,Hilfe direkt Oldenburg-Sierra Leone ViB‘

#1 von carlos , 18.05.2019 17:42

Sierra Leone und Nepal sind nicht Oldenburg. Wo Wiebke Behrens und Dr. Manfred Meyer im Einsatz sind, sehen viele Menschen zum ersten Mal einen Zahnarzt – eine besondere Herausforderung.

Mindestens ein Mal im Jahr gehen die meisten Menschen in Deutschland zum Zahnarzt – nur um ihre Zähne untersuchen zu lassen. Wie man seine Zähne richtig reinigt, lernen Kinder hierzulande bereits, bevor sie in die Schule kommen. Doch das ist nicht überall auf der Welt so.

Vor allem in entlegenen Gebieten in Entwicklungs- und Schwellenländern ist die gesundheitliche Versorgung aus Sicht einer Industrienation wohl ehr als rudimentär zu bewerten, wenn sie überhaupt vorhanden ist. Um Menschen aus diesen Regionen eine gesundheitliche Grundversorgung zu bieten, gibt es Ärzte aus verschiedenen Ländern, die ehrenamtliche Einsätze in diese Gebiete unternehmen. So auch Wiebke Behrens und Dr. Manfred Meyer aus Oldenburg, die als Zahnärzte in Afrika und Asien unterwegs sind.
Nepal, Indien, Mongolei

„Am Anfang ist man geschockt von dem, was man zu sehen bekommt“, berichtet Wiebke Behrens, die normalerweise in Oldenburg als Zahnärztin arbeitet und schon mehrfach in Nepal, aber auch in Indien und der Mongolei gearbeitet hat.

„Ich hatte immer schon den Wunsch, zu reisen“, sagt die 35-Jährige. Nach Abschluss ihres Studiums und der Assistenzzeit erfüllte sie sich diesen Traum mit mehreren Asienreisen, die sie immer auch nutzte, um den Menschen vor Ort zu helfen.
Der Einsatz im Ausland für Zahnärzte

Zahnärzte, die einen freiwilligen Einsatz im Ausland leisten wollen, finden hier Ansprechpartner:

Nach Nepal entsendet der Verein Desoca Zahnärzte für mindestens 14 Tage. Die Kosten für Teilnehmer belaufen sich pro Einsatz auf etwa 800 Euro.

Nach Sierra Leone entsendet der Verein „Hilfe Direkt Oldenburg-Sierra Leone ViB“ Zahnärzte für mindestens drei Wochen. Weitere Fragen werden unter Telefon  04 41/ 50 22 85 (Gisela Bednarek) beantwortet.

    www.desoca-nepal.de

    www.hilfe-direkt.info

„Am Anfang war ich über die Organisation ,Zahnärzte ohne Grenzen‘ unterwegs, wollte dann aber irgendwann mein eigenes Ding machen. Deshalb habe ich viele Kollegen angeschrieben, in der Hoffnung so an Kontakte nach Nepal zu kommen. Schließlich habe ich mich entschlossen, mit meiner Kollegin Dr. Elke van Engelen aus Bad Bentheim, die ich auf diesem Weg kennengelernt habe, den Verein „Dental and Social Care for Nepal“ (Desoca) zu gründen. Übersetzt heißt das etwa so viel wie zahnärztliche und soziale Hilfe für Nepal“, erklärt Behrens.
Rucksack-Behandlung

Der Verein habe dann Kontakt zu Hilfsorganisationen in Nepal gesucht, um Einsätze vor Ort zu koordinieren. „Wir haben damals Zahnmedizin aus dem Rucksack angeboten“, erinnert sich die Zahnärztin an die Anfänge. „Vor allem haben wir aber Aufklärungsarbeit in Schulen geleistet und die Zähne der Kinder in Reihenuntersuchungen kontrolliert. Wenn wir Behandlungen angeboten haben, ging es in den meisten Fällen darum, Zähne zu ziehen“, erinnert sich Behrens.

