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  • Foren-Beitrag von carlos im Thema

    The Bridge2Aid Dental Volunteer Programme (DVP) was developed to allow qualified dental professionals to pass on their skills to local health care personnel in Tanzania. The programme began in 2004 in partnership with the Tanzanian Government.

    Each 13-day trip has spaces for up to 12 dentists and 8 nurses (or hygienists willing to act as hygienists/nurses) who are willing to work in remote rural clinics developing the skills of Clinical Officers and delivering basic dental services to the community.

    We are grateful to the Sunnymead Trust for the use of their manual during the DVP.

    We are continually interviewing for upcoming trips. You must have a minimum of 1 year’s post-graduate experience for dentist applicants. To apply for your place, read on to the bottom of this page or contactvisits@bridge2aid.org.

    Questions about DVP?

    Click here to read our DVP FAQs!



    For a personal account, you can read dentist Liz Stringer's experience of a 2008 DVP by clicking here.
    Who will oversee my trip? Who is my contact at Bridge2Aid?

    Administration of DVPs is carried out in the UK by our Visits Team. If you have any questions not answered in our FAQ section, or to request an APPLICATION PACK, please email the visits team or call them on 07748 643006.

    The itinerary is as follows (subject to change):
    Monday Heathrow & Overnight BA flight
    Tuesday Arrival & Welcome
    Wednesday Orientation & Preparations
    Thursday -Saturday Tooth Camps
    Sunday Day Off
    Monday - Wednesday Tooth Camps
    Thursday Bukumbi Visit/Time off and debrief
    Friday BA Flight to Heathrow (Arrive Saturday)

    *Please note the February and June 2012 trips now have limited places available. There will be a waiting list operating on both trips.

  • Famulatur auf BarbadosDatum17.05.2012 23:25
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Famulatur auf BarbadosDatum17.05.2012 23:25
    Thema von carlos im Forum Barbados

    Klinik unter Palmen (Februar bis März 2012)
    Tilman Gothner

    Tilman Gothner machte sich auf nach Barbados, um im Queen Elizabeth Hospital in Bridgetown seine Famulatur zu machen. Neben der Arbeit in der Allgemeinchururgie blieb ihm genügend Zeit, die perfekten Surf- und Kitebedingungen am Strand zu genießen.

    Übersicht

    Motivation
    Bewerbung
    Formalitäten
    Gebühren
    Anreise
    Unterkunftsmöglichkeiten
    Verpflegung und Lebenserhaltung
    Erforderliche Sprachkenntnisse
    Inhalt der Famulatur
    Ablauf


    Motivation Nach oben hoch

    Ich wollte meine Famulatur auf Barbados machen, um zum einen eine andere Kultur und andere Menschen kennenzulernen und zum anderen mehr über das Gesundheitssystem und Krankheitsbilder zu erfahren.

    Westküste von Barbados Foto: T. Gothner
    Westküste von Barbados Foto: T. Gothner

    Bewerbung Nach oben hoch

    Ich musste 50 US$ Application fee für die Bewerbung bezahlen. Allerdings wurden diese Gebühren nun erhöht.
    Die Bewerbung habe ich etwa 12 Monate vorher per Mail an die Studentensekretärin Pamela Alleyne abgeschickt.
    E-Mail pamela.alleyne@cavehill.uwi.edu


    Formalitäten Nach oben hoch

    Es sind keine großartigen Formalitäten erforderlich. Eine schriftliche Bewerbung mit Curriculum vitae und Dean's letter sind per Mail an Mrs. Alleyne zu senden. Kittel, dunkle Stoffhose, Hemd und OP-Kleidung sind selbst mitzubringen.

    Miami Beach auf Barbados Foto: T. Gothner
    Miami Beach auf Barbados Foto: T. Gothner

    Gebühren Nach oben hoch

    Weitere 150 US$ Teaching fee sind vor Ort zu entrichten, jedoch hat sich auch dieser Betrag mittlerweile erhöht.

    Anreise Nach oben hoch

    Virgin Atlantic bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis ab London. Die Kosten für den Flug liegen bei etwa 600-750 EUR inklusive Anreise aus Deutschland mit beispielsweise Air Berlin von Hamburg oder Nürnberg aus. Gebucht habe ich diesen Flug über das Internet.

    Unterkunftsmöglichkeiten Nach oben hoch

    Da man sich privat um eine Unterkunft kümmern muss, bin ich in Mike's Appartments in Silver Sands untergekommen. Diese Unterkunft war perfekt! Gewohnt habe ich in einer WG, nur 100 m vom Strand entfernt. Der Strand bietet perfekte Windsurf- und Kite-Bedingungen. Das Haus hat einen großen Garten, der auch eine Grillmöglichkeit bietet. Ein kleiner Supermarkt ist um die Ecke, der nächst größere befindet sich, wie der Fishmarket, in Oistins, nur 10-15 Minuten mit dem Bus entfernt. Zur Bushaltestelle sind es nur 5-10 Minuten. Die Fahrtzeit zum Krankenhaus beträgt etwa 20-60 Minuten, mal mehr, mal weniger, je nach Verkehrslage. Man kann zwar näher zum Krankenhaus wohnen, aber dafür muss man halt auf einiges verzichten. Mike's Appartments kann ich jedem nur empfehlen!

    Verpflegung und Lebenserhaltung Nach oben hoch

    Für 8-12 Barbados Dollar (= 4-6 US$ = 3-4 EUR) gab es im Krankenhaus die Möglichkeit ein warmes Mittagessen zu bekommen. Insgesamt sind die Lebenserhaltungskosten auf Barbados sehr hoch! Günstige Kochmöglichkeiten boten sich durch ein tolles Fischangebot auf dem Fishmarket und den vielen Bajan (Pepper) Sauces. 1 Pfund Dorade kostete 8,50 Barbados Dollar.
    Ein Busticket kostet nur 1 US$ in alle Richtungen.
    Für touristische Angebote gab es nahezu keinerlei Vergünstigungen für Studenten.

    Fishmarket in Oistins Foto: T. Gothner
    Fishmarket in Oistins Foto: T. Gothner

    Erforderliche Sprachkenntnisse Nach oben hoch

    Auf Barbados wird kein klassisches Schulenglisch gesprochen, der Dialekt ist daher nicht einfach zu verstehen. Sehr gute Englischkenntnisse und eine gute Vorbereitung oder Erfahrung mit dem Bajan Dialekt sind zu empfehlen.

    Inhalt der Famulatur Nach oben hoch

    30 Tage Famulatur im Queen Elizabeth Hospital, Bridgetown auf Barbados in der Allgemeinchirurgie (General Surgery) im Team von Dr. Walrond mit vier anderen Studenten.

    Ablauf Nach oben hoch

    Es gab jede Woche einen festgelegten Ablauf für die chirurgischen Teams, denen man als Student zugewiesen wird. So wusste man stets im Vorfeld, was einen am nächsten Tag erwarten würde.
    Montags, mittwochs und donnerstags wurden Visiten gemacht.
    Morgens um 8 Uhr fängt man in der Regel an, geht über die Stationen und sieht alle allgemeinchirurgischen Patienten des Teams.
    Montags gab es eine Teaching round von 8-12 Uhr. Innerhalb dieser Runde besprach der Chefarzt mit den Ärzten und Studenten alle Patienten. Darüber hinaus wurden die Studenten am Bett über Grundlagen, klinische Aspekte und Therapie der jeweiligen Krankheiten abgefragt. Danach war immer Mittagspause.
    Dienstags ging es in die Ambulanz. Hier hat man als Student die Möglichkeit, wie beim Allgemeinarztpraktikum ambulante Patienten mit häufigen Krankheitsbildern zu sehen, wobei auch mal ein Fall dabei sein kann, den man derartig in Deutschland eher nicht zu Gesicht bekommt. Gelegentlich darf man auch selbst eine körperliche Untersuchung durchzuführen.
    Mittwochs gab es dann wieder eine Visite mit dem Chefarzt, die allerdings etwas weniger ausführlich ausfällt als die montags. Sie dauert jedoch fast genauso lange, da der Therapieverlauf organisiert und kontrolliert werden muss, während am Donnerstag nur das Team ohne Consultants eine Kurzvisite macht.

    Blick auf das Queen Elisabeth Hospital Foto: T. Gothner
    Blick auf das Queen Elisabeth Hospital Foto: T. Gothner

    Jedes chirurgische Team hat einen OP-Tag. Freitags um 8 Uhr startete, jedoch meist mit einer "kleinen karibischen" Verspätung, der erste Punkt vom übersichtlichen OP-Plan.
    Als Student hat man hier die Möglichkeit interessante OPs zu beobachten.

