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  • Mit Waffe im Gesicht gewecktDatum02.06.2013 00:06
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Mit Waffe im Gesicht geweckt
  • Mit Waffe im Gesicht gewecktDatum02.06.2013 00:06
    Thema von carlos im Forum Zahnärzte ohne Grenzen

    Di, 2013-05-21 09:28 — Allgemeine Zeitung
    Deutsche Wohltäter auf Okahandja-Campingplatz ausgeraubt
    Die von der Polizei als Touristen bezeichneten deutschen Staatsbürger, die am Wochenende Opfer eines bewaffneten Raubüberfalles wurden, sind tatsächlich Zahnärzte auf wohltätiger Mission. Im Gespräch mit der AZ schilderte eines der Opfer das Geschehene und korrigierte die Angaben.

    Die am Samstag beraubten deutschen Staatsbürger sind keine Touristen. „Die Angaben der Polizei waren falsch. Wir sind Mitglieder der Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen (Dentists Without Limits Foundation, DWLF)“, erklärte gestern Dr. Marcus Schifferdecker im AZ-Telefongespräch aus Grootfontein, der eigenen Angaben zufolge seit schon mehr als 20 Jahren Namibia bereist.

    „Ich bin gegen 1.30 Uhr mit einem Gewehrkolben im Mund und einer Pistole am Kopf aufgewacht. Daraufhin wurden meine Gehilfin und ich von drei bewaffneten Männern aus dem Zelt gezerrt. Mich schlugen sie in den Magen“, schilderte Schifferdecker, was seiner Assistentin, Stefanie Locher, und ihm am Samstag auf einem Campingplatz in Okahandja wiederfahren sei. Die Polizei hatte berichtet, dass der zuständige Wachmann von den Tätern zuvor gefesselt und geknebelt wurde. „Sie haben uns alles geklaut: Kameras, Laptops, iPad, Reisepässe, 4000 Euro Bargeld, einfach alles“, so Schifferdecker. Insgesamt belaufe sich der Wert des gesamten Diebesguts auf 22800 Euro (nahezu 279000 N$).

    „Wir wurden hinten in die Kabine unseres Fahrzeugs gesperrt, damit sich die Täter einen Vorsprung verschaffen und fliehen konnten. Dabei haben sie auch meinen Koffer mitgenommen“, so der Bundesbürger aus Freiburg, und: „Den Schlüssel unseres Wagens hatte ich zum Glück versteckt, sonst hätten sie diesen auch mitgenommen.“ Das DWLF-Mitglied macht kein Geheimnis daraus, dass er den Angestellten des Sicherheitsdienstes verdächtigt. „Die Täter wussten genau, wo wir liegen und dass wir viele Wertsachen dabei haben. (…) Ich vermute, der Wachmann hat die Informationen geliefert, sich fesseln lassen und erst auf sich aufmerksam gemacht, als die Polizei auftauchte. (…) Er hat weder auf unsere Hilferufe reagiert noch den Eindruck erweckt, seinen ‚Angreifern' Widerstand geleistet zu haben“, so Schifferdecker.

    Der Freiburger ist laut eigenen Angaben der Projektleiter Namibias für die Stiftung. „Die Organisation bietet bedürftigen Menschen in armen Ländern zahnmedizinische Versorgung“, erklärt Schifferdecker. Laut dem Projektleiter ist die Stiftung auf eigene Kosten in Namibia aktiv und erhält von der Regierung lediglich eine gewisse Vergünstigung, was Unterkunft und Verpflegung betrifft. „Zurzeit arbeiten wir nur in der Otjozondjupa-Region“, so Schifferdecker.

    Am Sonntag hatte die Polizei die Kriminalstatistik vom Wochenende präsentiert und von „zwei deutschen Touristen“ berichtet, die mit vorgehaltener Waffe beraubt wurden. Dabei wurde das gestohlene Bargeld mit einem Gesamtwert von rund 7800 Namibia-Dollar angegeben (AZ berichtete). Eine Festnahme hat es bisher laut Polizei nicht gegeben.

  • Ulmer schult Zahnärzte in TaiwanDatum29.05.2013 04:35
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Ulmer schult Zahnärzte in Taiwan
  • Ulmer schult Zahnärzte in TaiwanDatum29.05.2013 04:34
    Thema von carlos im Forum Taiwan
    Immer öfter tauscht Michael Weiss seine Zahnklinik in Ulm gegen einen Hörsaal in London, Neu-Delhi oder Shanghai ein. Dann unterrichtet er Kollegen in seinem Spezialgebiet Implantologie. Wie jetzt in Taipeh.
    Über die Touristenmagneten in Ulm gibt es kaum Zweifel: Münster, Fischerviertel, Weihnachtsmarkt und Schwörmontag. Doch seit einiger Zeit übt auch ein Zahnarztstuhl in der Innenstadt einen besonderen Reiz auf ausländische Touristen aus, genauer gesagt eine Zahnklinik. Denn dort zeigt Dr. Michael Weiss Kollegen aus der ganzen Welt, wie eine ordentliche Zahnimplantation funktioniert. Zu solchen Live-Operationen sind bereits Mediziner aus Russland, Griechenland, Rumänien, Aserbaidschan, Irland, Indien, China, Taiwan und anderen Ländern angereist.

    "Ich fühle mich schon ein bisschen wie ein ehrenamtlicher Touristen-Führer der Stadt", sagt Michael Weiss und lacht. Viel Zeit bleibt seinen Gästen neben der zahnmedizinischen Fortbildung freilich nicht, aber die größten Attraktionen in Ulm besuchen sie doch meist noch.

    Fast genauso oft wie der Chef der Opus Dental Clinic Besuch von Kollegen erhält, reist er selbst in der Weltgeschichte herum. Zuletzt war der 49-Jährige bei einem Kongress in Taipeh, wo er rund 500 Zahnärzte aus Taiwan und China schulte. Im vergangenen Jahr sprach er in Indien in Sälen vor bis zu 2000 Fachärzten. Der Ulmer findet es " beeindruckend, wenn so viele Leute an deinem Wissen interessiert sind".

    In Dental-Kreisen weltweit bekannt wurde Weiss durch ein Verfahren, das er mit drei Kollegen und der Sendener Firma Bredent entwickelt hat. Danach können noch am selben Tag, an dem die Implantate in den Kiefer eingesetzt werden, die neuen Zähne aufgesetzt werden. Bisher mussten die Schrauben erst drei bis sechs Monate einwachsen, ehe sie belastet werden konnten. Auch 2000 deutsche Kollegen hat Weiss bislang geschult.

