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  • Thema von carlos im Forum Namibia

    1200 Patienten haben er und seine drei Kolleginnen behandelt - in nur zehn Tagen. Das Thermometer zeigte dabei 35 Grad und mehr an. Diese Zahlen sind ein kleiner Beleg für den nicht alltäglichen Einsatz von Dr. Carsten Wenzel. Der Gladenbacher Zahnarzt arbeitete ehrenamtlich in Namibia. Das Land und die Menschen im Süden Afrikas haben den Mediziner tief beeindruckt.
    Lebensfreude im Süden Afrikas. ...

    Der Schwarze Kontinent ist für Carsten Wenzel kein unbekanntes Terrain. Drei Jahre lebte er in Kenia, arbeitete dort als Tauchlehrer und absolvierte später als Zahnarzt auch Hilfseinsätze in Ostafrika. "Bisher dachte ich: Kennst du ein Land in Afrika, dann kennst du die meisten. Doch jetzt bin ich eines Besseren belehrt worden", gibt Wenzel zu.
    Trotz der anstrengenden Arbeit .

    Namibia orientiere sich sehr an Südafrika, die europäischen Einflüsse seien unverkennbar - auch die deutschen, bedingt durch die Geschichte. Unter der Herrschaft des Deutschen Reiches wurde das Land einst zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika. "Doch von einer Deutschfeindlichkeit oder einer anderen Fremdenfeindlichkeit habe ich nichts gespürt", betont Wenzel. Im Gegenteil: "Die Menschen in Namibia sind sehr offen, es ist ein sicheres Land."

    Bei seiner Erkundungstour stieß der Arzt immer wieder auf deutsche Spuren

    Als die Hilfsorganisation "Zahnärzte ohne Grenzen" einen Aufruf gestartet und nach Helfern für Namibia gesucht hat, stand für Wenzel schnell fest: Dort mache ich mit. In ein fernes Land zu fahren, in dem auch Deutsch gesprochen wird, habe ihn sehr interessiert. Namibia ist fast zweieinhalb Mal größer als Deutschland, es leben aber nur 2,1 Millionen Menschen in dem seit 1990 unabhängigen Staat.

    Bevor er sich zusammen mit seinem Team der zahnmedizinischen Versorgung und der Prävention widmete, nahm sich der Arzt noch vier Tage Zeit für sein eigenes "Abenteuer Namibia". Mit einem Mietwagen reiste er durch das Land, lernte Menschen, Natur und Kultur kennen. "Es war wunderschön - so viele unterschiedliche Bilder, die unendliche Weite, die Wüste, die Farbenspiele der Natur, die Tiere", schwärmt Wenzel. Er stieß auch immer wieder auf deutsche Spuren. So wurde in der "Seebad-Konditorei" zum Mittag Fleischkäse mit Kartoffelsalat serviert. Im Herzen des Küstendorfes Swakopmund liegt das historische Hotel "Prinzessin Rupprecht" - ebenso wie die Adler-Apotheke. "In den Highschools wird Deutsch unterrichtet", weiß der Mediziner durch seine Besuche in mehreren Schulen.

    Neben Wenzel beteiligten sich noch zwei Zahnärztinnen und eine Helferin aus Deutschland an den medizinischen Einsätzen. Der Gladenbacher fungierte als Gruppenleiter. "Wir kannten uns vorher nicht und hatten den ersten Kontakt in Namibia", erzählt Wenzel.

    Vom Flughafen in der Hauptstadt Windhoek aus machte sich das Team auf die Reise in den Norden nach Grootfontein. Das dortige Krankenhaus diente den Zahnärzten als Basisstation für ihre Arbeit. Morgens um 8 Uhr begann der Dienst, entweder in Grootfontein oder in einem Ort weit außerhalb. Knapp 5000 Kilometer legte Wenzel in den drei Wochen in Namibia mit dem Auto zurück, den Großteil auf einfachen Sandpisten. "Das fährt sich wie auf Eis und Schnee." Während der Winter Deutschland in Beschlag hat, herrscht in Namibia Sommer. Beim Abflug zeigte das Thermometer -15 Grad, bei der Ankunft auf der Südhalbkugel +37 Grad.

    Die unterschiedlichsten Stämme (Herero, San) lernten die Zahnärzte aus Deutschland während ihres Aufenthalts kennen. "Wir sind in Gebiete gekommen, die ein Tourist nie sehen würde", erzählt Wenzel.

    Um das Eis zu brechen und möglichst schnell einen Kontakt zu seinen Patienten aufzubauen, lernte Wenzel auch ein paar Brocken der Landessprache. Am häufigsten stellte er wohl die Frage: "Waar is die pyn?" Das ist Afrikaans und bedeutet: "Wo ist der Schmerz?"

    Die Zahnbürste ist vielen in Namibia fremd - geputzt wird mit Wurzeln

    "An zehn Tagen haben wir 1200 Patienten behandelt", berichtet der Zahnarzt. Ohne ein gutes Teamwork und Kompromissbereitschaft sei ein solches Pensum in einer Extremsituation nicht zu bewältigen. Sich zurücknehmen und auf das Wesentliche besinnen, nämlich das Helfen - darauf komme es an. Trotz aller Professionalität: Der Einsatz ist auch mit einigen Risiken für die Helfer behaftet. Die Gefahr, sich mit HIV oder Tuberkulose zu infizieren, ist immer gegeben.

