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  • Thema von carlos im Forum Verwandte Themen

    SRS – das plötzliche Ekel-Syndrom

    Woraus ich hinaus möchte, ist ein Phänomen, das sich „Sudden Repulsion Syndrome“(SRS) nennt, „Plötzliches Ekel-Syndrom“. Aus dem Nichts fällt Betroffenen etwas an ihrem Menschen auf, das sie abstößt. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Grundlegendes wie unterschiedliche Ansichten über Leben, Liebe oder Politik, die Frage, ob Dortmund oder Schalke, sexuelle Unvereinbarkeiten oder darum, ob der eine die Zahnpastatube zudreht und der andere nicht.

    In vielen Fällen sind es Kleinigkeiten, die SRS auslösen. Einige weitere Beispiele aus meiner Datinghistorie: Die Angewohnheit eines Ex-Freundes, meinen Rücken zu tätscheln. Die falschen Schuhe. Ein leicht fettiger Scheitel. Eine randlose Brille. Die Art, „Hallo“ zu sagen. Eine (mir zu) innige Umarmung mit Mama. Die Angewohnheit, beim Sex „Melk ihn ab“ zu keuchen (wäääh). Das Geräusch beim Spaghetti-Essen. Ein Blick. (Auch interessant: Expertin: Diese Geheimnisse sollte man sich in einer Beziehung bewahren)

    Nichts, was eine gesunde Beziehung oder eine ausgeprägte körperliche Anziehung ins Wanken bringen sollte. Doch hatte ich das Gefühl des Abscheus meinem Partner gegenüber einmal verspürt, war es vorbei. Der Ekel wollte nicht mehr vergehen und breitete sich in der Folge aus, verschlang alles Gute, das ich bis dahin empfunden hatte. Schluss mit lustig, aus die Maus, die Tage meiner Zuneigung waren gezählt. Das Schlimme: Es traf mich sowohl in Affären als auch in Langzeit-Beziehungen. Mal trat das Phänomen nach einer Woche auf, einmal nach vier Jahren, manchmal gar nicht.
    Woher kommt der plötzliche Ekel?

    Woher aber rührt das Sudden Repulsion Syndrome? Da es bislang keine wissenschaftlichen Studien dazu gibt, bleibt außer Mutmaßungen nicht viel. Die von mir verehrte US-Sex-Bloggerin Karley Sciortino hat in einer ihrer Kolumnen die, wie ich finde, interessanteste Theorie wiedergegeben. Sie schreibt, dass die Phase erster Verliebtheit mit einer Absenkung des Serotoninspiegels einherginge, die wiederum charakteristisch für Zwangsstörungen sei. Im Grunde sei dieser eigentlich so romantische Zustand also mit dem einer Zwangsstörung zu vergleichen. Menschen, die an Letzterem erkrankt seien, empfänden schneller Ekel als andere. Frisch Verliebte nach Sciortinos Erläuterung ebenso. Sprich: Wir neigen dazu, unseren Crush in der ersten Zeit auf ein meterhohes Podest zu verfrachten, um ihn dort gebührend zu verehren. Doch sind Podeste nicht für einen dauerhaften Aufenthalt konzipiert, und so genügt meist ein kleiner Schritt, um von dort in die Tiefe zu knallen. (Lesen Sie auch: Steht die Trennung kurz bevor? Das sagt die Schlafposition von Paaren über ihre Beziehung aus)

  • Sudden Repulsion SyndromeDatum25.02.2021 17:03
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Sudden Repulsion Syndrome
  • Sudden Repulsion SyndromeDatum25.02.2021 17:03
    Thema von carlos im Forum Verwandte Themen

    Aversionen und Hass in Liebe verwandeln

    Beatrice Bachmann


    Aversionen sind immer wieder Thema der Ehe- und Familienberatung, wenn ein Partner (oder beide) voller Hass gegen den anderen ist oder eine Aversion gegen bestimmte Verhaltensweisen entwickelt hat. Betroffene bemerken oft lange Zeit nicht, dass sie sich im Kreis drehen; sie haben das vage Gefühl, dass alles immer schlimmer wird – die Liebe nimmt ab oder hat sich bereits in Hass verwandelt. Wie kann eine Aversion geheilt, wie Hass in Liebe verwandelt werden?

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:31
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Umgang mit Aversionen und Hass

    Beatrice Bachmann, M.A., leitet den Verein für Christliche Ehe- und Familienarbeit e.V. (http://www.cef-ev.de) mit dem Ziel der Scheidungs-Prävention. Sie bieten nach biblischem Konzept Ehe-Beratung, Ehe-Seminare und Seminare zum Ehe-Berater.

    Bücher: „Handbuch der Ehe- und Familienberatung“, “Zeit-Management für die Familie” u.a.

    Kontakt

    Beatrice Bachmann, M.A.
    Christliche Ehe- und Familienarbeit CEF e.V.
    Schlossstr. 18
    88441 Mittelbiberach

    Tel. 07351/300 37 36
    Fax: 07351/300 36 45

    E-Mail

    Verein Christliche Eltern- und Familienarbeit

    https://www.familienhandbuch.de/familie-...everwandeln.php

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:30
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Umgang mit Aversionen und Hass

    Tipps

    Personen oder Paare, die mit Aversion zu kämpfen haben, können überlegen:

    Was ist der Auslöser für unseren Streit?
    Kann es sein, dass wir in einem Negativen Regelkreis fest gefahren sind? Wie sieht er aus? Was passiert dabei? Wie reagiere ich auf deine Handlung? Wie reagierst du auf meine Handlung?
    Wie lauten die einzelnen Punkte unseres Problems?
    Wie können wir uns gegen unerwünschte Verhaltensweisen besser abgrenzen – finanziell, räumlich, zeitlich, durch Änderung der Umstände?
    Welches Bedürfnis steckt hinter der Abneigung gegen die verhasste Handlung?
    Was wünsche ich mir von dir?

    Hier können schon im gemeinsamen Gespräch Ursachen einer Aversion ausgeräumt werden. Hat sich die Abneigung verfestigt, regen wir an, eine Liste zu erstellen, die folgende Fragen beantwortet:

    Was hat Ihnen damals, als Sie sich kennen lernten, an Ihrer Frau / Ihrem Mann gefallen?
    Was waren die Gründe, warum Sie sich in sie / ihn verliebt haben?
    Was gefällt Ihnen heute noch an ihm / ihr?
    Was schätzen Sie an Ihrem / r Partner / in besonders?

    Hier kann Paaren bewusst werden, dass sie früher – meist ist es noch gar nicht so lange her – ein besseres Bild von ihrem/r Partner/in hatten. Manchmal sind sie schockiert, dass sie sich so weit von ihren ursprünglichen Gefühlen entfernt haben. Den meisten Paaren ist in der von Aversionen bestimmten Gefühlslage nicht bewusst, wie sehr sie sich lieben.

    Durch die genannte Aufgabe kann die Bedeutung des Partners wieder ins Bewusstsein rücken. Dadurch und durch die Bereitschaft zur Veränderung im gemeinsamen Gespräch kann ein neuer Grundstein gelegt und Hass in Liebe verwandelt werden: “Genieße an jedem einzelnen Tag, der dir beschieden ist, das Leben mit der Frau / dem Mann, den du liebst, was hast du sonst von deinem kurzen Leben?” (nach: Bibel, Buch Prediger, Kap. 9, Vers 9).

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:29
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Umgang mit Aversionen und Hass

    Mut zur Abgrenzung!

    An zwei Punkten macht sich in diesem Gespräch eine Unfähigkeit der Partner zur Abgrenzung bemerkbar: Es wurde kein Platz oder Zimmer bestimmt, wo der Mann die Sachen hinstellen darf, und es wurde kein Budget bestimmt, mit dem der Mann seiner Leidenschaft frönen kann, ohne auf Kosten der Bedürfnisse anderer Familienmitglieder zu leben. Auch das tiefer liegende Problem hinter der Aversion der Frau kommt zur Sprache: Der Mann kennt seine Mann-spezifischen Rechte und Aufgaben in der Familie nicht und weist einen Mangel an Fähigkeiten auf, die Bedürfnisse von Frau und Kindern zu berücksichtigen und zu befriedigen. Die Frau hingegen sollte die Fähigkeit entwickeln, eigene Bedürfnisse zu verwirklichen und ihn in dieser Zeit für die Beaufsichtigung der Kinder einzusetzen.

    Auf der Unfähigkeit zur Abgrenzung basieren viele “Ehe-Spiele”, die nicht selten den Charakter eines “Ehe-Kriegs” annehmen können. Dieses Verhaltensmuster kann auf kindliche Prägungen der Partner hinweisen. Im Rahmen von Regelkreisen können in der Kindheit geprägte Verhaltensweisen sich mit dem Ehepartner wiederholen.