    "Es gibt in China und Taiwan sehr gut ausgebildete Zahnärzte. Viele von ihnen haben in Deutschland oder den USA studiert", erzählt Weiss, "aber unser Verfahren kennen sie noch nicht". In Asien würden Neuerungen auf dem Weltmarkt aufmerksam verfolgt. Wenn sich Interessantes ergibt, sprechen die implantologischen Fachgesellschaften die entsprechenden Spezialisten an. Bevor diese eingeladen werden, müssen sie sich einer genauen Prüfung unterziehen. "Eine Delegation aus Taiwan hat mir im Vorfeld einen Tag in Ulm über die Schulter geschaut", berichtet Weiss.

    "Es ist immer spannend, neue Kollegen und Entwicklungen kennen zu lernen", freut sich der Ulmer Zahnspezialist. Neben der fachlichen Seite reizt es ihn, in den fremden Ländern herauszufinden, wie dort die Menschen ticken. So schnürt der Hobby-Triathlet seine Joggingschuhe und erkundet per Laufschritt die Umgebung. Und vielleicht, so denkt er in diesen Momenten, zeigt er seinen taiwanesischen Kollegen das beschauliche Ulm auch einmal aus dieser Perspektive.

    Info Die Implantologie ist ein Fachgebiet der Zahnheilkunde, bei dem ein Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wird. An dieser Schraube wird der künstliche Zahn befestigt.
  • Thema von carlos im Forum Paraguay

    „Visitante illustre“: Das ließe sich annähernd wörtlich aus dem Spanischen mit „berühmter Besucher“ übersetzen. Doch diese Ehrung, die dem Bad Segeberger Zahnarzt Dr. Volker Holthaus (62) dieser Tage im paraguayischen St. Lorenzo zuteil wurde, ist anders gemeint: Holthaus ist jetzt Ehrenbürger dieser 500 000 Einwohner großen Vorstadt der Metropole Asuncion. Und das hat er sich erarbeitet: Über 650 Menschen haben der Zahnarzt und sein Team in den vergangenen zehn Jahren in St.

  • Thema von carlos im Forum Deutschland

    Seine Stiftung rettet Kinderleben

    Mit seiner gleichnamigen Stiftung hat der Landauer Zahnarzt Dr. Martin Andreas in verschiedenen Entwicklungsländern schon vielen Kindern medizinische Hilfe geleistet. Und damit sicherlich so manches Leben gerettet.

    "Groß hausieren“ möchte Dr. Martin Andreas, wie er selbst sagt, nicht mit seiner Stiftung gehen. Aber sein Licht unter den Scheffel stellen muss der Zahnarzt aus Landau nun auch wieder nicht. Denn die von ihm Ende 2005 gegründete „Dr. Martin Andreas Stiftung – Ärzte für Kinder in Not“ hat mittlerweile etwa 1.800 Kindern in zehn Entwicklungsländern nachhaltige medizinische Hilfe ermöglicht, vor allem, aber nicht nur, auf operativem Wege. Ohne diese Hilfe wären viele dieser Kinder sicherlich gar nicht mehr am Leben.

    „Nachhaltig“ ist dabei das Stichwort, wie Dr. Andreas erklärt: „Wir arbeiten nach dem ‚Once-and-forever‘-Prinzip, das heißt, unsere Hilfeleistungen sind auf ein dauerhaftes Ergebnis angelegt. So ist man auch weniger in die Infrastruktur in den Ländern selbst verstrickt, es gibt also weniger Leute, die die Hand aufhalten.“

    Aber wie kommt man dazu, medizinische Einsätze unter oft sehr schwierigen Bedingungen in Ländern wie Indien, Sri Lanka oder Nepal – wo Andreas schon selber war – zu unternehmen und dann auch noch eine Stiftung dafür zu gründen? Offenbar fast von allein: „Ich habe schon immer solche Sachen gemacht, die ersten Einsätze 1997 nach meinem Examen“, sagt der 42-jährige Mediziner. Davor (und später noch ehrenamtlich) war er im Rettungsdienst tätig.

    Der ganz große „Wendepunkt“ war dann ein Einsatz im Nepal 2005, wo Andreas bei der zahnärztlichen Versorgung im Kinderkrankenhaus in Kathmandu half. „Da habe ich ein Mädchen kennengelernt, mit zwei Jahren genauso alt wie meine Zwillingstöchter damals, die war am ganzen Körper verbrannt. Das ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt, das hat mir schier das Herz zerrissen“, berichtet der Landauer. „Dieses eine Kind habe ich gezielt gefördert, sonst hätte es sicher nicht überlebt.“

    Ein Erlebnis, das als Initialzündung für die Gründung der Stiftung wirkte. Anfangs konzentrierte sich diese ausschließlich auf chirurgische Projekte. „Wir haben Teams aus drei bis fünf Ärzten organisiert, die jeweils in ihrem Urlaub unentgeltlich operiert haben“, so der Stiftungsgründer.


    Von da ab wurden die Einsatzgebiete der Stiftung, ermöglicht durch stetig steigende Spenden und Zustiftungen, immer mehr erweitert: 2007 etwa mit sogenannten „OP-Camps“ in Nepal und Indien, wo deutsche Chirurgen-Teams in ihrem Urlaub an Gastkrankenhäusern verletzte und/oder erkrankte Kinder operierten.

    2009 stellte Andreas die Stiftungsarbeit auf eine noch breitere Basis: „In dem Jahr war ich in Kalkutta, in den Slums, und was ich da gesehen habe, hat mich dazu bewogen, künftig auch die begleitende, basismedizinische Versorgung, beispielsweise Impfungen, aber auch die ‚Aufpäppelung‘ von akut vom Hungertod bedrohten Kindern zu ermöglichen.“ Das zentrale Dauerprojekt seitdem ist die Unterstützung des „Puspha Home“, ein kleines Kinderkrankenhaus mit etwa 30 Betten in Kalkutta, das 2007 unter Leitung der „German Doctors“ der „Ärzte für die 3. Welt“, einem Stiftungspartner, in den Slums seine Arbeit aufnahm.