    Mit "Extraktion" umschreibt Wenzel knapp seine Hauptaufgabe in Namibia. Also Zähne ziehen. "Wir haben in der Zeit nur vier Füllungen gemacht." Ganz so dramatisch, wie zunächst befürchtet, sei es um die Zahnhygiene im Süden Afrikas aber gar nicht bestellt. "Weil vor allem in den armen Regionen des Landes die Menschen wenig Zugang zum Zucker haben", erklärt der Mediziner. Eine Zahnbürste würden viele zwar nicht kennen. Stattdessen dienen Wurzeln zum Zähne putzen. Deshalb hat das Team in Schulen auch Aufklärungsarbeit geleistet, um Kindern das Bewusstsein für eine richtige Zahnpflege zu wecken.

    Von seiner Arbeit berichtete Wenzel sogar während eines Live-Interviews beim Sender "Hitradio Namibia". Das Gespräch mit dem Radiomoderator verfolgte seine Frau Claudia zu Hause im Hinterland über das Internet. Die Lehrerin ließ auch ihre Schüler teilhaben an der Arbeit ihres Mannes und zeigte in ihrer Klasse Fotos aus Namibia, die der Gladenbacher Zahnarzt aus Afrika schickte.

    Das Leben in Deutschland mit all seinen Vorzügen will Carsten Wenzel nicht missen. Doch die Erlebnisse während eines solchen Hilfseinsatzes machen es ihm leichter, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. "Du kommst geerdet wieder, die Relationen werden gerade gerückt." Namibia hat bei ihm viele unvergessliche Eindrücke hinterlassen. Deshalb hat sich Wenzel fest vorgenommen: "Dieses Land wird mich noch einmal sehen - als Tourist!"

  • Thema von carlos im Forum Eritrea

    Ein Reisebericht von Jens-Peter Würfel

    Unsere Reise vom 3. bis 10. Oktober 2012 sollte eigentlich ein mehr touristisch orientierter Besuch am Horn von Afrika werden. So hatte ich es jedenfalls meinen Freunden versprochen. Lucia Kurfeß von der Fellbacher Arbeitsgruppe des EHD sowie die beiden Stuttgarter Karlheinz Schuster und Klaus Stolz als langjährige Unterstützer und Helfer beim Containerpacken haben mich auf dieser ungefähr 20. Reise während meiner Arbeit beim EHD begleitet.

    weiter:

    http://www.eritrea-hilfswerk.de/index.php?id=8&tx_ttnews[tt_news]=35&cHash=61534ab48bf064ba1be4ec730c86941c

  • Zahnklinik MassawaDatum13.04.2013 18:52
    Thema von carlos im Forum Eritrea

    Nutzniesser unseres Projekts sind rund 300 000 Einwohner der Hafenstadt Massawa und Umgebung. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner lebt von Handel, der Arbeit im Hafenbetrieb, der Salzgewinnung in den Salinen und der Hochseefischerei und der Shrimpszucht. Eine geringe Zahl von Menschen erzielt vor allem in der Umgebung Massawas Einkünfte vom traditionellen Fischfang mit den traditionellen Fischerbooten, weitere Beschäftigung und Einnahmequellen bietet der Tourismusbereich. In der näheren Umgebung Massawas, dem heißen Küstenstreifen entlang des Roten Meeres, ist keine landwirtschaftliche Produktion möglich. Ebenfalls zur Zielgruppe gehört die Volksgruppe der nomadisierenden Rhashaidas, die diese Provinz Eritreas durchwandert. Im Durchschnitt dürfte der Jahresverdienst bei rund 600 Euro liegen.

    Ziel unseres Projekts ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung von Karies und damit verbundenen Folgekrankheiten. Durch prophylaktische Maßnahmen wie Reihenuntersuchungen und Mundhygieneunterricht soll der derzeit hohe Stand von ca 40 Prozent Grundschulkindern mit kariösen Zähnen reduziert, mindestens aber auf gleichem Niveau gehalten werden. Derzeit gibt es in Massawa keine Möglichkeit der zahnärztlichen Behandlung. Mit der Ausstattung einer Zahnarztpraxis soll diese elementare Lücke im Gesundheitswesen geschlossen werden. Bestandteil der Ausstattung der Zahnarztpraxis ist auch die Prophylaxe. So wird der Zahnarzt im Rahmen des Mundhygieneunterrichts und bei Reihenuntersuchungen mit dem Zahnmobil an den Schulen Massawas und Umgebung eingesetzt werden. In Massawa gibt es heute zwar eine allgemeinmedizinische Klinik, jedoch keine zahnärztliche Abteilung und somit keine zahnärztliche Grundversorgung. Patienten müssen daher für Behandlungen aufwändige und kostspielige Transporte nach dem 120 Kilometer entfernten Asmara in Kauf nehmen. Fehlende zahnmedizinische Versorgung führt langfristig zum Zerfall der Milch- und der bleibenden Zähne. Während zerstörte Milchzähne Zahnfehlstellungen verursachen können, führen zerstörte bleibende Zähne zu allgemeinmedizinischen Notfällen wie Sepsis (Blutvergiftung) und eitrigen Abszessen im Kiefer-Gesichtsbereich. Folge der fehlenden zahnärztlichen Untersuchung ist auch zu späte Erkennung von gut- oder bösartigen Geschwulsterkrankungen im Kiefer-Gesichtsbereich. Weitere Folgen sind Infektionen, Magenprobleme sowie Kiefergelenkserkrankungen. Allgemeinwissenschaftliche Studien weißen darüber hinaus auf Zusammenhänge von Zahnerkrankungen und Erkrankungen innerer Organe wie zum Beispiel des Herzens hin.