    Frau H., deren Vater als Alkoholiker ihre Mutter und sie stark vernachlässigt hat, heiratet einen Mann, der im Laufe der Ehe Alkoholiker wird. Wie ihre Mutter richtet sie ihre Energie darauf, ihren Mann “vom Alkohol weg zu kriegen”. Die Mittel aber, deren sie sich bedient – Beschuldigungen, Beschimpfungen, Herabsetzen vor den Kindern, Nachbarn und Bekannten – erzeugen genau die gegenteilige Wirkung: Herr H. verliert jegliche Selbstachtung, verwirft seine guten Vorsätze und verfällt weiter dem Alkohol.

    Jede Sucht kann nur angegangen werden, wenn sie von den Betroffenen erkannt wird. Dazu muss auch der Co-Abhängige, also die nicht süchtige Person, die ebenso wie der Süchtige in dem Negativen Regelkreis gefangen ist, erkennen, welche Funktion sie ausübt. Nach der Information über den vorliegenden Regelkreis kann das leichter fallen. Positiv daran ist: Da an dem tragischen “Spiel” immer (mindestens) zwei Personen beteiligt sind, reicht es, wenn eine Person “aussteigt” und das Spiel nicht mehr mitspielt, um einen grundsätzlich neuen Handlungsbedarf für den Partner zu schaffen.

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:29
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Umgang mit Aversionen und Hass

    Gefangen im negativen Kreislauf

    Eine Aversion führt häufig zu einem negativen Regelkreis der verhassten Verhaltensweisen. Ein Regelkreis ist ein sich wechselseitig steuerndes Verhalten von zwei (Ehepaar) oder mehr Personen (Familie), das sich zu einem Selbstläufer ausgebildet hat. Die sich in dem Regelkreis befindlichen Personen haben über ihr Verhalten die Kontrolle verloren, d.h., sie steuern ihr Verhalten nicht mehr bewusst und aktiv, sondern reagieren nur noch auf das Verhalten des/der anderen Person/en. Regelkreise haben eine Tendenz zur Verstärkung, und der ausgelöste Leidensdruck kann unerträglich werden.

    Herr P. ist über die Angriffe seiner Frau frustriert: “Ja, es stimmt, wenn sie mich mit ihren Schrei-Anfällen nieder macht, dann gehe ich anschließend auf den Flohmarkt, um mich aufzuheitern und ein gutes Geschäft zu machen – danach fühle ich mich besser!” Frau P. sieht das als Angriff ihres Mannes auf ihre Bedürfnisse nach Ordnung und finanzieller Sicherheit. Sie greift ihn verbal an – worauf er wieder den Flohmarkt aufsucht.

    Für die Beteiligten ist es oft schwierig, einen negativen Regelkreis zu erkennen und von innen aufzubrechen. Um ihn aufzubrechen hilft es häufig schon, ihn zu erkennen. Um dies zu erreichen, sollten die einzelnen Punkte des Konflikts definiert werden.

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:28
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Umgang mit Aversionen und Hass

    Die Wurzel der Aversion: Unerfüllte Bedürfnisse

    Der Begriff “Aversion” kommt von dem lateinischen Begriff “avertere” und heißt “umdrehen, abwenden”. Er hat im psychologischen Zusammenhang die Bedeutung, dass sich die Liebe in Hass verdreht und ein Partner sich vom anderen ab- oder gegen ihn wendet.

    viele Erkenntnisse kommen aus der Paartherapie

    Häufig handelt es sich um ältere Paare, deren Bedürfnisse gegenseitig längere Zeit nicht erfüllt wurden. Doch auch junge Paare haben mit Aversionen zu kämpfen. Die Aversion zeigt sich, indem ein Partner hartnäckig ein bestimmtes Verhaltensmuster des anderen thematisiert, auf das sich sein ganzer Hass bündelt. Meist geht es um eine Verhaltensweise, die dem Partner wichtig ist und die er keinesfalls abstellen möchte. Diese Verhaltensweise hat häufig Sucht-Charakter wie Alkoholismus, Nikotin-Sucht, Arbeitswut und Ähnliches.

    Die Aversion und das sie auslösende Verhalten können beide als Symptom für tiefer liegende Probleme gewertet werden. Es handelt sich in der Regel um die Unfähigkeit der Partner, sich abzugrenzen, gemeinsam Abmachungen zu treffen, die Rücksicht auf die eigenen und gegenseitigen Bedürfnisse nehmen, sowie anfallende Aufgaben in gegenseitiger Absprache zu verteilen. Noch größere Bedeutung messen wir der Enttäuschung bei, die sich bei Partnern einstellt, wenn sie nach der ersten Liebe vom Partner für Gewohnheiten und Eigenschaften kritisiert werden, die vorher keinen Anlass zur Kritik boten.

    Auch Defizite aus der Kindheit können eine Ursache sein, wenn vom Partner die annehmende Liebe erwartet wird, die die Eltern nicht gegeben haben. Zu der Enttäuschung über unerfüllte Bedürfnisse kommt in diesem Fall die unterdrückte Aggression gegen die eigenen Eltern hinzu, die damals elementare Bedürfnisse nicht erfüllen konnten. All diese Gefühle können sich hinter einer Aversion verbergen, was dazu führt, dass die emotionalen Äußerungen von großer Heftigkeit sein können.

  • Umgang mit Aversionen und HassDatum25.02.2021 12:28
    Thema von carlos im Forum International Medical...

    Aversionen sind immer wieder Thema bei Gruppen, wenn ein Teamer oder mehrere voller Hass gegen den anderen ist oder eine Aversion gegen bestimmte Verhaltensweisen entwickelt hat. Betroffene bemerken oft lange Zeit nicht, dass sie sich im Kreis drehen; sie haben das vage Gefühl, dass alles immer schlimmer wird – die Liebe nimmt ab oder hat sich bereits in Hass verwandelt. Wie kann eine Aversion geheilt, wie Hass in produktives verwandelt werden?

  • Reisen nur nach Piks?Datum22.02.2021 22:16
    Thema von carlos im Forum ***news***news***news*...

    Wer geimpft ist, sollte ohne Auflagen wieder Hotels und Flugzeuge betreten können – richtig so? Ein Veranstalter legt vor. Und die Branche diskutiert, ob das ein sinnvoller Schritt ist.

    https://www.spiegel.de/reise/urlaub-nur-...51-175d079cb22f

    der Text bezieht sich zwar direkt auf Urlauber, aber trifft auf Volunteers in ähnlichem Umfang zu

  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Erdbeben, Hurrikane, Aids, Cholera und nun Corona: Haiti bleibt von kaum einem Unheil dieser Welt verschont. Leider gibt es keine Politik, die dem entgegenträte. Es grassieren Gewalt und Anarchie, Misswirtschaft und Korruption. Das Land ist deutlicher gescheitert denn je.


    https://www.nzz.ch/meinung/blutiger-karn...umel-ld.1601282

  • Thema von carlos im Forum WHO

    Schockierende neue Berichte über sexuellen Missbrauch durch Hilfsorganisationen. Die neuen Vorwürfe sind ein weiterer Schlag für Hilfsorganisationen. Mehr als 50 Frauen beschuldigten Helfer der WHO und führende Wohltätigkeitsorganisationen, Sex im Austausch für Jobs zu fordern. Von Bosnien bis Haiti haben Berichte über sexuellen Missbrauch und Ausbeutungsskandale den Hilfssektor seit Jahrzehnten erschüttert. Sex für Hilfe, eigentlich waren sie gekommen, um den Menschen zu helfen, doch die aufgedeckten Sex-Skandale bei der Hilfsorganisation Oxfam erschütterten 2018 die Welt. Aber Oxfam war nur der Anfang, von den schweren Missbrauchsvorwürfen waren 23 humanitäre Organisationen, Friedens- und Sicherheitsorganisationen während ihrer Operationen in Haiti, der Elfenbeinküste und dem damaligen Südsudan betroffen. Es betraf „jede Form sexuellen Kindesmissbrauchs, die man sich vorstellen kann“, einschließlich Vergewaltigung, Prostitution, Pornographie, sexueller Sklaverei und Menschenhandel. Schon mehrfach wurden auch die Ausbeutungen und Misshandlungen von (meist noch) Kindern durch UN-Blauhelme aufgedeckt und scheinen an der Tagesordnung zu sein. Auch die UN-Friedenstruppen haben ebenfalls auf Haiti sexuellen Missbrauch begangen, sogar an Kindern. Niemand wurde jemals eingesperrt. Anstatt diese „Täter“ zur Rechenschaft zu ziehen, wurden sie freigesprochen. Solche Skandale verschwinden relativ schnell aus den Medien, doch einem neuen Bericht von „The New Humanitarian“ und der Thomson Reuters Foundation zufolge, wird den DR Kongo Ebola-Helfern von der WHO sowie von NGOs, wie Oxfam, sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen.

