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  • Thema von carlos im Forum Haiti

    Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti hat sich die medizinische Versorgung der Menschen erneut massiv verschlechtert. Das ist das Ergebnis eines Berichts, den die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen heute veröffentlicht hat. Port-au-Prince/Wien, 9. Januar 2020. – „Das verheerende Erdbeben im Januar 2009 hat Tausende Haitianerinnen und Haitianer getötet, Millionen obdachlos gemacht und 60 Prozent des schon zuvor schwachen Gesundheitssystems zerstört“, sagt Hassan Issa, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Haiti. „Zehn Jahre später haben die meisten medizinischen Organisationen das Land wieder verlassen und Haitis Gesundheitssystem steht angesichts der eskalierenden politischen und wirtschaftlichen Krise erneut vor dem Zusammenbruch. Der Alltag für die meisten Menschen wird durch die steigende Inflation, die schwierige Wirtschaftslage und regelmäßige Gewalt immer heikler.“

    Rettung kommt nicht durch

    Der Bericht Haiti Ten Years On beschreibt die enormen Herausforderungen für haitianische Gesundheitseinrichtungen, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Seit dem Benzinpreisanstieg im Juli 2018, der die aktuelle Krise ausgelöst hat, kämpft das haitianische Gesundheitssystem mit einem Mangel an Medikamenten, Blutkonserven, Sauerstoff für medizinische Zwecke, Benzin sowie mit fehlendem medizinischen Personal. Im Jahr 2019 kam es zu mehrmonatigen landesweiten Blockaden. Straßen wurden von Barrikaden aus brennenden Reifen, Kabeln und sogar über Nacht errichteten Mauern blockiert, so dass Krankenwagen, Patienten, Gesundheitspersonal und Transporte mit medizinischen Hilfsgütern behindert wurden.

    Ärzte ohne Grenzen hat aufgrund der Krise im November ein Unfallkrankenhaus mit 50 Betten im Stadtteil Tabarre in Port-au-Prince eröffnet. Schon in den ersten fünf Wochen erreichten 574 Patientinnen und Patienten die Klinik, darunter 150 Menschen mit lebensgefährlichen Verletzungen. 57 Prozent der Schwerverletzten hatten Schusswunden. Außerdem hat die Organisation staatlichen Gesundheitseinrichtungen medizinische Ausrüstung und Material zur Verfügung gestellt, das Personal der wichtigsten öffentlichen Klinik von Port-au-Prince ausgebildet, Einrichtungen instand gesetzt und elf medizinische Einrichtungen im ganzen Land unterstützt.

    Stundenlange Wartezeit trotz Lebensgefahr

    Im Jahr 2019 hat die Notfallklinik von Ärzte ohne Grenzen in Martissant in der Hauptstadt Port-au-Prince durchschnittlich 2.450 Patienten pro Monat behandelt. Zehn Prozent von ihnen hatten Schusswunden und andere gewaltbedingte Verletzungen. Ein weiteres Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen zur Behandlung von Verbrennungen im Osten der Stadt verzeichnete im September einen Höhepunkt mit insgesamt 141 Patientinnen und Patienten. Auch in ländlichen Gebieten sind die Auswirkungen der Krise enorm. Das Hauptkrankenhaus und die Blutbank des Departements Süd wurden im Oktober geschlossen, nachdem sie geplündert worden waren, und sind noch immer nicht voll funktionsfähig. In einem Gesundheitszentrum in der Gemeinde Port-à-Piment im Südwesten des Landes, in dem Ärzte ohne Grenzen seit langem medizinische Versorgung für Mütter anbietet, dauert es selbst für Patientinnen in Lebensgefahr bis zu fünf Stunden, bis sie an ein Krankenhaus überwiesen werden können.

  • Thema von carlos im Forum Secours Dentaire Inter...

    von der Webseite:

    Im Verlauf der letzten 30 Jahre hat sich SDI rapide entwickelt. Das ist das Resultat einer geduldigen und koordinierten Arbeit, getragen von gutem Willen, fachlichem Wissen und finanzieller Unterstützung von privater und öffentlicher Seite.

    Der Einfluss der afrikanischen Kultur und Mentalität wurde unsererseits anfänglich unterschätzt. Es ist uns aber schnell klar geworden, dass auf jegliche Form von Bevormundung verzichtet werden sollte. Wir müssen auch die Tradition und Identität derjenigen Menschen, denen wir helfen wollen, besser verstehen und respektieren. Unsere afrikanischen Partner ihrerseits müssen mehr Verantwortung übernehmen und sich engagieren im Kampf gegen Korruption, Verschwendung und Passivität, die ihre eigenen Projekte gefährden.

