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  • Thema von carlos im Forum Griechenland

    Ohne einen weißen Kittel geht in dem Flüchtlingscamp nicht. Der Münsteraner Dr. Claus Westerberg wird dort nur als Arzt akzeptiert, wenn er einen Kittel an hat. Und in dem behandelt er Hunderte – und das kostenlos.

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    Dr. Claus Westerberg denkt nur Sekundenbruchteile lang nach und muss dann schmunzeln. „Karma“, sagt er. Das bekomme er für seine Hilfe im griechischen Veria. Sonst gibt es nichts – schon gar kein Geld. Der Zahnarzt zahlt sein Flugticket nach Griechenland selbst, hat für einige Tausend Euro eine mobile Zahnbehandlungseinheit gekauft, freie Kost und Logis gibt es 70 Kilometer westlich von Thessaloniki auch nicht.

    Dass der 41-jährige Münsteraner, dessen Praxis in Ibbenbüren ist, 2017 dennoch schon zwei Mal dort war – eine Woche zu Ostern und drei Tage in den Herbstferien –, hat mit 280 zumeist syrischen Flüchtlingen zu tun, die dort in einer früheren Militärliegenschaft leben. Westerberg kümmert sich um die Zähne der Menschen, darunter viele Kinder. Täte er dies nicht, gäbe es keine Versorgung, vom Krankenhaus einmal abgesehen, in dem zumindest ein Zahnnotfall behandelt werden könnte. Im Lager selbst gibt es nur zwei Sanitäter.

    Zum Helfer wurde Westerberg über die Kölner „Refugees Foundation“, erzählt er. Er und seine Frau Tannaz, ebenfalls promovierte Zahnärztin, hatten vor zwei Jahren bereits den Verein Nimas gegründet, der sich die Flüchtlingshilfe zum Ziel setzt. Den Antrieb, in der Flüchtlingskrise zu helfen, hatte Westerberg also schon länger. Der Kontakt zur „Refugees Foundation“ kam über Facebook zustande, losgelöst von „Nimas“. Westerberg recherchierte ein wenig, kontaktierte einen Arzt, der schon zuvor dort war – und sagte schließlich zu.

    Kurz vor der Reise im Frühjahr klaubte er ein paar Medikamente zusammen, Material für Füllungen und etwas Zahnarztbesteck. Eine Behandlungseinheit mit Bohrer und anderem fand sich vor Ort, allerdings eine ziemlich alte. Sie lief zudem heiß, deshalb die spätere Neuanschaffung. Einen Zahnarztstuhl gibt es im Lager nicht – für die Behandlungen muss eine Liege ausreichen. Und dann zog er Zähne, eine ungezählte Menge. Viele der Syrer hatten schon lange keinen Zahnarzt mehr gesehen, entsprechend war der Zustand der Gebisse. Wobei Westerberg betont, dass man den Zähnen ansehen konnte, dass die Menschen ursprünglich aus einem entwickelten Land stammen. Brücken, Füllungen, Kronen, alles war fachgerecht gemacht. Allerdings vor Jahren, vor dem Krieg.

    Noch mehr Eindruck als die Zähne hinterließen die Lebensbedingungen vor Ort. Die alte Pionierkaserne, erzählt Westerberg, werde vom Militär geleitet. Nach seinem Eindruck ist es wenig, das getan wird. Viel direkte Hilfe vor Ort gibt es aber auf informeller Basis, jenseits des Tuns der großen Hilfsorganisationen. Der eine oder andere Container, etwa mit einem Kindergarten oder einer Schule, trage die Logos der Nichtregierungsorganisationen oder auch der EU. Doch dort passiere wenig. „Der Kindergarten ist verschlossen.“ Die Schule war es zu Ostern auch, jetzt im Herbst sei sie offen gewesen.

    Zurück zu den Zähnen: Da wirkte sich die Mentalität der Bewohner aus. Der eine oder andere kam, Westerberg erklärte die Behandlung, und dann ging der Patient lieber weg. Schließlich taten die Zähne ja nicht weh. Noch nicht. Einige standen ein paar Tage später doch wieder vor dem Behandlungsraum. Doch da war Westerberg schon abgereist.

    Die Kinder motivierte man mit der Methode „No dentist – no toy“. Nur Kinder, die sich von Westerberg untersuchen ließen, durften sich später ein Spielzeug im „Campladen“, der mit Hilfsgütern bestückt wird, aussuchen. Mit Erfolg: „Ich habe jedes Kind im Camp gesehen.“ Wichtig auch: Westerberg trägt im Camp einen Arztkittel. In Ibbenbüren würde er das nie tun, die langen Ärmel seien eine „Keimschleuder“. Er bevorzugt Poloshirts. Doch in Veria würde er ohne Kittel als Arzt nicht für voll genommen, sagte man ihm.