    – netzfrauen

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    16. Oktober 2020
    1 Kommentar

    Schockierender Bericht über sexuellen Missbrauch durch WHO und führende Wohltätigkeitsorganisationen in DR Kongo – ‚Jobs-for-sex‘ -women accuse WHO & NGO Ebola Aid Workers of sex abuse in Congo during Ebola outbreak

    zur englischen Version Schockierende neue Berichte über sexuellen Missbrauch durch Hilfsorganisationen. Die neuen Vorwürfe sind ein weiterer Schlag für Hilfsorganisationen. Mehr als 50 Frauen beschuldigten Helfer der WHO und führende Wohltätigkeitsorganisationen, Sex im Austausch für Jobs zu fordern. Von Bosnien bis Haiti haben Berichte über sexuellen Missbrauch und Ausbeutungsskandale den Hilfssektor seit Jahrzehnten erschüttert. Sex für Hilfe, eigentlich waren sie gekommen, um den Menschen zu helfen, doch die aufgedeckten Sex-Skandale bei der Hilfsorganisation Oxfam erschütterten 2018 die Welt. Aber Oxfam war nur der Anfang, von den schweren Missbrauchsvorwürfen waren 23 humanitäre Organisationen, Friedens- und Sicherheitsorganisationen während ihrer Operationen in Haiti, der Elfenbeinküste und dem damaligen Südsudan betroffen. Es betraf „jede Form sexuellen Kindesmissbrauchs, die man sich vorstellen kann“, einschließlich Vergewaltigung, Prostitution, Pornographie, sexueller Sklaverei und Menschenhandel. Schon mehrfach wurden auch die Ausbeutungen und Misshandlungen von (meist noch) Kindern durch UN-Blauhelme aufgedeckt und scheinen an der Tagesordnung zu sein. Auch die UN-Friedenstruppen haben ebenfalls auf Haiti sexuellen Missbrauch begangen, sogar an Kindern. Niemand wurde jemals eingesperrt. Anstatt diese „Täter“ zur Rechenschaft zu ziehen, wurden sie freigesprochen. Solche Skandale verschwinden relativ schnell aus den Medien, doch einem neuen Bericht von „The New Humanitarian“ und der Thomson Reuters Foundation zufolge, wird den DR Kongo Ebola-Helfern von der WHO sowie von NGOs, wie Oxfam, sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen.
    Sex für Hilfe – große Hilfsorganisationen erneut betroffen!

    Siehe auch:Menschenrechtsverteidiger sind entsetzt! Ausgerechnet China in den UN-Menschenrechtsrat gewählt! – Serial rights abusers China win seats on UN rights council!

    Thomson Reuters Foundation

    Nachdem „The New Humanitarian“ mit der Thomson Reuters Foundation am 30. September 2020 einen Bericht veröffentlichten, wonach 51 Frauen in der DR Kongo Ebola-Helfern von der WHO sowie von NGOs sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen haben, kündigten die WHO und die Hilfsorganisationen World Vision, Ärzte ohne Grenzen sowie die UNO-Kinderhilfsorganisation (UNICEF) Überprüfungen an. Am 15. Oktober 2020 benannte die WHO eine unabhängige Stelle zur Untersuchung von Behauptungen über sexuellen Missbrauch im Kongo an.

    „Die Aufgabe der unabhängigen Kommission wird es sein, die Fakten schnell zu ermitteln, Überlebende zu identifizieren und zu unterstützen, sicherzustellen, dass jeglicher andauernde Missbrauch gestoppt wird, und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einem Briefing an die Mitgliedstaaten.

    Wir torkeln von einem Skandal zum anderen und hören immer wieder, dass ‚Lehren gezogen wurden‘. Das haben sie nicht“, sagte Sarah Champion, Vorsitzende des Internationalen Entwicklungsausschusses des britischen Parlaments, in einer Erklärung.

    Schon mehrfach wurden auch die Ausbeutungen und Misshandlungen von (meist noch) Kindern durch UN-Blauhelme aufgedeckt und scheinen an der Tagesordnung zu sein. Die UN-Friedenstruppen haben ebenfalls auf Haiti sexuellen Missbrauch begangen, sogar an Kindern. Erst im Dezember 2019 wurde ein schockierender Bericht über UN-Friedenssoldaten veröffentlicht, sie zeugten Hunderte Kinder mit Kindern in Haiti.

    Niemand wurde jemals eingesperrt. Anstatt diese „Täter“ zur Rechenschaft zu ziehen, haben französische Richter einen Fall gegen eine Gruppe französischer Soldaten abgewiesen, die beschuldigt wurden, während ihres Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik 2013-2014 Kinder sexuell missbraucht zu haben.

    Und es ist gerade mal zwei Jahre her, als die Skandale – Sex für Hilfe – aufgedeckt wurden. Fast alle großen Hilfsorganisationen waren betroffen! Mehrere Länder stellten darauf hin sofort die Hilfsgelder für diese Organisationen ein. Im Juni 2018 berichtete die BBC, dass die Whistleblowerinnen dem Sender Victoria Derbyshire mitgeteilt hätten, dass Entwicklungshelfer gemeinnütziger Organisationen während ihrer Arbeit in Afrika Prostituierte vor Ort aufgesucht hatten, und sogar Medikamente soll es gegen Sex gegeben haben. Dass Oxfam nur der Anfang war, darüber berichteten wir bereits im Februar 2018 in unserem Beitrag: Sex für Hilfe – Oxfam war nur der Anfang – fast alle großen Hilfsorganisationen betroffen!


    – netzfrauen

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    16. Oktober 2020
    1 Kommentar

    Schockierender Bericht über sexuellen Missbrauch durch WHO und führende Wohltätigkeitsorganisationen in DR Kongo – ‚Jobs-for-sex‘ -women accuse WHO & NGO Ebola Aid Workers of sex abuse in Congo during Ebola outbreak

    zur englischen Version Schockierende neue Berichte über sexuellen Missbrauch durch Hilfsorganisationen. Die neuen Vorwürfe sind ein weiterer Schlag für Hilfsorganisationen. Mehr als 50 Frauen beschuldigten Helfer der WHO und führende Wohltätigkeitsorganisationen, Sex im Austausch für Jobs zu fordern. Von Bosnien bis Haiti haben Berichte über sexuellen Missbrauch und Ausbeutungsskandale den Hilfssektor seit Jahrzehnten erschüttert. Sex für Hilfe, eigentlich waren sie gekommen, um den Menschen zu helfen, doch die aufgedeckten Sex-Skandale bei der Hilfsorganisation Oxfam erschütterten 2018 die Welt. Aber Oxfam war nur der Anfang, von den schweren Missbrauchsvorwürfen waren 23 humanitäre Organisationen, Friedens- und Sicherheitsorganisationen während ihrer Operationen in Haiti, der Elfenbeinküste und dem damaligen Südsudan betroffen. Es betraf „jede Form sexuellen Kindesmissbrauchs, die man sich vorstellen kann“, einschließlich Vergewaltigung, Prostitution, Pornographie, sexueller Sklaverei und Menschenhandel. Schon mehrfach wurden auch die Ausbeutungen und Misshandlungen von (meist noch) Kindern durch UN-Blauhelme aufgedeckt und scheinen an der Tagesordnung zu sein. Auch die UN-Friedenstruppen haben ebenfalls auf Haiti sexuellen Missbrauch begangen, sogar an Kindern. Niemand wurde jemals eingesperrt. Anstatt diese „Täter“ zur Rechenschaft zu ziehen, wurden sie freigesprochen. Solche Skandale verschwinden relativ schnell aus den Medien, doch einem neuen Bericht von „The New Humanitarian“ und der Thomson Reuters Foundation zufolge, wird den DR Kongo Ebola-Helfern von der WHO sowie von NGOs, wie Oxfam, sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen.
    Sex für Hilfe – große Hilfsorganisationen erneut betroffen!

    Siehe auch:Menschenrechtsverteidiger sind entsetzt! Ausgerechnet China in den UN-Menschenrechtsrat gewählt! – Serial rights abusers China win seats on UN rights council!

    Thomson Reuters Foundation

    Nachdem „The New Humanitarian“ mit der Thomson Reuters Foundation am 30. September 2020 einen Bericht veröffentlichten, wonach 51 Frauen in der DR Kongo Ebola-Helfern von der WHO sowie von NGOs sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen haben, kündigten die WHO und die Hilfsorganisationen World Vision, Ärzte ohne Grenzen sowie die UNO-Kinderhilfsorganisation (UNICEF) Überprüfungen an. Am 15. Oktober 2020 benannte die WHO eine unabhängige Stelle zur Untersuchung von Behauptungen über sexuellen Missbrauch im Kongo an.