    Neben der Ausstattung einer Zahnarztpraxis an der Klinik Massawa mit Behandlungsstuhl, dem notwendigen Instrumentarium, einer Röntgeneinheit sowie einem Entwicklungsgerät für diese Zahnarztpraxis die Prophylaxe ganz besonders im Mittelpunkt. Der in Massawa eingesetzte Zahnarzt ist deshalb an 2 Tagen in der Woche in Zusammenarbeit mit den Schulen auch für Reihenuntersuchungen und Zahnputzübungen an Schulen verantwortlich. Dazu wird punktuell auch das in Asmara stationierte Zahnmobil zum Einsatz gebracht. Mit diesen prophylaktischen Maßnahmen soll den weit verbreiteten Karieserkrankungen der Zähne entgegengewirkt werden. Zielsetzung ist dabei die Ausbreitung der Karies mindestens zu stoppen.

    Das EHD liefert die Materialien und ist in Person von Dr. Jens Peter Würfel sowie zwei Technikern für den fachlichen Einbau und die Inbetriebnahme der Zahnarztpraxis verantwortlich. Die Bauplanung fertigte MOH in Abstimmung mit dem EHD an. Für die Einrichtung und Ausstattung werden netto € 34.641,00 veranschlagt. Teile der Ausstattung wie ein Amalgammischgerät, ein Sterilisator und Polymerisationslampe im Wert von 2600 Euro sind dem EHD bereits als Sachspende zugegangen und werden bei diesem Projekt eingesetzt.

  • Zahnarzt behandelt Kinder in IndienDatum13.04.2013 18:50
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Zahnarzt behandelt Kinder in Indien
  • Zahnarzt behandelt Kinder in IndienDatum13.04.2013 18:49
    Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Michael Drechsel aus Hormersdorf ist Zahnarzt aus Leidenschaft

    Hormersdorf. Fern seiner Heimat haben sich hunderte Kinder auf Michael Drechsel gefreut. Sie empfingen ihn mit Blumen, Geschenken und lächelnd. Wohl wissend, dass ihnen der Mann aus Deutschland auch Schmerzen bereiten kann. Denn Michael Drechsel ist Zahnarzt. Seine Praxis hat er in Hormersdorf. Im März besuchte der 54-Jährige zum dritten Mal Indien, um dort zu helfen. Über die Organisation Zahnärzte ohne Grenzen war er im nördlich gelegenen Bundesstaat Andhra Pradesch für drei Wochen in drei Kinderdörfern im Einsatz. Am Mittwoch berichtete er im Gasthof "Zum Löwen" vor heimischem Publikum. 70 Gäste haben sich dafür interessiert.

    Das Herrichten der Praxis in Indien ging diesmal reibungslos. Michael Drechsel hatte aus Erfahrung vorsichtshalber etwas Werkzeug zum Zusammenbauen des einfachen, aber gut funktionierenden Behandlungsstuhles mitgebracht.

    Bei den Behandlungen unterstützen ihn zwei Zahnarzthelferinnen aus dem Allgäu und Berlin. In der zweiten Woche arbeitete ihm noch eine junge Zahnärztin aus Deutschland zu. Indische Krankenschwestern halfen beim Absaugen, Übersetzen und beim Erledigen der schriftlichen Dokumentationen.

    Kaum war der Behandlungsraum eingerichtet, standen die ersten Kinder vor der Praxis. Die Mädchen und Jungen warteten geduldig und diszipliniert, bis sie an der Reihe waren. Einige konnten ihre Neugier nicht zurückhalten und schauten durch die glaslosen Fenster. "Bei der Arbeit ständig beobachtet zu werden - daran musste ich mich erst gewöhnen", sagt Michael Drechsel.

    Augen zu, den Mund weit auf: Tapfer ließen die jungen Patienten die Prozedur über sich ergehen. Nach der Behandlung gab es kleine Trostpflaster in Form von Luftballons, Kugelschreibern oder Aufklebern. Hauptsächlich seien das Entfernen von Zahnstein, Füllungen aber auch das Ziehen von Zähnen nötig gewesen. "Viele Kinder haben Braunverfärbungen durch den hohen Fluoridgehalt im Wasser", erklärt der Zahnarzt. Daraus kann Karies entstehen. Auch die entdeckte Michael Drechsel.
    Zahnarzt Zahnarzt Michael Drechsel

    Foto: Andreas Tannert/Archiv

    "Im Prinzip haben die indischen Kinder die gleichen Zahnprobleme wie die deutschen. Karies ist dort allerdings nicht ganz so ausgeprägt. Der geringere Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln könnte ein Grund dafür sein." Bis auf Zahnkorrekturen mit Spangen seien alle Behandlungen möglich.

    Erfreulicherweise musste Michael Drechsel dieses Jahr weniger Zähne ziehen. "Ich denke, die Aufklärungsarbeit und die Übungseinheiten zur Zahnpflege haben gewirkt." Für die Kinder ist das gemeinsame Zähneputzen mit viel schäumender Zahnpasta immer ein riesiger Spaß.

    Beim Einsatz in Narakodur blieb es nicht. Auch den Heimkindern im rund dreieinhalb Stunden entfernten Inumella und im sieben Stunden entfernten Medapadu schaute der Erzgebirger in den Mund. Für Michael Drechsel war der dreiwöchige "Arbeitsurlaub" eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. "Ich habe sehr viel Dankbarkeit erlebt. Auch wenn ab und zu mal eine Träne floss, standen die Kinder danach auf und lächelten wieder."

    Insgesamt hat Michael Drechsel 545 Kinder und 64 Erwachsene untersucht. Mindestens acht Stunden war er täglich, außer sonntags im Einsatz, bei schlechten Lichtverhältnissen und Temperaturen um die 30Grad Celsius. Und doch wird er wahrscheinlich in einem Jahr wieder die Koffer packen und nach Indien zu "seinen dankbaren kleinen Patienten" reisen.