    Der ein oder andere Arzt hat sich viel Mühe gegeben Fragen zu beantworten oder Operationswege zu erklären. Insbesondere ist Prof. Savolainen hervorzuheben, der sehr motiviert ist, Studenten etwas beizubringen. Auch in seinen sehr klinisch orientierten Vorlesungen für Kleingruppen konnte man viel mitnehmen, da er als einer der wenigen ein gutes Englisch spricht.

    Behandlungszimmer im Queen Elisabeth Hospital Foto: T. Gothner
    Behandlungszimmer im Queen Elisabeth Hospital Foto: T. Gothner

    Die Operationen führt der Oberarzt in der Regel durch. Bei herkömmlichen Operationen assistiert ihm der Senior House Officer (Assistenzarzt im 2. Jahr), während er selbst dem Chefarzt bei komplizierten OPs etwa beim Zunähen oder Hakenhalten assistiert. Als Student hat man somit die Chance, unterschiedliche Operateure kennen zu lernen und verschiedene Operationsweisen zu sehen. Und das in einem OP im 3. Stock über Bridgetown, mit einer sehr schönen Aussicht auf die Palmen des Innenlandes. Natürlich läuft es hier weniger stressig und hektisch als in Deutschland ab, sodass sich irgendwann Bridgetown in ein wundervolles Lichtermeer des Abends verwandelt.

    Der Umgang zwischen House Officer, Senior House Officer (Assistenzärzte im ersten und zweiten Jahr), Senior Registrator (Oberarzt), Consultant (Fachärzte) und Chefarzt ist eher traditionell und der Ton kann hier trotz aller Freundlichkeit durchaus auch mal etwas deutlicher werden.

    Rettungswagen im Einsatz Foto: T. Gothner
    Rettungswagen im Einsatz Foto: T. Gothner

    Insgesamt konnte man den Anforderungen dieser Famulatur gut gerecht werden. Zurzeit ist jedoch die praktische Ausbildung eher in den Hintergrund gerückt, sodass es zu empfehlen ist, eine chirurgische Famulatur in einem anderen Krankenhaus zu machen.

    Blick auf Skeetes Bay, Ostküste Barbados Foto: T. Gothner
    Blick auf Skeetes Bay, Ostküste Barbados Foto: T. Gothner


    Von einer Famulatur in der Notaufnahme (Accidents & Emergencies) sollte dringend abgeraten werden:
    Die Betreuung ist mangelhaft, da kein Arzt für einen zuständig ist und man keinem Team zugeteilt wird. Die Krankenschwestern geben einem dann Aufgaben, wie Blut abnehmen, Zugänge legen oder BGAs machen. Insgesamt haben die Ärzte keine Zeit einem etwas beizubringen oder wenigstens zu zeigen. Die Patientenaufnahme, Untersuchung und alles Weitere läuft in Eigenverantwortung. Die Arbeitszeit wird jedoch sehr genau vom Senior Registrator überprüft, ob man pünktlich (7:30 Uhr / 8:00 Uhr) anfängt oder ob man mal früher gehen muss. Feierabend ist normalerweise um 16 Uhr.
    Zwischen den Patienten ist viel zeitlicher Freiraum, sodass man viel Leerlauf im Krankenhaus hat. Insgesamt kein guter Ort eine Famulatur zu machen!

  • Hilfe im Erdbebengebiet von HaitiDatum17.05.2012 23:22
    Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Hilfe im Erdbebengebiet von HaitiDatum17.05.2012 23:21
    Thema von carlos im Forum Haiti

    Rettungsassistent und ehrenamtlich im Hilfseinsatz für humedica e.V.
    Tim Frodermann

    Dienstag, 12. Januar 2010. Ein Erdbeben der Stärke 7 erschütterte um 16:53 Uhr Ortszeit den Inselstaat Haiti in der Karibik. Das Epizentrum lag 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Mehr als 210 000 Tote und 300 000 Verletzte hinterließ die Naturkatastrophe. Insgesamt sind circa drei Millionen Menschen betroffen. Tim Frodermann hat als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Katastrophengebiet geholfen.
    Bild
    Foto: Tim Frodermann

    Übersicht

    Der Weg ins Katastrophengebiet
    Ankunft in Port-au-Prince
    Das Krankenhaus
    Krankenhausalltag
    Der Tag geht zu Ende
    Der Autor

    Unmittelbar nach dem Erdbeben erreichte mich eine SMS von der NGO (Non-Goverment-Organisation) humedica e.V. mit Sitz in Kaufbeuren. Die Hilfsorganisation leistet und organisiert medizinische Notfallhilfe in Notstands- und Katastrophengebieten. Humedica suchte Helfer für einen Einsatz in Haiti, und da ich bereits im Oktober 2009 nach den Taifunen „Ketsana“ und „Parma“ auf den Philippinen für die gleiche Organisation im Einsatz war, entschied ich spontan mich dem Team anzuschließen und am Montag, den 18. Januar 2010 ins Erdbebengebiet zu fliegen.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Der Weg ins Katastrophengebiet Nach oben hoch

    Am Flughafen in Düsseldorf trafen sich insgesamt 16 Mediziner, um mit einer Sondermaschine der Air Berlin nach Puerta Plata in der Dominikanischen Republik zu fliegen. Unter den Medizinern waren Ärzte, Krankenschwestern, Rettungsassistenten, Logistiker und Koordinatoren. Da der Flughafen von Port-au-Prince vom US-Militär besetzt und deshalb für Zivilflugzeuge gesperrt war, mussten wir den Umweg über den Nachbarstaat nehmen. In unserem Gepäck befanden sich fast hundert Tonnen Hilfsgüter: Verbandsmaterialien, Medikamenten, Zelten, Feldbetten, Wasserfiltern und Babynahrung.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Um 19:10 Uhr Ortszeit landeten wir im Norden der Dominikanischen Republik. Nach einer Nacht im Hotel ging es morgens um vier Uhr mit Bus und LKWs über Santo Domingo nach Jimani, einer Stadt direkt an der Grenze zu Haiti. Die Gefahr von Überfällen war aufgrund der Katastrophensituation zu groß, sodass wir nur noch in einem UN-Konvoi in die Grenzstadt Port-au-Prince gelangten. Allerdings fuhren die Konvois nur morgens um 6:00 Uhr und abends um 17:00 Uhr.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Mittwochmorgen, als wir uns bereits an der Grenze zu Haiti befanden, erschütterte das zweite Beben die Insel, diesmal mit einer Stärke von 6,1 Punkten auf der Richterskala. Wir erfuhren, dass das Krankenhaus Espoir (zu deutsch: Hoffnung) in dem wir in Port-au-Prince arbeiten sollten, stark beschädigt wurde. In welchem Ausmaß war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar!

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Die Straßen waren verstopft. Militär, Hilfsorganisationen, Bagger und andere Fahrzeuge wollten alle in die Hauptstadt Haitis. Erschwerend kam hinzu, dass die Straßen sehr schmal und in schlechtem Zustand waren. Nach insgesamt 24 Stunden erreichten wir gegen Nachmittag die Hauptstadt.Es bot uns ein Bild des Grauens. Ein Großteil der Stadt war zerstört, viele Gebäude waren wie Kartenhäuser zusammen gebrochen. Unter dem Schutt lagen noch immer Verletzte und Leichen. Der Geruch von Verwesung lag in der Luft. Hubschrauber kreisten über der Stadt. Aus Angst vor Plünderungen war ein Aufgebot des Militärs auf den Straßen unterwegs, an diesem bedrückenden Zustand sollte sich die nächsten Tage und Wochen nur wenig ändern.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Ankunft in Port-au-Prince Nach oben hoch

    In Port-au-Prince erreichten wir unser Quartier. Die Quisqueya Christian School sollte für die nächsten Wochen unsere Unterkunft sein. Das Schulgelände hatte eine Fläche von zwei Fußballfeldern und war von einer hohen Mauer umgeben. Auf dem Gelände befand sich ein zweistöckiges Gebäude mit einigen Klassenräumen, einem Sportfeld und einer Kantine mit Sitzmöglichkeiten im Freien.

