der Kriegsopfer, die von Swisscross-Ärzten behandelt würden, den Genesungsprozess per Fotos via Smartphones dokumentierten, die in der Regel überall verfügbar seien. Das erleichtere die Nachbehandlung für alle erheblich, weil sie viel zielgerichteter erfolgen und eine Nachkontrolle der Resultate ermöglichen könne. „Ich träume von einem humanitären Hub, der mit unserer Hilfe ermöglicht, als regionales Ausbildungszentrum für Ärzte, Pflege und Therapeuten vor Ort zu sein, so dass die Menschen in den Kriegsgebieten sich selbst helfen können. Nicht nur im Nahen Osten, sondern auch anderswo.“
    Ein einziges Mal kamen Enrique Steiger Zweifel an seiner Mission

    Nur ein einziges Mal, erinnert sich Enrique Steiger, habe er daran gedacht, aufzugeben – und zwar nach dem Überfall auf das Hospital in Ruanda, bei dem neben den Patienten auch Mitarbeiter umgebracht wurden. Er war damals mit einem kanadischen Kollegen am Operieren, als die Patienten nach der Operation kaltblütig im Krankenbett ermordet wurden. „Wir haben uns angeschaut und gesagt: ‚Das wars, lass uns gehen, es hat alles keinen Sinn.‘“
    Im Anschluss darauf sei sein Fahrer zu ihm gekommen und habe gesagt: „Wenn Sie jetzt gehen, dann rauben sie den Menschen, von denen viele schon alles verloren haben, hier ihre allerletzte Hoffnung. Sie werden denken, dass das Leben und die Welt sie endgültig im Stich gelassen haben.“

    Enrique Steiger und sein Kollege sind geblieben.

  • „Nichts war so schlimm wie Ruanda“

    Ex-Jugoslawien, Afghanistan, Jemen, Syrien: Der Schweizer ist in vielen Krisenherden gewesen. Und zwar an vorderster Front, mitten in der Hölle also, wo gekämpft wird. Wo er mit seinen Kollegen und Helfern das eigene Leben aufs Spiel setzt, um das anderer zu retten. Hat sogar Terroristen behandelt (Steiger: „Ich bin Arzt, kein Richter“), die von der ganzen Welt gesucht wurden. „Das passiert, wenn du in einem Radius von 1000 Kilometern der einzige Arzt bist.“

    Doch nichts, sagt Steiger, „nichts war so schlimm wie die vier Monate in Ruanda“, wo zwischen April und Juli 1994 rund eine Million Menschen - die meisten von ihnen Tutsi - von den Hutu in einem Genozid regelrecht abgeschlachtet wurden. Es war seine zweiter Einsatz als Kriegsarzt, und es war das genaue Gegenteil vom ersten. „Während der UN-Einsatz in Namibia ein Erfolg war, steht der Völkermord in Ruanda bis heute für das totale Versagen der internationalen Gemeinschaft, einen bestialischen Konflikt einzudämmen und die Zivilbevölkerung zu schützen.“
    „In einen Abgrund geschaut, der alles ändert“

    Steiger sah mit seinen Augen, wie eine Frau auf der Ladefläche eines Pick Ups vergewaltigt und ihr Mann danach erschossen wurde. Er selbst sei mit einer Kalaschnikow in Schach gehalten worden, vor die Option gestellt: „Willst du leben oder sterben?“. Er musste mit ansehen, wie Patienten eines ganzen Hospitals samt Mitarbeitern erschossen wurden. Eine Krankenschwester habe überlebt, weil sie bewegungslos unter einem Berg von Leichen ausharrte.

    Er sei einmal ein unbeschwerter Mensch gewesen, sagt der Kriegschirurg. Doch das war vor dem Einsatz in Ruanda. „Wenn man in diesen Abgrund hineinschaut, dann kann man nicht mehr wie gehabt weiterleben.“
    Ein Traum wird wahr: Eigene Stiftung „Swisscross“ für Kriegsopfer gegründet

    Dass aus ihm kein „War Junkie“ wurde, was vielen Kriegsärzten passiere, habe er vor allem seiner Frau zu verdanken, mit der er eine Tochter hat und die er vor dem ersten Einsatz in Namibia heiratete. Zwar habe die Familie oft auf ihn verzichten müssen, wenn er unterwegs war. Doch das Leben in Europa hat er nie für seine Familie aufgegeben. Im Gegenteil: Steiger hat den Abstand genutzt, um auch hier, in der sicheren Schweiz, etwas aufzubauen, wovon er „20 Jahre geträumt“ habe: die Gründung einer eigenen Stiftung zum Schutz von Kriegsopfern.

