Famulaturbericht Frühjahr 2011 Peru ( Iquitos, Cusco)

#1 von Captain , 13.11.2011 14:31

Vorbereitung und Anreise
Im siebten Semester erfuhren wir über Kommilitonen von Werner Weiss und dem Projekt des DRK Bad Bramstedt in Peru. Ohne zu zögern nahmen wir Kontakt auf und wurden direkt zu einem Informationsabend nach Bad Bramstedt eingeladen. Am 3.Juli machten wir uns dann auf die lange Reise von Freiburg in den hohen Norden. Dort wurden wir bei Kaffee und Kuchen über die Bedingungen vor Ort , die möglichen Einsatzorte, Zollerklärung und Reisemedizin aufgeklärt. Dies geschah anhand von Bildern und den Berichten vorheriger Famulanten. Gleichzeitig erhielten wir noch massig Unterlagen wie eine Vorlage für Spendenanfragen oder die der Zollerklärung, die uns die spätere Organisation noch erheblich vereinfachen sollten. Wieder in Freiburg angekommen kümmerten wir uns sofort um den Flug nach Peru. Nachdem wir mehrere Angebote eingeholt hatten, entschieden wir uns den Flug online über Continental Airlines zu buchen. Die Kosten für Hin- und Rückflug beliefen sich auf 825 Euro mit der Flugroute Frankfurt-New York (Newark)-Lima, wobei wir jeweils einen 24h Aufenthalt in New York hatten.
Etwa 8 Wochen vor Abflug flatterten dann nach und nach die Spenden ein. Darunter waren unter anderem eine Lichthärtelampe von Espe, Handschuhe und weitere Verbauchsmaterialien von Pluradent, Bohrer von Komet und Füllungsmaterialien von Dentsply. Der nächste Schritt war nun all die Spenden in eine halbwegs plausible Zollerklärung zu packen.
Hierbei konnten wir uns aber wieder auf Werner Weiss verlassen, der uns dabei tatkräftig zur Seite stand. Inzwischen kannten nun auch unsere Einsatzorte : Iquitos und Cusco. Gut geimpft und die Reiseapotheke mit Malerone aufgemotzt ging es dann am 12. Februar Richtung Peru. Am Flugschalter konnten wir nach Vorzeigen der Famulaturbescheinigungen die Spenden umsonst aufgeben und mussten nicht, wie angenommen, noch zusätzliche Transportgebühren zahlen.
Lima
Nach fast 40 Stunden Reise und etlichen Flugmeilen kamen wir um 23:25 in Lima an und wurden wie abgesprochen von Shirley, der Frau von Norbert Haase, per Taxi abgeholt und in ein Hostel in der Nähe ihres Wohnhauses gebracht. Der Zoll stellte für uns kein Problem dar, für jeden für uns leuchtete die Lampe grün.Gleich am nächsten Tag deponierten wir die eine Hälfte der Spenden bei Shirley und kümmerten wir uns um die Inlandsflüge nach Iquitos und Cusco. Wir entschieden uns für StarPeru und bezahlten für alle vier Flüge insgesamt 300 Euro. Über den Mobilfunkanbieter Claro besorgten Handykarten, mit denen wir untereinander und für umgerechnet 20 Eurocent/Minute mit den Lieben in Deutschland telefonieren konnten.
Iquitos
Am nächsten Morgen ging der Flieger dann nach Iquitos. Auch hier wurden wir wieder herzlich von der Präsidentin des Peruanischen Roten Kreuzes Iquitos , Senora Gladis, inklusive Tochter, Enkel, Neffe und Schwiegersohn empfangen. Auf dem Weg vom Flughafen zur Unterkunft stimmte sie unsere Aufenthaltsdauer mit den Einsatzorten ab. Unser erster Standort war Maynas, etwa 5 Gehminuten vom Stadtzentrum Iquitos entfernt. Hier befand sich auch unsere Unterkunft für die kommenden 3 Wochen. Am nächsten Morgen überreichten wir die Spenden und begannen um 15.00 Uhr mit der Behandlung der ersten Patienten. Ab dem ersten Behandlungstag stand uns der frisch gebackene Absolvent Kamir mit Rat und Tat zur Seite. Unsere zweite Station war die Gemeinde San Luis am Rio Napo, einem Nebenfluss des Amazonas. Nach 8 Stündiger Bootsfahrt entlang des Amazonas erreichten wir diese und wurden sehr freundlich empfangen. Untergebracht wurden wir in einer Schule etwa 25 Minuten Gehweg vom Centro Medico der Gemeinde.
Um 8 Uhr morgens begann die Behandlung. Hier standen hauptsächlich Extraktionen auf dem Plan. Da gegen Mittag immer mehr Patienten zum Centro Medico strömten wurde kurzerhand ein Holzhocker zum Behandlungsstuhl für Extraktionen und Zahnreinigungen umfunktioniert. Nach zwei sehr anstrengenden Behandlungstagen ging es wieder auf die lange Rückreise nach Iquitos. Hier war Mazuza unser nächster Standort.
Direkt am Hafen gelegen galt es auch hier wieder von morgens 9 bis abends 6 Uhr zu Extrahieren und Füllungen zu legen. Unser letzter Halt war das Centro Medico in San Juan. Da die zuständige PRK-Mitarbeiterin jedoch niemanden der Anwohner über die Campana Dental informiert hatte, waren diese Tage sehr ruhig. Im Vergleich zu den anderen Standorten fanden sich nur relativ wenige Patienten ein. Die letzten Tage in Iquitos nutzen wir noch um die Stadt etwas näher kennenzulernen. Mit Lina, der Tochter von Senora Gladis und Elder, ihrem Cousin, erlebten wir noch ein paar schöne Tage unter anderem im Zoologischen Garten und bei einer geführten Dschungeltour.
Dringend benötigt werden:
 scharfe Rosenbohrer alle Größen
 scharfe diamantierte Bohrer
 Desinfektionslösungen (Instrumentenbad, Sterilium etc.)
 Desinfektionstücher (feucht)
 Lokalanästhetika
 Injektionsnadeln
 Verbrauchsmaterialien (Handschuhe, Mundschutz etc.)
 Polierpaste
 Viele Prophylaxebürstchen und Kelche !!!
 Fluoridlacke, -gele
 CHX-Lösung
 Matrizen,Keilchen
 Ätzgel, Komposit, Primer,Bonding
 Schleifsteine und Öl zum Schärfen der Küretten
 Glasionomerzement
Cusco
Nach 3 Tagen in Lima ging es weiter nach Cusco. Hier war unsere Kontaktperson die junge Zahnärztin Anushka. Gleich von Anfang an wurden wir von ihr und ihrer Mutter sehr gastfreundlich aufgenommen und herzlich umsorgt. Untergebracht wurden wir im Gästezimmer mit Panoramablick auf das umliegende Andengebirge.
Die Arbeitszeiten waren von 8 Uhr morgens bis mittags um 2. So blieb neben der Famulatur immer ein bisschen Zeit , die Stadt und die sehenswerten Landschaften um Cusco herum inklusive Machu Picchu zu erkunden. Zu unseren Einsatzorten zählten zwei kirchliche Mädcheninternate und verschiedene Berggemeinden außerhalb Cuscos .
Während in den Internaten hauptsächlich Zahnreinigungen und Füllungen auf dem Programm standen, wurde auf den Dörfern extrahiert. Im Gegensatz zu Iquitos gab es nur eine Behandlungseinheit. Diese diente zum Füllungen legen. Die Extraktionen führten wir auf Liegestühlen durch.
Dringend benötigt werden:
 Winkelstücke (leider waren die mitgenommenen nicht kompatibel)
 Verbrauchsmaterialien wie Handschuhe, Mundschutz, Watterollen
 Polierbürstchen und Kelche
 Lokalanästhetika
 Injektionsnadeln
 Ätzgel, Komposit, Primer,Bonding