    Aufgrund der täglichen Nachbeben und der damit verbunden Angst, dass weitere Gebäude einstürzen könnten, zogen wir es vor, unter freiem Himmel zu schlafen. Unser Gepäck, das nur aus dem Nötigsten bestand, deponierten wir in den Klassenräumen. Vor dem Gebäude suchte sich jeder einen Fleck, auf dem er seine Isomatte mit Schlafsack ausbreiten konnte, um dann dort zu nächtigen.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Im Laufe der Tage wuchs die Anzahl der internationalen Helfer. Der Platz wurde immer knapper, dennoch fand jeder einen winzigen Ort zum Schlafen.

    Das Krankenhaus Nach oben hoch

    Noch am Tag meiner Ankunft wollte ich das Krankenhaus Espoir sehen, wo ich die nächsten Tage eingesetzt werden sollte. Eigentlich ist das Krankenhaus ein reines Geburtshaus, nun wurden hier die Wunden der Katastrophe versorgt. Prof. Dr. Dr. Bernd Domres und seinem Team gelang es den Klinikalltag zu organisieren. Die Patienten waren im Hof und im Altbau des Krankenhauses untergebracht. Das zweite Beben beschädigte den Neubau und den moderneren Operationssaal zu stark, als dass man ihn noch nutzen konnte.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Anfangs war die Situation in der Klinik für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Der Standard der Räumlichkeiten, des medizinischen Materials und auch der Hygiene war in keiner Weise mit unseren vergleichbar. Die Patienten lagen auf Matratzen, Feldbetten oder Stofffetzen im Hof. Täglich wurden Schwerverletzte zum Espoir gebracht, transportiert auf Türen, Tischen oder auf Ladeflächen von Geländewagen. Wegen der großen Menge an Patienten, teilten wir sie nach der Schwere ihrer Verletzungen ein.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Täglich standen hunderte von Menschen vor der Klinik und wollten behandelt werden. Viele konnten wir in der Ambulanz versorgen. Wunden wurden gereinigt, gesalbt und verbunden, einfache Brüche gegipst und Medikamente wie Antibiotika und Schmerzmittel ausgegeben. Ein Teil der Menschen hoffte aber einfach nur auf die Zuteilung von Wasser, das in der Stadt äußerst knapp war. Die Schwerverletzten nahmen wir stationär auf. Wir rückten täglich Liegeplätze umher, um noch weitere Feldbetten unterzubringen.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Der Operationssaal war ca. 15 Quadratmeter groß und in keinem guten Zustand. Das Narkosegerät funktionierte nicht, und der OP-Tisch war ausgefranst. Anfangs hatten wir keine funktionierende Klimaanlage und das Licht flackerte. Behelfsweise operierten wir mit Stirnlampen. Als der Stromgenerator endlich lief, konnten wir immerhin unsere Instrumente im Autoklav sterilisieren und mussten sie nicht mehr per Hand reinigen. Das verschaffte uns wertvolle Zeit, in der wir uns um weitere Verletze kümmern konnten.

    Krankenhausalltag Nach oben hoch

    Neben den unzähligen Frakturen, die viele Haitianer durch das Beben erlitten hatten, stellten Quetschverletzungen einen Großteil der Krankheitsbilder dar. Unsere häufigste OP war das Anbringen eines externen Fixateurs, gefolgt von Amputationen.

    Auch bei den Operationsinstrumenten mussten wir improvisieren. Die Knochen fixierten wir mit einem handelsüblichen Akkubohrer, die Bohrschrauben sterilisierten wir per Hand, das Gerät selbst reinigten wir so gut es ging und wickelten es in sterile Tücher.

    Die Extension bei Oberschenkelbrüchen bastelten wir beispielsweise aus Kabeln oder Seilen und Steinen, anschließend haben wir die Konstruktion mit Fixierpflaster und Verband am Unterschenkel befestigt. Ein Team, das wenige Tage vor uns in Haiti angekommen war, war gezwungen eine Knochenamputation mit einer Zange durchzuführen. Da der Autoklav zu dem Zeitpunkt noch nicht funktionierte, wurden die Operationsinstrumente in Alkohol eingelegt. Narkosen für Operationen konnten anfangs nur mit Dormicum-Ketanest durchgeführt werden, später waren auch Spinalnarkosen möglich. An Vollnarkosen mit Intubation war nicht zu denken. Bei allen OPs atmeten die Patienten spontan. Es gab keine Absaugmöglichkeit und kein Monitoring zur Überwachung. Lediglich einen Beatmungsbeutel hatten wir für den Fall von Atemkomplikationen zur Hand.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Jeden Tag brachen wir um 7:45 Uhr aus unserer Unterkunft auf und waren gegen acht Uhr in der Klinik. Nach der morgendlichen Begrüßungsrunde fanden wir uns im Aufenthaltsraum zusammen, um eine kurze Andacht zu halten. Dann wurde der Tagesplan besprochen und eingeteilt, wer welche Aufgaben übernehmen sollte. Anschließend begann die Visite.

    Neben den schwierigen Gegebenheiten mit denen man umgehen musste, galt es noch die Klinik gegenüber anderen NGOs zu ,,verteidigen“. Fast täglich trafen andere Hilfsorganisationen aus der ganzen Welt ein. Grundsätzlich war selbstverständlich jede Hilfe nötig und willkommen, aber einige Hilfstrupps schienen eher an der Vermarktung ihrer Aktion als an wirklicher Unterstützung interessiert zu sein. So rückte ein US-amerikanisches OP-Team mit zwei Kameraleuten an, um eine Operation zu filmen und im Anschluss daran direkt wieder zu verschwinden. Gleichzeitig gab es aber auch hilfsbereite Ärzte, die ihre Unterstützung anboten. Diese nahmen wir natürlich gerne an.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Neben den Ops und der Arbeit in den Ambulanzen versorgten wir auch die Patienten auf den Stationen. Wir wechselten Verbände und säuberten die Wunden. Hier wurden operierte Patienten weiter betreut und die Wundheilung beobachtet. Die Pflege der Operierten übernahmen deren Angehörigen. Viele Mütter wichen ihren verletzen Kinder nicht von der Seite und schliefen nachts neben ihnen auf dem Boden.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Alle Verletzen und Angehörige waren trotz ihrer fürchterlichen Situation sehr ruhig und diszipliniert, selbst wenn sie mit einer offenen Fraktur oder anderen schweren Verletzungen eintrafen. Die Opfer der Katastrophe waren einfach froh, in der Obhut von Medizinern zu sein, obwohl sie zwischen Fliegen, unter Zeltplanen und bei sehr strengem Geruch Tage bis Wochen verharren mussten, bis sie endlich von uns behandelt werden konnten.

    Der Tag geht zu Ende Nach oben hoch

    Täglich mussten wir um 17:30 Uhr die Arbeit einstellen, damit wir vor 18:00 Uhr wieder im Lager sein konnten. Diese Uhrzeit war der Beginn der Sperrstunde, die das Militär aus Sicherheitsgründen erklärt hatte. Bevor ich ins Lager zurück kehrte, besuchte ich noch regelmäßig meine Patienten, um ihnen eine gute Nacht zu wünschen. Viele fragten, ob wir uns am nächsten Tag wieder sehen würden: ,,À demain?“. Wir hatten über die Tage und Wochen eine persönliche Beziehung zu den Patienten aufgebaut. Umso trauriger war es für mich, als ich am letzen tag die Frage verneinen musste.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Jeden Abend fuhren wir auf der Ladefläche eines Pick-Ups zurück in die Quisqueya Christian School . Dort trafen wir auf die anderen Teammitglieder. Neben dem Krankenhaus in Port-au-Prince betreute humedica eine ambulante Zeltklinik in Leogane. Diese Stadt lag noch näher am Epizentrum und war nahezu vollständig zerstört. Nach dem Abendessen genoss der ein oder andere eine Dusche, bevor es um 20.00 Uhr zum täglichen Briefing ging. Dort wurden die Besonderheiten des Tages besprochen und Organisatorisches für die nächste Zeit. Danach setzen wir uns regelmäßig zusammen und tauschten unsere persönlichen Erfahrungen aus.

    Vom ersten Tag an lernten wir Helfer uns sehr gut kennen und wuchsen zu einem Team zusammen. Unsere Verpflegung war den Umständen entsprechend sehr gut. Morgens gab es Kaffee, Weisbrot mit Peanutbutter und Cornflakes mit Milch. Mittags aßen wir in der Klinik Weisbrot oder Kekse, abends wurden Bohnen und Reis gekocht. Mit Trinkwasser waren wir gut versorgt.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Nach zweieinhalb Wochen auf Haiti landete ich am 06. Februar 2010 wieder in Deutschland. Ein anderes humedica Team hatte nach zwei Tagen Einarbeitung die Versorgung übernommen. Insgesamt wird die NGO aus Kaufbeuren zwei Jahre vor Ort Hilfe leisten.