  • Krieg statt Karibik

    Ihren Anfang nahm diese Fügung 1992, als dem Unfallchirurgen nach vier Assistenzjahren das Warten auf eine Oberarztstelle in Zürich zu lang wurde. Steiger liebäugelte mit einem mehrmonatigen Sabbatical, wollte mit Freunden durch die Karibik segeln.

    Doch es kam anders. Ein Professor, der sich sorgte, sein junger Traumatologe könnte zu sehr Gefallen an der Karibik finden, erzählte, die Schweizer Armee suche einen Oberarzt für ein UN-Camp in der Kriegsregion zwischen Namibia und Angola. „Ich konnte so meinen Rang abdienen und gleichzeitig eine Art Abenteuer erleben. Besser ging’s nicht, dachte ich mir, und sagte zu.“

    Die Ankunft im einstigen Deutsch-Südwestafrika, erinnert sich Steiger, sei „ein Spektakel“ gewesen. „Wir wurden mit einem Konvoi von 20 UN-Jeeps zum Camp in den Norden gefahren, wo die Menschen Spalier standen, uns zujubelten und uns fast wie Befreier gefeiert haben. Es war der reine Wahnsinn.“
    „Die Menschen waren unglaublich dankbar“

    Obwohl das Camp mit seinen rund 6000 UN-Soldaten in einer umkämpften Region gelegen habe, sei der Einsatz relativ ungefährlich gewesen. „Ich war als Truppenarzt bei einer Friedensmission, wirklich dringende Fälle gab es nicht.“

    Doch der Züricher Arzt bekam schnell mit, dass das bei den Einheimischen ganz anders war. Kurzentschlossen dehnte er als Oberarzt des UN-Lagers mit dem Lazarett-Personal den Auftrag eigenständig aus. „Wir hatten kein UN Mandat dazu. Aber die Hilfe kam gut an, die Menschen waren unglaublich dankbar.“

    Als dann auch noch die internationale Presse Wind von der Geschichte bekommen habe und Titelseiten damit schmückte, sei den UN schließlich nichts anderes übriggeblieben, als den Medizin-Trupp gewähren zu lassen, blickt Steiger zufrieden zurück. „Diese Mischung aus nationaler und internationaler Krisenpolitik und das Gefühl, etwas Wichtiges, Gutes für bedürftige Menschen zu tun - mein Interesse an humanitären Einsätzen war sofort geweckt.“
    Drei Prozent bei traumatologischen Eingriffen entscheidend

    Kaum wieder daheim am Zürichsee vom zweimonatigen Abenteuer-Einsatz in Namibia ergriff Steiger eine Chance, die sein Leben noch stark beeinflussen sollte: Er ging für vier Jahre nach Rio de Janeiro zu Ivo Pitanguy. Der 2016 gestorbene brasilianische Arzt gilt als Pionier der plastischen Chirurgie. Niki Lauda ließ seine Brandverletzungen nach dem Formel-1-Unfall von Pitanguy kurieren, Sofia Loren und Gina Lollobrigida vertrauten die Konservierung ihres Sexappeals seinem Skalpell an.

    Die Traumatologie sei auch der Grund gewesen, so Steiger, warum er damals samt Frau und der dreimonatigen Tochter auf die Südhalbkugel zog. Pitanguy hatte bei den berühmtestem Kriegschirurgen Europas gelernt, galt als Experte für Handverletzungen, Gesichts- und Knochenrekonstruktionen.