    Ersten Erfolg sah er schon im Herbst. 80 Zähne habe er da nur noch gezogen, 70 Füllungen gemacht und zehn Parodontal-Behandlungen. Im Frühjahr will er wiederkommen, weiter Punkte sammeln. Fürs Karma.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Tansania

    Irina und Wolfgang Fettien leisten im (Un-)Ruhestand Aufbauhilfe als Zahnärztin und Chirurg in Tansania
    Ein Zahnarztstuhl für Afrika – mehr noch. Die gesamte Inneneinrichtung ihrer Zahnarztpraxis will Irina Fettien (63) mit ihrem Mann, Wolfgang Fettien (66), nach Tansania bringen. Derzeit sitzen beide auf Kisten, um das gesamte dentale Inventar, und was sie sonst noch an medizinischen Gerätschaften zusammengetragen haben, zu verstauen und zu verschiffen.

    Bis 22. März muss alles verpackt sein. Dann geht die Zahnarztpraxis von Waltershausen gen Afrika mit Zwischenstopp, bis alle Formalitäten erledigt sind. Spätestens im Sommer soll die Hilfssendung im Bashanet-Hospital in Babati, im Norden Tansanias, ankommen. Fettiens wollen sie dann an Ort und Stelle aufbauen und einen Zahnarzt einarbeiten. Eine Region mit etwa 75 000 Menschen wäre dann zahnärztlich versorgt.

    Dieser Zahnarztstuhl und alle anderen Gerätschaften der Praxis sollen verpackt und per Container verschifft werden. Foto: Wolfgang Fettien Dieser Zahnarztstuhl und alle anderen Gerätschaften der Praxis sollen verpackt und per Container verschifft werden. Foto: Wolfgang Fettien

    Für das Ehepaar stellt die Hilfsaktion einen logischen Schritt dar. Ihr Berufsleben lang haben beide Menschen behandelt, operiert und geheilt. Am 1. März ist Irina Fettien in den Ruhestand gegangen. Ehemann Wolfgang, langjähriger Chirurg im Krankenhaus Friedrichroda, ist vergangenes Jahr aus dem Berufsleben ausgeschieden.

    Das ist wie Lambarene ohne Geld

    Die Arbeit als Zahnärztin sei ihr in den letzten Jahren durch ständig neue Auflagen verleidet worden, sagt Irina Fettien. Als es jetzt hieß, ein neues Computerprogramm zu installieren, um sich mit den Kollegen digital zu vernetzen, habe sie sich gesagt: „Ich höre auf.“ Doch was soll aus der Praxis werden, die sie nach der Wende, 1991, in Waltershausen aufgebaut hat? Einen Nachfolger habe sie nicht gefunden. Die Zahnarztdichte in Waltershausen ist hoch. Zehn Kollegen praktizieren am Fuße des Tennebergs. So eine Dichte in einer Kleinstadt ist ungewöhnlich.

    Stoßgebete vor jeder Behandlung: Zähneziehen wie in Vorzeiten auf einem Jahrmarkt. Foto: Wolfgang Fettien Stoßgebete vor jeder Behandlung: Zähneziehen wie in Vorzeiten auf einem Jahrmarkt. Foto: Wolfgang Fettien

    Das stellt sich in Afrika ganz anders dar. Dort herrscht Mangel. Fettiens wissen das aus eigenem Erleben. Ein Artikel des SES Bonn hatte sie darauf aufmerksam gemacht. Der Senior Experten Service (SES), eine Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fachkräfte im Ruhestand, will Ländern in der dritten, vierten Welt helfen, sich im Fachwissen zu verbessern.

    Kaum hatte sich Wolfgang Fettien beim SES gemeldet, erhielt er die erste Anfrage, ob er nicht in China Aufbauarbeit leisten wolle. Nach anfänglichem Sträuben praktizierte er drei Wochen in Dongguan, einer Sechs-Millionen-Metropole an der Küste. Bei seiner Rückkehr teilte er dem SES mit, dass er Afrika bevorzuge. Der Keim dafür war 1988 während eines einjährigen Aufenthalts in Algerien gelegt worden. Die Bonner teilten daraufhin mit, im Bashanet-Hospital, in Tansania, werde ein Chirurg gebraucht. Fettiens fragten nach, ob dort auch ein Dentist benötigt würde.

    Was für eine Frage!

    Im Sommer vorigen Jahres reisten die beiden nach Tansania und praktizierten unter „mini-minimalsten“ Bedingungen, beschreibt Irina Fettin die Gegebenheiten dort. Ein Plastikstuhl, sechs Zangen, ein Hebel standen ihr zur Verfügung. Zahnbehandlungen gerieten zu Schauvorführungen wie auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt. „Ich hatte bei den Behandlungen reichlich Zuschauer.“ Einer musste eine Taschenlampe halten, um den Rachenraum des Patienten auszuleuchten.

    Chirurgische Eingriffe waren ein Wagnis. „Ich habe Stoßgebete gen Himmel geschickt: Hoffentlich bricht kein Zahn. Es gab ja nichts, um operativ die Restwurzel entfernen zu können“, berichtet sie. Immerhin habe es Betäubungsmittel gegeben und Spritzen mit riesigen Nadeln. Ähnlich dünn sei die Ausstattung des OP-Saals. Wolfgang Fettien: „Selbst eine Blinddarm-Entfernung gerät zum Abenteuer.“ Es fehle an Instrumenten, OP-Leuchten. . .