    „Die Aufgabe der unabhängigen Kommission wird es sein, die Fakten schnell zu ermitteln, Überlebende zu identifizieren und zu unterstützen, sicherzustellen, dass jeglicher andauernde Missbrauch gestoppt wird, und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einem Briefing an die Mitgliedstaaten.

    In einer im letzten Monat von der Thomson Reuters Foundation und The New Humanitarian veröffentlichten Untersuchung beschuldigten mehr als 50 Frauen Helferinnen der WHO und führender Wohltätigkeitsorganisationen, während der Krise 2018-2020 Sex im Austausch für Jobs zu fordern. Fünf von sieben der in der Enthüllung genannten Organisationen haben sich verpflichtet, Ermittlungen einzuleiten , ebenso wie das Gesundheitsministerium des Kongo.

    Die Untersuchung der Regierung wird zusammen mit internen Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der UN-Kinderagentur UNICEF, der Internationalen Organisation für Migration (IOM), World Vision und der medizinischen Wohltätigkeitsorganisation ALIMA durchgeführt.

    Andere von Frauen im Bericht genannte Gruppen waren Medecins Sans Frontieres und Oxfam.

    „Wir torkeln von einem Skandal zum anderen und hören immer wieder, dass ‚Lehren gezogen wurden‘. Das haben sie nicht“, sagte Sarah Champion, Vorsitzende des Internationalen Entwicklungsausschusses des britischen Parlaments, in einer Erklärung.

    Schon mehrfach wurden auch die Ausbeutungen und Misshandlungen von (meist noch) Kindern durch UN-Blauhelme aufgedeckt und scheinen an der Tagesordnung zu sein. Die UN-Friedenstruppen haben ebenfalls auf Haiti sexuellen Missbrauch begangen, sogar an Kindern. Erst im Dezember 2019 wurde ein schockierender Bericht über UN-Friedenssoldaten veröffentlicht, sie zeugten Hunderte Kinder mit Kindern in Haiti.

    „Mädchen im Alter von 11 Jahren wurden von Friedenstruppen, die von 2004 bis 2017 in Haiti stationiert waren, sexuell missbraucht und geschwängert“, und einige der Frauen wurden später „im Elend gelassen“, um ihre Kinder allein groß zu ziehen, so die Studie von zwei Akademikern, Forscher, die von The Conversation , einer von einem Universitätskonsortium unterstützten akademischen Website, veröffentlicht wurde. Siehe Schockierender Bericht über UN-Friedenssoldaten, sie zeugten Hunderte Kinder mit Kindern in Haiti – The dark side of humanitarian aid workers – U.N. peacekeepers fathered, then abandoned, hundreds of children in Haiti, report says

    Niemand wurde jemals eingesperrt. Anstatt diese „Täter“ zur Rechenschaft zu ziehen, haben französische Richter einen Fall gegen eine Gruppe französischer Soldaten abgewiesen, die beschuldigt wurden, während ihres Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik 2013-2014 Kinder sexuell missbraucht zu haben.

    Und es ist gerade mal zwei Jahre her, als die Skandale – Sex für Hilfe – aufgedeckt wurden. Fast alle großen Hilfsorganisationen waren betroffen! Mehrere Länder stellten darauf hin sofort die Hilfsgelder für diese Organisationen ein. Im Juni 2018 berichtete die BBC, dass die Whistleblowerinnen dem Sender Victoria Derbyshire mitgeteilt hätten, dass Entwicklungshelfer gemeinnütziger Organisationen während ihrer Arbeit in Afrika Prostituierte vor Ort aufgesucht hatten, und sogar Medikamente soll es gegen Sex gegeben haben. Dass Oxfam nur der Anfang war, darüber berichteten wir bereits im Februar 2018 in unserem Beitrag: Sex für Hilfe – Oxfam war nur der Anfang – fast alle großen Hilfsorganisationen betroffen!

    „Ich bin nicht überrascht, dass die Helfer Prostituierte bezahlten. Das ist sehr häufig der Fall, wo Hilfsorganisationen arbeiten, wie in Haiti, Somalia, im Sudan und in der Zentralafrikanischen Republik, und es war eine Orgie“, sagt eine Quelle aus einer NGO der elpais.com.

    Der Vorwurf, die NGOs hätten nicht ausreichend auf Missstände reagiert, wiegt schwer, und das zu Recht. Obwohl Fälle bekannt sind, wird lieber geschwiegen, denn sickert etwas an die Öffentlichkeit, so könnten Spendengelder wegfallen, was bei Oxfam der Fall war. Das haben wir bereits bei der UNO erleben dürfen, nachdem bekannt wurde, dass UN-Blauhelme sogar Kinder vergewaltigten, und obwohl die UNO informiert wurde, hüllte sie sich lieber in Schweigen.

    WHO – Missbrauchsvorwürfe in der DR Kongo

    Die WHO nimmt die Missbrauchsvorwürfe gegen Ebola-Helfer in der Demokratischen Republik (DR) Kongo nach eigenen Angaben sehr ernst. „Den Opfern muss geglaubt werden, und es ist unsere Aufgabe, die nötigen Untersuchungen durchzuführen“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan nach dem „The New Humanitarian“ und die Thomson Reuters Foundation einen neuen Skandal aufdeckten, diesmal im DR-Kongo, wo Ebola ausgebrochen war.

    Die meisten Anschuldigungen – von 30 Frauen erhoben – richteten sich gegen Männer, die sich als Mitarbeiter der WHO ausgaben, während acht Frauen Männer beschuldigten, sie seien beim Gesundheitsministerium des Kongo.

    Laut dem Bericht, gaben Frauen an, dass man ihnen Getränke gegeben hätte, andere seien in Büros und Krankenhäusern überfallen worden, und einige seien von Männern in Räumen eingesperrt worden, die Jobs versprochen oder gedroht hätten, sie zu entlassen, wenn sie sich nicht daran hielten.

    https://netzfrauen.org/2020/10/16/congo-4/

  • Famulatur KanadaDatum12.02.2021 22:52
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Famulatur Kanada

    Von: Theresa Volk, Therese Heßler, Dominique Haase, Ronja Dietrich (Technische Universität Dresden)
    Organisation: University of Alberta, Edmonton, Kanada
    Zeitraum: 08.06.19 - 12.07.19

    Bereits seit 2001 gibt es den Austausch zwischen der kanadischen Universität in Edmonton und der TU Dresden. Auch in diesem Jahr hatten 12 deutsche Studenten die Chance, 5 Wochen an dem Programm in Alberta teilzunehmen. Von kanadischer Seite besuchten 3 Studenten die sächsische Hauptstadt für 3 Wochen und bekamen einen Einblick in den deutschen Uni- und Klinikalltag.

    ZAD-Famulatur-Kanada-2019

    Während in Deutschland allgemein der theoretische Anteil der zahnmedizinischen Ausbildung überwiegt, freuten wir uns besonders darüber, dass wir in Kanada hauptsächlich praktisch arbeiten dürfen.

    Im November 2018 fanden die ersten Informationstreffen zum Austausch statt mit den verantwortlichen Professoren und den Studenten, die im Vorjahr bereits an dem Austausch teilgenommen haben. Nach erfolgreichem Auswahlgespräch im Dezember freuten wir uns sehr über die Zusage noch vor Weihnachten und konnten bereits die Flüge buchen.

    Angefangen hat der Austausch schon in Deutschland mit der Ankunft der drei kanadischen Studenten im April 2019. Sie bekamen einen guten Einblick in den deutschen Unialltag. Die eigens für sie konzipierte Vorlesungen, Workshops und Seminare wurden in Englisch gehalten und sie bekamen die Möglichkeit in OPs und im klinischen Behandlungskurs den Studenten und Ärzten über die Schulter zu schauen. In der freien Zeit nach der Uni haben wir auch viel mit den Kanadiern unternommen. So konnten wir sie besser kennenlernen und sogar neue Freundschaften schließen.



    ZAD-Famulatur-Kanada-2019Ebenso herzlich wurden wir von den Studenten in Edmonton empfangen. Der Aufenthalt in Edmonton begann mit einer Einführungswoche in der University of Alberta. Hier wurden wir sehr freundlich aufgenommen und durften den kanadischen Studenten bei ihren Behandlungen assistieren. Jeder Student hat seine eigene Behandlungseinheit und behandelt die ganze Woche über vormittags und nachmittags jeweils einen Patienten. Wir hospitierten bei Komposit- und Amalgamfüllungen, Zahnextraktionen und sogar beim chirurgischen Einbringen von Implantaten.