    Doch der Brasilianer bildete Steiger trotz anfänglichen Protests vor allem in ästhetischer Chirurgie aus. „Er sagte zu mir: ‚Mein junger Freund, 97 Prozent der plastischen Chirurgie schaffen alle. Das, worauf es ankommt, sind aber die letzten drei. Sie entscheiden über Funktionalität und Aussehen. Ohne die zu beherrschen, wirst du nie ein wirklich guter plastischer Chirurg.“

    Die Zeit in Rio trug dazu bei, dass der Schweizer heute selbst zu den berühmtesten Schönheitschirurgen zählt und eine eigene Klinik am Utoquai zwischen Oper und Steigenberger gründete, in der er gerade im weißen Arztkittel an seinem weißen Schreibtisch vor weißen Wänden und Regalen sitzt und über sein Leben erzählt. Sie half ihm aber auch, sich als Kriegsarzt weiterzuentwickeln. „Und ich merkte damals schnell, dass mir bei meiner Arbeit als Schönheitschirurg der humanitäre Aspekt fehlte.“

  • Thema von carlos im Forum Libanon

    Vom Schönheits- zum Kriegschirurgen: Die höllische Mission des Enrique Steiger

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    FOL

    FOCUS-Online-Reporter Ulf Lüdeke (Zürich)

    Montag, 04.03.2019, 14:27

    Kriegsärzte riskieren ihr eigenes Leben, um das anderer Menschen zu retten. Einer von ihnen ist Enrique Steiger. In der Schweiz liftet der berühmte Arzt in seiner Schönheits-Klinik Fältchen gut betuchter Patienten, zwischen Afghanistan und Mali operiert er mittellose Kriegsopfer. Und investiert Geld und Prominenz in ein Arztprojekt im Libanon, das sich am Ende selbst tragen soll.

    Wer Enrique Steiger in seiner Züricher Klinik besucht, taucht ein in ein Fest der Bilder. Im Wartezimmer des 2. Stocks steht zwischen pastellgelben Wänden auf einem Metallständer eine aufgeschlagene, 35 Kilo schwere Ausgabe des legendären SUMO-Buches von Helmut Newton, limitierte Auflage, 11.500 Euro pro Stück. Langbeinig werben nackte Models geplättet unter Plexiglas für makellose Schönheit. Vom salonartigen Chefarztzimmer hat der graumelierte Ästhetik-Guru einen Blick direkt auf den Zürichsee, durch dessen silbernes Glitzern Schwäne und Segelboote gleiten.

    Bilder von seinem zweiten Arztjob, der ihn gelegentlich ebenfalls an Gewässer führt, gibt es nur wenige. Dafür haben sie sich in sein Gedächtnis gebrannt, unauslöschlich. Wie jenes aus dem Frühjahr 1994. „Als ich nach Ruanda reiste, hielten wir bei einem Grenzposten an einem Fluss, der in den Viktoriasee mündet. In den paar Minuten, die wir warteten, zählte ich 160 Leichen, die an uns vorbeitrieben.“
    „Dachte, das Grauen würde man mir nicht glauben“

    Seit einem Vierteljahrhundert zieht Steiger nun schon als Kriegschirurg von Konflikt zu Konflikt, 23 an der Zahl mittlerweile, etwa zwei bis drei Monate pro Jahr. Nach Afrika, in den Nahen und Mittleren Osten.

    Lange zog er es vor, überhaupt nicht über diese Bilder zu sprechen, sagt der 59-Jährige. „Das Grauen, das ich gesehen habe, ist so groß, dass ich dachte, die Menschen könnten mir das nicht glauben.“ Ihm, einem Schönheitschirurgen, der ohne die Hilfe von Skalpellen selbst Model für Newton hätte stehen können. Einer, der weiß, wie gut es das Leben mit ihm meint.

    Doch gelegentlich erzählt der Arzt, der als Unfallchirurg in Zürich begann, inzwischen von den Erlebnissen als Kriegschirurg. Was viel zu tun hat mit seinem beruflichen Werdegang, der auf den ersten Blick aus einem drastischen Gegensatz zu bestehen scheint: Schönheits- und Kriegschirurg. Himmel und Hölle. Auf den zweiten lösen sich die Gegensätze jedoch auf in eine Fügung, die notleidenden Menschen in Kriegen nicht nur kurzfristig helfen könnte, sondern auch langfristig.