    Fettiens Fazit: „Das ist Lambarene ohne Geld.“ Während Albert Schweitzer für sein Urwaldhospital Spenden aus aller Welt erhalten hatte, fehlen in Bashanet sogar Decken für die Patienten. Und die Nächte im afrikanischen Hochland sind kalt. Angesichts dieses Mangels sagten sich beide: „Wir richten im Hospital eine Zahnarztpraxis ein.“ – Nun sind Fettiens dabei, einen Container mit medizinischen und dentalen Hilfsgütern zusammenzustellen, Geld für den Transport zu sammeln.

    Das SRH-Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda stellt Kleidung, Desinfektionsmaterial und Instrumente zur Verfügung; das St.-Georg-Klinikum Eisenach mehrere Kisten an chirurgischem Instrumentarium und eine Operationslampe. Heidrun Henniges aus Waltershausen steuert zahnärztliche Desinfektionsmittel bei, Karin Kornhaaß eine Lampe für einen Zahnarztstuhl, Bernhard Neubauer einarmige Seifen- und Desinfektionsspender.

    Zu ihren Kollegen pflegen Fettiens derzeit zu sagen: „Was ihr auch übrig habt, in Afrika wird es gebraucht.“
    Anfragen: Tel. (03622) 6 00 34

  • Langeooger Zahnärztin hilft in IndienDatum07.03.2018 21:17
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Langeooger Zahnärztin hilft in IndienDatum07.03.2018 21:16
    Thema von carlos im Forum Indien

    Langeoogs Zahnärztin, Dr. Gabriele Hübner, wird im Dezember im südindischen Madurai erstmals ehrenamtlich Zahnbehandlungen für Waisen anbieten. Sie kooperiert dabei mit dem ISA Childrens Home Unterstützungsverein e.V. um Dörte und Andreas Bolts. Mit Geld- und Materialspenden unterstützt werden Reise und Tätigkeit der Zahnärztin von Privatpersonen und den Langeooger Lions Clubs.

    Zu ungewöhnlicher Stunde rief Dr. Gabriele Hübener am Sonntagmorgen in den Langeooger Ratssaal, als auf der gegenüberliegenden Straßenseite gerade die Glocken der Inselkirche zu schlagen begannen. Auch etliche Damen und Herren der Langeooger Lions Clubs, dessen Damenclub auch die Insel-Zahnärztin angehört, waren erschienen, dazu natürlich auch der Hausherr, Bürgermeister Uwe Garrels.

    Aus Bremen angereist waren Dörte und Andreas Bölts, Gründerin und Gründer des ISA Childrens Home Unterstützungsvereins e.V., die ihr mit viel Herzblut und aus christlicher Überzeugung betriebenes Projekt den Anwesenden vorstellten.
    2003 beschloss das Ehepaar Bölts, auf einem mit Eigenkapital und Spenden gekauften Grundstück in Südindien (Bundesland Tamil Nadu) ein Waisenhaus zu errichten, in dem indische Kinder und Jugendliche leben und lernen können sowie adäquate medizinische Versorgung erhalten. Auch die Verbesserung der Wasserversorgung im Dorf war und ist dabei ein wichtiger Punkt.
    Damit Spendengelder nicht in der Bürokratie versickern, wurde dazu in Indien ein gemeinnütziger Trust und in Deutschland ein gemeinnütziger Verein gegründet, damit finanzielle Hilfe direkt und ohne Abzüge vor Ort ankommt. Mindestens dreimal im Jahr fliegen die Bölts persönlich hin, um sich über die Fortschritte zu informieren und tatkräftig mitanzupacken. Ziel ihres Vereins ist, die Lebensbedingungen und Bildung der Kinder stetig zu verbessern. Mit Erfolg — denn dieses Jahr konnten bereits zwei junge Frauen ein Studium durch die Unterstützung des Vereins aufnehmen.
    Da Frauen und Mädchen in Indien noch gravierend gesellschaftlich benachteiligt werden, setzt dieser Schritt für die beiden Studentinnen — und den Verein — ein besonders schönes Zeichen dafür, dass sich der Einsatz lohnt.

    Überzeugt von der guten Arbeit des Vereins ist Dr. Gabriele Hübener schon länger, doch nun tritt sie zum ersten Mal die lange Reise nach Indien an, um vor Ort ehrenamtlich mitzuhelfen. Durch frühere Indien-Aufenthalte ist ihr die Lage der Menschen sehr präsent; dieses Jahr wird sie den ganzen Dezember in Indien verbringen, davon mindestens zwei Wochen als Zahnärztin im ISA Childrens Home.
    Material für die Behandlungen bekam sie dafür als Spende von der Zahnärztin Bremer-Bohde aus Lingen, der Zahnarztpraxis Ebrecht aus Esens sowie aus dem Dental Depot Bauer in Oldenburg.
    Die Langeooger Lions-Damen steuerten die Hälfte der Flugticket-Kosten bei, die Lions-Herren leisteten einen großen Beitrag für benötigtes Material und alle Langeooger Lions übernahmen gemeinsam eine Patenschaft für die beiden zuvor erwähnten Studentinnen, damit diese die Hochschule auch abschließen können.