    Die ereignisreichen Wochen werde ich wohl niemals vergessen. Die Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen gilt es jetzt zu verarbeiten. Inzwischen habe ich mich schon wieder an das Leben in Deutschland mit seinen ganz eigenen Problemen gewöhnt und bin froh wieder hier zu sein. Allerdings würde ich keine Sekunde zögern, mich wieder an einem Einsatz in Krisengebieten zu beteiligen.

    Foto: Tim Frodermann
    Foto: Tim Frodermann

    Der Autor Nach oben hoch

    Tim Frodermann ist Medizinstudent in Gießen.

  • Lehre und ForschungDatum17.05.2012 23:18

    Lehre und Forschung sind die Kernaufgaben unserer Arbeit. Die im Rahmen unserer Forschung gesammelte Expertise geben wir in zahlreichen Projekten weiter und bringen sie so zur Anwendung.
    Sommerakademie
    Jährlich veranstalten wir die Sommerakademie Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe, um
    Medizinstudenten eine Weiterbildung auf diesem Gebiet zu ermöglichen. Forschung
    Ständig werden neue medizinische Erkenntnisse gewonnen und Methoden entwickelt. Aktuelle Forschungsprojekte und bisherige Publikationen
    finden Sie hier. you-manity.org
    Das studentische Netzwerk you-manity bringt interessierte und engagierte junge Menschen zusammen, um humanitäre Projekte durchzuführen.

    Bei Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen natürlich auch jederzeit telefonisch unter
    +49 (0) 70 71 1 38 91 35 oder per E-mail unter info@stiftung-km.de zur Verfügung. Vielen Dank!

  • Unsere AufgabenDatum17.05.2012 23:18

    Lehre und Forschung: Um den immer neuen Herausforderungen an die Katastrophenmedizin und die internationale humanitäre Hilfe auch in Zukunft gewachsen zu sein, sind Lehre und Forschung Grundpfeiler unserer Arbeit. Hierzu arbeiten wir in enger Kooperation und Vernetzung mit anderen Organisationen der humanitären Hilfe zusammen.
    Sommerakademie: Neben der Ausbildung von ärztlichen Mitarbeitern und medizinischem Fachpersonal, ist die Stiftung in der Ausbildung von Studenten aktiv. Die 3. Sommerakademie Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe findet vom 24.09.2012 bis 28.09.2012 statt.

  • Was Katastrophenmedizin istDatum17.05.2012 23:17

    Katastrophenmedizin unterscheidet sich durch eine Reihe von Charakteristika von den üblichen medizinischen Aufgaben des Alltags. Dies ergibt sich aus der ungewöhnlichen Situation einer Katastrophe selbst und aus der dringenden Notwendigkeit schnell zu handeln, um das Überleben und die Gesundheit einer großen Anzahl akut Verletzter oder Erkrankter zu sichern.


    Notfallmedizin

    Der maximale Einsatz von Ressourcen für den einzelnen Patienten mit dem Ziel einer bestmöglichen Behandlung des einen Patienten. Die Notfallmedizin ist mit allen verfügbaren Mitteln auf die optimale Versorgung einzelner Patienten ausgerichtet, die z. B. nach Unfällen behandelt werden müssen.

    Katastrophenmedizin

    Nach einer Katastrophe entsteht ein großes Missverhältnis zwischen benötigten und vorhandenen Ressourcen an Personal und Material, weshalb eine notfallmedizinische – also individualmedizinische – Versorgung nicht mehr möglich ist. In einer solchen Situation gilt als oberstes Ziel nun, möglichst viele Patienten mit den vorhandenen Mitteln bestmöglich zu behandeln.



    Betroffene von Katastrophen im Zeitraum 1975 – 2004


    Todesopfer von Katastrophen im Zeitraum 1975 – 2004

    Quelle: Worldmapper.com
    Wie kann eine Katastrophe genau aussehen?

    Auf internationaler Ebene spielen besonders Naturkatastrophen eine zentrale Rolle. Meist treffen sie Regionen, die über keine entsprechenden Strukturen verfügen um der Situation angemessen begegnen zu können. Dadurch wird ein sofortiger Einsatz internationaler Hilfskräfte notwendig.


    Bestimmte festgelegte Abläufe ermöglichen auch unter katastrophalen Bedingungen die bestmögliche Hilfe für den Einzelnen zu bieten:


    • eine systematische Behandlungsreihenfolge der Patienten

    • die Konzentration auf lebensrettende Sofortmaßnahmen

    • die Fähigkeit, kurzfristig mit einfachen Mitteln zu arbeiten


    Neben der praktischen Umsetzbarkeit der erlernten Handlungen, gilt es für die Helfer auch, sich im Vorfeld eines Einsatzes mit ethischen Fragen auseinanderzusetzen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine gute Ausbildung für Katastrophenmediziner unabdingbar.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Wer wir sind

    Arbeitsgruppe für Katastrophenmedizin (AGKM) Zusammenschluss einer kleinen Gruppe von Katastrophenmedizinern unter Bernd Domres. Fokus: Verbesserung des studentischen Unterrichts in diesem Bereich. Tätigkeitsgebiete: Forschung, Beratung, nationale und internationale Katastropheneinsätze


    Deutsches Institut für Katastrophenmedizin (DIFKM)
    Fokus: Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten bei eintretenden Katastrophen in der BRD.
    Tätigkeitsgebiete: Beteiligung an verschiedenen Forschungsprojekten, Krankenhausberatung, Bereitstellung von Kriseneinsatzteams und Notärzten, Ausbildung von med. Personal


    Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin (SDIFKM)
    Fokus: Lehre und Ausbildung für die Arbeit in der internationalen humanitären Hilfe.
    Tätigkeitsgebiete: Katastrophenmedizinische Einsätze im Ausland, Lehre und Ausbildung für Mediziner im Bereich der Katastrophenmedizin (z.B. Sommerakademie)

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum you-manity

    Tübinger Studenten sind in der Entwicklungshilfe aktiv
    Tobias Herbers

    Die Tübinger Studentengruppe "you-manity" engagiert sich seit 2009 für verschiedene Hilfsprojekte in der dritten Welt. Durch die Bildung eines bundesweiten Netzwerks gelang es den Studenten bereits mehrere Projekte zu unterstützen. Außerdem konnte mit "Doc on Bike" ein eigenes Projekt in Uganda gestartet werden. Dabei erhält die Initiative zum Beispiel Unterstützung vom "Deutschen Institut für Katastrophenmedizin" sowie von der Universität Tübingen selbst.

    Übersicht

    Bundesweites Netzwerk mit Tübinger Wurzeln
    Internationale Hilfsprojekte
    Weiterbildung als Grundlage effektiver Hilfe
    Jeder kann etwas bewegen
    Links

    you-manity Gruppe aus Tübingen
    you-manity Gruppe aus Tübingen

    Bundesweites Netzwerk mit Tübinger Wurzeln Nach oben hoch

    Die im Herbst 2009 geschaffene Studentengruppe "you-manity" zeigt eindrucksvoll wie aus einer einfachen Tübinger Studentengruppe ein bundesweites Netzwerk für humanitäre Hilfe entstehen kann. Dabei setzt das interdisziplinäre Team auf die drei Säulen Netzwerk, Weiterbildung und Projekte.

    Um die nötigen Rahmenbedingungen für das Projekt zu schaffen gliederte sich "you-manity" unter dem Dach der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin (DIFKM) an. Durch das weitere Anwerben von Partnern sowie durch ehrenamtliches Engagement schaffte die Gruppe es innerhalb von zwei Jahren mehrere Hilfsprojekte zu unterstützen und ein eigenes Projekt zu gründen. Hierfür wurden die Studenten mit dem "Sonderpreis für studentisches Engagement 2011" von der Universität Tübingen belohnt.

    "you-manity - the humanitarian network", wie sich die Initiative mit vollem Namen nennt, will ihr Netzwerk nun bundesweit ausbauen und sich zu einer Plattform entwickeln, welche an Entwicklungsarbeit interessierte Studentengruppen zusammenführt. Aktuell gibt es bereits einen "you-manity" Ableger an der Universität Bochum. Die Bochumer Ortsgruppe entwickelte sich aus der "AG Menschenrechte" und wurde im November 2010 gegründet. Zuvor war die Bochumer Gruppe an die medizinische Fakultät angegliedert. In der Zukunft sollen weitere Ortsgruppen folgen.