  • Thema von carlos im Forum Arbeiten im Ausland al...
  • Thema von carlos im Forum Arbeiten im Ausland al...

    Der Anruf von der Insel Lesbos erreichte Dr. Alexander Schafigh mitten in der Nacht zum Mittwoch, noch bevor die ersten Bilder vom brennenden Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos um die Welt gingen. Informiert wurde der 50-jährige Zahnarzt aus Bornheim von Team-Mitgliedern. Denn Schafigh gehört der „Health Point Foundation“ (HPF) an und war seit 2019 bislang zwei Mal in dem Flüchtlingslager, um ehrenamtlich als Zahnarzt vor Ort zu helfen.

    https://www.rundschau-online.de/region/b...lesbos-37330232

  • Thema von carlos im Forum Hilfswerk deutscher Za...

    Ein Besuch beim Zahnarzt kann nicht nur die eigenen Schmerzen lindern. Er kann auch Kinder in Kenia zu einer Schule verhelfen. Dafür sorgt ein Zahnärzte-Hilfswerk.
    Allein der Gedanke an das unangenehme Zahnbohrer-Geräusch lässt viele von uns erschaudern. Doch der Zahnarztbesuch kann etwas Gutes mit sich bringen. Vorausgesetzt man hat Gold im Mund. "Mir war eine Krone kaputtgegangen, ich saß auf dem Behandlungsstuhl. Der Zahnarzt übergibt mir in einem kleinen Plastiktütchen die kaputte Krone", erzählt ein Patient des Fürther Zahnarzt Horst Schellenberger.

    Der Zahnarzt erklärt dem 50-Jährigen dann, er habe jetzt zwei Möglichkeiten. Er könne das ausgediente Zahngold zum Alt-Goldhändler bringen und ein paar Euro dafür bekommen oder es spenden. "Sie können mir glauben, damit wurden schon zahlreiche Hilfsprojekte realisiert. Einfach faszinierend, was man mit ausgedientem Zahngold alles schaffen kann", schwärmt Schellenberger.

  • Medizinische Versorgung JamaikaDatum17.09.2020 22:54
    Thema von carlos im Forum Jamaica

    Medizinische Versorgung
    Die medizinische Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser auf Jamaika ist im Vergleich zur Weltbevölkerung unterdurchschnittlich. Pro 1000 Einwohner stehen im Land 1,7 Krankenhausbetten zur Verfügung. Der weltweite Mittelwert liegt hier bei 2,7 Betten und innerhalb der EU stehen sogar 5,6 Betten für jeweils 1000 Einwohner zur Verfügung.

    Mit rund 3.890 ausgebildeten Ärzten auf Jamaika stehen pro 1000 Einwohner rund 1,32 Ärzte zur Verfügung. Auch hier wieder der Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,50 Ärzten pro 1000 Einwohnern und in der EU sogar bei 3,57.

    Durch den niedrigen Versorgungsstand kann die Sterblichkeit wesentlicher, bekannter Krankheiten nur in vergleichsweise wenigen Fällen reduziert werden. Nach aktuellem Stand sterben immer noch etwa 15 Prozent aller Menschen, die an Krebs, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen oder der Chylomikronen-Retentions-Krankheit (CRD) leiden.

    Datenbasis
    Die obigen Daten entsprechen den Informationen der Weltgesundheitsorganisation, der Global Health Workforce Statistics, UNICEF, State of the World's Children, Childinfo, Global Health Observatory Data Repository und der OECD. Die täglichen Fallzahlen zur Verbreitung des Corona-Virus stammen vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

  • [1] Kutcher S, Wei Y, Coniglio C. (2016). Mental health literacy: past, present, and future. Canadian Journal of Psychiatry, 61(3),154-158. DOI: 10.1177/0706743715616609.

    [2] WHO 2019. WHO Adolescent Mental Health Fact Sheet accessed from https://www.who.int/news-room/fact-sheet...t-mental-health accessed 07/14/20

    [3] Lee J. (2020). Mental health effects of school closures during COVID-19. Lancet Child and Adolescent Health, 4(6), 421. doi: 10.1016/S2352-4642(20)30109-7.

