Zahnarzt auf gefährlicher Mission in Afrika

#1 von carlos , 22.05.2020 23:51

Vor zwei Monaten wäre Dr. Rainer Schwedt eigentlich nach Namibia aufgebrochen. Dort leistet der aus Heusweiler stammende Zahnarzt seit acht Jahren zahnmedizinische Aufbauhilfe. Eine Privatreise im Jahr 2010 habe Schwedt so von dem Land im Süden Afrikas begeistert, dass er sich zum Ziel gesetzt habe, den Menschen vor Ort zu helfen. „Ich habe so viel Glück gehabt, davon wollte ich einen Teil zurückgeben“, sagt Schwedt zu seiner Motivation, sich ehrenamtlich in Namibia zu engagieren.
Seit 2012 sei er jährlich mit wenigen Ausnahmen zweimal vor Ort gewesen. Hätte Corona nicht dazwischengefunkt, wäre er im Frühjahr zum 15. Mal nach Afrika geflogen. Anfangs war Schwedt für die Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Namibia unterwegs, seit 2017 versorgt er Bedürftige mit seinem eigenen Verein, der den Namen „namCare“ trägt. Mit den Erfahrungen aus sechs Jahren zahnärztlicher Hilfseinsätze habe er vor drei Jahren gemeinsam mit drei Kollegen den Entschluss gefasst, ein eigenes Konzept zur Versorgung der Hilfsbedürftigen auf die Beine zu stellen.
Da nicht jeder potenzielle Patient aus zwei Millionen Einwohnern von den deutschen Ärzten behandelt werden könne, sei am Ende beschlossen worden, sich bei der Versorgung auf ein fest bestimmtes Areal zu beschränken.


Aus diesem Grund befindet sich das Einsatzzentrum von „namCare“ seit 2017 in Sesfontain im Nordwesten Namibias. Rund um den Ort herrsche eine Mangelversorgung in allen medizinischen Bereichen, erzählt Schwedt. Im Umkreis von 400 Kilometern gebe es keinen einzigen Arzt. Vor wenigen Jahren sei dort deswegen das „Health Care Center“ entstanden, ein Gebäude mit knapp 30 Behandlungsräumen, in dem zwei Krankenpfleger arbeiten, die anders als in Deutschland auch anfallende Operationen wie Kaiserschnitte machen.
Wegen der über die Jahre entstandenen Beziehungen zum örtlichen Gesundheitsministerium seien drei Zimmer für Schwedts Team reserviert. Neben zwei Behandlungszimmern nutze der Verein den dritten Raum als eine Art Lager. Rund 80 Kilogramm wiege das Reisegepäck bei jeder Tour. Neben allerlei Geräten sei vor allem auch die eigene Schutzausrüstung wichtig. Die Mehrheit seiner Patienten in Namibia sei an HIV, Hepatitis oder Tuberkulose erkrankt. Daher seien zwei Paar Handschuhe sowie Visier und Mundschutz bei jeder Behandlung Pflicht.

Besonders am Herzen liegt Schwedt die nachhaltige Entwicklung der medizinischen Versorgung. Deswegen kann er es kaum abwarten, wieder nach Sesfontain zu reisen. „Ich hoffe, dass im Juli die Grenzen in Namibia aufgehen und wir spätestens im August wieder vor Ort sein können“, sagt Schwedt. Die ausgefallene Reise im Frühjahr werde dafür sorgen, dass er und seine Kollegen mit ihrer Arbeit zunächst zurückgeworfen werden. Denn viele seiner Patienten kämen nur bei akuten Notfällen zur Behandlung.In Zukunft müsse das Bewusstsein dafür hergestellt werden, sich auch vorsorglich behandeln zu lassen. „Es wird ein Mammutprojekt, den Menschen der Region klarzumachen, unser Angebot zu nutzen, obwohl sie noch keine Schmerzen haben“, sagt Schwedt.


Ein gewisses Vertrauen habe sich sein Team allerdings über die Jahre erarbeitet. Mittlerweile kämen sogar die „Himbas“ in Behandlung, ein eingeborener Stamm, der in ursprünglicher Form in einer eigenen Gemeinschaft lebt. Für eine Behandlung von Schwedts Team nähmen die „Himbas“ teils mehrere Tagesmärsche auf sich.

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RE: Zahnarzt auf gefährlicher Mission in Afrika

#2 von carlos , 22.05.2020 23:51

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