    Doch wer jetzt glaubt, dass "you-manity" eine rein medizinische Gruppe ist, hat sich geirrt. Da humanitäre Hilfe viele Facetten hat und mit administrativen, finanziellen, juristischen sowie auch mit medizinischen Aspekten für jeden etwas bietet, wird bei "you-manity" auf ein interdisziplinäres Team gesetzt. So sind bei den regelmäßigen Treffen Studenten jeder Fakultät stets willkommen. Nur so kann das Netzwerk auch in Zukunft zu einem starken Gegner gegen die Armut heranwachsen.

    Internationale Hilfsprojekte Nach oben hoch

    Damit das große Engagement der Tübinger Studenten auch wirklich bei den Menschen ankommt, unterstützt "you-manity" verschiedene Projekte im In- und Ausland. Dabei sind die Projekte normalerweise an Partnerorganisationen der Gruppe gebunden. Die Schwerpunkte dieser Programme liegen laut "you-manity" Richtlinien in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Handwerk, Landwirtschaft und Infrastruktur. Mit ausgewählten Projekten soll auch die humanitäre Soforthilfe in Krisengebieten gefördert werden. So war "you-manity" mit einzelnen Mitgliedern z.B. schon bei der Flutkatastrophe in Haiti 2010 im Einsatz. Solche Soforteinsätze werden in Kooperation mit der "Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin" sowie der Hilfsorganisation "Humedica" bewältigt.

    Diese Familie aus Kisinga wird von "Doc on Bike" unterstützt
    Diese Familie aus Kisinga wird von "Doc on Bike" unterstützt

    Seit April 2011 hat es "you-manity" zusammen mit der Organisation "Schenke eine Ziege e.V." geschafft ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Das in Uganda beheimatete Programm "Doc on Bike" beschäftigt einen einheimischen Mediziner, der mit dem Motorrad entfernte Familien in Uganda erreichen kann. So können diese eine medizinische Grundversorgung erhalten. Die langfristige Finanzierung des Projekts soll durch ein eigens hierfür entwickeltes Versicherungssystem gewährleistet werden, das von den Familien in Uganda getragen wird. Nur durch die Einbeziehung der Bevölkerung kann das Projekt zukunftsfähig gemacht werden. Außerdem werden die teilnehmenden Familien zu Teilhabern des Projekts und erlangen so eine gewisse Verantwortung.

    Healthofficer unterwegs in Uganda
    Healthofficer unterwegs in Uganda

    Weiterbildung als Grundlage effektiver Hilfe Nach oben hoch

    Die Arbeit in der humanitären Hilfe fordert außer großem Engagement auch eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Auch dies ist bei "you-manity" durchaus bekannt, weshalb die Initiative auf die Basis der Weiterbildung ihrer Mitglieder setzt. Zum einen bringt jeder Student seine persönlichen Fähigkeiten aus dem jeweiligen Studienfach mit. Zusätzlich bekommen die Mitglieder eine fundierte Weiterbildung in Fragen der humanitären Hilfe. Das geschieht über ganz verschiedene Wege: Zum einen findet sich auf der "you-manity" Internetseite eine Lernplattform auf der man sich über die Entwicklungsarbeit informieren kann und Inhalte mit anderen Nutzern teilt.

    Zusätzlich fand im Sommer 2011 die zweite Tübinger Sommerakademie für Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe statt. In Kooperation mit dem "Deutschen Institut für Katastrophenmedizin" und dem Universitätsklinikum Tübingen kamen insgesamt 45 Medizinstudenten aus ganz Deutschland nach Tübingen. Bei der siebentägigen Schulung wurde den Studierenden das Konzept der Katastrophenmedizin von erfahrenen Ärzten näher gebracht. Unter anderem unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers lernten die Teilnehmer hierbei besonders das Konzept der Triage kennen. Bei diesem erprobten Verfahren geht es darum, Verletzte nach ihrem Schwergrad zu beurteilen um damit eine gewisse Ordnung in Katastrophenmedizinische Lagen zu bringen. Bei einer anschließenden Praxis-Demo mit 50 Verletzten konnten die Studenten ihr gelerntes Wissen direkt in die Tat umsetzen.

    Um die Weiterbildung seiner Mitglieder auch über den Raum Tübingens hinaus zu fördern, findet man auf der "you-manity" Internetseite regelmäßig weitere Angebote um sich fortzubilden. Hierbei handelt es sich größtenteils um deutschlandweite Tagungen auf dem Gebiet der humanitären Hilfe welche von Kliniken und anderen Organisationen angeboten werden.

    Kathleens erster Patient
    Kathleens erster Patient

    Jeder kann etwas bewegen Nach oben hoch

    Nach dem Motto: "Jeder kann etwas bewegen" bietet "you-manity" viele verschiedene Möglichkeiten an selbst aktiv zu werden. Die Bereiche sind dabei individuell und variieren bezüglich ihres Zeitaufwands und dem jeweiligen Wunsch tätig zu werden. Eine besondere Aktion ist dabei "Kaufen und Gutes tun". Bei dem von amazon.de unterstützen Programm erhält man die Möglichkeit über einen einfachen Button-Klick bare Münze an "you-manity" zu spenden, ohne dabei selbst in die Tasche greifen zu müssen. Wer nämlich seinen amazon.de Einkauf über den "you-manity" Einkaufsbutton tätigt, für den spendet das Onlinekaufhaus einen bestimmten Betrag an die Studenteninititative. Der Einkauf wird dabei für den Käufer nicht teurer.


    Wer wirklich praktisch helfen will ist herzlich zu einem der regelmäßigen Gruppentreffen von "you-manity" eingeladen. Ort und Zeit hierzu findet man auf der Internetseite des Vereins. Wer nicht in Tübingen oder Bochum studiert ist herzlich eingeladen mit anderen Kommilitonen eine eigene "you-manity" Ortsgruppe zu gründen. Auch hierzu gibt es Informationen auf der Internetseite.

    Rund um scheint es so, als würden die Studenten um "you-manity" auch weiterhin den Kampf mit humanitären Katastrophen aufnehmen und dabei stetig wachsen.

    Links Nach oben hoch
    Externer Link Hier gehts zur Website von you-manity.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Foren-Beitrag von carlos im Thema

    Hilfe für Notgebiete
    Hilfswerk Deutscher Zahnärzte engagiert sich seit 25 Jahren weltweit
    Berlin, 16. Mai 2012 – Seit 25 Jahren engagiert sich die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) weltweit, um in der Dritten Welt oder in Katastrophengebieten die Not zu lindern. Das HDZ koordiniert die Hilfe vieler zahnärztlicher Kollegen. So können Bewohner in unterversorgten Regionen zahnmedi-zinisch behandelt werden, beim Infrastrukturaufbau unterstützt oder mit Sofort-hilfemaßnahmen geschützt werden. Auch der Kampf gegen HIV/AIDS und Lepra zählt zu den Aufgaben. Das Hilfswerk wurde am 18. Mai 1987 gegründet.
    „Viele Zahnmediziner und ihr Team helfen humanitär vor Ort. Gerade in entlegenen Gegenden sind wir oft der erste Mediziner vor Ort“, berichtet Dr. Klaus Winter, Vorsteher der Stiftung HDZ. „Wer das Elend in anderen Regionen der Erde gesehen hat, möchte etwas zurückgeben. Im Verbund mit den zahlreichen Kollegen und den Zuspenden haben wir in den letzten 25 Jahren einiges bewegen können.“
    „Das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Allein in 2011 hat die Stiftung für 38 Projekte weltweit insgesamt rund eine Million Euro mobilisiert. Das wurde durch die Spendenbereitschaft deutscher Zahnarztpraxen möglich“, erklärt der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel. „Gesundheit ist für den Berufsstand ein hoher Wert. Menschenwürde definiert sich auch darüber, Gesundheit zu schützen oder wiederherzustellen, dies schafft eine soziale Verantwortung der Kollegen.“
    Die Spenden finanzieren langfristige Projekte in Afrika, Südamerika, Asien und Europa wie den Bau von Schulen, Waisenhäusern, Sozialstationen und (zahn-)medizinischen Einrichtungen. Und helfen in akuten Notsituationen wie nach Naturkatastrophen.
    Das HDZ ist die größte zahnärztliche Hilfsorganisation. Es erhält regelmäßig das begehrte Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das unter anderem „geringen Verwaltungsaufwand“ bestätigt. 2010 übernahm die Bundeszahnärztekammer offiziell die Schirmherrschaft.
    Ausführliche Informationen zu einzelnen Projekten und zur Historie des Hilfswerks finden Sie unter: www.stiftung-hdz.de
    ! Pressemitteilung
    2/2
    Grafik zum Download: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/soziale/hdz/...ekte_300dpi.jpg
    Quelle: HDZ
    Das HDZ ist auf folgenden Kontinenten im Einsatz:
    Afrika: Angola, Äthiopien, Benin, Botsuana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Kamerun, Kenia, Komoren, Kongo, Liberia, Madagaskar, Ruanda, Sudan, Tansania, Uganda, Zimbabwe
    Zentral- und Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Ecuador, Haiti, Honduras, Kolumbien, Nicaragua, Peru
    Asien: Bangladesh, China, Indien, Indonesien, Japan, Kambodscha, Libanon, Malaysia, Mongolei, Myanmar (Burma), Nepal, Ost-Timor, Pakistan, Philippinnen, Sri Lanka, Thailand, Türkei
    Europa: Albanien, Deutschland (Berlin, Sachsen), Herzegowina, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Weißrussland
    Kontakt Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte:
    Dr. Klaus Winter, Vorsteher der Stiftung HDZ, Am Paradies 87, 37431 Bad Lauterberg
    Tel.: 05524-931163, Fax: 05524-931164, E-Mail: hilfswerk-z@arztmail.de
    Pressekontakt:
    Dipl.-Des. Jette Krämer, Telefon: +49 30 40005-150, E-Mail: presse@bzaek.de