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Der Wolfener Mediziner Wolfgang Camin arbeitet gut zwei Wochen ehrenamtlich in Nepal - das Land, das ihn bei Wanderungen fasziniert hat. Die ärztliche Versorgung in der Region ist verhältnismäßig schlecht.
    wolfen/MZ.

    Nur noch wenige Tage, dann wechselt Wolfgang Camin sein modern ausgestattetes Behandlungszimmer mit einer einfachen Medizinstation. Der Zahnarzt reist ins ferne Nepal, um dort für gut zwei Wochen Dienst zu tun.

    Nepal ist ein weites Land. Es umfasst einen großen Teil des Himalaya-Gebirges mit acht der zehn höchsten Berge der Welt. Wolfgang Camin hat einige von ihnen schon mit eigenen Augen gesehen. Der Mount Everest lag vor ihm - zum Greifen nah. Bis zum 5 500 Meter hohen Kala Pattar ist er gewandert, den nur zehn Kilometer Luftlinie vom höchsten Gipfel der Erde trennen: bei einer seiner Trekkingtouren, die er schon viermal dort in seinem Urlaub unternommen hat.

    Diesmal in anderer Mission

    Bald verbringt der Wolfener nun also erneut einen Teil seines Urlaubs in diesem Land. Für den 16. April ist der Flug nach Kathmandu gebucht. Von dort geht es zu seinem Einsatzort - ein kleines Dorf zu Füßen der Berge, 140 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber eben nicht zu einer Wandertour, denn es sind andere Gründe als Ferien, die den Mann diesmal dorthin ziehen: Wolfgang Camin wird Tausende Kilometer entfernt von der Heimat in seinem Beruf arbeiten, geht also zum ersten Mal in anderer Mission in dieses Gebiet.

    „Damit möchte ich ein Stück von dem, was ich dort erleben durfte, zurückgeben an die Menschen“, erklärt der 55-Jährige den Beweggrund dafür. Das Land hat ihn einfach fasziniert. Er hat die Freundlichkeit der Nepalesen schätzen gelernt, ihre aufgeschlossene Art, die Gastfreundschaft. Gleichzeitig hat er aber auch gesehen, in welcher Armut und unter welchen primitiven Bedingungen viele leben. „Sie sind zum Teil Stunden unterwegs, um zum nächsten Dorf oder zu einem Laden zu kommen“, weiß er.
    Trekking-Tour

    Wolfgang Camin bei einer seiner Trekking-Touren durch Nepal, die auch zu den Gletschern bis über 5 000 Meter Höhe geführt haben. Im Hintergrund ist der Dragnag Ri (6 801 Meter) zu sehen. (BILD: privat/repro: ruttke)

    Da die Bergregionen zum größten Teil mit Fahrzeugen unpassierbar sind, müssen die Entfernungen zu Fuß zurückgelegt werden. „Und was die Leute transportieren, tragen sie in Kiepen auf ihrem Rücken. Das sind enorme Lasten.“

    Mit der ärztlichen Versorgung sieht es dort ebenfalls nicht rosig aus, erzählt Camin. „Es gibt eine Art Medizin-Center, die aber nicht ständig besetzt sind, manchmal nur zur Medikamentenausgabe.“ In solch einer Station wird auch der Zahnarzt in Kürze arbeiten. Was ihn dort von der Ausstattung her genau erwartet, weiß er noch nicht. „Ich habe nur erfahren, dass eine Bohrmaschine mit Rechts- und Linkslauf vorhanden ist.“

    Dass er aber ganz neue Erfahrungen in puncto Behandlungen sammeln wird, das ist ihm klar. „Wer dort zu mir kommt, der hat Beschwerden. Und da werden in den meisten Fällen Zähne gezogen werden müssen. Vielleicht auch mal eine Füllung gesetzt, aber viel mehr ist nicht möglich.“ Das weiß er von einer Kollegin, die er bei einer Wanderung getroffen hat und die in Afrika zum Hilfseinsatz war. Durch sie ist er auch an die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ gekommen, die das Ganze vermittelte.

    Natürlich arbeitet man bei solchen Einsätzen unentgeltlich. Wolfgang Camin hätte zwar den Flug finanziert bekommen können, hat darauf aber verzichtet. „Das Geld soll lieber vor Ort eingesetzt werden, da ist es wichtiger.“

    Zu seinem Gepäck werden neben Antibiotika, Narkosemitteln und Spritzen - zum Teil gespendet von Pharmaunternehmen - auch Zahnbürsten gehören. Vielleicht, so hofft er, kann er ja den Menschen auch einiges zur Prophylaxe vermitteln. Denn mit der Zahnpflege ist es in diesen Gefilden, wie er weiß, besonders bei älteren Generationen nicht weit her. Auf jeden Fall freut er sich auf die Zeit und die neue Herausforderung. „Ich denke, es wird mir Spaß machen.“

    Unterstützung von zu Hause

    Seine Familie und Kollegen unterstützen ihn. Frau Ina ist ebenfalls Zahnärztin, und die beiden erwachsenen Kinder Kristina und Martin haben Nepal schon selbst kennengelernt. Camins Praxis auf dem ehemaligen Klinikgelände in Wolfen - an diesem Standort ist er im September dann 30 Jahre tätig - ist während seines Auslandseinsatzes mit Schwestern besetzt. Aber auch seine ärztliche Vertretung ist gesichert: Die übernehmen die dortige Nachbarpraxis und natürlich seine Frau in Wolfen-Nord.

