Zahnarztstation als Geschenk für Dalai Lama

#1 von carlos , 07.07.2010 22:18

Erste Nürnberger Helfer im Einsatz im indischen Dharmshala
Zahnarztstation als Geschenk für Dalai Lama

NÜRNBERG - Bei seinem Besuch in Nürnberg bekam der Dalai Lama von Oberbürgermeister Ulrich Maly im Mai 2008 ein besonderes Geschenk im Namen der Stadt überreicht: eine Zahnarztstation, in der vor allem bedürftige (Exil-)Tibeter behandelt werden sollen. Mittlerweile ist die Station in Betrieb. Erste Helfer aus Nürnberg waren vor Ort im indischen Dharmshala, wo der 14. Dalai Lama lebt.

Die «Ärzte ohne Grenzen« sind ein Begriff. Ihr selbstloser Einsatz in Krisen- und Notgebieten hat die Mediziner weltweit berühmt gemacht. Die «Zahnärzte ohne Grenzen« sind noch weniger bekannt. Ihre Ziele sind jedoch die gleichen.

Von zahnärztlicher Versorgung abgeschnitten

Die noch junge Stiftung mit Sitz in Nürnberg will Menschen in armen Ländern helfen, die meist von zahnärztlicher Versorgung abgeschnitten sind und/oder sie sich nicht leisten können. Vorsitzender der «Dentist Without Limits Foundation« (DWLF) ist Dr. Claus Macher. Seine Nachname ist durchaus Programm.

14 Zahnarztstationen unterstützt die Organisation bereits. Verteilt in hinduistischen, moslemischen, buddhistischen und christlichen Regionen sowie in einem Land mit Naturreligionen. Derzeit wird überlegt, auch in Nürnbergs Partnerstadt San Carlos (Nicaragua) eine zu errichten.

Geschenk symbolisch überreicht

Im Mai 2008 wandte Macher sich in einem Brief an den Dalai Lama. Darin macht der Zahnarzt dem tibetischen Oberhaupt bei seinem Besuch in Nürnberg den Vorschlag, in seinem Exil in Dharmshala eine Zahnarztstation einzurichten. Nürnberg OB Maly überreichte das Geschenk symbolisch an den Dalai Lama.

Mittlerweile haben die «Zahnärzte ohne Grenzen« rund 9500 Euro in die Station in einem Gesundheitszentrum in dem Ort investiert. Über 20 Zahnärzte aus Nürnberg und Umgebung haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich vor Ort jeweils einige Woche zu behandeln. Die ersten Helfer sind dieser Tage zurückgekehrt.

Dankbare Kinder

Die Nürnberger Zahnärztin Dr. Eva Mallinger (30) und die Zahnarzthelferin Franziska Götting (23) haben in zehn Tagen gut 100 tibetische Patienten behandelt. «Wir haben Kunststofffüllungen gemacht und Zähne gezogen, Notfälle und Schmerzpatienten betreut«, berichtet Mallinger nach ihrer Rückkehr. Unterstützt wurden sie von einer Dentistin, die die Station vor Ort betreut.

Unter den Patienten waren auch viele Kinder von vier bis 18 Jahren, denn untergebracht waren sie in einem tibetischen Kinderdorf. Dort nutzten sie die Gelegenheit, gleich noch 75 Zahnbürsten auszuteilen und die Kinder im Zähneputzen und in der Zahnvorsorge zu unterweisen.

Die Zahnstation ist mit einem neuen Behandlungsstuhl und einem modernen Röntgengerät ausgestattet. «Die Tibeter waren dankbar, sehr freundlich zu uns und sind uns offener begegnet als die Inder«, sagt Götting. Beide Helferinnen haben Urlaub für den Einsatz geopfert. «Ich wollte immer schon nach Indien.

Gute Erfahrungen gemacht

Da habe ich diese Chance genutzt«, betont Götting. Eva Mallinger, mit der sie in einer Praxis arbeitet, habe sie gefragt, ob sie mitkommen wolle. «Ich habe mich schon lange für einen Ausland-Einsatz interessiert«, erklärt die Zahnärztin. Beide haben so gute Erfahrungen gemacht, dass sie jederzeit wieder ins Ausland fahren würden.

Dabei stoßen sie auf größtes Verständnis ihres Chefs, gehört doch Dr. Walter Niederalt mit zu den Initiatoren der Stiftung. Außerdem reist er selbst viel in notleidende Länder, um mit seinem medizinischen Fachwissen anderen zu helfen. Er hilft auch bei der Organisation und Beschaffung von medizinischen Geräten und Materialien, wenn sie nicht direkt vor Ort besorgt werden können. «Da herrscht regelrecht ein Ameisen-Verkehr der Helfer«, schmunzelt Niederalt.

Die Stiftung finanziert sich vor allem aus Zahngold-Spenden der Patienten. Etwa 200 Zahnärzte zählt Macher bereits zu den grenzenlosen Helfern. Das Geld investieren sie ausschließlich selbst vor Ort, damit es nicht in dunklen Kanälen versickert und bei korrupten Beamten landet.

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1051198&kat=10

carlos  
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"Zahnärzte für Indien"

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