    Bürgermeister Garrels hatte eine Geschenktüte dabei, in der sich 30 Spielzeugenten mit "Langeoog"-Emblem für die Kinder im Waisenhaus befanden. Mit diesen posierte die Gruppe dann auch für ein Foto, bevor der Bürgermeister zur Rede anhob.

    Sehr gerne habe er am Sonntagmorgen für dieses Projekt die Tore des Rathauses geöffnet, begann Garrels, und betonte, was für ein schönes Zeichen es sei, dass die Lions-Clubs hier eben nicht im elitären Elfenbeintürmchen mauschelten (wie es das Klischee will), sondern das Hilfsvorhaben öffentlich vorstellten. Schließlich erfüllten die Service-Clubs, von denen es gleich vier auf Langeoog gibt und die deshalb tief in der Inselgemeinschaft verwurzelt seien, durchaus lobenswerte karitative Aufgaben. Dass Projekte wie dieses dabei über Clubinterne Netzwerke entstünden, sei ein schönes Beispiel dafür, dass ein weiterer Zweck dieser Clubs, die "Beziehungspflege", eben nicht nur zum persönlichen Vorteil genutzt werde, sondern auch gesamtgesellschaftlich Früchte tragen könne.
    Und er sei stolz, dass Dr. Gabriele Hübener nicht nur als LIons-Dame, sondern auch als Langeoogerin diesen Einsatz zeige und damit ein positives Bild der Insel als Botschafterin in die Welt trage.
    Auch die Langeooger Lions-Schwestern und -Brüder (für die an diesem Tage Dini Bents und Karsten Kugelberg sprachen) fanden lobende Worte und boten weitere Unterstützung an.

    Abschließend sprach auch Frau Dr. Hübener selbst Dankesworte und zeigte sich gerührt darüber, dass es "nur einen einzigen Anruf" benötigt habe, um Bürgermeister Garrels davon zu überzeugen, dieses Projekt im Rathaus vorstellen zu dürfen.
    Sie wisse um ihre Privilegiertheit und sei froh, etwas davon an andere abgeben zu können. Durch die Materialspenden ihrer Mitstreiter_innen sei die Behandlungsmöglichkeit vor Ort auch stetig verbessert worden. Fanden die ersten Zahnarztbehandlungen (so Andreas Bölts) noch auf einem Holzstuhl im Klassenzimmer statt, so konnte inzwischen ein Zahnarztstuhl mit europäischem Standard finanziert werden. Damit sei die Möglichkeit einer effektiven Behandlung Jahr um Jahr gewachsen und trage entschieden zur Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen im ISA Childrens Home bei. Mindestens zwei Mal im Jahr gelänge es mittlerweile, eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt aus Deutschland für die Behandlungen in Madurai zu gewinnen.

    Wer sich über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins ISA Childrens Home Unterstützungsverein e.V. und das Waisenhaus informieren möchte, findet hier nähere Informationen:

    http://www.isa-childrens-home.org

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Indien

    Die Hochgebirgsregion Ladakh im Norden Indiens ist seit einiger Zeit ein beliebtes Ziel für Rucksacktouristen, Wanderer und Kletterer. Seit vielen Jahren ist der Zahnarzt Rainer Roos aus Stuttgart bemüht, den dort lebenden Menschen eine zahnärztliche Grundversorgung zu sichern. Letztendlich entschließt er sich dazu, eine komplett neue Zahnarztpraxis auf 3500 Meter Höhe inmitten des Himalayas zu errichten. Dazu ist er auf die Hilfe von Spendengeldern und freiwilligen Helfern angewiesen.

    Durch Zufall wird ein Dozent des Fachbereichs Elektrotechnik der Hochschule Trier, Andreas Diewald, auf das Projekt aufmerksam und stellt kurzerhand ein Team von Studierenden zusammen, die bereit sind, die Planung und den Bau der Praxis mitzugestalten. Tobias Schmalen, Stefan Ameling, Simon Lemling, Rene Thul (alle aus der Elektrotechnik) und Johannes Weber (Architektur) beginnen damit, Sponsoren von dem Projekt zu überzeugen und die Elektroplanung für die auf Holz basierende Hauskonstruktion zu erstellen. Nach abgeschlossener Planung muss das gesamte Material nach Indien verschifft werden, damit mit dem Bau der Praxis im Sommer 2016 begonnen werden kann. Diese Pläne werden allerdings durch den indischen Zoll zunichte gemacht.

    So verzögert sich der Start der Bauphase um ein Jahr, und aus beruflichen Gründen muss das Ursprungsteam ersetzt werden. Schnell finden sich allerdings drei Studierende der Elektrotechnik, Markus Neukirch, Christian Schäfer und Maximilian Schmalen, die im August 2017 mit einer Gruppe aus 16 Freiwilligen nach Indien fliegen. Innerhalb von drei Wochen bauen die jungen Helfer die Klinik auf. Die Arbeit besteht aus dem Aufbau der Holzkonstruktion, der elektrischen Installation und der Ausrüstung von Sanitär, Wasser und Heizung. Die Arbeiten werden von den Helfern ehrenamtlich und in ihrer Freizeit durchgeführt. Der Förderkreis der Hochschule Trier unterstützt die Studierenden, um die Kosten für Flüge und Unterkunft zu reduzieren.