    Für den Landauer zählt immer der persönliche Kontakt und das Vertrauen zu den Ärzten vor Ort (zu denen er oft genug selber gehört), die exakte Kostenkontrolle – und natürlich der hohe medizinische Standard. „Ich bin ein misstrauischer Niederbayer“, lächelt der Zahnarzt, „ich habe ein natürliches Misstrauen gegenüber großen Organisationen. Wir setzen deswegen auf punktgenaue Unterstützung und die unmittelbare Projektkontrolle. Bei uns ist im Detail nachweisbar, welches Kind wie behandelt wurde.“ Gerade in der medizinischen Entwicklungshilfe sei ein gesundes Misstrauen sehr wichtig – „das kann auch mal unangenehm werden“.

    Der Umgang mit den Patienten dagegen selten. Aus dem zieht Andreas seine Hauptmotivation: „Ich bin selbst ein extrem dankbarer Mensch. Ich bin dankbar, dass ich in Deutschland leben darf. Wenn man das Elend in diesen Ländern sieht, lässt einen das nicht mehr los. Das kann man schwer in Wort fassen, das muss man erfühlen. Die Dankbarkeit in den Augen dieser Kinder ist jedenfalls mit nichts aufzuwiegen.“

    Eine Einstellung, die er auch seinen eigenen vier Kindern (neben erwähnten Zwillingstöchtern eine weitere Tochter und ein Sohn) vermitteln möchte. „Mir war das immer wichtig, dass ich den Kindern von meinen Erlebnissen berichte. Die sollen das mitkriegen“, sagt der Landauer. Nun würden sie ihm jedes Mal etwas vom eigenen Spielzeug mitgeben, wenn er wieder zu einer Hilfsmission aufbreche.

    Ohne Familie würde es ohnehin nicht gehen, da ist Andreas viel zu sehr Familienmensch: „Meine Frau ist wirklich meine gute Seele, sie gibt mir Freiraum und Unterstützung. Auch meine Eltern helfen mit, mein Vater übernimmt die bürotechnische Abwicklung der Stiftung.“ Als Ausgleich sei ein regelmäßiger Familienurlaub mit Frau und Kindern dafür selbstverständlich. „Das darf man nicht vernachlässigen“, betont Andreas.

    Mit der Dr. Martin Andreas Stiftung soll es natürlich möglichst noch weiter bergauf gehen. Neben kleineren Projekten wurde 2010 nach der Erdbeben-Katastrophe in Haiti erstmals ein Katastrophen-Hilfsprojekt für Kinder gestartet. Ebenso engagiert sich die Stiftung seit 2011 in der Dürre-Katastrophe in Ostafrika. Seitdem gibt es auch einen „kleinen Topf“ für Katastropheneinsätze.

    Und vielleicht lässt sich Martin Andreas‘ „große Vision“ für die Zukunft einmal realisieren: Ein eigenes kleines Stiftungs-Krankenhaus an einem der medizinischen (Armuts-)Brennpunkte dieser Welt. Zu wünschen wäre es ihm.

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    „Mitten im Eingriff fiel der Bohrer aus“

    - Von einem dreiwöchigen freiwilligen Arbeitseinsatz in Nepal ist jetzt der Rheiner Zahnarzt und Implantologe Dr. Udo Hornemann zurückgekehrt – um viele Erfahrungen reicher und fünf Kilo Lebendgewicht ärmer. Im Gespräch mit der MV zog Hornemann Bilanz. Vor allem die Gelassenheit, mit der bei Unfällen schwer gezeichnete Menschen ihr Schicksal ertragen, haben Hornemann tief beeindruckt.
    Von Klaus Dierkes

    Für Dr. Udo Hornemann war es bereits der zweite Einsatz in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ im Sushma Koirala Memorial Hospital nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Erste Erfahrungen hatte er im Herbst 2011 in Nepal gesammelt.

    Mehr als 300 Patienten konnten sie im Rahmen des Arbeitseinsatzes im Hospital zahnärztlich versorgen. In dem unterentwickelten Land war dabei immer wieder Improvisation gefragt. „Mitten in einem operativen Eingriff fiel zunächst die Absauganlage, dann der Bohrer und schließlich auch das Licht aus. Ich habe dann bei der hospitaleigenen Werkstatt eine Taschenlampe besorgen lassen, um die Behandlung abzuschließen“, erzählt der Zahnarzt.

    Bis zu vier Stunden mussten die Patienten mitunter auf ihre Behandlung warten. „Niemand beschwerte sich, niemand ging nach Hause. Die Menschen in Nepal haben eine unglaubliche Geduld“, so Hornemann. „Mit nach Hause nimmt man Bilder der Lebensfreude, aber auch der Armut und Bescheidenheit, das Lächeln der Menschen als Ausdruck ihrer Dankbarkeit und das befriedigende Gefühl, einigen Menschen geholfen zu haben.“. Für ihn steht fest, dass es nicht sein letzter Arbeitseinsatz mit „Zahnärzte ohne Grenzen“ gewesen ist. „Der nächste wird wohl wieder im asiatischen Raum stattfinden. Reizen würden mich die Philippinen. Aber auch Nicaragua.“

    Wer „Zahnärzte ohne Grenzen“ unterstützten will kann dies mit einer Spende tun. Das Geld kommt direkt dem Sushma Koirala Memorial Hospital zugute: SKM-Hospital in Nepal, Kreissparkasse Köln, Konto 92801, BLZ 37050299.

  • azb-brasilien .de

  • Thema von carlos im Forum Brasilien

    "Unser mildtätiger Verein AZB Plus besteht seit über 20 Jahren und sucht Kolleginnen/Kollegen zur kostenlosen Mitarbeit für ca. 2 bis 3 Wochen in Brasilien.

    Die AZB Plus sucht Kolleginnen/Kollegen für einen zwei - drei wöchigen Einsatz im November, Dezember 2013 und Januar 2014 in Brasilien in der Nähe von Salvador/Bahia im Dentomobil.

    Für die Aufwendungen/Reisekosten gibt es eine Spendenbescheinigung, Unterkunft und Verpflegung werden vom Verein gestellt.

    Es werden Teams mit ca. drei - vier Kolleginnen/Kollegen zusammengestellt, und deswegen können auch unerfahrene Kolleginnen/Kollegen mitmachen !