    Außerdem hörten wir einige Vorlesungen zu den Hygienevorschriften, die sich doch ein wenig von den deutschen unterscheiden. Als kleine Auffrischung nahmen wir am Spritzenkurs des zweiten Studienjahres teil und übten verschiedene Röntgentechniken am Phantomkopf. Sehr viel Spaß hat uns die Übung im Phantomraum mit Dr. Kilistoff gemacht, der uns viel über Ergonomie und das Arbeiten mit einer Lupenbrille beigebracht hat, welche uns für die Behandlung in der Satellitenklinik zur Verfügung gestellt wurde.

    Bevor es jedoch richtig losging mieteten wir ein Auto und fuhren in die nahe gelegenen Nationalparks Jasper und Banff in den Rocky Mountains. Wir waren beeindruckt von der Natur, den hohen Bergen, den türkisfarbenen Flüssen und Seen sowie der atemberaubenden Tierwelt. Nach diesem traumhaften Wochenende fuhren wir in den Norden zur Satelliten Klinik in Mclennan, das für 4 Wochen unser Zuhause war: Normalerweise sind jeweils zwei deutsche und zwei kanadische Studenten zusammen in McLennan und in High Level. In diesem Sommer gab es sehr schlimme Waldbrände in HighLevel und die Satellitenklinik musste bereits evakuiert werden. Daraufhin hat die University of Alberta beschlossen alle 4 Deutschen Studenten zusammen nach McLennan zu senden.

    Betreut werden die Gruppen von Zahnärzten, die meistens schon pensioniert sind oder sich 1-2 Wochen frei nehmen, um die Studenten zu unterstützen. Die zahnmedizinischen Fachangestellten betreuen das Programm das ganze Jahr über.

    McLennan

    ZAD-Famulatur-Kanada-2019McLennan ist ein sehr kleines Dorf, weitab von großen Städten. Hier lebten wir mit rund 800 Einwohnern für 4 Wochen. Neben der Klinik, in der wir arbeiteten, gibt es hier auch eine Kirche einen kleinen Supermarkt, eine Schule und ein Fitnessstudio, in dem wir öfter nach der Arbeit trainierten. Wir wurden herzlich und freudig empfangen von 3 Zahnarzthelferinnen und einem Zahnarzt. Sogar die Patienten wirkten begeistert, wenn man sich als „deutscher Student“ vorstellt. Jeder von uns erhielt seinen eigenen Behandlungsplatz und die Schwestern unterstützten uns, wo sie nur konnten. Über die 4 Wochen hatten wir 4 verschiedene Zahnärzte – sogenannte „Instructor“. Jeder von ihnen mit unterschiedlichen Ansichten, was sich für uns jedes Mal als eine kleine Umstellung, aber auch jedes Mal neue Erfahrungen bedeutete. Die ersten Tage musste man sich erstmal an den kompletten Ablauf und die Freiheiten gewöhnen, da die Zahnärzte und Patienten viel mehr Vertrauen hatten, als wir es aus Deutschland gewöhnt waren. Somit lernte man sehr schnell viele neue Techniken und sammelte praktische Erfahrungen. Auch die Patienten sahen einen weniger als Student, sondern vielmehr als Arzt an.

    Pro Tag standen 4 Behandlungen auf dem Plan, welche von Schmerz- bis Wurzelkanalbehandlung die komplette Bandbreite des zahnmedizinischen Behandlungsspektrums abdeckte. Auch Fachtermini in englischer Sprache anzuwenden, stellte eine große Herausforderung dar, die es zu meistern galt.

    Neben der Behandlung und dem Arbeitsalltag haben wir auch privat mit den Zahnärzten und Zahnarzthelferinnen viele schöne Dinge unternommen wie zum Beispiel ein gemeinsames Barbeque, Abendessen oder ein Besuch auf der Farm.

    In diesem Sinne, vielen Dank nochmal für Ihre Unterstützung!

  • Famulatur KanadaDatum12.02.2021 22:51
    Foren-Beitrag von carlos im Thema Famulatur Kanada
  • Famulatur KanadaDatum12.02.2021 22:51
    Thema von carlos im Forum Kanada

    Von: Laura Iffland, Lena Maria Arnold, Anna Pönitz, Laura Fischer (Technische Universität Dresden)
    Organisation: Faculty of Medicine & Dentistry
    Zeitraum: 12.05.19 - 15.06.19

    Vorbereitung

    Unsere Vorbereitung umfasste verschiedene Dinge. Am Anfang war natürlich die Bewerbung mit dem dazugehörigen Auswahl-Gespräch das wichtigste. Nach unserer Zusage begann dann die eigentliche Organisation. Als erstes mussten wir uns für das kanadische Sommersemester immatrikulieren, die Unterlagen dafür bekamen wir direkt von der University of Alberta.

    Danach haben wir unsere elektronische Reisegenehmigung (eTA) beantragt. Es folgte ein obligatorischer Arztbesuch in Berlin, um in Kanada auch Patienten behandeln zu dürfen. Nachdem diese offiziellen Vorbereitungen abgeschlossen waren, haben wir unsere Unterkunft in Edmonton nahe der University of Alberta gebucht, wir haben unseren Mietwagen reserviert und auch das erste Wochenende nach der Orientierungswoche haben wir ausführlich geplant, da wir unsere wenige Freizeit so gut wie möglich ausnutzen wollten. Für uns war klar, dass wir dieses Wochenende in die Nationalparks Banff und Jasper fahren wollen, also waren 2 Hotels in Canmore und in Hinton schnell gebucht. Nachdem unsere Vorbereitungen abgeschlossen waren, blieb uns nur noch die Vorfreude auf eine hoffentlich unvergessliche Zeit.

    Orientierungswoche

    ZAD-FAMULATUR-KANADABevor wir uns auf den Weg zu den Satellitenkliniken in den Norden Kanadas machen konnten, absolvierten wir zunächst eine Orientierungswoche in Edmonton, der Hauptstadt Albertas. In dieser ersten Woche wurden wir durch verschiedene Vorlesungen in die Hygienebestimmungen Kanadas, in angewandte Anästhesieverfahren, in die Ergonomie und das Arbeiten mit Lupenbrillen, sowie Restaurationen mit Amalgam und ins Röntgen eingewiesen. Praktische Einheiten hatten wir sowohl im klinischen Behandlungskurs der kanadischen Studenten als auch im Simulationslabor. In diesem wiederholten wir nochmals verschiedene Anästhesieformen am Hühnchenschenkel und frischten unser Wissen bezüglich Amalgamrestaurationen auf, da diese in Kanada wesentlich häufiger vorkommen als in Deutschland. Im klinischen Studentenkurs durften wir den Kanadiern bei ihrer routinierten Patientenbehandlung über die Schulter schauen und gleichzeitig auch assistieren. Da in Kanada eine sehr freundliche und aufgeschlossene Mentalität herrscht, war es uns möglich, viele Fragen zu stellen und unser Wissen zu erweitern. Sogar bei chirurgischen Eingriffen durften wir anwesend sein und beobachten. Besonders beeindruckend war für uns das Setzen von Implantaten durch Studenten des 4. Studienjahres.

    Freizeit in Banff und Jasper

    ZAD-FAMULATUR-KANADANach unserer ersten aufregenden Woche in Edmonton, fuhren wir mit unserem Mietwagen für ein verlängertes Wochenende (wir hatten das Glück montags aufgrund des Victoria Days frei zu haben) in die Nationalparks nach Banff und Jasper. Dort schauten wir uns zahlreiche Seen, Wasserfälle und den Athabasca Gletscher an, wanderten durch den Maligne Canyon und machten Bekanntschaft mit mehreren Bären, Big Horn Sheep und einem Moose. Unsere Unterkünfte buchten wir jeweils in Canmore und Hinton, etwas außerhalb des Parks, dafür aber wesentlich günstiger. Auch Banff und Jasper erkundeten wir in aller Ausführlichkeit. Nach unserem atemberaubendem Wochenende im Nationalpark war für uns klar, dass wir auf jeden Fall nach Kanada und in die Rocky Mountains zurückkommen werden.