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Dass manches zahnärztliche Hilfsprojekt für die Dritte Welt vor Ort von regionalen Strukturen abgebremst wird, ist ein eher häufiges Erlebnis. Dass es auch in Deutschland zu Blockaden kommen kann, war dagegen eine neue Erfahrung: Die Flughäfen Köln und Düsseldorf wurden am Freitag, 15. März, bestreikt, so dass einige Vertreter zahnärztlicher Hilfsgruppen sehr spät oder gar nicht zur 3. Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“ der Bundeszahnärztekammer im Rahmen der Internationalen Dental Schau IDS zum Kölner Messegelände kommen konnten. Sie haben eine kleine Sternstunde verpasst, werden aber über die Bundeszahnärztekammer (http://www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html) weitergehende Nachrichten erhalten. Trotz mancher Reiseausfälle konnten Dr. Wolfgang Schmiedel (Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/Hilfsorganisationen) und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich schließlich Repräsentanten von über 30 zahnärztlichen Hilfsorganisationen begrüßen. Dr. Schmiedel: „Es hat sich auch diesmal erwiesen, wie sinnvoll es ist, die Vielzahl der Projekte auch über die Repräsentanten zu vernetzen. Der Austausch an Vor-Ort-Erfahrungen kommt allen Akteuren zugute und bewahrt manche Aktion vor dem Scheitern!“

    Zu den großen Erfolgen des Treffens gehörte auch die Botschaft des VDDI-Sprechers Burkhard Sticklies: Der Verband der Deutschen Dental-Industrie unterstütze nicht nur nach wie vor und auch in Zukunft die Zusammenkunft der Koordinierungskonferenz unter dem Dach der IDS, sondern wolle in Richtung der Mitgliedsunternehmen verstärkt über die Arbeit der Hilfsorganisationen berichten und für Unterstützung werben. Bei den kurzen Selbstvorstellungen der Projekte hatte sich gezeigt, wie vielfältig bereits jetzt schon die Unternehmen die Maßnahmen überall in der Welt fördern – dennoch zeigte sich nicht zuletzt auch im Bereich Reparaturen und Ersatzteile noch organisatorischer Optimierungsbedarf.

    Unterstützung des Bundesministeriums
    Politisch und technisch überaus hilfreich waren vor allem Vortrag und Diskussionsbeiträge von Stefan Sckell, Referent für Grundsätze der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er hatte die Präsentationen der kleinen und großen, national und weltweit agierenden Projekte sichtlich beeindruckt verfolgt und meinte zu Beginn seines Vortrages: Das alles sei im Ministerium leider gar nicht bekannt – er wolle ab jetzt dafür sorgen, dass sich das ändert und die vielen engagierten Projektleiter ausreichend Unterstützung auch seitens der Bundesregierung erhalten. Nicht nur gab es Hinweise zu vielen informativen Bereichen und Angeboten auf der Website des Ministeriums wie beispielsweise das Service-Angebot Engagement Global (www.engagement-global.de), sondern auch ganz konkrete Tipps, wie man vor Ort die Zusammenarbeit mit den Botschaften nutzen kann, sowie ein paar legale „Tricks“, wie Fördermittel beispielsweise des Ministeriums beantragt werden können. Sie stehen nur für „neue“ Maßnahmen zur Verfügung – was aber „neue Weiterentwicklungen, Zielgruppen, Baumaßnahmen“ etc. mit einschließe, was vielen der Tagungsteilnehmer unerwartete Möglichkeiten eröffnete. Das Ministerium freue sich, wenn die bereitgestellten Mittel auch beantragt und mit nachhaltigem Effekt eingesetzt würden. Die zivilgesellschaftlichen Projekte, die sogenannten NGOs (non-governmental organization), seien ein wichtiger Baustein der entwicklungspolitischen Arbeit der Bundesregierung und könnten auch in solchen Regionen tätig werden, in denen Regierungsorganisationen nicht tätig seien oder sein wollten. Das Ministerium werde die Botschaften der Länder mehr auf die zahnärztlichen Projekte hinweisen und zur Unterstützung aufrufen. Ihn habe das Humanitäre, die konkrete praktische Hilfe und das Engagement der Zahnärzte für Hilfe fast auf dem gesamten Globus sehr beeindruckt, nicht zuletzt vom Einsatz der Studenten an vielen Orten, ebenso erfreut sei er allerdings auch über den Einsatz von Projekten vor der eigenen Haustür in Deutschland. Auch nach der Konferenz stand Stefan Sckell noch lange für Detailfragen zur Verfügung und unterstrich damit seine ernstgemeinte starke Unterstützung.

    Zu wenig öffentliche Wirkung
    Während in der Fachpresse, aber auch bereits bei der Politik der enorme persönliche und auch finanzielle Einsatz der deutschen Zahnärzte bereits anerkennend wahrgenommen werde, fehle die entsprechende Resonanz in den öffentlichen Medien und in der Bevölkerung – das bedauerte nicht nur Dr. Schmiedel: Auch Professor Oesterreich und Teilnehmer an der Konferenz wünschten sich neue Wege der überregionalen Kommunikation. Erste Anregungen wurden zur Diskussion gestellt und sollen mit Blick auf bereits bestehende Angebote und sinnvolle Vernetzung weiterentwickelt werden. Die nächste Koordinierungskonferenz der zahnärztlichen Hilfswerke wird voraussichtlich wieder anlässlich der IDS Mitte März 2015 in Köln stattfinden.

  • Thema von carlos im Forum Mosambik

    Der neunte und letzte Mosambik-Container geht auf Reisen

    Heute ging der letzte von insgesamt neun Hilfscontainern, die in 18 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Berlin-Lichtenberg und Maputo-Ka Mubukwana nach Mosambik verschickt wurden, auf Reisen. Inhalte des Hilfscontainers, der ein Gesamtwert von über 500.000 Euro hat, sind vor allem medizinische Geräte und Verbrauchsmaterialien.