    Nähere Information und Anmeldung unter azb-brasilien .de
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Ulrich Wagner
    1. Vorsitzender
    info@utz-wagner.de"

  • Zahnheilkunde in Togo und KambodschaDatum22.04.2013 23:15
    Thema von carlos im Forum Kambodscha

    Vier Zahnärzte für vier Millionen Menschen. Angesichts dieses chronischen Versorgungsmangels nimmt es nicht Wunder, daß sich die Nachricht von der temporären Behandlungsstation Dr. Eriksen und deiner vier Kollegen 40 km vor Togos Landeshauptstadt Lorne wie ein Lauffeuer verbreitete. ´Die Frohe Botschaft von unserer Ankunft wurde sogar in die Nachbarländer Ghana und Benin getragen. Manche Leute nahmen bis zu 500 km Reiseentfernungen auf sich´, so Dr. Eriksen. Bereits vor über zwei Jahren gab Dr.Eriksen seine Stelle als Zahnarzt im dänischen Ikast auf, um in Togo Zähne zu extrahieren. ´Ich war 27 und wollte etwas von der Welt erleben. Aber ich wollte nicht nur als Tourist umherreisen, sondern meine beruflichen Fähigkeiten zum Einsatz bringen. So wandte ich mich an eine Reihe humanitärer Organisationen. Am Ende nutzte ich das Angebot zwei verschiedener Einrichtungen: “ Youth with a Mission“ entssandte mich zunächst nach Togo und mit “The Danish Santalmission“ ging es nach Kambodscha.´

    Auf nach Kambodscha

    Dr. Eriksen flog von Togo zunächst zurück nach Kopenhagen und bestieg tags darauf ein Flugzeug nach Kambodscha. Hier sollte er an der zahnmedizinischen Ausbildungseinrichtung der amerikanischen Organisation “World Concern“ unterrichten. Zunächst traten jedoch einige Hindernisse auf, weshalb Dr. Eriksen sich anschickte, beim Aufbau eines neuen mitzuwirken bzw. bei der Aufstellung eines Zehnjahreshaushalts für den Bereich der mund- und zahnmedizinischen Versorgung Hilfestellung zu leisten. Das tragischste Kapitel in Kambodschas Geschichte ereignete sich unter dem Pol PotRegime. In jener Zeit wurden eine Million Bewohner innerhalb von nur vier Tgen aus deer Landeshauptstadt Phnom Penh zumeist auf Land vertrieben. Personen mit höherer Schulbildung, darunter auch Zahnärzte, wurden umgebracht. Vor Pol Pots Machtergreifung verfügte Kambodscha über ein intaktes Infrastruktursystem mit einer ausreichenden Zahl an Zahnärzten. Am Ende des Khmer Rouge-Schreckensregimes lebten im ganzen Land nur noch fünf Zahnärzte. Die Fortbewegung in Phnom Penh ist ein großes Pronlem. Vor allem nachts lauerte Gefahr in den Winkeln der Hauptstadt. ’Bisweilen fielen draußen auf der Straße Schüsse und ein Panzer rollte vorbei. Einer meiner Freinde sah sogar mit an, wie jemand auf der Straße erschossen wurde. Die Grausamkeit, die in Kambodscha verübt wurde ist schlichtweg unfaßbar. Umso mehr als die Kambodschaner ein sehr friedliebendes Volk zu sein scheinen’, sagt Dr. Eriksen. Heute verfügt das Land über ca. 140 Zahnärzte. Eine der Aufgaben, mit denen Dr. Eriksen betraut wurde bestand darin, die Ausrüstung für zwanzig landesweit im Aufbau befindliche Zahnarztpraxen einzukaufen. ’Stark Verschleißgefährdete Gegenstände waren unzweckgemäß. Qualitativ anspruchsvolle Ausrüstung war vonnöten, die starker Beanspruchung standhielt. In Kambodscha waren ganz andere Maßstäbe und Faktoren relevant als vergleichsweise in Dänemark.’ Dr. Eriksen betätigte sich ebenfalls im Rahmen eines Fissuren – Versiegelungsprojekts, für das er entsprechendes Lehrmaterial entwarf. Last but not least, übernahm er ein Lehrprojekt an der zahnmedizinischen Fakultät in Phnom Penh.

    Kontakt mit fremden Kulturen

    Insgesamt betrachtet schätzte Dr. Eriksen an den zahlreichen und abwechslungsvollen Einsätzen in Togo und Kambodscha vor allem die Tatsache, daß sie ihm die Chance boten, unmittelbaren Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung aufzunehmen. Prägend sei v.a. auch die Erfahrung gewesen, zusammen mit etlichen Gleichgesinnten aus aller Welt das Team auf dem Versorgungsdampfer ´´Anastasis´´ zu bilden. ’Die wichtigste Erkenntnis dabei war, dass wir – trotz unterschiedlichster nationaler Herkunft und infolgedessen oftmals sehr stark differierenden Ansichten (hinsichtlich bestimmter Dinge) – als Team so erfolgreich zusammenarbeiteten. Gerade dieser Aspekt kommt mir in letzter Zeit öfter in den Sinn, da die Flüchtlings- und Immigrantenfrage wieder hohe Wogen schlägt. Meine Aufenthalte haben mich eine Menge gelehrt – über mich selbst, aber vor allem auch das dänische Volk als solches,’ sagt Dr. Eriksen und fügt hinzu:
    ’Wir sind uns sehr wohl der Tatsache bewusst, dass materielle Güter nicht mit persönlichem Glück gleichzusetzen sind. In Togo erlebte ich den Beweiß hierfür; dort sind die Menschen in aller Regel wesentlich glücklicher als die Dänen. Es scheint irgendwie aberwitzig, dass wir Dänen mit all unserem materiellen Wohlstand im Vergleich zu den Afrikanern scheinbar so viel mehr Sorgen haben.’ Für Dr. Eriksen erwiess sich die Reise in doppelter Hinsicht als ein Erfolg. Unterwegs auf dem Schiff lernte er die Assistentin Inger Sode kennen, die er im März des vergangenen Jahres heiratete.