  • Die „Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete“ feiert am Freitag dieser Woche ihr 25-jähriges Bestehen. Hervorgegangen aus der „Patenschaft Niedersächsischer Zahnärzte“, wurde am 18. Mai 1987 die „Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete, Göttingen“ gegründet und als Stiftung bürgerlichen Rechts Stiftungsbehörde Braunschweig noch im selben Monat anerkannt.

    Treibende Kraft war der 2001 verstorbene Göttinger Zahnarzt Carl-Heinz Bartels, der bereits 1981 aufgrund seiner Erfahrungen in den Lepragebieten Südostasiens die „Patenschaft Niedersächsischer Zahnärzte“ begründet hatte. Im Jahr 2003 wurde die Satzung der meist kurz als HDZ bezeichneten Stiftung noch einmal geändert.

    Vorsteher der Stiftung, deren seriöse und solide Arbeit in den Notgebieten dieser Welt seit vielen Jahren auch durch das anerkannte Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen immer wieder bestätigt wird, ist derzeit Dr. Klaus Winter. Seit 2010 hat die Bundeszahnärztekammer die Schirmherrschaft übernommen. Gemeinsam haben Stiftung und BZÄK in den vergangenen Jahren immer wieder die Zahnärzteschaft in Deutschland zur Hilfe aufgerufen und dank der großen Spendenbereitschaft in vielen Notgebieten und in Notsituationen, wie zuletzt bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan, wertvolle Hilfe leisten können.

    Informationen über die vielfältigen Projekte und Aktivitäten des HDZ, die nicht nur auf akute Nothilfe, sondern auch auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen, gibt es auf der Internetseite www.stiftung-hdz.de. Gefördert werden dabei auch Projekte in Deutschland. Wer die Stiftung HDZ unterstützen möchte, kann dies durch Altgoldspenden, Geldspenden und Zustiftungen tun (Deutsche Apotheker- und Ärztebank, BLZ 300 606 01, Konto 000 4444 000). Die offizielle Feier zum Jubiläum wird am 19. Oktober 2012 in Hannover stattfinden.

  • Foren-Beitrag von carlos im Thema
  • Thema von carlos im Forum Indien

    Seit Jahren leisten Zahnarzt Maik Wieczorrek und seine Freunde Medizinische Hilfe im indischen Himalaya - im alten Königreich Ladakh.
    Thüringer Zahnärzte behandeln kostenlos indische Bergbewohner

    Um die Hilfe effektiver zu gestalten, wurde 2010 in Meiningen der Verein „Ladakhpartners-Partnership Local Doctors“ gegründet. Als im August 2010 eine Flutkatastrophe viele Menschen tötete und weite Teile von Ladakh zerstörte, entschloss sich der Verein beim Wiederaufbau zu helfen. Er nimmt sich konkret den Dörfern an, in denen Amchis wohnen, die Partner des Vereins vor Ort. Diese Gegenden sind nur zu Fuss erreichbar und Hilfe war überlebenwichtig. Der Verein wurde gebeten, eine Vieh- und Fußgängerbrücke in Dipling zu finanzieren. Der Ort ist drei Tagesmärsche von der nächsten Strasse entfernt. Durch Spendenaufrufe konnten Anfang des Jahres 3000 Euro durch Käthi Roth in das Gebiet gebracht werden.
    Im Sommer des letzten Jahres brachen Maik Wieczorrek und Alexander Keiner mit zwei Freunden auf, um den vierten Solarbohrer für die Zahnbehandlung zu überreichen und in weiteren Dörfern Zähne zu behandeln. Dabei mussten sie die neue Brücke überqueren. Darüber wird Wieczorrek am 24.05.2012 um 19.00 Uhr in Wasungen in der Begegnungsstätte der VS in der Fischergasse 1 berichten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei.

  • Famulatur in Abancay, PeruDatum13.05.2012 17:21
    Thema von carlos im Forum Peru