    Die ersten Sonnenstrahlen am Ende eines langen Winters fallen auf einen Schwertransporter, der einen 40-Fuß-großen Container trägt. Auf der Rampe des Lagers des Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) reihen sich Krankhausbetten, Rollstühle, Gehhilfen, Verbandsmaterialien, orthopädische Hilfsmittel, Mikroskop, und Kartons mit aufgearbeiteten Brillen aneinander. Der zunächst letzte Container mit medizinischen Sachspenden trat am 05.03.2013 seine Reise von Berlin-Lichtenberg nach Maputo Ka Mubukwana an. Frau Marita Fischer, Leiterin Versorgung, des Sana-Klinikums erkennt erfreut einige Materialien wieder. Den Großteil des Inhalts hat das Sana-Klinikum in Lichtenberg gespendet. Das Klinikum ist eines von zahlreichen Lichtenberger Institutionen, die die Städtepartnerschaft zwischen Lichtenberg und dem mosambikanischen Bezirk Ka Mubukwana unterstützen. Genauso wie das Bezirksamt Lichtenberg und SODI wollen sie gemeinsam ihren bescheidenen Teil dazu beitragen, dass die globalen Ungerechtigkeiten geringer werden. Im Rahmen der Städtepartnerschaft setzen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit globalen Themen, mit weltweiter Armut und mit Mosambik im Speziellen auseinander. Sie kommen aber auch mit in Lichtenberg lebenden MosambikanerInnen ins Gespräch und knüpfen so einen konstruktiven Dialog zwischen den unterschiedlichen Gruppen, die in Lichtenberg leben.

    Der beim Versand anwesende mosambikanische Bürgermeister David Cangua bedankt sich bei allen Beteiligten für ihre solidarische Unterstützung. Er betont, dass die Materialien dringend benötigt werden und, dass er über die Verteilung der Güter berichten wird, wenn der Container voraussichtlich am 27. April 2013 den Hafen von Maputo ansteuert. Während die Helfer von SODI weiter den Container beladen, macht sich die dreiköpfige Delegation aus Mosambik gemeinsam mit dem mosambikanischen Botschafter S.E. Herr Amadeu da Conceição auf zum nächsten Termin. Seit Sonntag sind sie zu Gast in Lichtenberg und werden noch bis zum Samstag mit Bürgerinnen und Bürgern, Politikerinnen und Politikern, mit dem Bezirksamt und der Wirtschaft in Lichtenberg ins Gespräch kommen und für bürgerschaftliches Engagement in der Partnerschaft werben.

    Am 07.02.2013 findet von 15.00 bis 17.00 Uhr auf Einladung des Bezirksbürgermeisters Andreas Geisel eine öffentliche Arbeitskreissitzung das Lichtenberger Arbeitskreises Maputo im Theater an der Parkaue statt.

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    nach dem Erdbeben Januar 2010 (Claudia Moll, Projektreferentin Don Bosco Bonn, in Haiti vom 10.10. 22.10.2010)

    weiter zum Text im Anhang oder hier:

    http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/hdz/1...nate_danach.pdf

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Dass manches zahnärztliche Hilfsprojekt für die Dritte Welt vor Ort von regionalen Strukturen abgebremst wird, ist ein eher häufiges Erlebnis. Dass es auch in Deutschland zu Blockaden kommen kann, war dagegen eine neue Erfahrung: Die Flughäfen Köln und Düsseldorf wurden am Freitag, 15. März, bestreikt, so dass einige Vertreter zahnärztlicher Hilfsgruppen sehr spät oder gar nicht zur 3. Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“ der Bundeszahnärztekammer im Rahmen der Internationalen Dental Schau IDS zum Kölner Messegelände kommen konnten. Sie haben eine kleine Sternstunde verpasst, werden aber über die Bundeszahnärztekammer (http://www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html) weitergehende Nachrichten erhalten. Trotz mancher Reiseausfälle konnten Dr. Wolfgang Schmiedel (Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/Hilfsorganisationen) und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich schließlich Repräsentanten von über 30 zahnärztlichen Hilfsorganisationen begrüßen. Dr. Schmiedel: „Es hat sich auch diesmal erwiesen, wie sinnvoll es ist, die Vielzahl der Projekte auch über die Repräsentanten zu vernetzen. Der Austausch an Vor-Ort-Erfahrungen kommt allen Akteuren zugute und bewahrt manche Aktion vor dem Scheitern!“

    Zu den großen Erfolgen des Treffens gehörte auch die Botschaft des VDDI-Sprechers Burkhard Sticklies: Der Verband der Deutschen Dental-Industrie unterstütze nicht nur nach wie vor und auch in Zukunft die Zusammenkunft der Koordinierungskonferenz unter dem Dach der IDS, sondern wolle in Richtung der Mitgliedsunternehmen verstärkt über die Arbeit der Hilfsorganisationen berichten und für Unterstützung werben. Bei den kurzen Selbstvorstellungen der Projekte hatte sich gezeigt, wie vielfältig bereits jetzt schon die Unternehmen die Maßnahmen überall in der Welt fördern – dennoch zeigte sich nicht zuletzt auch im Bereich Reparaturen und Ersatzteile noch organisatorischer Optimierungsbedarf.