    Von Elisabeth Poulsen

  • Zahnheilkunde in Togo und Kambodscha Datum22.04.2013 23:14
    Thema von carlos im Forum Togo

    Von Elisabeth Poulsen

    Vier Zahnärzte für vier Millionen Menschen. Angesichts dieses chronischen Versorgungsmangels nimmt es nicht Wunder, daß sich die Nachricht von der temporären Behandlungsstation Dr. Eriksen und deiner vier Kollegen 40 km vor Togos Landeshauptstadt Lorne wie ein Lauffeuer verbreitete. ´Die Frohe Botschaft von unserer Ankunft wurde sogar in die Nachbarländer Ghana und Benin getragen. Manche Leute nahmen bis zu 500 km Reiseentfernungen auf sich´, so Dr. Eriksen. Bereits vor über zwei Jahren gab Dr.Eriksen seine Stelle als Zahnarzt im dänischen Ikast auf, um in Togo Zähne zu extrahieren. ´Ich war 27 und wollte etwas von der Welt erleben. Aber ich wollte nicht nur als Tourist umherreisen, sondern meine beruflichen Fähigkeiten zum Einsatz bringen. So wandte ich mich an eine Reihe humanitärer Organisationen. Am Ende nutzte ich das Angebot zwei verschiedener Einrichtungen: “ Youth with a Mission“ entssandte mich zunächst nach Togo und mit “The Danish Santalmission“ ging es nach Kambodscha.´

    Togo

    Die Reise nach Togo begann in Teneriffa, wo Dr. Eriksen an Bord des Missionsschiffes “Anastasis“ ging. Bei dem Schiff handelt es sich um einen nachgebauten Luxusliner mit einer 400 Mann starken Besatzung. Neben den 5 Zahnärzten waren noch Ärzte, Techniker und Missionare an Bord. Dr. Eriksen war Schiffszahnarzt. ´Die Reise, bei ruhiger Wetterlage, dauerte insgesamt eine Woche. Zu Wasser wurden wir von fliegenden Fischen, Delphinen, Walen und Haien eskortiert. Je mehr wir uns Togo nähertenm, desto heißer wurde das Klima. Der Sternenhimmel über uns und die abendlichen Sonnenuntergänge waren einfach atemberaubend.´

    Intensicer Arbeiteinsatz

    Während die Reise nach Togo eher wie Urlaub anmutete, begann mit dem Aufstellen der mobilen Behandlungsstühle vor Ort in dem kleinen Krankenhaus in Aneho, etwa 40 km östlich Togos Hauptstaft für Dr. Eriksen und sein aus einem Inder, Deutschen, Amerikaner und Engländer bestehenden Kollegenteam der Ernst des Lebens. ´Jeden Morgen befanden sich im geradezu überquellenden Wartezimmer mindestens fünfzig Patienten. Im Laufe des Tages wurden es immer mehr und am Ende jedes Arbeitstages saßen im Wartesaal immer noch um die zwanzig Personen,die auf eine Behandlung warteten. Die Praxis bei dem Anblick all dieser wartenden Menschen zu verlassen, war der härteste Moment des Tages. Aber einfach weiterarbeiten war auch nicht die Lösung, denn das wäre über kurz oder lang zu Lasten unserer physischen Konstitution gegangen.´
    Während der dreieinhalb Monate, die Dr. Eriksen in Togo im Arbeitseinsatz war, behandelte er insgesamt 446 Patienten aller Altersstuffen. Alles in allem legte er 500 Füllungen, nahm 406 Extraktionen sowie 51 chirurgische Eingriffe vor. ´Zwischen dem zahnärztlichen Alltag in Togo und Dännemark liegen Welten, insbesondere da in dänischen Praxen überwiegend Prophylaxe betrieben wird. In Togo suchen die Leute erst den Zhnarzt auf, wenn Schaden bereits entstanden ist und die Schmerzen ihnen keine Ruhe mehr lassen. Und glauben sie mir, die Menschen hier wissen, was Schmerzen sind.´ Das ganze Spektrum war vertreten: In den ärgsten Fällen war nur noch die Zahnwurzel zurückgeblieben, Frakturen, Fluorose, Paradontitis bei Jugendlichen, etliche Fälle von schmerzhafter Osteomyelitis sowie Kiefertumoren. Gutartige Tumoren im Frühstadium wurden – außer in schwerwiegenden Fällen, in denen der Mund- und Kieferchirurg der Schiffsbesatzung herbeigeholt wurde – vom Zahnärzteteam behandelt.
    Im Allgemeinen befinden sich die Zähne der togolesischen Bevölkerung in gutem Gesundheitszustand. Laut Dr. Eriksen hängt dies v.a damit zusammen, dass die Ernährung der Menschen wesentlich zuckerärmer ist als in Dänemark. Die Zahnreinigung erfolgt mittels eines weichen Kaustöckchens. ´Diese Zahnsäuberungsmethode ist durchaus zweckdienlich. Die Togolesen achten auf gepflegte Zähne und Plaqueentfernung´, so Dr. Eriksen. Allerdings sei eine Verschlechterung des dentalen Gesundheitszustandes zu beobachten. Besonders auffälig sei der vermehrte Zahnverfall bei Kindern im Vergleich zu den Erwachsenen, was wahrscheinlich auf einen erhöhten Verzehr an Süßigkeiten zurückzuführen sei.

    Auf nach Kambodscha

    Dr. Eriksen flog von Togo zunächst zurück nach Kopenhagen und bestieg tags darauf ein Flugzeug nach Kambodscha. Hier sollte er an der zahnmedizinischen Ausbildungseinrichtung der amerikanischen Organisation “World Concern“ unterrichten. Zunächst traten jedoch einige Hindernisse auf, weshalb Dr. Eriksen sich anschickte, beim Aufbau eines neuen mitzuwirken bzw. bei der Aufstellung eines Zehnjahreshaushalts für den Bereich der mund- und zahnmedizinischen Versorgung Hilfestellung zu leisten. Das tragischste Kapitel in Kambodschas Geschichte ereignete sich unter dem Pol PotRegime. In jener Zeit wurden eine Million Bewohner innerhalb von nur vier Tgen aus deer Landeshauptstadt Phnom Penh zumeist auf Land vertrieben. Personen mit höherer Schulbildung, darunter auch Zahnärzte, wurden umgebracht. Vor Pol Pots Machtergreifung verfügte Kambodscha über ein intaktes Infrastruktursystem mit einer ausreichenden Zahl an Zahnärzten. Am Ende des Khmer Rouge-Schreckensregimes lebten im ganzen Land nur noch fünf Zahnärzte. Die Fortbewegung in Phnom Penh ist ein großes Pronlem. Vor allem nachts lauerte Gefahr in den Winkeln der Hauptstadt. ’Bisweilen fielen draußen auf der Straße Schüsse und ein Panzer rollte vorbei. Einer meiner Freinde sah sogar mit an, wie jemand auf der Straße erschossen wurde. Die Grausamkeit, die in Kambodscha verübt wurde ist schlichtweg unfaßbar. Umso mehr als die Kambodschaner ein sehr friedliebendes Volk zu sein scheinen’, sagt Dr. Eriksen. Heute verfügt das Land über ca. 140 Zahnärzte. Eine der Aufgaben, mit denen Dr. Eriksen betraut wurde bestand darin, die Ausrüstung für zwanzig landesweit im Aufbau befindliche Zahnarztpraxen einzukaufen. ’Stark Verschleißgefährdete Gegenstände waren unzweckgemäß. Qualitativ anspruchsvolle Ausrüstung war vonnöten, die starker Beanspruchung standhielt. In Kambodscha waren ganz andere Maßstäbe und Faktoren relevant als vergleichsweise in Dänemark.’ Dr. Eriksen betätigte sich ebenfalls im Rahmen eines Fissuren – Versiegelungsprojekts, für das er entsprechendes Lehrmaterial entwarf. Last but not least, übernahm er ein Lehrprojekt an der zahnmedizinischen Fakultät in Phnom Penh.