Danksagung

Ein großer Dank geht an Werner Weiss für die tolle Unterstützung in allen Bereichen, die ständige Erreichbarkeit und die Geduld. Vielen Dank auch an das PRK Iquitos, an Senora Gladis und Familie, die uns eine unvergessliche Zeit in Iquitos bescherten. Das gleiche gilt auch für Anushka und ihre Mutter, deren Gastfreundlichkeit ihresgleichen sucht. Wir werden euch alle sehr vermissen. Ein großes Danke geht auch an Frau Bungartz vom ZAD für die freundliche Erinnerung. Folgende Firmen möchten wir für ihre großzügigen Spenden danken:
Pluradent AG & Co.KG; 3M Espe AG; Dentsply DeTrey Gmb H; Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG; Heraeus Kulzer GmbH; Voco GmbH; GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG

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RE: Famulaturbericht Frühjahr 2011 Peru ( Iquitos, Cusco)

#2 von Captain , 13.11.2011 14:32

Kontaktdaten:
DRK- Kreisverband Segeberg e. V.
Peru- Hilfe
Projektkoordinator: Werner Weiß
Königsberger Weg 3
24576 Bad Bramstedt
wernerweissbabra@t-online.de
Famulanten:
 Christopher Rueppell christo.rueppell@web.de
 Lorenz Dirnagl
 Yves Vasse

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RE: Famulaturbericht Frühjahr 2011 Peru ( Iquitos, Cusco)

#3 von Captain , 13.11.2011 14:32

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