    Die Erfahrung aus unserer 30-jährigen Arbeit stellt einen beachtlichen Wert für unsere Aktivitäten dar. Sie sammelt sich nicht nur bei unseren afrikanischen und europäischen Mitarbeitern an, sie überträgt sich auf unsere „Neuen“ und bewahrt sie vor Naivität, Fehlverhalten und Misserfolgen. Kompetenz, Initiative, Zuverlässigkeit und Entscheidungsfähigkeit sind die Früchte der Erfahrung, die unsere Mitarbeiter in der Arbeit vor Ort ernten.

    Diesen Kolleginnen und Kollegen gehört unser Vertrauen und unsere Dankbarkeit.



    SDI 2016



    Der Kampf gegen die Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates (drittgrößtes Gesundheitsproblem Afrikas gemäß WHO) bleibt unser Hauptziel und ist auch die Motivationsgrundlage für unser Engagement. Auch unser zweigleisiges Vorgehen, Behandlung in den Kliniken und Prophylaxe in den Schulen, hat noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.





    Künftige Ziele



    Unterhalt

    Unterhalt und Verbesserung der bestehenden Kliniken (keine neuen Projekte ohne Finanzierung).



    Selbstverwaltung

    Selbstverwaltung unserer Kliniken, die sich in den kommenden 5 Jahren selber finanzieren sollten (einige sind schon selbsttragend).

    Eine Unterstützung von SDI in Form technischer Hilfe und in der Ausbildung wird weiterhin durch unsere Projektleiter gewährleistet. Unsere Kliniken bleiben weiter soziale und nicht auf Profit ausgerichtete Einrichtungen. Sie werden so in der Lage sein eine Art „unterstützende“ Unabhängigkeit zu erreichen, dank ihrer eigenen Aktivitäten und der Erhöhung der Patientenzahlen.



    Prophylaxe

    Die Prophylaxe ist vergleichbar mit anderen Diensten des Gesundheitswesens und muss den Kindern in Ländern mit schlechter Infrastruktur angeboten werden. Bedenken wir doch, dass die Prophylaxe von heute teure Behandlungen von morgen ersparen kann. Die Kosten hierfür können unseren afrikanischen Partnern nicht aufgebürdet werden, denn es handelt sich dabei um langfristige Investitionen, ohne unmittelbaren Gewinn.

  • Secours Dentaire International (SDIDatum07.09.2020 10:22
    Thema von carlos im Forum Secours Dentaire Inter...

    Secours Dentaire International (SDI) ist eine schweizerische Stiftung mit dem Hauptzweck, in den Ländern des Südens soziale Zahnheilkunde zu betreiben.

    Leitlinien: SDI hat ein Konzept entwickelt, das den benachteiligten Bevölkerungsschichten zahnmedizinische Behandlungen ermöglicht. Aber einzig mit den Mitteln der Prophylaxe ist es möglich, ihre Zahngesundheit längerfristig zu verbessern.


    http://www.secoursdentaire.ch/version7/index.html

  • Schultische für HaitiDatum20.08.2020 15:44
    Thema von carlos im Forum educational Projects

    https://www.harzkurier.de/lokales/herzbe...e-in-Haiti.html



    Das Gymnasium unterstützt das Projekt von Bernd Jüncke.

    Was Einrichtungen bei uns nicht mehr brauchen, hilft Menschen in Afrika und Mittelamerika, ihre Lebensumstände zu verbessern. Nach diesem Grundsatz engagieren sich der Herzberger Bernd Jüncke und seine Frau Renate seit mehr als 20 Jahren mit Unterstützung der Christus-Kirche für Hilfsprojekte in der Dritten Welt. Aktuell sammelte Jüncke unter anderem Schulmaterialien für eine Schule in Haiti. Hierfür bat er Schulleiterin Brigitte Götz vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium um Unterstützung. Und das EMAG hilft gerne.