    Kontakt mit fremden Kulturen

    Insgesamt betrachtet schätzte Dr. Eriksen an den zahlreichen und abwechslungsvollen Einsätzen in Togo und Kambodscha vor allem die Tatsache, daß sie ihm die Chance boten, unmittelbaren Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung aufzunehmen. Prägend sei v.a. auch die Erfahrung gewesen, zusammen mit etlichen Gleichgesinnten aus aller Welt das Team auf dem Versorgungsdampfer ´´Anastasis´´ zu bilden. ’Die wichtigste Erkenntnis dabei war, dass wir – trotz unterschiedlichster nationaler Herkunft und infolgedessen oftmals sehr stark differierenden Ansichten (hinsichtlich bestimmter Dinge) – als Team so erfolgreich zusammenarbeiteten. Gerade dieser Aspekt kommt mir in letzter Zeit öfter in den Sinn, da die Flüchtlings- und Immigrantenfrage wieder hohe Wogen schlägt. Meine Aufenthalte haben mich eine Menge gelehrt – über mich selbst, aber vor allem auch das dänische Volk als solches,’ sagt Dr. Eriksen und fügt hinzu:
    ’Wir sind uns sehr wohl der Tatsache bewusst, dass materielle Güter nicht mit persönlichem Glück gleichzusetzen sind. In Togo erlebte ich den Beweiß hierfür; dort sind die Menschen in aller Regel wesentlich glücklicher als die Dänen. Es scheint irgendwie aberwitzig, dass wir Dänen mit all unserem materiellen Wohlstand im Vergleich zu den Afrikanern scheinbar so viel mehr Sorgen haben.’ Für Dr. Eriksen erwiess sich die Reise in doppelter Hinsicht als ein Erfolg. Unterwegs auf dem Schiff lernte er die Assistentin Inger Sode kennen, die er im März des vergangenen Jahres heiratete.

  • Zahnarzt behandelt Kinder in IndienDatum16.04.2013 22:25
    Thema von carlos im Forum Indien

    Michael Drechsel aus Hormersdorf ist Zahnarzt aus Leidenschaft

    Hormersdorf. Fern seiner Heimat haben sich hunderte Kinder auf Michael Drechsel gefreut. Sie empfingen ihn mit Blumen, Geschenken und lächelnd. Wohl wissend, dass ihnen der Mann aus Deutschland auch Schmerzen bereiten kann. Denn Michael Drechsel ist Zahnarzt. Seine Praxis hat er in Hormersdorf. Im März besuchte der 54-Jährige zum dritten Mal Indien, um dort zu helfen. Über die Organisation Zahnärzte ohne Grenzen war er im nördlich gelegenen Bundesstaat Andhra Pradesch für drei Wochen in drei Kinderdörfern im Einsatz. Am Mittwoch berichtete er im Gasthof "Zum Löwen" vor heimischem Publikum. 70 Gäste haben sich dafür interessiert.

    Das Herrichten der Praxis in Indien ging diesmal reibungslos. Michael Drechsel hatte aus Erfahrung vorsichtshalber etwas Werkzeug zum Zusammenbauen des einfachen, aber gut funktionierenden Behandlungsstuhles mitgebracht.

    Bei den Behandlungen unterstützen ihn zwei Zahnarzthelferinnen aus dem Allgäu und Berlin. In der zweiten Woche arbeitete ihm noch eine junge Zahnärztin aus Deutschland zu. Indische Krankenschwestern halfen beim Absaugen, Übersetzen und beim Erledigen der schriftlichen Dokumentationen.

    Kaum war der Behandlungsraum eingerichtet, standen die ersten Kinder vor der Praxis. Die Mädchen und Jungen warteten geduldig und diszipliniert, bis sie an der Reihe waren. Einige konnten ihre Neugier nicht zurückhalten und schauten durch die glaslosen Fenster. "Bei der Arbeit ständig beobachtet zu werden - daran musste ich mich erst gewöhnen", sagt Michael Drechsel.

    Augen zu, den Mund weit auf: Tapfer ließen die jungen Patienten die Prozedur über sich ergehen. Nach der Behandlung gab es kleine Trostpflaster in Form von Luftballons, Kugelschreibern oder Aufklebern. Hauptsächlich seien das Entfernen von Zahnstein, Füllungen aber auch das Ziehen von Zähnen nötig gewesen. "Viele Kinder haben Braunverfärbungen durch den hohen Fluoridgehalt im Wasser", erklärt der Zahnarzt. Daraus kann Karies entstehen. Auch die entdeckte Michael Drechsel.
    Zahnarzt Zahnarzt Michael Drechsel

    Foto: Andreas Tannert/Archiv

    "Im Prinzip haben die indischen Kinder die gleichen Zahnprobleme wie die deutschen. Karies ist dort allerdings nicht ganz so ausgeprägt. Der geringere Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln könnte ein Grund dafür sein." Bis auf Zahnkorrekturen mit Spangen seien alle Behandlungen möglich.

    Erfreulicherweise musste Michael Drechsel dieses Jahr weniger Zähne ziehen. "Ich denke, die Aufklärungsarbeit und die Übungseinheiten zur Zahnpflege haben gewirkt." Für die Kinder ist das gemeinsame Zähneputzen mit viel schäumender Zahnpasta immer ein riesiger Spaß.

    Beim Einsatz in Narakodur blieb es nicht. Auch den Heimkindern im rund dreieinhalb Stunden entfernten Inumella und im sieben Stunden entfernten Medapadu schaute der Erzgebirger in den Mund. Für Michael Drechsel war der dreiwöchige "Arbeitsurlaub" eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. "Ich habe sehr viel Dankbarkeit erlebt. Auch wenn ab und zu mal eine Träne floss, standen die Kinder danach auf und lächelten wieder."