    Die Klinik ist nun seit Oktober eröffnet und bietet der Bevölkerung eine zahnärztliche Grundversorgung, die vor allem ganzjährig auch bei niedrigen Temperaturen gewährleistet ist. (tr)

  • Diagnosen aus NamibiaDatum07.03.2018 21:14
    Thema von carlos im Forum Namibia

    zm online
    In Namibia gibt es aber noch keine im Land ausgebildeten Zahnärzte. Die in der Klinik in Keetmanshoop arbeitenden Kollegen haben in Russland, Südafrika, Kuba oder Zimbabwe studiert. Allerdings wird die neu gegründete medizinische Fakultät in Windhoek demnächst auch Zahnärzte ausbilden.

    https://www.zm-online.de/soziales-engage...-aus-namibia-1/

  • Thema von carlos im Forum Indien

    Erst Urlaub in Goa

    Die Stollhammer Zahnärztin und ihr Ehemann besuchten 2003 zum ersten Mal Indien. Damals für einen Urlaub im touristisch geprägten Goa. Aufgerüttelt von der bitteren Not fassten Dagmar und Ingolf Strauß den Entschluss, zu helfen.

    https://nord24.de/wesermarsch/zahnarzt-e...inder-in-indien

  • Thema von carlos im Forum Brasilien

    Eberhard Ritzi macht das, indem er auch im Rentenalter seiner angestammten Arbeit nachgeht. Er tut das, indem er seit 2012 er einmal im Jahr für rund zwei Wochen nach Brasilien reist, um dort den Ärmsten der Armen mit Bohrer und Zange bei pochenden Zahnschmerzen und Kariesbefall zu helfen.

    https://www.suedkurier.de/region/kreis-k...t372455,9640277

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Sansibar

    Sabrina Himmelsbach aus Bad Dürrheim hilft mit kostenlosen Zahnbehandlungen in Sansibar
    Nach neun Semestern Zahnmedizinstudium steht die Bad Dürrheimerin Sabrina Himmelsbach bald vor dem Examen. Davor will sie noch im afrikanischen Sansibar arme Bewohner kostenlos behandeln. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt 250 US-Dollar. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

    Die Kindersterblichkeit in Sansibar ist hoch. Man schätzt, dass etwa zwölf Prozent der Kinder unter akuter Mangelernährung leiden. Die 24 Jahre alte Bad Dürrheimerin Sabrina Himmelsbach schreckt dies nicht ab. Zusammen mit weiteren Studenten und Zahnärzten will sie auf der afrikanischen Insel Menschen helfen, die sich einen Zahnarztbesuch nicht leisten können – ohne Bezahlung.
    Dafür benötigt sie jedoch Unterstützung. Im März bricht die Studentin auf. Sabrina Himmelsbach studiert im neunten Semester Zahnmedizin an der Uni Freiburg. Sie und eine Kommilitonin nehmen an einem dreiwöchigen Hilfseinsatz teil. „Mit der Organisation Planet Action reisen wir dorthin und behandeln dort die Menschen, die sich eine zahnärztliche Behandlung normalerweise nicht leisten können“, berichtet die Studentin.
    Auf Spendensuche
    Ihr achtköpfiges Team hilft dort in zwei verschiedenen Krankenhäusern „Hierfür haben wir schon einige Materialspenden gesammelt und benötigen nun dringend noch Geldspenden, um den Einsatz und das Instrumentarium finanzieren zu können. Im August geht die Studentin aus Bad Dürrheim ins zweite Staatsexamen, im Dezember wird sie ihre Ausbildung beenden. Doch zuvor will sie noch ins Ausland. Zwar behandelt sie schon seit dem siebten Semester an der Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Patienten wie in einer normalen Zahnarztpraxis, dennoch glaubt sie, dass sie auch in Afrika noch etwas dazulernen kann, etwa „wie man mit Notfallsituationen umgeht“. Dass ziemlich viel improvisiert werden muss, ist ihr klar: „Wir wissen zum Beispiel nicht, ob man dort absaugen kann.“ Bei entzündlichen Zahnerkrankungen bei Bewohnern, die wahrscheinlich keine Möglichkeit haben, zur Nachbehandlung eine örtliche Praxis aufzusuchen, wird der betroffene Zahn gezogen. Das Team besteht aus zwei Studenten, zwei Zahnärzten und zwei Helferinnen. Neben den zwei Krankenhäusern, wo sie ihre Behandlungszimmer aufschlagen, werden die Teams auch auf der Insel herumfahren und in den kleineren Dörfern und Schulen eine Behandlung anbieten, wobei sie insbesondere die Kinder im Blick haben.
    Sabrina Himmelsbach ist in Bad Dürrheim aufgewachsen und hat 2012 am Villinger Romäusgymnasium ihr Abitur gemacht. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt begann sie 2013 dann ihr Zahnmedizinstudium. Nach dem Examen will sie sich noch auf Oralchirurgie spezialisieren und eine dreijährige Fortbildung dranhängen. In diesem Zweig der Chirurgie werden kleinere Operationen im Mundraum vorgenommen, etwa an Weisheitszähnen oder beim Einsetzen von Implantaten. Während ihrer Schulzeit in Bad Dürrheim war Sabrina eine begeisterte Rhönradturnerin bei der FSV Schwenningen.
    Die Organisation „Planet Action – helfende Hände“ ist ein gemeinnütziger Verein für zahnärztliche Hilfe in Entwicklungsländern. Seine Mitglieder wollen von Zahnschmerzen geplagten Kindern und Erwachsenen in der Dritten Welt einen Besuch beim Zahnarzt ermöglichen – sei es durch Einsätze der Mitglieder vor Ort oder durch eine finanzielle Unterstützung von Deutschland aus, die den Besuch bei einem einheimischen Zahnarzt ermöglicht. Die ländlichen Bewohner in Sansibar müssen oft einen tagelangen Fußmarsch bis zur nächsten Zahnarztpraxis in der nächsten Stadt auf sich nehmen, wenn sie sich eine Behandlung überhaupt leisten können.
    Durch Zahnputz-Demonstrationen und Prophylaxe soll langfristig die Zahngesundheit bei den Menschen vor Ort verbessert werden. Schulen und Dörfer werden mit Zahnbürsten und Zahnpasten versorgt. Der Verein hat seinen Sitz in Heidelberg, die stellvertretende Vorsitzende ist die Zahnärztin Dr. Anja Biehler, die in Villingen aufgewachsen ist.
    Um Geld für die Instrumente und den Einsatz in Sansibar aufzutreiben, hat Sabrina Himmelsbach auch Verwandte und Bekannte angeschrieben. Materialspenden (Bohrer, Zangen, Anästhetika, Skalpellklingen) erhofft sie sich von Firmen und Zahnärzten. Instrumente und Material lassen sie nach ihrem Einsatz dort. Die IBAN-Bankverbindung für Spenden: DE26 7956 2514 0007 5301 88. Bitte den Namen von Sabrina Himmelsbach unter „Verwendungszweck“ vermerken.