    Satellitenklinik in Mc Lennan

    ZAD-FAMULATUR-KANADAAm Montag ging es dann für jeweils zwei Studenten von uns nach High Level und für die anderen beiden nach Mc Lennan, wo sich die Satellitenkliniken der University of Alberta befinden. Auf halben Weg erhielten wir jedoch einen Anruf von unserer Referentin aus Edmonton, dass es aufgrund eines 200.000 Hektar großen Waldbrandes in der Umgebung von High Level nicht möglich sei, den Weg fortzusetzen. Kurzerhand wurde entschieden, dass wir alle zusammen nach Mc Lennan fahren, um die zahlreichen Patienten dort zu behandeln. In McLennan, dem „Bird Capital of Alberta“ angekommen, fuhren wir zunächst zu unserem kleinen Apartment im Zentrum des Dorfes. Dort trafen wir dann auch auf die zwei kanadischen Studenten der University of Alberta. Zu sechst teilten wir uns zwei Schlafzimmer, zwei Bäder ein großes Wohn- und Esszimmer, eine Küche und einen Balkon mit großem Barbecue Grill. Freundlicherweise brachten uns die Schwestern aus der Klinik noch zwei zusätzliche Luftbetten, da das Apartment ursprünglich ja nur für zwei deutsche und zwei kanadische Studenten ausgelegt ist. Für die gesamten vier Wochen wurde uns das Apartment kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Unser erster Kliniktag begann an einem Dienstag. Zunächst wurden wir in die Hygienebestimmungen der Zahnklinik in McLennan eingewiesen. Jeder einzelne Student hat eigentlich sein eigenes Behandlungszimmer. Aufgrund des nicht vorhersehbaren Feuers mussten wir uns allerdings für die ersten zwei Wochen zu sechst vier Behandlungsstühle teilen. Dennoch haben wir in dieser Zeit deutlich mehr Patienten als in Deutschland behandelt, da jeden Tag vier Patienten einbestellt wurden. Selbst wenn es mal zu einer Absage kam, wurde sofort für Ersatz gesorgt. Betreut wurden wir von drei unglaublich freundlichen Helferinnen und einem Zahnarzt. Besonders gefallen hat uns die Tatsache, dass wir uns mit den kanadischen Studenten die ersten zwei Wochen abwechselten und so eine Menge von ihrer praktizierenden Art und Weise gelernt haben. Für gute Tipps waren die Kanadier jederzeit zu Haben. Nichts destotrotz haben wir sehr selbstständig behandeln und Entscheidungen treffen dürfen. Unser Assistent vor Ort hat von Beginn an ein großes Vertrauen in uns gesetzt und uns die meiste Zeit eigenständig behandeln lassen. Für kurze Rückfragen und Absicherungen konnten wir ihn dennoch jederzeit konsultieren. Ein kurzes Feedback und eine kleine Selbsteinschätzung nach den Behandlungen ermöglichte es uns, unsere praktischen Tätigkeiten zu reflektieren. Der Umgang mit den Patienten lief reibungslos ab. Das große Spektrum an verschiedenen Behandlungen und an unterschiedlichen Patienten bereitete uns viel Freude. Die Sprachbarriere stellte kein Hindernis dar und mittels verschiedener Umschreibungen konnte schlussendlich jeder Sachverhalt klar dargestellt werden. Das Behandlungsspektrum umfasste von einfachen Kontrollterminen, über Wurzelkanalbehandlungen, Extraktionen, Pulpotomien, Stift-Stumpf-Aufbauten, Schienen, Füllungen und Kinderbehandlungen, fast alles was das Zahnarztherz begehrt (in vier Wochen McLennan, haben wir alle zusammen unglaubliche 78 Zähne gezogen!!). Besonders die Extraktionen haben es uns angetan, da diese in unserem Studium eher selten vorkommen. Auch die stets freundlichen, höflichen und sehr, sehr dankbaren kanadischen Patienten sind uns während unseres 4-wöchigen Aufenthaltes sehr ans Herz gewachsen.

    Freizeit in McLennan

    Auch wenn es in McLennan selbst nicht so viel zu sehen gibt, wurde uns in den vier Wochen nicht einen Tag langweilig. Nach den Behandlungstagen erholten wir uns zum Beispiel bei schönen Abendspaziergängen entlang des Bird Walks. Der Name „Bird Capital of Canada“ hält was er verspricht: ein schöner Steg mit weitem Ausblick zum See, wobei wir dem Gesang der Vögel lauschen konnten. Am Wochenende machten wir verschiedene Ausflüge in die umliegenden Städte: In Peace River, das etwa 80 km von McLennan entfernt ist, genossen wir einen unserer freien, sonnigen Nachmittage bei einer leckeren Kugel Eis und einem Mini Golf Match. Etwa 80km in die entgegengesetzte Richtung erlaubten uns die sommerlichen Temperaturen unseren ersten Beach Day im Jahr. In Hilliards Bay gibt es einen kleinen Strand, der zum Baden im Slave Lake einlädt.

    Sehr zu empfehlen ist auch der Chicken Wings Wednesday im Lokal Smitty’s in High Praire. Ein typisch kanadisches Pub, in dem wir uns Bier und eine Menge Chicken Wings in verschiedensten Geschmacksrichtungen schmecken ließen. Ein besonderes Highlight für uns war das Barbecue zusammen mit unseren Assistenten und dem Bürgermeister von High Praire, von dem wir eine Einladung zum Barbecue auf dessen Campingplatz am Slave Lake erhielten. Dort gab es alles, was das Herz begehrt. Angeln, Standup-Paddeling und selbst Kajaks standen für uns bereit. Wieder einmal wurden wir von der unglaublichen Gastfreundschaft der Kanadier überrascht.

    Lediglich der wöchentliche Einkauf stellte sich als kleine Hürde dar, da man das nicht einfach mal schnell zu Fuß erledigen konnte. Der nächstgelegene größere Supermarkt befand sich im etwa 20 km entfernten Fahler und war so für uns nur mit dem Mietwagen zu erreichen. Aber daran gewöhnt man sich schnell, da in Kanada eigentlich nichts mal schnell zu Fuß zu erreichen ist.

    ZAD-FAMULATUR-KANADA

    Zusammenfassend lässt sich nur sagen, dass uns die fünf Wochen in Alberta viel Spaß gemacht haben, wir unglaublich viel gelernt und unzählige nette Kanadier kennen gelernt haben. Für jeden Zahnmedizinstudenten , der gerne im Ausland ist, keine Angst vorm Behandeln in einer anderen Sprache hat und einfach Erfahrung sammeln will, ist das Austauschprogramm der University of Alberta und der Universität Dresden genau das richtige und sehr zu empfehlen.

  • 2019: Dominikanische RepublikDatum12.02.2021 22:50
    Foren-Beitrag von carlos im Thema 2019: Dominikanische Republik
  • 2019: Dominikanische RepublikDatum12.02.2021 22:49
    Thema von carlos im Forum Dominikanische Republik

    2019: Dominikanische Republik

    Von: Sarah Hinkel und Friederike Amelie Degner (Universität Jena)
    Organisation: DIANO e.V.
    Zeitraum: 23.02.19 - 26.03.20

    Am 24.02.2019 ging es nach langer Planung endlich los. Am frühen Morgen wurden wir zu Hause in Jena vom Zahntechniker Ralf Thum abgeholt. Da wir glücklicher Weise durch viele Dentalfirmen mit Sachspenden unterstützt wurden, mussten diese natürlich erst einmal alle in Koffer verpackt und ins Auto gehievt werden. Zwar machten unsere Sachspenden nur drei Koffer aus, allerdings hatten es diese in sich. Allein 7500 Einmalhandschuhe und 2000 Mundschutze galt es zu transportieren, ganz zu schweigen von etlichen Füllungsmaterialen, Bohrern, Lokalanästhetika und Speichelsaugern usw. Bei der Gelegenheit möchten wir beide uns bei den Firmen: Dental 2000, NiTi, Septodont, 7Days, Acurata, Dürr Dental, Orbis Dental, Voco, Adebo Medical, Omnident, Dmg-Dental bedanken für die wirklich großartige Unterstützung durch Sachspenden. Jedes Material und Instrument hat den Weg zum Patienten gefunden, zum Teil auch noch für die zukünftig behandelnden Famulanten.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(1)

    Am Frankfurter Flughafen angekommen trafen wir auf Tobias Bauer, den Organisator von DIANO e.V. und Zahnarzt, und seine Frau Petra. Insgesamt hieß es eine halbe Tonne Sachspenden, verpackt in 40 Koffern, einzuchecken und in die Karibik zu bringen.