    Insgesamt hat Michael Drechsel 545 Kinder und 64 Erwachsene untersucht. Mindestens acht Stunden war er täglich, außer sonntags im Einsatz, bei schlechten Lichtverhältnissen und Temperaturen um die 30Grad Celsius. Und doch wird er wahrscheinlich in einem Jahr wieder die Koffer packen und nach Indien zu "seinen dankbaren kleinen Patienten" reisen.

  • Thema von carlos im Forum Namibia

    1200 Patienten haben er und seine drei Kolleginnen behandelt - in nur zehn Tagen. Das Thermometer zeigte dabei 35 Grad und mehr an. Diese Zahlen sind ein kleiner Beleg für den nicht alltäglichen Einsatz von Dr. Carsten Wenzel. Der Gladenbacher Zahnarzt arbeitete ehrenamtlich in Namibia. Das Land und die Menschen im Süden Afrikas haben den Mediziner tief beeindruckt.
    Lebensfreude im Süden Afrikas. ...

    Der Schwarze Kontinent ist für Carsten Wenzel kein unbekanntes Terrain. Drei Jahre lebte er in Kenia, arbeitete dort als Tauchlehrer und absolvierte später als Zahnarzt auch Hilfseinsätze in Ostafrika. "Bisher dachte ich: Kennst du ein Land in Afrika, dann kennst du die meisten. Doch jetzt bin ich eines Besseren belehrt worden", gibt Wenzel zu.
    Trotz der anstrengenden Arbeit .

    Namibia orientiere sich sehr an Südafrika, die europäischen Einflüsse seien unverkennbar - auch die deutschen, bedingt durch die Geschichte. Unter der Herrschaft des Deutschen Reiches wurde das Land einst zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika. "Doch von einer Deutschfeindlichkeit oder einer anderen Fremdenfeindlichkeit habe ich nichts gespürt", betont Wenzel. Im Gegenteil: "Die Menschen in Namibia sind sehr offen, es ist ein sicheres Land."

    Bei seiner Erkundungstour stieß der Arzt immer wieder auf deutsche Spuren

    Als die Hilfsorganisation "Zahnärzte ohne Grenzen" einen Aufruf gestartet und nach Helfern für Namibia gesucht hat, stand für Wenzel schnell fest: Dort mache ich mit. In ein fernes Land zu fahren, in dem auch Deutsch gesprochen wird, habe ihn sehr interessiert. Namibia ist fast zweieinhalb Mal größer als Deutschland, es leben aber nur 2,1 Millionen Menschen in dem seit 1990 unabhängigen Staat.

    Bevor er sich zusammen mit seinem Team der zahnmedizinischen Versorgung und der Prävention widmete, nahm sich der Arzt noch vier Tage Zeit für sein eigenes "Abenteuer Namibia". Mit einem Mietwagen reiste er durch das Land, lernte Menschen, Natur und Kultur kennen. "Es war wunderschön - so viele unterschiedliche Bilder, die unendliche Weite, die Wüste, die Farbenspiele der Natur, die Tiere", schwärmt Wenzel. Er stieß auch immer wieder auf deutsche Spuren. So wurde in der "Seebad-Konditorei" zum Mittag Fleischkäse mit Kartoffelsalat serviert. Im Herzen des Küstendorfes Swakopmund liegt das historische Hotel "Prinzessin Rupprecht" - ebenso wie die Adler-Apotheke. "In den Highschools wird Deutsch unterrichtet", weiß der Mediziner durch seine Besuche in mehreren Schulen.

    Neben Wenzel beteiligten sich noch zwei Zahnärztinnen und eine Helferin aus Deutschland an den medizinischen Einsätzen. Der Gladenbacher fungierte als Gruppenleiter. "Wir kannten uns vorher nicht und hatten den ersten Kontakt in Namibia", erzählt Wenzel.

    Vom Flughafen in der Hauptstadt Windhoek aus machte sich das Team auf die Reise in den Norden nach Grootfontein. Das dortige Krankenhaus diente den Zahnärzten als Basisstation für ihre Arbeit. Morgens um 8 Uhr begann der Dienst, entweder in Grootfontein oder in einem Ort weit außerhalb. Knapp 5000 Kilometer legte Wenzel in den drei Wochen in Namibia mit dem Auto zurück, den Großteil auf einfachen Sandpisten. "Das fährt sich wie auf Eis und Schnee." Während der Winter Deutschland in Beschlag hat, herrscht in Namibia Sommer. Beim Abflug zeigte das Thermometer -15 Grad, bei der Ankunft auf der Südhalbkugel +37 Grad.

    Die unterschiedlichsten Stämme (Herero, San) lernten die Zahnärzte aus Deutschland während ihres Aufenthalts kennen. "Wir sind in Gebiete gekommen, die ein Tourist nie sehen würde", erzählt Wenzel.

    Um das Eis zu brechen und möglichst schnell einen Kontakt zu seinen Patienten aufzubauen, lernte Wenzel auch ein paar Brocken der Landessprache. Am häufigsten stellte er wohl die Frage: "Waar is die pyn?" Das ist Afrikaans und bedeutet: "Wo ist der Schmerz?"

    Die Zahnbürste ist vielen in Namibia fremd - geputzt wird mit Wurzeln

    "An zehn Tagen haben wir 1200 Patienten behandelt", berichtet der Zahnarzt. Ohne ein gutes Teamwork und Kompromissbereitschaft sei ein solches Pensum in einer Extremsituation nicht zu bewältigen. Sich zurücknehmen und auf das Wesentliche besinnen, nämlich das Helfen - darauf komme es an. Trotz aller Professionalität: Der Einsatz ist auch mit einigen Risiken für die Helfer behaftet. Die Gefahr, sich mit HIV oder Tuberkulose zu infizieren, ist immer gegeben.

    Mit "Extraktion" umschreibt Wenzel knapp seine Hauptaufgabe in Namibia. Also Zähne ziehen. "Wir haben in der Zeit nur vier Füllungen gemacht." Ganz so dramatisch, wie zunächst befürchtet, sei es um die Zahnhygiene im Süden Afrikas aber gar nicht bestellt. "Weil vor allem in den armen Regionen des Landes die Menschen wenig Zugang zum Zucker haben", erklärt der Mediziner. Eine Zahnbürste würden viele zwar nicht kennen. Stattdessen dienen Wurzeln zum Zähne putzen. Deshalb hat das Team in Schulen auch Aufklärungsarbeit geleistet, um Kindern das Bewusstsein für eine richtige Zahnpflege zu wecken.