  • View Draft Programme Here

  • Exposing Power & Privilege in Times of Crisis

    This is a time of major upheaval, once again exposing deep structural and social inequalities. This year’s programme will therefore revolve around the theme “Exposing Power & Privilege in Times of Crisis”. We will be discussing the existing power imbalances in the humanitarian sector and discuss how social inequalities shape the global response to crises. We will confront emerging issues such as the fight against the spread of misinformation and the private sector’s profiteering on drugs, tests, and vaccines used for the COVID-19 pandemic. We will discuss how the pandemic has redefined vulnerability and talk about issues such as gender-based violence. We will address racism and white privilege and talk about decolonising humanitarian action, issues where the humanitarian sector still has a long way to go. In addition, we will follow up the conversation from last year’s event and discuss the humanitarian consequences of climate change, including a session on preparing for a 1-4 degree world, the role of the climate crisis in relation to urbanisation and of course, how to tackle a health and a climate crisis simultaneously.

  • Thema von carlos im Forum in eigener Sache

    The very first virtual Humanitarian Congress Berlin

    When we titled the 2019 Humanitarian Congress Berlin – A Perfect Storm – we did not expect that The Perfect Storm was in fact still ahead of us. Early this year we took the difficult decision not to run the Humanitarian Congress in Berlin as originally planned. Regardless of whether the event could technically take place in Berlin, we knew that we would not be able to make sure the diverse speakers and participants we were planning to invite, would be able to travel to Berlin. Communities and humanitarian actors are facing multiple challenges in responding to the global Covid19 outbreak in addition to balancing the response to pre-existing crises. Therefore we decided, that 2020 was a year, in which critical debate and a platform to openly discuss the most pressing humanitarian issues, was needed more than ever.

    We have therefore decided to launch the first virtual Humanitarian Congress Berlin that will be taking place over the course of the last week in October (26/10-30/10).

  • XXI. Humanitärer Kongress BerlinDatum04.08.2020 22:57
    Foren-Beitrag von carlos im Thema XXI. Humanitärer Kongress Berlin
  • XXI. Humanitärer Kongress BerlinDatum04.08.2020 22:57
    Thema von carlos im Forum in eigener Sache

    Am 17. und 18. Oktober 2019 fand zum 21. Mal der Humanitäre Kongress Berlin statt.

    Der Humanitäre Kongress Berlin ist eine internationale Plattform für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen im Bereich der humanitären Hilfe. Dort diskutieren zahlreiche Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis mit über 850 Teilnehmenden zu aktuellen Herausforderungen der medizinischen und nichtmedizinischen Nothilfe.

  • Thema von carlos im Forum Sierra Leone

    Weltweit müssen Menschen durch Corona herbe Verluste eingesteckt werden. Nur noch eingeschränkt kann sich auch der Oldenburger Verein „Hilfe direkt“ für Sierra Leone engagieren. Nun ist sogar Hunger das Problem

    https://www.nwzonline.de/plus/oldenburg-...,667872860.html

  • Koko-WeltkarteDatum21.07.2020 17:20
    Thema von carlos im Forum Koordinierungskonferen...

    bei der Bundeszahnärzekammer gibt es eine interaktive Weltkarte aller bei ihr gelisteten Hilfsorganisationen:

    https://www.bzaek.de/ueber-uns/gesellsch...nisationen.html

  • Thema von carlos im Forum Madagaskar

    Ehrenamtlicher Einsatz einer Zahnärztin: Hilfe in einem Land, in dem Zahnziehen so viel kostet wie ein Monat Schulbesuch mit Essen – zwei Euro.
    Zahnärztin Alena Schmidt war ehrenamtlich auf Madagaskar.

    https://www.waz.de/staedte/duisburg/duis...d229077429.html


    http://www.planet-action.de/images/presse/2020-05-09_waz.pdf

  • Thema von carlos im Forum ***news***news***news*...

    Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherungen übernehmen für Urlauber normalerweise die Kosten bei Problemen. Gilt das auch in Corona-Zeiten, wenn man zum Beispiel trotz Reisewarnung aufbricht?


    Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnungen für viele europäische Länder aufgehoben und durch Reisehinweise mit Verhaltensempfehlungen ersetzt. Für rund 160 andere Staaten, darunter viele beliebte Reiseländer, wurde die Reisewarnung hingegen bis Ende August verlängert. Das Reisen in diese Länder ist durch die Warnung nicht verboten, aber doch mit zusätzlichen Risiken verknüpft, zum Beispiel bei Reiseversicherungen. Was sollten Touristen dazu wissen?

