Zurück aus der Hurricanzone

#1 von carlos , 21.01.2018 22:59

Zurück aus der Hurrikan-Zone von Team I, die Teams 2 und 3 sind noch bis Ende September/Anfang Oktober in der Karibik in Sachen zahnärztliche Hilfe unterwegs, möchten wir uns bei Ihnen allen für die großzügige Unterstützung und freundliche Hilfe in vielen Sachfragen bedanken. Soweit man das bis einschließlich heute sagen kann, haben unsere Teams den Naturgewalten widerstanden, auch diese Phase immer noch nicht ausgestanden ist. Nach unserem Kenntnisstand waren, beziehungsweise sind in diesem Sommer mindestens 25 Gruppen oder Einzelpersonen in Sachen Hilfsmissionen weltweit unterwegs. Ein sehr große Hilfe waren selbstredend die Materialspenden, persönlich gefreut hat uns, dass wir immer sehr zügig Antwort auf Fragen zur Technik und Materialien bekommen haben. Gerade aktuell haben uns die prompten Antworten hinsichtlich der HS-Codes für den Zoll oder die Umschaltung Europäischer Stromnormen auf die amerikanischen Spannungen sehr geholfen.

Eine große Auswahl an Fotos finden Sie auf den Social-Media-Seiten wie zum Beispiel bei Facebookhttps://www.facebook.com/Diano-Dental-International-Aid-Networking-Organisation-321451597915246/

Auch die ZM berichtete vor einigen Wochen über die Einsätze während des Hurrikans

DIANO konnte im Zeitraum Mai bis August gut 6 Tonnen an Spenden verschicken. Die Schwergewichte wie Kompressoren und Sterilisatoren stammten aus Praxisauflösungen, die kleinen und feinen Dinge kamen von der Industrie und in der Summe ergab sich die perfekte Mischung. Damit konnten sowohl die Teams, die gerade unterwegs sind ausgestattet werden, ein großer Teil kommt jedoch verschiedenen Universitätszahnkliniken zugute. Unterstützt werden vor allem die Universitäten in Port au Prince in Haiti, Kingston, Jamaika, sowie Santiago in der Dominikanischen Republik als auch Manzanillo in Kuba. Des Weiteren wurden und werden Gesundheitsposten in abgelegenen Regionen von Haiti und der Dominikanischen Republik ausgerüstet. Ebenso unterstützt werden mobile Kliniken in beiden Ländern genauso wie in Jamaika. Da diese Art von Aktionen nicht ohne Spuren zu hinterlassen ablaufen, konnten wir eine Vielzahl von Fotos machen, die sich auf unserer Facebookseite finden.

Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme an der Operación Smile in Santiago. Bei diesem Einsatz wurden 50 Spaltkinder behandelt – dabei kamen 50 Freiwillige zum Einsatz. Genauso umfangreich sind die derzeit noch laufenden Einsätze im Rahmen der Great-Shape-Mission in Jamaica, bei der pro Woche 60 Freiwillige in abgelegene Regionen ziehen, wobei hier etwa 1000 Patienten behandelt werden – pro Woche. Auch hier waren zum ersten Male Studierende aus Deutschland beteiligt. Viele kleinere Projekte, wie etwa im Norden von Haiti wurden von uns erst angestoßen und werden nach und nach ausgebaut. Andere, wie etwa di eMonkey Jungle Clinic im Norden der Dominikanischen Republik sind im Rahmen des langfristigen Erhalts sehr froh über die Unterstützung aus Deutschland. Gerade hier wäre es sehr hilfreich, wenn wir Techniker finden würden, die uns bei der Wartung der Einheiten zur Hand gehen könnten.

DIANO versteht sich als Netzwerk und unterhält gute Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen, die sich auf andere Regionen spezialisiert haben, in denen es ebenso großen Bedarf für Hilfseinsätze gibt. Auch von diesen Seiten haben wir nur Positives hinsichtlich der Unterstützung aus Deutschland erfahren. Anlässlich des Zahnärztetags am 11. November in Frankfurt wird es eine von uns initiierte Austauschrunde der dentalen Hilfsorganisationen geben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieser Erfahrungsaustausch allen beteiligten Organisationen zugutekommt.

Für mich sind die Erfahrungen eine win-win-Situation: an erster Stelle steht die soziale Verantwortung des zahnärztlichen Fachbereichs, die zunehmend wahrgenommen wird. Die Zusammenarbeit zwischen jungen Kolleginnen und Kollegen mit erfahrenen älteren, nicht selten bereits im Ruhestand stehende Persönlichkeiten wird von allen Seiten als sehr angenehm empfunden. Die Älteren freuen sich über die Wertschätzung des Erfahrungsschatzes, die Jungen über deren Weitergabe und von beidem profitieren Patienten, die sonst kaum in den Genuss einer zahnärztlichen Behandlung kommen würden. Einen Zugewinn an Lebenserfahrung in einem anderen Kulturkreis haben alle Beteiligten. Zudem hat man die Gelegenheit, mit Materialien und Instrumenten zu arbeiten, die man von zu Hause aus nicht unbedingt kennt, was sicherlich ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Option ist. Gleichzeitig werden Bestände aufgebraucht, die von der Qualität her noch einwandfrei sind, aber aus irgendwelchen Gründen nicht mehr in den Verkauf kommen. Auch dies trägt letztlich wieder zum guten Ruf der qualitativ hochwertigen Produkte bei und so sind wir nicht zuletzt wegen der Mitbringsel immer und überall gerne gesehene Gäste ;-)

DIANO steht für Dental International Aid Networking Organisation und ist hauptsächlich in Haiti, Jamaika, der Dominikanischen Republik und Kuba tätig. Dabei steht die Entsendung von Freiwilligenteams genauso im Vordergrund wie die Unterstützung der Ausbildung im jeweiligen Land. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vermittlung von Expertenwissen („Senior Expert Service“) als auch die Unterstützung mit Materialien. Dies gilt zum Beispiel besonders für Kuba. In diesem stark unterversorgten Land war schon manche Lieferung die Rettung in letzter Minute. Ein besonderes Anliegen von DIANO ist es, die verschiedenen Hilfswerke stärker zu vernetzen. Es zeigte sich immer wieder, dass überall auf der Welt ähnliche Erfahrungen gemacht werden. Sich über diesen Erfahrungsschatz auszutauschen ist deshalb ein ganz besonderes Anliegen, schließlich profitieren alle davon, und dies trägt wesentlich dazu bei, unsere Einsätze effektiver zu gestalten. Denn Bedarf gibt es auch weiterhin noch genug und nicht zuletzt deshalb ist es uns ein Anliegen, dass dieses Thema weiterhin ganz oben auf der Agenda steht.

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