    Es ging nachts um 12 Uhr von Frankfurt aus los mit Ziel Lima in Peru! Da wir einen möglichst billigen
    Flug haben wollten, waren auf dem Weg zwei Stopps eingebaut, einmal in Santo Domingo und der
    andere in Panama City. Nach mehr als 20 Stunden waren wir endlich am Ziel angekommen!
    Die erste Unterkunft buchten wir uns schon von Deutschland aus. Wie sich allerdings auf dem
    Rückweg herausstellte, war diese viel zu überteuert. Es gibt viele kleine Herbergen und Hostels in der
    Nähe der Innenstadt, in denen man leicht ein 4 Bett Zimmer für 60 Soles pro Person bekommt.
    Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit und Sightseeing in Lima ging es via Bus (Cruz del Sur) weiter
    Richtung Süden, vorbei an Nasca (inklusive Rundflugàatemberaubend schön, überteuert und man
    muss magenfest sein) nach Abancay.
    Abancay ist die Hauptstadt von Apurimac. Sie liegt in den Anden und ist demnach umringt von
    Bergen. Hier wurden wir von Mario Paniagua, einem Angestellten des Gesundheitsministeriums von
    Apurimac, herzlich willkommen geheißen.
    Er brachte uns zu unserer Unterkunft, ein Kloster, welches ganz liebevoll geführt wird. Wir wurden
    herzlich von den Nonnen empfangen und halfen ein bisschen bei den alltäglichen Arbeiten, wie zum
    Beispiel kochen oder einkaufen mit. Zeitgleich konnten wir uns ein bisschen an die Spanische Sprache
    gewöhnen und unseren Wortschatz erweitern (Nonnen sind die besten LehrerJ).
    Am nächsten Tag bekamen wir direkt eine Einführung in das zahnärztliche Gesundheitssystem in
    Apurimac. Allerdings glaube ich, dass wir uns alle eingestehen mussten, dass unser Spanisch nicht
    annähernd gut genug war, um dem Vortrag zu folgen. Später am Tag ging es dann noch in die
    Universität (UAP = Universidad alas Peruanos), wo wir andere Zahnmedizinstudenten kennenlernten
    und uns ein Bild vom Zahnmedizinstudium in Peru machten. Alles kam uns ganz anders vor als in
    unserer Heimatuni in Aachen. Die Ärzte und Studenten schienen viel gelassener und die Studenten
    waren wesentlich jünger. Dadurch erinnert uns die Uni mehr an eine Schule, als an eine Uni mit
    Hörsälen.
    Am folgenden Tag ging es dann endlich los für uns! Wir trafen unsere ersten Patienten im Hospital
    Santa Theresa und merkten gleich, dass alles ganz anders ist als in Deutschland! Es war toll die
    Menschen zu behandeln (Füllungen, Zahnextraktionen, VitEx…), aber man stieß auch das erste Mal
    an Grenzen, z.B. gab es pro Patient nur ein paar Handschuhe (ist gar nicht so leicht, diese immer
    wieder an und aus zu ziehen ohne Blut oder Speichel zu berühren), die Einheiten wurden nach den
    Patienten nicht desinfiziert und auch wenn die Instrumente mit Zangen aus den Schränken geholt
    wurden, war schnell klar, dass die hygienischen Verhältnisse nicht mit denen in Deutschland
    vergleichbar waren!
    Für die folgendenWochen teilten wir uns in 2 Zweiergruppen auf. Sarah und Kim fuhren für 3
    Wochen nach Huancarama und Lena und Thomas packten ihre Sachen für Chalhuanca.
    Huancarama und Chalhuanca sind 2 Dörfer ca. 2 Stunden Autofahrt von Abancay entfernt! Um
    dorthin zu kommen fuhr man mit sogenannten Collectivos. Das waren Busse (für 11 Leute), die
    einfach warteten bis sie voll waren und dann losfuhren….und mit voll ist überfüllt gemeint!
    Mitfahrende saßen im Kofferraum, standen die ganze Fahrt über, saßen übereinander…egal wie, man
    war auf jeden Fall gequetscht.
    Auf den Dörfern hat uns tolle Arbeit erwartet! Zusammenfassend kann man sagen, dass wir viel
    lernten, ab und zu geschockt waren, flexibel wurden, uns anpassten, unheimlich viel lachten und
    neue Freunde fanden! Das Gute an der Arbeit war, dass wir einen Zahnarzt vor Ort hatten, der uns
    mit Rat und Tat zur Seite stand! Zahnärztlich gesehen haben wir Füllungen gelegt (Amalgam,
    Kunststoff, Zement), Extraktionen durchgeführt und bei Endos mitgeholfen. Unsere Hauptaufgabe
    bestand allerdings darin mit Kindern ein Prophylaxeprogramm durchzuführen. Dazu machten wir
    Zahnreinigungen und Fissurenversiegelungen mittels Ketac Molar (Glasionomerzement, dass man mit
    der Hand anmischen kann). Bei all den Arbeiten musste man sehr flexibel sein und sich sein eigenes
    Instrumentarium zusammensuchen oder gar zusammenbasteln. So drehten wir unsere Watterollen
    selber, als Füllungsinstrument stand uns ein einziger Stopfer zu Verfügung, Kunststoff wurde mittels
    Instrumenten rausgequetscht, da es keine Kunststoffpistole gab, Endonadeln wurden mit
    herkömmlichen Linealen gemessen, Füllungen wurden ohne Matrizen gelegt und es gab nur eine
    Steckdose. Das hieß entweder Einheit oder Polymerisationslampe. Da es in Peru üblich ist, dass ein
    Zahnarzt alleine, ohne Assistent arbeitet, wurde nicht abgesaugt. Der Patient hat den Speichel
    einfach ausgespuckt, dadurch wurde uns schnell klar, dass Trockenlegung nicht das höchste Gebot zu
    sein schien. Diese Liste an Dingen die in Peru anders waren als in Deutschland könnte man ewig
    weiterführen! Aber wir sind uns alle sicher, dass egal wie, man irgendwie zum Ziel kommt und die
    Wahrheit über die perfekte Behandlung wohl in der Mitte zwischen Peru und Deutschland liegt, da
    viele Sachen in Deutschland einfach zu wichtig genommen werden.
    An ein paar Tagen während der dreiWochen fuhren wir in noch kleinere Dörfer, wo es keine
    zahnmedizinische Versorgung gab. Sozusagen ganz weit weg vom Schlag. Dort wurde im Vorfeld
    schon Bescheid gegeben, dass wir kommen würden und die Menschen standen schon Schlange bevor
    wir ankamen. Diese Leute waren wohl die geduldigsten und dankbarsten, die wir bis dahin je
    gesehen hatten. Zum Mittagessen wurden wir häufig von Einheimischen eingeladen. Es war ein
    schönes Gefühl so integriert zu werden und dazuzugehören! Viele Peruaner waren natürlich auch
    sehr neugierig und wir versuchten so gut wir konnten alle Fragen zu beantworten. So wurde auch das
    Spanisch langsam besser (Standardfloskeln hatte man schnell drauf). Ein Problem war nur, dass viele
    Menschen die auf den Dörfern zu Hause waren, gar kein Spanisch sprachen, sondern nur Quechua.
    Aber mit Händen und Füßen konnte man auch diese Hürde der Kommunikation überwinden!
    Ein weiteres Highlight während der Famulatur war die Prophylaxearbeit an den Schulen! Wir haben
    hunderte von Fissurenversiegelungen gemacht. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und die Kinder
    waren einfach wunderbar! Das war definitiv eine neue Erfahrung. Kinder in Peru sind einfach toll und
    soooo lieb. Schreien nicht rum und freuen sich, wenn man sie behandelt und ihnen Aufmerksamkeit
    schenkt. Am letzten Tag wurde uns sogar ein Plakat gebastelt, das als Danksagung für uns aufgehängt
    wurde und uns feierlich vom Direktor der Schule präsentiert wurde.
    Nachdem die dreiWochen vorüber waren trafen wir uns alle in Abancay wieder, um mit der
    Organisation zahnärztliche Entwicklungshilfe e.V. eine 5 Jahres Evaluation von
    Fissurenversiegelungen in abgelegenen, armen Dörfern von Peru durchzuführen. Dazu ist sogar unser
    Oberarzt Dr. Mautsch aus Aachen nach Peru gekommen, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat.
    Die ersteWoche verbrachten wir damit das Projekt zu besprechen und das Team zu kalibrieren. Das
    Team bestand aus 4 peruanischen Zahnärzten, Dr. Mautsch, uns 4 Studenten und 4 Tecnicos (extra
    für das Projekt ausgebildetes Personal). Nachdem die Vorarbeit getan war ging es los. Mit oftmals
    mehr als 10 Stunden Fahrt kamen wir an den schönsten Orten an.Mit umwerfender Natur und noch
    nie gesehen Landschaften. Dort fuhren wir in die kleinsten und abgelegensten Schulen und
    beurteilten die Fissurenversiegelungen, die im Rahmen des Projektes vor 5 Jahren gelegt wurden.
    Dies machten wir dann für weitere 2 Wochen. Auch wenn sich das vielleicht nicht ganz so spannend
    anhört, wie selbst zu behandeln, war diese Zeit eine der tollsten Erfahrungen, die wir machen
    konnten. Die Menschen auf dem Land sind wahnsinnig freundlich und trotz der Armut ist es kaum zu
    glauben wie viel Lebensfreude diese Menschen ausstrahlen. Man merkte dadurch natürlich auch
    immer wieder wie gut es uns selbst geht und dass man sein eigenes Glück in Deutschland oft gar
    nicht zu schätzen weiß.
    Die folgenden Tage verbrachten wir mit Papierkram.
    Die Ergebnisse der Evaluation sind noch in der Auswertung, aber wer sich dafür interessiert, kann
    sich gerne bei uns melden.
    Danach war Zeit, das erste Mal Abschied zu nehmen. Vom Team des Projektes und auch von Herrn
    Dr. Mautsch, der wieder nach Deutschland unterwegs war. Sarah und Kim blieben die folgenden
    Wochen in Abancay, verbrachten ihre Zeit im Krankenhaus Santa Teresa und behandelten dort die
    Patienten. Thomas und Lena machten sich auf nach Huancarama und setzten die Prophylaxearbeit an
    den Schulen fort.
    Es gab auch die Möglichkeit ein wenig im Waisenhaus, das an das Kloster angeschlossen war,
    mitzuhelfen. Dort waren zum gleichen Zeitpunkt auch 2 Volontäre aus Deutschland mit denen wir
    uns auch schnell anfreundeten.
    Nach einer ereignisreichen Arbeitszeit, vielen Grenzerfahrungen, atemberaubender Natur,
    unglaublicher Kultur und einer Menge Spaß mussten nun auch wir uns verabschieden. Unsere
    Famulatur war vorbei.
    Wir alle nehmen diese Zeit in sehr guter Erinnerung mit und können nur empfehlen eine Famulatur
    während des Studiums zu machen, denn so ein Erlebnis kann einem keiner mehr nehmen!!!!!!!!