    [4] Cluver L, Lachman J, Sherr L, et al. (2020). Parenting in a time of COVID-19. Lancet, 395(10231), e64. doi: 10.1016/S0140-6736(20)30736-4.

    [5] Liang L, Ren H, Cao R, Hu Y, Qin Z, Li C, and Mei S. The effect of COVID-19 on youth mental health. Psychiatry Quarterly, 21, 1-12. doi: 10.1007/s11126-020-09744-3

    [6] Kutcher S, Wei Y, & Morgan C. (2015). Mental health literacy in post-secondary students. Health Education Journal. DOI: 10.1177/0017896915610144.

    [7] McLuckie A, Kutcher S, Wei Y, & Weaver C. (2014). Sustained improvements in students’ mental health literacy with use of a mental health curriculum in Canadian schools. BMC Psychiatry, 14(1), 379.

    [8] Milin R, Kutcher S, Lewis S, et al. (2016). Impact of a mental health curriculum on knowledge and stigma among high school students: a randomized controlled trial. Journal of American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 55(5), 383-391.

    [9] Ravindran A, Herrera A, da Silva T et al. (2018). Evaluating the benefits of a youth mental health curriculum for students in Nicaragua: a parallel-group, controlled pilot investigation. Global Mental Health, 5. DOI: 10.1017/gmh.2017.27.

  • Thema von carlos im Forum Jamaica

    The Pan American Health Organization (PAHO) has collaborated with the Ministry of Health and Wellness and the Ministry of Education Youth and Information and Teenmentalhealth.org to train a cohort of trainers in mental health literacy (MHL) to address the expected increase in metal health needs of secondary aged school children due to the current COVID-19 pandemic across Jamaica.

    An expected increase in mental health needs of secondary aged school children has been forecast across the island due to added stressors caused by COVID-19; including the closure of schools, increased financial stress at home and restrictions to freedoms of movement and physical contact.

    In response, PAHO facilitated the training using the evidence-based mental health literacy approach to train 50 trainers from multiple disciplines within the Ministry of Education and the Ministry of Health and Wellness including senior education officers, health and family life educators, guidance counsellors, educational social workers and curriculum development specialists.

    The MHL approach was designed to enhance the understanding about mental health and mental disorders and to reduce stigma against mental illness, while helping to build the capacity to obtain and maintain good mental health; including linking adolescents with appropriate referral services [1].

    Half of all mental health conditions start by 14 years of age but most cases go undetected and untreated [2]. Emerging research underscores the immense influence of COVID-19 on youth mental health, including higher risks for developing mental health problems or mental disorders such as anxiety, depression, post-traumatic stress disorder, and substance use [3-5].

    Since the onset of COVID 19 and the premature closure of schools, many school aged students have experienced significant changes in their lives. The disruption of their sleep and other schedules, the possibility of financial challenges at home, separation from peers and lack of, or intermittent access to, internet services to ensure consistent participation in those online classes provided by some schools, among other challenges could cause significant distress to students.

    Training was hosted on PAHO’s Virtual Campus of Public Health and was delivered twice weekly between June 9 to July 3 by faculty affiliated with Teenmentalhealth.org. The participants were placed in groups according to the designated educational regions and participants completed group assignments, quizzes and group work, along with a review of the curriculum that is to be incorporated into local curricula.

    This cadre of master trainers are expected to train “go-to educators” such as health and family life educators, school nurses, guidance counsellors, coaches, deans of discipline and form teachers in schools across Jamaica. The training of the “go-to educators” is planned to take place early in the new academic school year at the end of 2020. This will be preceded by a baseline assessment of the MHL of students as a part of an evaluation of the implementation of the MHL in schools.

    The MHL program has been successfully implemented in school districts across Canada and in several LMICs and research has demonstrated that MHL builds the foundation for mental health promotion, prevention and care [6 -9]. Elements of the SMHL curriculum will be infused into the national Mental Health and High School Curriculum with adaptations for the local context, with the aim to reduce stigma around mental illnesses among adolescents while ensuring early detection and improved access to appropriate care for those in need.

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