    Behandlungskosten im Ausland

    Besteht bei Reisebeginn eine Reisewarnung für das betreffende Land, so schließen die Tarife der Auslandskrankenversicherungen in der Regel eine Übernahme von Behandlungskosten aus, erklärt der Bund der Versicherten (BdV). Gibt es keine Reisewarnung, wie jetzt wieder im Fall vieler europäischer Länder, lohnt sich ein Blick in den jeweiligen Vertrag. Werden darin Pandemien ausgeschlossen, dann bestehe kein Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung.

    Immerhin: Häufig sei ein "medizinisch notwendiger Rücktransport" in die Heimat versichert, so der BdV. Hat man einen besseren Tarif abgeschlossen, kann auch ein zwar nicht notwendiger, aber zumindest "medizinisch sinnvoller Rücktransport" abgesichert sein. Den Angaben zufolge übernimmt eine Auslandskrankenversicherung außerdem die Kosten für einen Corona-Test, wenn Behörden oder Ärzte ihn anordnen.

    Es kann sich für gesetzlich Versicherte unter Umständen auch lohnen, bei der Krankenkasse nachzufragen. Auch diese kann Behandlungskosten im Ausland übernehmen: Der Bund der Versicherten spricht davon, dass gegebenenfalls Teilleistungen im EU-Ausland bezahlt werden könnten.
    Wann die Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten zahlt

    In dem Fall, dass im gewählten Urlaubsland bis zum Reisebeginn die Zahl der Corona-Fälle wieder stark ansteigen sollte, ohne dass es eine neue Reisewarnung gibt, haben Versicherte schlechte Karten bei einer freiwilligen Stornierung der Reise. Denn die Reiserücktrittsversicherung zahlt Stornogebühren nur dann, wenn die oder der Versicherte selbst unerwartet krank wird oder durch Ereignisse wie den Tod von Verwandten, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit verhindert ist, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

    Keiner der am Markt angebotenen Reiserücktrittstarife übernimmt nach Informationen des Bundes der Versicherten hingegen Stornokosten, wenn Urlauber rein aus Angst einen Reisevertrag wieder kündigen.
    Rückreisekosten bei neuer Reisewarnung

    Für einige Länder wird nun die Reisewarnung zwar aufgehoben. Sollte es in der nächsten Zeit aber dazu kommen, dass diese Warnungen neu ausgesprochen werden, so schützt die Reiserücktrittsversicherung nicht. Reisewarnungen seien grundsätzlich nicht versichert, so der Bund der Versicherten. Das gilt auch dann, wenn man eine Reise abbrechen muss, ohne dass etwa eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Reisenden vorliegt, die seinen Rücktransport rechtfertigt.


    Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnungen für viele europäische Länder aufgehoben und durch Reisehinweise mit Verhaltensempfehlungen ersetzt. Für rund 160 andere Staaten, darunter viele beliebte Reiseländer, wurde die Reisewarnung hingegen bis Ende August verlängert. Das Reisen in diese Länder ist durch die Warnung nicht verboten, aber doch mit zusätzlichen Risiken verknüpft, zum Beispiel bei Reiseversicherungen. Was sollten Touristen dazu wissen?

    Behandlungskosten im Ausland

    Besteht bei Reisebeginn eine Reisewarnung für das betreffende Land, so schließen die Tarife der Auslandskrankenversicherungen in der Regel eine Übernahme von Behandlungskosten aus, erklärt der Bund der Versicherten (BdV). Gibt es keine Reisewarnung, wie jetzt wieder im Fall vieler europäischer Länder, lohnt sich ein Blick in den jeweiligen Vertrag. Werden darin Pandemien ausgeschlossen, dann bestehe kein Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung.

    Immerhin: Häufig sei ein "medizinisch notwendiger Rücktransport" in die Heimat versichert, so der BdV. Hat man einen besseren Tarif abgeschlossen, kann auch ein zwar nicht notwendiger, aber zumindest "medizinisch sinnvoller Rücktransport" abgesichert sein. Den Angaben zufolge übernimmt eine Auslandskrankenversicherung außerdem die Kosten für einen Corona-Test, wenn Behörden oder Ärzte ihn anordnen.

