Äthiopien: Südtiroler Zahnärzte nur Stunden vorher an Bord der Boeing

#1 von carlos , 09.04.2019 16:27

2 Südtiroler Zahnärzte sind nur wenige Stunden vor dem tödlichen Flugzeugabsturz in Äthiopien ebenfalls in eine Maschine der Ethiopian Airlines 737 MAX 8 von Addis Abeba nach Nairobi gestiegen. Dies erzählt Andreas Ploner, Zahnarzt und Koordinator eines Zahnarztprojektes der Südtiroler Ärzte für die Welt, der mit den beiden bis vor wenigen Tagen im äthiopischen Krankenhaus Attat zusammen arbeitete.

Die beiden Südtiroler Zahnärzte Peter Santoro (32) und Franziska Widmann (30) waren zum ersten Mal in Attat im Einsatz und zeigten sich begeistert, erzählt der Bozner Zahnarzt, Andreas Ploner, gegenüber STOL. Seit 5 Jahren leitet und koordiniert er das Zahnarztprojekt der Südtiroler Ärzte für die Welt. Er selbst fliegt 2 Mal im Jahr nach Äthiopien, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Sein langfristiges Ziel ist es, den Menschen vor Ort mit Hilfe anderer Zahnärzte einen kontinuierlichen zahnärztlichen Dienst anbieten zu können.

Gleiche Strecke, gleiche Airline, gleicher Typ

Der letzte Hilfseinsatz liegt nur wenige Tage zurück. Nachdem die Mediziner am 27. Februar nach Äthiopien gekommen waren, begaben sich die 3 Südtiroler Ärzte nach 12 Tagen intensiven, medizinischem Einsatz im Krankenhaus dann am vergangenen Freitag gemeinsam zum Bole International Airport von Addis Abeba. Während Ploner zurück nach Europa flog, wollten Santoro und Widmann noch einige Tage Urlaub in Kenia verbringen. Und stiegen um 23.15 Uhr in ein Ethiopian Airlines-Flugzeug des selben Typs, das zwei Tage später abstürzte und 158 Menschen das Leben kostete. (STOL hat berichtet) Ob es exakt dieselbe Maschine war, ist nicht klar.

„Ich bekam einen Schrecken, als ich davon hörte“

Wie Ploner erzählt, stockte ihm, als er vom schrecklichen Unglück hörte, der Atem. „Ich bekam schon einen riesen Schrecken und Gänsehaut. Solange ich nicht sicher war, dass alle wohlauf sind und keiner von uns an Bord der Maschine, war ich in großer Sorge. Doch mittlerweile hatte ich kurz Kontakt mit Peter und Franziska, wenn auch nur per What's App. Es geht ihnen gut, vielleicht haben sie auch noch gar nichts vom Absturz mitbekommen, da sie sich auf Safari befinden und kaum Internet haben“, so Ploner. „Wir sind jedenfalls alle erleichtert. Das Unglück an sich ist natürlich trotzdem eine Katastrophe und macht mich betroffen, auch wenn ich niemanden der Opfer persönlich kannte.“

Zum Projekt

Seit Jahren unterstützen die Südtiroler Ärzte für die Welt, dessen Präsident Dr. Toni Pizecco ist, das Krankenhaus Attat in Äthiopien. Es befindet sich in ländlicher Gegend 180 Kilometer südwestlich von Addis Abeba in der Region Gurage. In einem Einzugsgebiet von 1.000.000 Einwohnern ist es das einzige Spital weit und breit. Das Krankenhaus verfügt über 65 Betten, eine Erste-Hilfe Abteilung, einen Operationssaal, einen Kreissaal, ein Labor, eine Apotheke, eine Abteilung für AIDS Patienten und eine Mutter-Kind Abteilung. Kranke kommen aus entlegenen Dörfern und laufen viele Stunden, wenn nicht sogar Tage zu Fuß, um medizinische Hilfe zu erhalten. Probleme während der Schwangerschaft und bei der Geburt, Malaria, HIV, Tuberkulose, Bronchialinfekte und Unterernährung sind die häufigsten Krankheitsbilder.

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RE: Äthiopien: Südtiroler Zahnärzte nur Stunden vorher an Bord der Boeing

#2 von carlos , 09.04.2019 16:27

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