    Unterstützung des Bundesministeriums
    Politisch und technisch überaus hilfreich waren vor allem Vortrag und Diskussionsbeiträge von Stefan Sckell, Referent für Grundsätze der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er hatte die Präsentationen der kleinen und großen, national und weltweit agierenden Projekte sichtlich beeindruck verfolgt und meinte zu Beginn seines Vortrages: Das alles sei im Ministerium leider gar nicht bekannt – er wolle ab jetzt dafür sorgen, dass sich das ändert und die vielen engagierten Projektleiter ausreichend Unterstützung auch seitens der Bundesregierung erhalten. Nicht nur gab es Hinweise zu vielen informativen Bereichen und Angeboten auf der Website des Ministeriums wie beispielsweise das Service-Angebot Engagement Global (www.engagement-global.de), sondern auch ganz konkrete Tipps, wie man vor Ort die Zusammenarbeit mit den Botschaften nutzen kann, sowie ein paar legale „Tricks“, wie Fördermittel beispielsweise des Ministeriums beantragt werden können. Sie stehen nur für „neue“ Maßnahmen zur Verfügung – was aber „neue Weiterentwicklungen, Zielgruppen, Baumaßnahmen“ etc. mit einschließe, was vielen der Tagungsteilnehmer unerwartete Möglichkeiten eröffnete. Das Ministerium freue sich, wenn die bereitgestellten Mittel auch beantragt und mit nachhaltigem Effekt eingesetzt würden. Die zivilgesellschaftlichen Projekte, die sogenannten NGOs (non-governmental organization), seien ein wichtiger Baustein der entwicklungspolitischen Arbeit der Bundesregierung und könnten auch in solchen Regionen tätig werden, in denen Regierungsorganisationen nicht tätig seien oder sein wollten. Das Ministerium werde die Botschaften der Länder mehr auf die zahnärztlichen Projekte hinweisen und zur Unterstützung aufrufen. Ihn habe das Humanitäre, die konkrete praktische Hilfe und das Engagement der Zahnärzte für Hilfe fast auf dem gesamten Globus sehr beeindruckt, nicht zuletzt vom Einsatz der Studenten an vielen Orten, ebenso erfreut sei er allerdings auch über den Einsatz von Projekten vor der eigenen Haustür in Deutschland. Auch nach der Konferenz stand Stefan Sckell noch lange für Detailfragen zur Verfügung und unterstrich damit seine ernstgemeinte starke Unterstützung.

    Zu wenig öffentliche Wirkung
    Während in der Fachpresse, aber auch bereits bei der Politik der enorme persönliche und auch finanzielle Einsatz der deutschen Zahnärzte bereits anerkennend wahrgenommen werde, fehle die entsprechende Resonanz in den öffentlichen Medien und in der Bevölkerung – das bedauerte nicht nur Dr. Schmiedel: Auch Professor Oesterreich und Teilnehmer an der Konferenz wünschten sich neue Wege der überregionalen Kommunikation. Erste Anregungen wurden zur Diskussion gestellt und sollen mit Blick auf bereits bestehende Ange

  • viel bewegt.....Datum19.03.2013 20:58
    Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...
  • die MitgliedsorganisationenDatum19.03.2013 20:56
    Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    finden Sie im Anhang ald pdf oder hier:

    http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/soziale/adressliste.pdf

  • Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    Das soziale und gesellschaftliche Engagement der deutschen Zahnärzte ist vielfältig und spiegelt sich in vielen unterschiedlichen Hilfsprojekten wider.
    Die Spannbreite reicht dabei von groß angelegten internationalen Projekten bis hin zu Projekten vor der eigenen Haustür. Alle Hilfsorganisationen und Initiativen verfolgen dabei das gleiche Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um finanzielle, (zahn-)medizinische oder ganz einfach "menschliche" Unterstützung handelt. Die Bundeszahnärztekammer begrüßt das vielfältige und breitgefächerte gesellschaftliche Engagement des zahnärztlichen Berufsstandes und unterstützt es durch koordinierende Tätigkeiten sowie die breite öffentliche Darstellung.

    Wir rufen hiermit alle interessierten Helfer auf, sich über die Organisationen und Projekte zu informieren, Kontakt zu den Verantwortlichen aufzunehmen und das ein oder andere Projekt zu unterstützen.

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisat
    ionen“ der Bundeszahnärztekammer
    Berlin, 19. März 2013
    – „Das soziale Engagement der deut
    schen Zahnmediziner ist umfangreich,
    den Globus überspannend, aber zu wenig
    bekannt“, erklärte der Vizepräsident der
    Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Dietmar
    Oesterreich, anlässlich einer Konferenz von
    Hilfsorganisationen am 15. März im Rahmen der
    35. Internationalen Dentalschau (IDS) in Köln.
    100 Millionen Euro Spendengelder wurden in de
    n letzten Jahren für Hi
    lfsprojekte eingesetzt.
    Viele einzelne Projekte von Zahnärzten in Deut
    schland, von groß angelegten internationalen
    bis zu nationalen Projekten, sind weltweit aktiv. Um den Austausch und die Vernetzung zu
    fördern, organisiert die BZÄK, unter dem Vorsitz
    von Dr. Wolfgang Schmiedel, zweijährlich eine
    Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“.
    Auf dem Branchentreffpunkt IDS fand die
    aktuelle Konferenz mit insgesamt 45 Teilnehmern statt. „Diese Konferenz bietet ein optimales
    und bislang einzigartiges Forum zum Austausch der
    weltweit aktiven zahnär
    ztlichen Hilfsprojekte
    und hilft dabei, das gesellschaftliche Engage
    ment der Zahnärzteschaft in den Focus zu
    rücken“, so der Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für Soziale Aufgaben/
    Hilfsorganisationen, Dr. Wolfgang Schmiedel.
    Der Referent für Grundsätze der
    Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Bundesministerium
    für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwickl
    ung, Stefan Sckell, war als Gast geladen und
    hielt einen Vortrag zum Thema „Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements in der
    deutschen Entwicklungszusammenarbeit“.
    Er würdigte das Engagement des zahnärztliche
    n Berufsstandes, es sei ihm nicht bewusst
    gewesen, in welchem Umfang sich diese Berufsgruppe verpflichte. Die Bedeutung
    zivilgesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Engagements habe in der
    Entwicklungszusammenarbeit einen immensen Stellenwert.
    „Gebraucht werden alle Projekte, die Menschen in Notlagen helfen. Gebraucht wird aber
    auch die Aufmerksamkeit, um Helfer und finanzielle Mittel einzuwerben“, resümiert der
    Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel.
    Ergänzende Informationen sowie einen Auszug der Hilfsprojekte im Netzwerk der
    Bundeszahnärztekammer:
    www.bzaek.de/wir-ueber-uns/soziale-verantwortung.html