    Es kann sich für gesetzlich Versicherte unter Umständen auch lohnen, bei der Krankenkasse nachzufragen. Auch diese kann Behandlungskosten im Ausland übernehmen: Der Bund der Versicherten spricht davon, dass gegebenenfalls Teilleistungen im EU-Ausland bezahlt werden könnten.
    Wann die Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten zahlt

    In dem Fall, dass im gewählten Urlaubsland bis zum Reisebeginn die Zahl der Corona-Fälle wieder stark ansteigen sollte, ohne dass es eine neue Reisewarnung gibt, haben Versicherte schlechte Karten bei einer freiwilligen Stornierung der Reise. Denn die Reiserücktrittsversicherung zahlt Stornogebühren nur dann, wenn die oder der Versicherte selbst unerwartet krank wird oder durch Ereignisse wie den Tod von Verwandten, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit verhindert ist, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

    Keiner der am Markt angebotenen Reiserücktrittstarife übernimmt nach Informationen des Bundes der Versicherten hingegen Stornokosten, wenn Urlauber rein aus Angst einen Reisevertrag wieder kündigen.
    Rückreisekosten bei neuer Reisewarnung

    Für einige Länder wird nun die Reisewarnung zwar aufgehoben. Sollte es in der nächsten Zeit aber dazu kommen, dass diese Warnungen neu ausgesprochen werden, so schützt die Reiserücktrittsversicherung nicht. Reisewarnungen seien grundsätzlich nicht versichert, so der Bund der Versicherten. Das gilt auch dann, wenn man eine Reise abbrechen muss, ohne dass etwa eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Reisenden vorliegt, die seinen Rücktransport rechtfertigt.

    Auch die Auslandskrankenversicherung für Reisende greift nicht, wenn man bei einer neuen Reisewarnung vorzeitig zurück in die Heimat möchte. Ausnahmen dafür gelten nur dann, wenn die Rückreise in einem Zusammenhang mit der eigenen Erkrankung steht.

  • Thema von carlos im Forum Nepal

    Wesel. Dr. Jens Paarsch war als Zahnarzt mit vier Studenten zur humanitären Hilfe im Nepal. Doch der Einsatz musste wegen Corona abgebrochen werden.Als Zahnarzt ohne Grenzen war Dr. Dr. Jens Paarsch im vergangenen Jahr in Kap Verde und Sambia im Einsatz. Im Februar führte ihn ein neuer Einsatz nach Asien. Sechs Wochen humanitäre Hilfe in Nepal waren angesetzt. Aber dann kam Corona.Die Enttäuschung ist dem Humanmediziner und Zahnarzt heute noch anzumerken, denn es gab noch so viel zu tun in den weit von der Zivilisation abgelegenen Bergdörfern, mit Bewohnern, die wenn es hoch kommt, einmal im Jahr von einem Arzt der Zahnheilkunde besucht werden. Und auch nur dann, wenn Hilfsorganisationen für medizinische Betreuung Mittel zur Verfügung stellen.

    Für den diesjährigen Einsatz hat der Weseler Zahnarzt, der vor zwei Jahren seine Praxis aufgab, sich der Organisation Dental Volunteers angeschlossen. Der gemeinnützige Verein wurde im Jahr 2008 von der Zahnärztin Dr. Agnes Wagner gegründet. Jeweils vier Studenten im letzten oder vorletzten Semester werden mit einem erfahrenen Zahnarzt zu einem Hilfseinsatz in die Dritten Welt ausgesandt.
    Lions Club Wesel half mit

    Ende 2019 lernte Dr. Paarsch seine Mitreisenden, drei Studentinnen und ein Student aus Marburg, kennen, um die Reise ausführlich zu besprechen. Jetzt mussten Spenden requiriert werden für die zahnärztliche Ausrüstung, das Verbrauchsmaterial und für Unmengen an Zahnbürsten. Dank einer großzügigen finanziellen Spende des Lions Clubs Wesel kaufte Dr. Paarsch eine chirurgische Einheit, die zwar 30 Jahre alt war, aber den Hilfstrupp nie in Stich lassen sollte. Die elementar wichtige Maschine nahm der Weseler vorsichtshalber mit ins Handgepäck, alle weiteren Einsatzutensilien, wie seine Lieblingsinstrumente, Sachspenden und ganz wichtig für die kalten Nächte, der Schlafsack, füllten den Koffer.
    Dorfschule wurde zur Behelfspraxis

    Von Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, ging es mit einem Minibus in das vier Stunden entfernte Bergdorf Kurinthar. „Es war eine abenteuerliche Fahrt, unser Gepäck samt zahnärztlicher Ausrüstung wurde auf dem Busdach befördert, längst nicht so gesichert wie bei uns“, erinnert sich Dr. Paarsch an die erste Fahrt in Nepal. Kurinthar ist eine verstreute Ansammlung von kleinen Hütten.