    Benötigt werden folgende Instrumente: Zylinderampullen mit Lokalanästhetika, Oberflächenanästhetika, Injektionskanülen, Karpulenspritzen, Watterollen, Gazetuper, Wattepallets, resorbierbares Nahtmaterial, Skalpellgriffe, Skalpellklingen, Glasionomerzement, Roenbohrer, OK-Zangen, UU-Zangen, Wurzelheber, Hebel, Spiegel, Pinzetten, Sonden, Sharpsafes, Kanülenabwurfbehälter, Mundschutz, Hände- und Flächendesinfektion, große Zahnputzdemo-Modelle, Kasacks und Hosen.

  • Zahnbehandlung im fernen Asien Datum24.02.2018 18:56
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Zahnbehandlung im fernen Asien Datum24.02.2018 18:56
    Thema von carlos im Forum Usbekistan

    Mathias Rasch – ein Global Player in Sachen Zahngesundheit war 2017 in Usbekistan, der Mongolei und in China unterwegs.
    ass er im April 2017 erstmals in Usbekistan landete, ist weder Zufall noch feste Planung. Der dreiwöchige Aufenthalt kam – wie die acht vorherigen – über den deutschen Senior Experten Service (SES) zustande. Bei diesem gehen regelmäßig Anfragen von Medizinischen Zentren, Krankenhäusern und Universitäten aus aller Welt ein, die Wünsche nach ganz bestimmten Fachkräften – nicht nur medizinischen – äußern. Über die beim SES geführte Namensliste ging erneut der Ruf an Mathias Rasch, in der 200 000 Einwohnerstadt Farg´ona im östlichen Usbekistan für drei Wochen an einer Privatklinik zu lehren und zu praktizieren, um damit in fachlich-medizinischer wie auch in planerisch-organisatorischer Hinsicht aktuelle Standards zu vermitteln.

    Dank des Engagements einer Germanistik studierenden Uni-Fachkraft gab es so gut wie keine Verständigungsprobleme, die im islamisch geprägten und usbekisch sprechenden Land gelegentlich auch mit Englisch kompensiert werden, vor allem in Podiumsrunden oder Workshops mit mehreren Fachkollegen, sagt Mathias Rasch. Schwerpunkte seiner zahnmedizinischen Arbeit waren Implantationen und Wurzelbehandlungen. Als positiv empfand der Mediziner aus Europa den durchaus modernen Stand der Zahn- und Klinikhygiene, die auf dem technischen Stand des Nachbarlandes China beruhen. In Diskussionsrunden mit den Fachkollegen konnten beiderseitige wertvolle Erfahrungen ausgetauscht und Vergleiche zur eigenen Arbeit gezogen werden, berichtet Mathias Rasch.

    Neben oft vielstündigen Arbeitstagen blieb aber auch noch "Luft" für Freizeit, für Natur und Kultur in einem großen innerasiatischen Land mit einem Viertel mehr Fläche als Deutschland aber nur gut 30 Millionen Einwohnern. Geradezu fasziniert war Mathias Rasch vom Restaurierungs-Boom, der nach dem Zerfall der Sowjetunion in Usbekistan eingesetzt und zahlreiche historische Baudenkmale in den Zentren entlang der Seidenstraße (Taschkent, Buchara, Samarkand) vor dem Zerfall gerettet hat.