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Wiedergeltingen Seit Jahren lädt der Pfarrgemeinderat St. Nikolaus die Pfarreiengemeinschaft zu einem Sonntagsfastenessen mit Vortrag ein. In diesem Jahr berichteten die Zahnärzte Dr. Hubert Kienle und seine Tochter Katharina aus Bad Wörishofen mit Bildern sowie Daten und Fakten über ihren unentgeltlichen Arbeitseinsatz in einem Hospital und in abgelegenen Bergdörfern in Nepal. Anschließend vermittelten sie einen Eindruck über Land und Leute und stellten das neue Waisendorf in Dhading vor. Nepal ist nach Afghanistan das zweitärmste Land in Asien.

    Bevor der Pfarrgemeinderat im kirchlichen Pfarrstadel traditionsgemäß eine leckere Fastensuppe servierte, überreichte er den beiden engagierten Zahnärzten einen Scheck über 1500 Euro. Da die zahlreichen Gäste von den Nepal-Zahnarzt-Projekten sehr beeindruckt waren, sammelten sie nach dem Vortrag zusätzlich 400 Euro in einer Spendenbox.

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    So freuten sich Dr. Hubert Kienle und seine Tochter über die großzügige Gesamtspende in Höhe von 1900 Euro, da sie für 2014 weitere Zahnarztprojekte in Nepal geplant haben. (mz)
    ...
    Weitere Hilfe geplant - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mind...id24330471.html

  • Thema von carlos im Forum das aktuelle Thema

    Das Wesen der humanitären Hilfe ist, dass sie im Krisenfall schnell und unparteiisch agiert, unabhängig von politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Interessen bleibt und sich allein am Bedarf der betroffenen Menschen orientiert.

    Die Krisen in Syrien und in Somalia sind gute Lehrstücke dafür, welche Hürden sich dabei mitunter auftun und wie die Hilfe blockiert, vereinnahmt oder angegriffen wird - mit tödlichen Folgen für viele.

    In Syrien sind medizinische Einrichtungen zum militärischen Ziel geworden. Hilfe für Kriegsverletzte wird als kriegerischer Akt interpretiert, die Neutralität von Krankenhäusern systematisch missachtet. Immer wieder werden Ärzte unter Druck gesetzt, verwundete Patienten auszuliefern - ein klarer Bruch des humanitären Völkerrechts.

    In Somalia soll nach Vorstellung der Vereinten Nationen die humanitäre Hilfe in die politischen und militärischen Strukturen integriert werden. Was wie eine Erleichterung für die Zivilbevölkerung dieses gescheiterten Staates klingen mag, ist nichts anderes als ein Versuch, die Hilfe zu politisieren. In dem Land, in dem internationale Helfer die Bevölkerung wegen der schlechten Sicherheitslage heute schon kaum erreichen, wird dieser Schritt das Misstrauen gegen Hilfsorganisationen weiter erhöhen.

    Das ist nicht verwunderlich, wenn sich die Menschen in einem Konfliktgebiet nicht mehr darauf verlassen können, dass die ihnen angebotene Hilfe weder an Bedingungen noch an Gesinnungen geknüpft ist. Der Handel von Hilfe gegen Kooperationsbereitschaft bringt sowohl die Hilfsempfänger als auch die Helfer in tödliche Gefahr.

    Diese beiden Szenarien zeigen, wieso es gerade heute wieder so wichtig ist, auf die Grundprinzipien der humanitären Hilfe zu pochen. Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und ausschließliche Orientierung am Bedarf der betroffenen Menschen sind mehr als hehre theoretische Konzepte. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen geraten leicht in den Verdacht des Sektierertums, wenn sie zeitgeistige Interpretationen der humanitären Idee - wie etwa die öffentlichkeitswirksame Vereinnahmung durch das Militär - kategorisch ablehnen.

    Aber im Ernährungszentrum in Mogadischu, in der Klinik für vergewaltigte Frauen und Mädchen im Kongo oder im Feldspital vor Aleppo haben diese Grundsätze ganz konkrete Auswirkungen auf Gelingen oder Misslingen eines Hilfseinsatzes.

    In Syrien arbeiten wir in drei klandestinen Krankenhäusern in von der Opposition kontrollierten Gebieten im Norden. Hartnäckig bemühen sich die Teams um eine Genehmigung, auch in den von der Regierung gehaltenen Teilen des Landes tätig zu werden - bisher ohne Erfolg. In der Praxis beweisen die medizinischen Teams ihre Unparteilichkeit Tag für Tag, indem sie jeden Menschen versorgen, der auf der Suche nach Hilfe das Krankenhaus betritt - ohne zu fragen, auf welcher Seite er oder sie steht.

    Über diese und andere brisante Fragestellungen wird diesen Freitag beim 2. Humanitären Kongress (www.humanitaerer-kongress.at) in Wien zu diskutieren sein.

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