    Die Unterkunft der Deutschen lag etwa eine Stunde entfernt von ihrem Einsatzort. Beschwerlich war der tägliche einstündige Fußweg steil bergauf, inklusive einer Flussquerung über eine Hängebrücke. „Unterstützt wurden wir von zwei einheimischen Trekkingführern, die schon vorab unser Equipment in die Bergschule getragen hatten.“

    In der Dorfschule wurden zusammengeschobene Schulbänke zur Liege umfunktioniert, die Chirurgieeinheit aufgebaut und fertig war die Behelfspraxis. Zunächst wurden Schüler behandelt, aber nachdem sich herumgesprochen hatte, dass „kostenlose“ Zahnärzte eingetroffen sind, kam die gesamte Landbevölkerung, einige nahmen sogar eine eintägige Anreise und lange Wartezeiten in Kauf.

    „Wir waren wohl die ersten Zahnärzte in diesem Ort, denn unsere mitgebrachten Zahnbürsten und Putzunterweisungen waren ein absolutes Novum“, wunderte sich Dr. Paarsch. So sahen dann auch die Zähne aus, die bei etlichen Kindern schon unrettbar zerstört waren und häufig nur noch entfernt werden konnten.



    Die angehenden Zahnärzte schauten sich zuerst die Patienten an, stellten die Diagnose, assistierten bei chirurgischen Zahnentfernungen oder behandelten selbst unter der Anleitung von Dr. Paarsch. So konnten gemeinsam täglich viele Patienten versorgt werden.

    Ob es eine Füllung gab oder die Zange zum Einsatz kam, die Patienten waren dankbar, wenn der nagende Schmerz nachließ. Dank der einheimischen Trekkingführer war der Kontakt zu den Dorfbewohnern gut, abends aßen die Deutschen mit ihnen zusammen, es wurde getanzt und gesungen. Besonders der Dorfälteste hatte den Zahnarzt aus Wesel ins Herz geschlossen. „Es kamen so viele Patienten, dass wir unseren Aufenthalt noch verlängerten“, erzählt Dr. Paarsch. Zu diesem Zeitpunkt hatte hier noch niemand etwas von Corona gehört.


    Der nächste Einsatzort war Sankhe, ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit einem kleinen Hospital, das vor Jahren von deutschen Spendengeldern erbaut wurde, aber nun ohne Ärzte nahezu leer steht.

    „Hier hörten wir erstmals von Corona. Sogar die Kinder riefen ‘Corona! Corona!’ vermutlich nicht wissend, worum es sich handelt“, erzählt Dr. Paarsch. Inzwischen hatte das Team Desinfektionsmittel selbst hergestellt, die Landfrauen hatten zusätzliche Gesichtsmasken genäht. Doch die Bevölkerung kam aus Angst vor Corona immer zögerlicher, obwohl auch hier der Bedarf groß war. Selbst hier auf dem Land trugen immer mehr Menschen Masken.

    „Nun freuten wir uns auf die nächste Station: Bergdörfer im Himalaya. Doch vor unserer Abfahrt erhielten wir die Meldung, dass unsere Arbeitserlaubnis wegen Corona zurückgenommen wurde“, bedauert Dr. Paarsch.
    Bergdörfer im Himalaya

    Das war nicht nur für sein Team, sondern auch für die Bergbevölkerung eine Riesenenttäuschung, denn sie wartete seit Monaten auf zahnärztliche Hilfe, die auch zukünftig über Monate nicht eintreffen wird. Vielmehr musste das deutsche Team sich nun bemühen, so schnell wie möglich das Land zu verlassen. Nach stundenlanger Rückfahrt mit dem „Local bus“ ging es mit einem der letzten Flüge von Kathmandu zurück nach Deutschland.


    Die Studenten haben in dieser Zeit viel gelernt, zurück zu den Wurzeln der Zahnmedizin: Menschen mit einfachen Mitteln von ihrem Leid zu erlösen, aber auch die Organisation einer Notpraxis zu realisieren. Ob ihnen in ihrem weiteren Berufsleben diese große, herzliche Dankbarkeit widerfährt wie in Nepal, bleibt zu wünschen.