    Der Global Player aus Mitteleuropa sieht Land, Natur und Menschen der Republik Usbekistan als durchaus sehens- und besuchenswertes Reiseziel an, das sich als reiseoffenes, ausgesprochen freundliches Land präsentiert.

    Nicht zum ersten Mal war Mathias Rasch in der Mongolei. Schon 2011 tat er im Auftrag der Organisation "Zahnärzte ohne Grenzen" einige Wochen zahnmedizinischen Dienst unweit der Landeshauptstadt Ulan-Bator. Für den SES half er 2016 der jungen Zahnarztkollegin Doktor Onon Disdaabazar, die ihre Ausbildung an der Charité in Berlin genossen hatte, beim Aufbau ihrer zahnärztlichen Privatpraxis in Ulan-Bator. Bei seinem dritten Besuch in Ulan-Bator im August 2017 fand Mathias Rasch alles, wie erwartet, in bester Ordnung vor. Für zwei Wochen unterstützte er seine Kollegin Onon in der Praxis, speziell im Bereich der Zahnimplantation. Ein mehrere tausend Kilometer weiter Umweg über Beijing führte ihn anschließend Anfang September für zwei Wochen (bereits zum fünften Mal) nach China in die zentral-chinesische Millionenstadt Jiaozuo, wo er in der Klinik eines Kohlebergbau-Konzerns im Laufe von neun Tagen 30 Implantate setzte.

    Der nächste Weltentrip ist für Mathias Rasch bereits terminiert. Im Mai dieses Jahres wird er Indonesien aufsuchen, den weltgrößten Inselstaat mit über 255 Millionen Einwohnern. Dort – für uns Europäer im fernen asiatischen Osten – gibt es auf der Zentralinsel Java die Millionenstadt Jogjakarta, deren Universität Gadja Mada, die größte und älteste des Landes, einen erfahrenen Experten für Lehre und Praxis in Zahnmedizin sucht. Mathias Rasch will das Projekt wagen – und damit das Dutzend seiner weltweiten Einsätze vollmachen.

    Zur Person: Dr. Mathias Rasch, 67 Jahre, in den 70er Jahren zahnmedizinisches Studium in Hannover, seit 1979 Zahnarztpraxis in Neuenburg am Rhein, seit 1981 wohnhaft in Münstertal, verheiratet mit der Ärztin Dr. Linda Rosales-Rasch.

  • Als ZFA im HilfseinsatzDatum24.02.2018 18:53
    Thema von carlos im Forum Mercyships

    "Es ist eine Bereicherung für das ganze Leben"

    Wenn Michaela Groschke von ihrer Zeit auf der Africa Mercy in Kamerun berichtet, gerät sie ins Schwärmen. Die ZFA schätzt den Teamgeist und die Sinnhaftigkeit vor Ort - nicht zu vergessen ihre neue Gelassenheit im Alltag.


    https://www.zm-online.de/news/gesellscha...as-ganze-leben/

  • Zum Hilfseinsatz ins GeburtslandDatum24.02.2018 18:52

    Für Jargalmaa Kleister sind es die letzten Semesterferien: "Ich fahre mit Zahnärzte ohne Grenzen in die Mongolei - und kehet damit nach 20 Jahren erstmals zurück in mein Geburtsland!"


    https://www.zm-online.de/news/gesellscha...ns-geburtsland/

  • Unterstützung hat nun das Kinder-Hilfsprojekt des Vereins „Zahnärzte helfen“ in Peru sowie die Gruppe „Vergiss-mein-nicht“ der Diakoniestation Groß-Bieberau erfahren. Hans-Joachim Köck, der erneut im Dezember ein Konzert mit alpenländischer Musik in der evangelischen Kirche organisiert hatte, ...


    http://www.echo-online.de/lokales/darmst...en_18521110.htm

  • Traditionell ehrt der SPD Ortsverein Harlaching-Untergiesing verdiente Bürger aus dem Stadtteil. So auch in diesem Jahr. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Michael Sporrer, hatte ins ASZ Harlaching eingeladen, und viele Bürger waren seiner Einladung gefolgt.
    Ausgezeichnet wurde an diesem Abend die Harlachinger Zahnärztin Dr. Cordula Albers, die sich im Projekt »Zahnärzte ohne Grenzen« engagiert (wir berichteten). Ihr letzter Einsatz war auf den kapverdischen Inseln. Meist verbindet man die Kapverden mit einem Urlaubsparadies, nicht jedoch mit einem Entwicklungsland, das zahnärztliche Unterstützung aus anderen Ländern benötigen würde. Doch genau das ist Realität. Viele Menschen dort sind sehr arm, die Ernährung ist schlecht und einseitig. Während ihres Einsatzes habe sie rund 300 Zähne gezogen und 170 Füllungen vorgenommen, würdigte Florian Post das Engagement der Zahnärztin. Diese bedankte sich herzlich für den Preis und berichtete, dass die Dankbarkeit der Menschen dort für den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Zahnärzte groß sei und die viele Arbeit fast vergessen lasse.