    Nach einem recht angenehmen Flug landeten wir spät abends in Punta Cana, einer der Touristenhochburgen der Dominikanischen Republik. 500 kg Gepäck durch den Zoll zu bekommen, stellte sich als sehr zeitaufwändiges Unterfangen heraus. Jeder Koffer musste geöffnet und kontrolliert werden. Aber bereits am Flughafen zeigte sich, dass die karibische Mentalität eine andere als die deutsche ist, als der Zollbeamte eine Taucherbrille aufsetzte und ausprobierte, die natürlich für ein dominikanisches Kind gedacht war. Ziemlich erschöpft kamen wir nachts um drei Uhr in unserer Unterkunft an, fielen sofort ins Bett und schliefen.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(2)

    Am Folgetag wurde zunächst das gesamte Gepäck ausgeräumt und geordnet- ein Procedere, das ziemlich zeitaufwendig und bei Temperaturen über 30 Grad auch ziemlich Schweißtreibend ist. Neben unzähligen zahnmedizinischen Gegenständen, darunter ein gepolsterter, portabler, komplett Technikfreier Klapp-Zahnarztstuhl, wurden vor allem Kleidung und ausgediente Schuhe gespendet. Es war faszinierend zu sehen, dass so viele Menschen daran interessiert sind zu spenden und dass diese Spenden auch wirklich bei Bedürftigen ankommen.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(3)

    Im Anschluss an das Sortieren fuhren wir erstmals zu unserem ersten, späteren Einsatzort, zum Batey Platanito, einem kleinen Dorf nahe der Stadt San Pedro de Macoris im Süden des Landes. Der Ort trägt den Namen aufgrund der umliegenden Bananenplantage- "platano" bedeutet Banane. Als wir dort ankamen, fielen mir als erstes die heruntergekommen, dunklen Gebäude auf, kleine Hütten mit nur einem Raum. Es gibt keine Fenster, die Zimmer sind heiß und muffig, die Toiletten befinden sich außerhalb in einem Plumps-Klo aus Wellblech. Wasser, ziemlich verschmutztes, muss aus einem Rohr am Eingang des Dorfes geholt werden, das ist u.a. die Aufgabe der Kinder, die meist barfuß über den Schotterboden laufen. Der Strom fällt täglich von 11-13.30 Uhr aus.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(13)

    Schnell wurde klar, dass diese Menschen ein komplett anderes, einfacheres Leben führen als wir, der Alltag beschwerlicher ist, das Geld immer knapp. Besonders eindrücklich war eine Szene, in der eine Mutter ihren kleinen Sohn in einem großen Wassereimer gewaschen hat. Hier gibt es keine Dusche oder Badewanne, bei der man nur den Wasserhahn öffnen muss und das Wasser sprudelt nur so heraus. Jeder Liter Wasser muss vom Dorfeingang geholt werden. So ist auch das Waschen der Kleidung eine zeit- und kraftintensive Aufgabe. Dieses Gesamtbild hat sofort an Fotos aus afrikanischen Ländern erinnert, die man allzu häufig in der Werbung von Hilfsorganisationen sieht.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(6)

    Als wir ausstiegen, kam ein Pulk von Kindern verschiedenen Alters freudestrahlend auf uns zu gerannt. Alle wollten uns kennenlernen, mit uns spielen. Die Lebensfreude der Kleinen tat richtig gut nach den neuen Eindrücken, die auf uns wirkten. Etwas zögerlicher kamen auch vereinzelt ein paar Erwachsene aus ihren Häusern, um ihre Neugierde etwas zu stillen. Keiner von ihnen hat jemals die Insel verlassen, ein anderes Land besucht oder Kontakt zu Menschen aus dem Ausland.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(10)

    Zusammen mit Tobias, Petra und Ralf waren Eneuris, Linett und Miguel mit uns ins Batey gefahren. Die drei engagieren sich ehrenamtlich neben dem Studium und Arbeit in der "Fundacion Pinta Solidaridad", einer lokalen Hilfsorganisation. Sie wurden während unseres gesamten Aufenthaltes im Land immer mehr zu wirklich treuen Begleitern und so etwas wie Freunden.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(7)

    Gemeinsam schauten wir uns unseren zukünftigen Behandlungsort für die nächsten Wochen an, eine kleine Kirche inmitten des Bateys. Am darauffolgenden Tag räumten wir, Sarah und Amelie, alle Stühle zusammen, bauten auf und räumten diverse zahnmedizinischen Materialen aus und sortierten sie. Anschließend wurde die portable Einheit samt Stromgenerator vorbeigebracht. Leider mussten wir feststellen, dass diese nicht funktionierte. Ein tagelanges Austesten, Reparieren, Aufsuchen von Mechanikern und Kaufen von Adaptern, Winkelstücken und Co begann. Da wir zunächst nicht die Möglichkeit hatten Karies zu exkavieren und Füllungen zu legen, übten wir uns im Zähne ziehen. Im Frontzahnbereich stellte sich das als recht leichte Sache heraus, aber mehrwurzlige Zähne brachten uns zum Teil sehr ins Schwitzen. Zum einen da wir auf uns allein gestellt waren ohne Zahnarzt, nicht über allzu viel Erfahrung beim Extrahieren verfügten und nicht die Möglichkeit hatten eine Osteotomie zu machen. Als problematisch stellte sich ebenfalls die Beschaffung von Schmerzmitteln heraus, da angeblich alle Apotheken am selben Tag Inventur machten. Trotz alledem war es eine viel bringende Erfahrung. Mittlerweile fühlen wir uns sehr sicher beim Anästhesieren und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man ohne Hilfe Zähne extrahieren kann- vor allem auch ohne die passenden Hebel und Zangen. Da unsere Einheit ja zunächst nicht funktionierte und damit auch nicht einsatzfähig war, fingen wir auch ziemlich schnell damit an Zahnreinigungen durchzuführen. Natürlich hatten wir nur einen Zahnarztstuhl, aber schnell wurde umdisponiert und Plastikstühle nach draußen ins Freie gestellt, wo die Sonne ganz gut das Lampenlicht ersetzte, und dort mit Scalern dem Zahnstein der Kampf angesagt. Am Ende konnten wir jedem sogar noch etwas Fluoridlack applizieren, wobei jeder zwischen diversen Geschmacksrichtungen wählen durfte.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(11)

    Mit der Zeit wurden unsere Gerätschaften immer "intakter" und wir konnten unsere ersten Füllungen legen. Für die erste Füllung (Frontzahn), die wir machten, nutzten wir noch ein Zahntechnikerhandstück um die Kavität zu präparieren. Der Patient freute sich riesig nicht mehr mit frakturiertem Schneidezahn durch die Gegend laufen zu müssen.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(12)

    Irgendwann hieß es dann leider sich zu verabschieden. Dafür versammelten sich plötzlich alle Kinder des Bateys und diverse erwachsene Bewohner, mit denen wir besonders viel zu tun gehabt hatten, auf dem Platz und verabschiedeten sich unter Tränen von uns. Das war schon ein echt berührendes Erlebnis, da man spüren konnte wie schnell die Bewohner uns und wir sie ins Herz geschlossen hatten. Ein paar hielten noch eine kurze Rede, in der sie sich bei uns bedankten. Glücklich, aber natürlich auch etwas traurig verließen wir das Batey, fuhren zurück nach San Pedro de Macoris und machten uns ein paar Tage später auf nach Sosua, wo ein weiteres Projekt auf uns wartete.

    In Sosua gibt es den so genannten Monkey Jungle, ein ziemlich großes Affengehege, wo Besucher für relativ viel Geld kleine Äffchen füttern können, während diese freudig über die Köpfe und Arme hinweg hüpfen. Neben den Affen ist dieser Ort auch noch für eine wirklich schöne Zipline bekannt. Was die wenigsten meist US-amerikanischen und europäischen Touristen wissen, bevor sie diesen Ort betreten, ist, dass ein gewissen Teil der Einnahmen direkt in medizinische Hilfe umgesetzt wird. So befindet sich auf dem Gelände ebenfalls eine Zahnstation mit vier Behandlungseinheiten, eine allgemeinmedizinische Station, sowie eine kleine Apotheke. Sinn des Ganzen ist es, den Einheimischen eine medizinische Versorgung zu ermöglichen, da diese sonst sehr kostspielig ist. Jeden Samstag fahren also zwei junge, dominikanische Zahnärztinnen berghoch mitten ins Grün zum Monkey Jungle, um die lokale Bevölkerung kostenlos zu versorgen. Da teilweise ein richtiger Ansturm besteht, wurde die Regelung getroffen, dass jeder Patient nur an einer "Stelle", und zwar der dringlichsten, behandelt wird. Tatsächlich funktioniert alles ziemlich am Schnürchen. Einige der jungen Männer, die sonst als Zipline- Guides arbeiten, halfen tatkräftig mit und wussten echt ziemlich gut Bescheid. Es war schön mal wieder an einer richtigen Einheit behandeln zu können, auch wenn diese natürlich steinalt war. Die Station war ziemlich gut ausgestattet und wir hatten echt ziemlich Freude dort zu arbeiten, zumal auch jeder für sich behandeln konnte, da es genug Behandlungsstühle gab. Als der letzte Patient versorgt worden war, hatten wir dann auch Freizeit, durften Affen füttern gehen und Zipline fahren. Am Tag zuvor waren wir mit Linda, der Besitzerin des Monkey Jungles, in einem benachbarten Dorf unterwegs und besuchten die dortige Schule. Wir brachten für jedes Kind Zahncreme, -bürste und -seide mit, erklärten ihnen wie man sich am besten die Zähne putzen solle, testeten das dann mit ihnen aus und schauten vorher noch in ihren Mund, um einen schnellen Befund zu erheben. Es war ziemlich erstaunlich wie großartig die Kinder zuhörten, mitmachten, Interesse zeigten. In diesem Ausmaß hatten wir das nicht erwartet. Als spannend stellte sich auch die Kommunikation dar, da Linda lediglich Englisch spricht, die Kinder einschließlich Lehrerin aber nur Spanisch. Es begann ein wildes Übersetzen.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(8)

    Kinder, deren Zähne uns besonders negativ aufgefallen waren, ließen wir von der Lehrerin vermerken und einen Brief an die Eltern schreiben, mit der Bitte an den kommenden Samstagen die Zahnstation des Monkey Jungles aufzusuchen.