    Von seiner Arbeit berichtete Wenzel sogar während eines Live-Interviews beim Sender "Hitradio Namibia". Das Gespräch mit dem Radiomoderator verfolgte seine Frau Claudia zu Hause im Hinterland über das Internet. Die Lehrerin ließ auch ihre Schüler teilhaben an der Arbeit ihres Mannes und zeigte in ihrer Klasse Fotos aus Namibia, die der Gladenbacher Zahnarzt aus Afrika schickte.

    Das Leben in Deutschland mit all seinen Vorzügen will Carsten Wenzel nicht missen. Doch die Erlebnisse während eines solchen Hilfseinsatzes machen es ihm leichter, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. "Du kommst geerdet wieder, die Relationen werden gerade gerückt." Namibia hat bei ihm viele unvergessliche Eindrücke hinterlassen. Deshalb hat sich Wenzel fest vorgenommen: "Dieses Land wird mich noch einmal sehen - als Tourist!"

  • Thema von carlos im Forum Eritrea

    Ein Reisebericht von Jens-Peter Würfel

    Unsere Reise vom 3. bis 10. Oktober 2012 sollte eigentlich ein mehr touristisch orientierter Besuch am Horn von Afrika werden. So hatte ich es jedenfalls meinen Freunden versprochen. Lucia Kurfeß von der Fellbacher Arbeitsgruppe des EHD sowie die beiden Stuttgarter Karlheinz Schuster und Klaus Stolz als langjährige Unterstützer und Helfer beim Containerpacken haben mich auf dieser ungefähr 20. Reise während meiner Arbeit beim EHD begleitet.

    weiter:

    http://www.eritrea-hilfswerk.de/index.php?id=8&tx_ttnews[tt_news]=35&cHash=61534ab48bf064ba1be4ec730c86941c

  • Zahnklinik MassawaDatum13.04.2013 18:52
    Thema von carlos im Forum Eritrea

    Nutzniesser unseres Projekts sind rund 300 000 Einwohner der Hafenstadt Massawa und Umgebung. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner lebt von Handel, der Arbeit im Hafenbetrieb, der Salzgewinnung in den Salinen und der Hochseefischerei und der Shrimpszucht. Eine geringe Zahl von Menschen erzielt vor allem in der Umgebung Massawas Einkünfte vom traditionellen Fischfang mit den traditionellen Fischerbooten, weitere Beschäftigung und Einnahmequellen bietet der Tourismusbereich. In der näheren Umgebung Massawas, dem heißen Küstenstreifen entlang des Roten Meeres, ist keine landwirtschaftliche Produktion möglich. Ebenfalls zur Zielgruppe gehört die Volksgruppe der nomadisierenden Rhashaidas, die diese Provinz Eritreas durchwandert. Im Durchschnitt dürfte der Jahresverdienst bei rund 600 Euro liegen.

    Ziel unseres Projekts ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung von Karies und damit verbundenen Folgekrankheiten. Durch prophylaktische Maßnahmen wie Reihenuntersuchungen und Mundhygieneunterricht soll der derzeit hohe Stand von ca 40 Prozent Grundschulkindern mit kariösen Zähnen reduziert, mindestens aber auf gleichem Niveau gehalten werden. Derzeit gibt es in Massawa keine Möglichkeit der zahnärztlichen Behandlung. Mit der Ausstattung einer Zahnarztpraxis soll diese elementare Lücke im Gesundheitswesen geschlossen werden. Bestandteil der Ausstattung der Zahnarztpraxis ist auch die Prophylaxe. So wird der Zahnarzt im Rahmen des Mundhygieneunterrichts und bei Reihenuntersuchungen mit dem Zahnmobil an den Schulen Massawas und Umgebung eingesetzt werden. In Massawa gibt es heute zwar eine allgemeinmedizinische Klinik, jedoch keine zahnärztliche Abteilung und somit keine zahnärztliche Grundversorgung. Patienten müssen daher für Behandlungen aufwändige und kostspielige Transporte nach dem 120 Kilometer entfernten Asmara in Kauf nehmen. Fehlende zahnmedizinische Versorgung führt langfristig zum Zerfall der Milch- und der bleibenden Zähne. Während zerstörte Milchzähne Zahnfehlstellungen verursachen können, führen zerstörte bleibende Zähne zu allgemeinmedizinischen Notfällen wie Sepsis (Blutvergiftung) und eitrigen Abszessen im Kiefer-Gesichtsbereich. Folge der fehlenden zahnärztlichen Untersuchung ist auch zu späte Erkennung von gut- oder bösartigen Geschwulsterkrankungen im Kiefer-Gesichtsbereich. Weitere Folgen sind Infektionen, Magenprobleme sowie Kiefergelenkserkrankungen. Allgemeinwissenschaftliche Studien weißen darüber hinaus auf Zusammenhänge von Zahnerkrankungen und Erkrankungen innerer Organe wie zum Beispiel des Herzens hin.

    Neben der Ausstattung einer Zahnarztpraxis an der Klinik Massawa mit Behandlungsstuhl, dem notwendigen Instrumentarium, einer Röntgeneinheit sowie einem Entwicklungsgerät für diese Zahnarztpraxis die Prophylaxe ganz besonders im Mittelpunkt. Der in Massawa eingesetzte Zahnarzt ist deshalb an 2 Tagen in der Woche in Zusammenarbeit mit den Schulen auch für Reihenuntersuchungen und Zahnputzübungen an Schulen verantwortlich. Dazu wird punktuell auch das in Asmara stationierte Zahnmobil zum Einsatz gebracht. Mit diesen prophylaktischen Maßnahmen soll den weit verbreiteten Karieserkrankungen der Zähne entgegengewirkt werden. Zielsetzung ist dabei die Ausbreitung der Karies mindestens zu stoppen.

    Das EHD liefert die Materialien und ist in Person von Dr. Jens Peter Würfel sowie zwei Technikern für den fachlichen Einbau und die Inbetriebnahme der Zahnarztpraxis verantwortlich. Die Bauplanung fertigte MOH in Abstimmung mit dem EHD an. Für die Einrichtung und Ausstattung werden netto € 34.641,00 veranschlagt. Teile der Ausstattung wie ein Amalgammischgerät, ein Sterilisator und Polymerisationslampe im Wert von 2600 Euro sind dem EHD bereits als Sachspende zugegangen und werden bei diesem Projekt eingesetzt.

  • Zahnarzt behandelt Kinder in IndienDatum13.04.2013 18:50
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Zahnarzt behandelt Kinder in Indien
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