    http://www.wochenanzeiger.de/article/200355.html

  • Aktion pro Humanität: Hilfe in BeninDatum19.02.2018 20:12
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Aktion pro Humanität: Hilfe in BeninDatum19.02.2018 20:12
    Thema von carlos im Forum Benin

    Das Ehepaar Klein war erstmals in Benin dabei und unterstützte die Arbeit von Aktion pro Humanität ganz praktisch als Ärzte. Mit ihren Fotografien sammeln sie Geld, damit Projekte weiter ausgebaut werden können. Von Bianca Mokwa

    Auf den ersten Blick ist es überraschend, der Besucher erwartet Bilder von Zahn-OPs und afrikanischer Steppe. Denn der Erlös der Fotografien, die aktuell die Wände des Marienhospitals Kevelaer zieren, geht an die Aktion pro Humanität. So wollen es die Fotografen Dr. Roland Klein und seine Frau Angelika.

    Der Blick trifft aber auf weite, niederrheinische Landschaft, anmutig dahinziehende Schwäne und bunte Blüten, aufgenommen im heimischen Wintergarten der Familie Klein. Das liegt daran, dass dem Ehepaar nach ihrem ersten Besuch in Benin nicht viel Zeit blieb. "Wir hatten auch nicht so schrecklich viel Zeit zum Fotografieren in Benin", sagt Angelika Klein. Ihr Mann, Zahnarzt Dr. Roland Klein, nickt.

    "Das Ziel war ein anderes." Für beide Ärzte war es die erste Reise nach Benin und zum Hospital, das die Kevelaererin Dr. Elke Kleuren-Schryvers im Laufe der Jahre aufgebaut hat. Alles fing mit einer Ausstellung in ihrer Praxis an und der Idee, den Erlös der Bilder der Aktion pro Humanität zu spenden.

    "Weil es ein gut etabliertes Projekt ist und das Geld dort eingesetzt wird, wo es gebraucht wird", sagt Dr. Roland Klein. Der Kontakt zur Kevelaererin Dr. Elke Kleuren-Schryvers, dem Motor von Aktion pro Humanität, kam zustande. "Zahnärzte bräuchten wir auch noch", hieß es, und Dr. Roland Klein und seine Frau Angelika Klein, Hausärztin in Kevelaer, machten sich mit auf den Weg.

    Es sollte eigentlich eine Sondierungsreise sein. "Haben die Beniner überhaupt Lust, zum Zahnarzt zu gehen?", lautete der Ansatz. Das Ehepaar wurde dann mehr oder weniger vom Bedarf überrollt. Kein Wunder. "Ich habe gehört, auf 300.000 Einwohner kommt in Benin ein Zahnarzt", sagt Dr. Klein. "Für unsere Verhältnisse ist das eine gigantische Zahl." Der Schwerpunkt lag dann während ihrer Zeit in Benin in der akuten Schmerzbehandlung. "Hauptsächlich Zähne ziehen", erklärt seine Frau, die ihm assistierte. "Als Hausärztin war sie ein bisschen überqualifiziert", sagt ihr Mann schmunzelnd.

    Sie habe dafür jede Menge zahnmedizinische Sachen gelernt, sagt Angelika Klein und erzählt in ruhigem Ton, wie ein Zahnarztbesuch in Benin üblicherweise abläuft, wenn ein Zahn nicht mehr zu retten ist. "Man muss vier Leute mitnehmen, die einen festhalten, wenn der Zahn rausgerissen wird. Gerade junge Leute mit schwer zerstörten Zähnen haben ja noch einen gut erhaltenen Halteapparat." Anästhesie gibt es dort nicht. "Wir hatten aber Anästhesie dabei", erklärt Dr. Klein. "Die Anästhesie war der Türöffner schlechthin", sagt seine Frau und fügt bedauernd an: "Wir konnten nur einen Bruchteil der Patienten behandeln, die dort standen."

    Es war die erste Reise. Das langfristige Ziel ist, eine Infrastruktur zu schaffen, damit sich auf Dauer ein beninischer Zahnarzt dort niederlässt und immer Hilfe da ist. Das Ehepaar sieht nämlich gesundheitliche Probleme auf die Bevölkerung zurollen. Ein großes Problem ist schon jetzt Karies. "Das Essen ist zwar traditionell", sagt Angelika Klein. Aber riesige Plakate werben an den Hauptstraßen mit zuckerhaltigen Getränken. Prophylaxe, Aufklärung und Zahnpflege sind die nächsten dringenden Aufgaben.

    Zurück in Deutschland. Die stimmungsvollen Fotos sind im Marienhospital Kevelaer noch einige Zeit zu sehen. Löwen und Elefanten sind auch abgebildet, die sind aber nicht in Benin fotografiert. Die großen, gerahmten Bilder kosten zwischen 250 und 350 Euro. Sie gibt es auch als günstigeren Hinter-Glas-Druck. Der eigne sich sogar für den Garten.

    Wer Interesse hat, meldet sich am besten bei Dr. Roland Klein, Telefon 02832 50028.

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