    Dr. Paarsch sah sich auch nach diesem Einsatz in seiner Entscheidung bestätigt, seine große Praxis in Wesel aufzugeben, um direkt dort zu arbeiten, wo die Not am größten ist

  • NamCare e.V.Datum22.05.2020 23:51
    Foren-Beitrag von carlos im Thema NamCare e.V.
  • Thema von carlos im Forum Namibia

    Vor zwei Monaten wäre Dr. Rainer Schwedt eigentlich nach Namibia aufgebrochen. Dort leistet der aus Heusweiler stammende Zahnarzt seit acht Jahren zahnmedizinische Aufbauhilfe. Eine Privatreise im Jahr 2010 habe Schwedt so von dem Land im Süden Afrikas begeistert, dass er sich zum Ziel gesetzt habe, den Menschen vor Ort zu helfen. „Ich habe so viel Glück gehabt, davon wollte ich einen Teil zurückgeben“, sagt Schwedt zu seiner Motivation, sich ehrenamtlich in Namibia zu engagieren.
    Seit 2012 sei er jährlich mit wenigen Ausnahmen zweimal vor Ort gewesen. Hätte Corona nicht dazwischengefunkt, wäre er im Frühjahr zum 15. Mal nach Afrika geflogen. Anfangs war Schwedt für die Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Namibia unterwegs, seit 2017 versorgt er Bedürftige mit seinem eigenen Verein, der den Namen „namCare“ trägt. Mit den Erfahrungen aus sechs Jahren zahnärztlicher Hilfseinsätze habe er vor drei Jahren gemeinsam mit drei Kollegen den Entschluss gefasst, ein eigenes Konzept zur Versorgung der Hilfsbedürftigen auf die Beine zu stellen.
    Da nicht jeder potenzielle Patient aus zwei Millionen Einwohnern von den deutschen Ärzten behandelt werden könne, sei am Ende beschlossen worden, sich bei der Versorgung auf ein fest bestimmtes Areal zu beschränken.


    Aus diesem Grund befindet sich das Einsatzzentrum von „namCare“ seit 2017 in Sesfontain im Nordwesten Namibias. Rund um den Ort herrsche eine Mangelversorgung in allen medizinischen Bereichen, erzählt Schwedt. Im Umkreis von 400 Kilometern gebe es keinen einzigen Arzt. Vor wenigen Jahren sei dort deswegen das „Health Care Center“ entstanden, ein Gebäude mit knapp 30 Behandlungsräumen, in dem zwei Krankenpfleger arbeiten, die anders als in Deutschland auch anfallende Operationen wie Kaiserschnitte machen.
    Wegen der über die Jahre entstandenen Beziehungen zum örtlichen Gesundheitsministerium seien drei Zimmer für Schwedts Team reserviert. Neben zwei Behandlungszimmern nutze der Verein den dritten Raum als eine Art Lager. Rund 80 Kilogramm wiege das Reisegepäck bei jeder Tour. Neben allerlei Geräten sei vor allem auch die eigene Schutzausrüstung wichtig. Die Mehrheit seiner Patienten in Namibia sei an HIV, Hepatitis oder Tuberkulose erkrankt. Daher seien zwei Paar Handschuhe sowie Visier und Mundschutz bei jeder Behandlung Pflicht.

    Besonders am Herzen liegt Schwedt die nachhaltige Entwicklung der medizinischen Versorgung. Deswegen kann er es kaum abwarten, wieder nach Sesfontain zu reisen. „Ich hoffe, dass im Juli die Grenzen in Namibia aufgehen und wir spätestens im August wieder vor Ort sein können“, sagt Schwedt. Die ausgefallene Reise im Frühjahr werde dafür sorgen, dass er und seine Kollegen mit ihrer Arbeit zunächst zurückgeworfen werden. Denn viele seiner Patienten kämen nur bei akuten Notfällen zur Behandlung.In Zukunft müsse das Bewusstsein dafür hergestellt werden, sich auch vorsorglich behandeln zu lassen. „Es wird ein Mammutprojekt, den Menschen der Region klarzumachen, unser Angebot zu nutzen, obwohl sie noch keine Schmerzen haben“, sagt Schwedt.


    Ein gewisses Vertrauen habe sich sein Team allerdings über die Jahre erarbeitet. Mittlerweile kämen sogar die „Himbas“ in Behandlung, ein eingeborener Stamm, der in ursprünglicher Form in einer eigenen Gemeinschaft lebt. Für eine Behandlung von Schwedts Team nähmen die „Himbas“ teils mehrere Tagesmärsche auf sich.

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