  • Thema von carlos im Forum Brasilien

    Wir würden gerne einer(m) Zahnmedizinstudentin(ten) die Möglichkeit für eine Famulatur in Rio de Janeiro anbieten. Mit unserem Kooperationspartner VOT (http://www.vot.com.br/index_deutsch.php) unterhalten wir eine Zahnstation, in der die 1200 Schüler der benachbarten Schule des Ordens behandelt werden. Die Zahnstation ist mit 2 brasilianischen Kolleginnen jeweils halbtags besetzt. Zudem gehören zur Zahnstation 4 Favelas (Armengebiete) und das Sozialprojekt in Tangua vor den Toren von Rio (http://www.aida-ev.net/frame.html ). In Tangua wird in diesem Jahr ebenfalls ein zahnmedizinischer Behandlungsraum errichtet.


    Die Aufgabe des Famulanten ist es, die beiden Kolleginnen zu unterstützen. Hier sind die 4 Favelas und Tangua von Bedeutung. Besonderen Wert legen wir auf die Betreuung der 1200 Kinder in unserem Prophylaxeprogramm. Ein wichtiger Aspekt ist die Organisation und Durchführung, zusammen mit jeweils einer brasilianischen Kollegin, von Mütterworkshops. Die von uns entwickelte KIBRA Methode bietet dem Famulanten reichlich Erfahrungen zu sammeln, in Organisation und Durchführung von Individualprophylaxe unter teilweise schwierigen Bedingungen.

    Mehr Informationen zum Sozialverein KIBRA
    KIBRA .

    KIBRA – Kinderzahnhilfe Brasilien
    Dr. med. dent. Norbert Lehmann
    Lange Straße 84
    76199 Karlsruhe
    Deutschland

    Mail: zahnhilfe(at)kibra.org

  • Famulaturbericht Kenia Kikuyu HospitalDatum13.05.2012 16:59
    Thema von carlos im Forum Kenia

    Wir hatten schon so viel von Famulaturen gehört, wollten uns in den Semesterferien nützlich machen und natürlich den Menschen in Kenya helfen. Ein bisschen Fernweh und Reiselust war natürlich auch dabei.
    Wir haben etwa ein halbes Jahr vor unserer Famulatur mehrere Hilfsprojekte und Kliniken in Kenya angeschrieben und bekamen eine Zusage vom Kikuyu Hospital, eine Missionsklinik in dem kleinen Dorf Kikuyu, 15 km von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Nach Prothetik 2 ging es dann endlich für die Semesterferien los:
    Einreise, Geld
    In Kenya wird mit Shilling bezahlt, Dollar wird nur in touristischen Gegenden akzeptiert und ist für die lokale Wirtschaft nicht förderlich. Ein Euro sind etwa 100 Shilling.
    Das Visum bekommt man direkt bei der Einreise am Flughafen und beträgt 20 € und kann auch in Euro bezahlt werden (keine Dollarscheine von 1996 oder 1999 mitnehmen, haben einen schlechten Wechselkurs – warum konnte uns bisher niemand sagen).
    Die Klinik
    Für 6 Wochen sind wir zum Behandeln nach Kenia – was für eine Erfahrung!
    Wir sind in der Klinik sehr freundlich empfangen worden, wenn wir auch das Gefühl hatten, dass der Klinikdirektor sich über mehr Sachspenden gefreut hätte als wir mitgebracht
    hatten.
    Die Klinik ist recht gut ausgestattet, im kenianischen Vergleich genießt sie einen sehr guten Ruf. Dennoch mussten wir uns umgewöhnen – Einheiten, die plötzlich streiken oder
    Stromausfall waren wir nicht gewohnt! Händedesinfektion haben wir zum Glück dabeigehabt, die gab es dort leider nicht.
    Wir haben hauptsächlich Zahnreinigungen und PA-Behandlungen gemacht, wobei hier kein Unterschied zwischen PZR und PA Behandlungen gemacht wurde. Die Küretten dort waren stumpf und einen Schleifstein gab es nicht. Wir waren fasziniert von den Mengen an Zahnstein, die uns in den 6 Wochen begegnet sind. Einige Patienten befürchteten sogar wir würden Teile ihrer Zähne entfernen (einzige Möglichkeit sie vom Gegenteil zu überzeugen war ihnen die Zahnstein“platten“ zu zeigen)!
    Zahnextraktionen haben wir auch viele gemacht, dabei wurden wir hauptsächlich von Rahab, einer Dentalhygienikerin und James, einem Zahnmedizinstudenten im letzten Jahr unterstützt.In Kenya dürfen Dentalhygienikerinnen nicht nur Zahnreinigungen machen, sondern anästhesieren ebenso wie sie auch Zähne extrahieren. Zahnmedizinstudenten müssen hier ein Jahr Praktikum vor dem Staatsexamen machen.
    Weit verbreitet sind hier männliche „Zahnarzthelferinnen“, wie Robert und John. Der Zahntechniker Fred hat die gesamte Prothetik in der Klinik gemacht – von Abdrücken, Kieferrelationsbestimmungen und anfertigen der Arbeiten bis zum Einsetzen und Anpassen.
    Unter den vier Zahnärztinnen haben wir besonders gut mit Patience verstanden und waren zusammen auch mal essen und Party machen – keine tanzt so wie sie!
    Unser Höhepunkt war ein Besuch im Kinderheim in Karai, wo wir mit den Kindern Mundhygienetraining gemacht haben und haben jedes einzelne Kind befundet und den Behandlungsbedarf dokumentiert. Die Kinder wurden dann in der Klinik behandelt.
    Unterkunft und Verpflegung
    Wir haben uns gemeinsam eine möblierte Wohnung zwischen Kikuyu und Nairobi für die Zeit unserer Famulatur gemietet (450€/Monat). Das war die billigste und am günstigsten
    gelegene Unterkunft, die wir finden konnten. Alternativ hätten wir ein Zimmer auf dem Missionsgelände nehmen können, allerdings fanden wir die 23 € pro Nacht und Person viel zu teuer (für Kenianer 15 €) und wenn wir dort gewohnt hätten, wären wir dort für die Zeit unserer Famulatur in unserer Freizeitplanung doch sehr eingeschränkt gewesen. Durch die Lage unserer Wohnung konnten wir wenn wir wollten jeden Tag noch nach Nairobi fahren und waren auch zeitlich ungebunden. Das große Problem dem wir uns stellen mussten war eine 4-wöchige Phase ohne fließendes Wasser: waschen aus einer Schüssel (sich selbst und das Geschirr) und unter die Dusche springen, sobald ein paar Tröpfchen Wasser aus der Dusche kamen und hoffen dass man die erste ist...
    Sicher war unserer Bleibe allemal: der Nachbar hatte Hunde in einem Zwinger genau ein Meter vor unserem Schlafzimmer, die jede dritte Nacht gebellt haben.
    Kenya ist teurer als wir gedacht haben. In der Zeit in der wir da waren haben wir um die 70 € Transportkosten gehabt (Vergleich zu München: Monatskarte für Studenten etwa 55 €). Das Essen allerdings ist billiger, frischer und ungespritzt. Selber kochen ist noch günstiger und macht Spaß!
    Freizeitplanung
    Nach der Arbeit sind wir eigentlich immer direkt nach Nairobi Town gefahren. Dort haben wir Freunde getroffen, waren auf dem Massai Market (kenianische Kunst und und dem City Market (wo es sehr leckeren frischen Fisch gibt) und haben uns durch das gesamte Stadtzentrum geschlemmt.
    An den Wochenenden waren wir nur unterwegs: Wir haben uns ein Giraffenzentrum angeschaut, waren auf einer Straußenfarm, in legendären Discos unterwegs – Nairobi ist eine tolle Stadt zum Weggehen!
    Wir waren sogar im Theater und in einer Show, wo verschiedene Stämme Kenyas ihre kulturellen Tänze vorgeführt haben.
    Und die Fourteenfalls haben wir uns natürlich auch angeschaut und haben die insgesamt 7 Stunden Fahrt (für 100 km) nur für diesen schönen Anblick auf uns genommen – die Niagarafälle können nicht mithalten.
    Fazit und Tips
    Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit, wir haben fachlich und fürs Leben viel gelernt.
    Wichtig:
    Pass als Kopie immer dabeihaben (und evtl den freundlichen Polizisten zeigen)
    Immer Kleingeld beim Busfahren dabeihaben
    Immodium akut ist super
    Nachts Taxi fahren – ist sicher und nicht so teuer
    Vitamin B ist Gold wert
    Immer auf seine Wertsachen acht geben
    Adresse Der Klinik:
    www.pceakikuyuhospital.org

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