    ZAD_Famulatur_DomRep2019(9)

    Insgesamt lässt sich sagen, dass wir wirklich eine wunderbare Zeit in der Dominikanischen Republik hatten. Wir hatten die Möglichkeit das Land und seine Menschen fernab von Hotelketten und Bilderbuch-Traumstränden kennenzulernen, unseren zahnmedizinischen Horizont in praktischer Sicht deutlich zu erweitern und gleichzeitig auch die Wärme und die Sonne nebenbei immer wieder zu genießen.

  • 2020: JamaikaDatum12.02.2021 22:47
    Foren-Beitrag von carlos im Thema 2020: Jamaika
  • 2020: JamaikaDatum12.02.2021 22:47
    Thema von carlos im Forum Jamaica

    2020: Jamaika

    Von: Lisa Franziska Gohmann, Jacky Vanessa Dilly (Uni Münster)
    Organisation: Tobias Bauer, DIANO e.V.
    Zeitraum: 06.02.20 - 06.03.20

    Nach unserer Zusage von DIANO e.V wussten wir nun endlich, dass es für uns nach Jamaika gehen würde. Die Flüge wurden gebucht und im Vorfeld kümmerten wir uns fleißig um Sachspenden. Nach unserer Vorbereitungsphase war es Anfang Februar soweit. Mit hundert Kilogramm Spendengepäck in unseren Koffern machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt um von dort aus gemeinsam mit den anderen Famulanten nach Montego Bay zu fliegen.

    Direkt am nächsten Morgen wurden wir herzlich im Ministry of Health in Kingston von Dr. Irving McKenzie, dem obersten „Dental Chief Officer“, empfangen, wo wir uns bei einem jamaikanischen Lunch kennengelernt haben. Hier erfuhren wir, welche Hilfseinsätze für uns vorgesehen sind und wie der Ablauf der Famulatur angedacht war. Wir wurden auf verschiedene öffentliche Kliniken aufgeteilt, in denen wir an der Seite der zuständigen Zahnärzte mitarbeiten durften. Wir haben sehr von dem Erfahrungsschatz der ortsständigen Zahnärzte, vor allem im chirurgischen Bereich (Extraktionen), profitiert. Auch wurden wir angeleitet und man merkte schnell, dass man immer sicherer wurde. In dieser Zeit haben wir sehr viele Erfahrungen sammeln können und eine strukturierte Arbeitsweise miterlebt. Allerdings gab es in manchen Kliniken einen Platzmangel, sodass teilweise nur wenige Patienten einbestellt werden konnten.

    Der zweite Teil bestand aus Health-Fair-Einsätzen, bei denen wir in öffentliche Einrichtungen wie z.B. Kirchen, Schulen oder Fußballvereinen gefahren sind, um dort eine Art „Camp“ mit mobilen Stühlen aufzubauen. Die Menschen in Jamaika haben nur einen sehr begrenzten Zugang zu öffentlichen medizinischen Einrichtungen. Es gibt nur wenige öffentliche Kliniken. Diese sind sehr klein und oft auch nicht in Betrieb. Hier ist ein großer Handlungsbedarf, allerdings fehlt oft die nötige Struktur und Organisation. Bei diesem Health-Fair-Events haben die Jamaikaner die Möglichkeit eine kostenlose Behandlung wie Cleanings oder Extraktionen zu bekommen. Dort war man mehr auf sich allein gestellt, es war jedoch immer ein Arzt anwesend.

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    Der dritte Teil bestand aus Screenings in Schulen, bei denen wir den Zahnstatus der Kinder aufgenommen und den Behandlungsbedarf beurteilt haben. Zusammengefasst bestand der Großteil aller Behandlungen aus Cleanings und Screenings, dazu Extraktionen und ein paar Füllungen. Die jamaikanische Mentalität ist sehr offen und freundlich und besonders die Kinder begrüßten uns, im wahrsten Sinne des Wortes, mit offenen Armen. Woran man sich jedoch wirklich gewöhnen muss, ist die jamaikanische Uhrzeit, denn es gibt quasi keine festen Uhrzeiten. Zehn Minuten bedeuten hier gut und gerne eineinhalb Stunden, weshalb man keine feste Organisation erwarten sollte.

    ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA

    Insgesamt haben wir wirklich viel gewartet, ein Morgen konnte auch mal wartend beginnen. Das sollte man aufjedenfall wissen. Nach einiger Zeit versteht man einfach, dass die Menschen wahnsinnig entspannt und gelassen sind, ganz nach dem Motto: "Ya man, no problem in Jamaica". Wir haben uns immer sehr sicher in Kingston gefühlt und haben meist das Gefühl gehabt, freundlich, offen und respektvoll behandelt zu werden. Die Menschen fragen oft einfach ohne irgendeine Absicht: „Waaag Whaaan?“ bedeutet so viel wie „wie gehts? Alles okay?“ Oder wünschen einen guten Tag mit „enjoy yourself“. Es waren viele kleine Gesten, die uns das Gefühl gegeben haben, dass die Menschen wirklich freundlich sind. Einmal haben wir sogar frische Mangos aus dem Garten bekommen, als kleines Dankeschön für eine Zahnextraktion.

    ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA

    Die ersten vier Wochen haben wir in Kingston verbracht und an den freien Tagen Ausflüge unternommen. Besonders empfehlen können wir die Lime Cay, eine wunderschöne, sehr kleine vorgelagerte Insel vor Kingston. Kingston selbst ist zwar schon eine gefährlichere Stadt, wenn man sich aber an ein paar Grundregeln hält, dann bekommt man davon nicht viel mit. Nach der Zeit in Kingston sind wir weiter nach Portland gereist, was sich als schönster, ruhigster und naturbelassener Teil der Insel herausstellt hat und zum Glück kaum touristisch ist. Hier findet man genug Zeit, vom Unialltag abzuschalten und auch einmal die Seele baumeln zu lassen.

    Einen besonderen Dank möchten wir unseren Familien, Freunden und Freunden der Familie aussprechen, die uns bei unserem Vorhaben unterstützt haben. Dank Euch war dieses Projekt in dieser Form erst möglich - Dankschön! Auch möchten wir uns bei den folgenden Firmen für die großzügigen Spenden bedanken, ohne die unser Einsatz nicht möglich gewesen wäre und die dazu beitragen, eine zahnmedizinische Versorgung in Kingston aufzubauen:

    Acurata GmbH und Co.KG, Alpro Medical GmbH, Anton Gerl GmbH, Bausch GmbH, Clinic&Jobdress GmbH, Dentsply Sirona Deutschland GmbH, dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, DMG Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH, Dürr Dental SE, 7days Marc Staperfeld GmbH, E.Hahnenkratt GmbH, Gebr. Brasseler GmbH und Co.KG, Hager & Meisinger GmbH, Henry Schein Dental Deutschland GmbH, Horico Dental, HuFriedy Mfg. Co., LLC., Ivoclar Vivadent GmbH, Kerr GmbH, Kulzer GmbH, Ledlenser GmbH & Co. KG, lege artis Pharma GmbH + Co. KG, MaiMed GmbH, 3M Deutschland GmbH, Meditrade GmbH, Petzl Gruppe, Polydentia SA, Oral B, Profimed Dentalvertriebs- und Prophylaxe- Gesellschaft mbH, Remesco Handelsges.m.b.H., Riemser Pharma GmbH, Schülke & Mayr GmbH, Septodont GmbH, Oco Präparate, Tokuyama Groups CSR, UVEX Winter Holding GmbH & Co. KG, VOCO GmbH, VDW GmbH, Verein für Zahngesundheit e.V.

    Vielen Dank!

    Bei Fragen oder Interesse bezüglich Jamaika kontaktiert uns gerne vorab.

  • 2020: Dominikanische RepublikDatum12.02.2021 22:44
    Foren-Beitrag von carlos im Thema 2020: Dominikanische Republik
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