Leider sei es in vielen Fällen zu spät für die Behandlung eines kranken Zahnes. „Da geht es in erster Linie darum, den Menschen die zum Teil höllischen Schmerzen zu nehmen und die anderen Zähne zu schützen“, erklärt sie ihre Arbeit. „Aber irgendwann war uns das Zähneziehen nicht mehr nachhaltig genug, deswegen haben wir das Konzept unserer Arbeit geändert.“
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Sie sorgen weltweit für gesunde Zähne

Weil der Eingriff an einem von Karies befallenen Zahnes ohne Strom nicht möglich sei, denn gebohrt werden müsse da in jedem Fall, hätte sich der Verein nach einer Möglichkeit der stationären Behandlung umgesehen. „Mit Dr. Klaus Eckert aus Bremen haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der zwei Kliniken in Nepal gebaut hat und auf der Suche nach Zahnärzten war“, berichtet Behrens. Seit 2017 gibt es die Zusammenarbeit mit Eckert mittlerweile. „Wir behandeln an zwei Orten in Nepal und können durch die dauerhafte Stromversorgung mittlerweile Behandlungen wie in Deutschland anbieten“, freut sich die Zahnärztin. Am wichtigsten sei aber immer noch dir Aufklärungsarbeit, damit die Menschen ihre Zähne richtig pflegen.
Die Zahnstation in Afrika

Eine eigene Zahnstation im Ausland gebaut hat auch Dr. Manfred Meyer aus Oldenburg. Der Zahnarzt engagiert sich im westafrikanischen Sierra Leone, einem der ärmsten Länder der Welt. „Ich erfuhr über einen Freund vom Verein ,Hilfe direkt Oldenburg-Sierra Leone ViB‘, der seit 1988 verschiedene Projekte in dem Land betreut“, berichtet Meyer. Darunter sei auch ein Krankenhaus in der Stadt Bo, dem die Zahnstation angegliedert ist.

Den Aufbau der Zahnstation begann Meyer 2016 zu planen. „Ich habe 1,5 Jahre lang Instrumente gesammelt, die hier in Deutschland nicht mehr benötigt wurden, bis ich die nötige Ausstattung zusammen hatte“, berichtet er. Im Jahr 2017 eröffnete Meyer die Station.

Da er nicht das ganze Jahr in Afrika sein könne, verfolge die Station das Konzept, dass Zahnärzte aus aller Welt hier auf freiwilliger Basis ihre Arbeit verrichten können. Ansprechpartner sei der Verein Hilfe direkt Oldenburg-Sierra Leone. „Deshalb kommt es zeitweise leider auch vor, dass wir keinen behandelnden Zahnarzt in Bo haben“, berichtet Meyer, der selbst etwa zwei Monate pro Jahr vor Ort ist.
Arbeit ist oft nicht leicht

Dass die Arbeit in Sierra Leone oft nicht leicht ist, musste der Ruheständler schon häufig erleben. „Die Fachkräfte vor Ort sind oft nur schlecht ausgebildet. Deshalb habe ich mein Personal selbst geschult. Zu Beginn hatten wir keine funktionierende Wasserversorgung und die Bundeswehr-Stromgeneratoren liefen nicht.“

Er habe schnell gelernt, dass Improvisationsgeschick hier eine Schlüsselkompetenz ist und die Behandlungen sich von denen in Deutschland sehr unterscheiden. „Leider bin ich in Bo der einzige echte Zahnarzt in einem Umkreis von etwa 150 Kilometer“, berichtet Meyer. Deshalb, und weil sie die Zahnstation oft nicht kennen, kämen die Menschen meist, wenn es schon viel zu spät sei.

„Ich muss oft Zähne ziehen, in vielen Fällen gleich mehrere und manchmal riesige Abszesse behandeln. Deshalb habe ich ein zahntechnisches Labor eingerichtet, um Prothesen wie Kronen oder Brücken anfertigen zu können“, sagt Meyer, der gerne einen Zahnarzt vor Ort ausbilden würde, um die Station dauerhaft besetzt zu wissen.
Behandlungskoffer mit Generator

Anders als Wiebke Behrens will Manfred Meyer auch in den entlegeneren Regionen ohne Infrastruktur Menschen behandeln. Dafür hat er sich einen zahnärztlichen Behandlungskoffer mit Generator besorgt, den er auf diese Einsätze mit sich führt. „Bisher haben wir immer nur Tagestouren gemacht, wir wollen künftig aber auch mehrtägige Touren unternehmen, denn der Bedarf an zahnärztlicher Versorgung ist enorm.“ Diese Einschätzung teilt auch Wiebke Behrens.

Beide Zahnärzte würden sich über mehr Unterstützung für die Vereine wünschen, über die sie sich in den entlegenen Regionen im Ausland für die Gesundheit der Menschen einsetzen.

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RE: ,Hilfe direkt Oldenburg-Sierra Leone ViB‘

#2 von carlos , 18.05.2019 17:42

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