Kärntner des Tages: Ein Helfer Zahn um Zahn

#1 von carlos , 25.08.2015 08:45

Der 61-jährige Ferdinand Haberl, Arzt aus Liebenfels, arbeitete ehrenamtlich in der Mongolei und musste dafür sprichwörtlich die Zähne zusammenbeißen.

Wenn Ferdinand Haberl von seinem dreiwöchigen Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in der Mongolei berichtet, steht die Erinnerung an die schwierigen Arbeitsbedingungen im Vordergrund: „Die hygienischen Zustände im Krankenhaus waren eine Katastrophe. Es gab nur kaltes Wasser und immer wieder Stromausfälle.“

Der pensionierte Liebenfelser Zahnarzt behandelte mit seinem Team im Krankenhaus von Tsetserleg, einer knapp 20.000 Einwohner großen Stadt, im Schnitt 50 Patienten pro Tag. „Hauptsächlich waren Zähne zu entfernen sowie Füllungen aus Kunststoff und Zement zu machen. In der Mongolei ist Amalgam verboten. Die Kinder essen und trinken zu viel Süßes, es gibt keine Aufklärung und die Eltern sind uneinsichtig“, weiß der 61-Jährige, der in Innsbruck studiert und in Klagenfurt seinen Turnus absolviert hat.

Füllung und Spritzen


Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen organisiert seit 2006 medizinische Hilfseinsätze in bedürftigen Regionen der Welt. Zu Haberls Einsatz in die Mongolei brachte er zahnmedizinische Instrumente, Füllungsmaterial, Spritzen und steriles Verbrauchsmaterial selbst mit: „Eine Dentalfirma war extrem großzügig. Ich hatte ungefähr 25 Kilo im Gepäck, aber das war immer noch zu wenig.“


Gemeinsam mit Haberl arbeiteten 43 deutsche Zahnärzte und Assistenten in verschiedenen Regionen der Zentralmongolei ehrenamtlich, die Reisekosten hatte jeder selbst zu tragen. „In meinem Team in Tsetserleg waren noch eine Zahnärztin und zwei Assistentinnen sowie ein Dolmetscher. An dem Krankenhaus mit einem Einzugsgebiet von rund 90.000 Menschen gibt es nur eine einzige Kieferchirurgin, die noch nie in ihrem Leben Urlaub hatte“, erzählt der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder (27, 25 und 23 Jahre alt).
An einem Tag wurden er und sein Team im Zuge eines Ausflugs in ein typisches Dorf mit Jurten – das sind runde Zelte – köstlich bewirtet, unter anderem mit Käse und gegorener Stutenmilch. Haberls Resümee ist zugleich mit einem Appell verbunden: „Es war ein besonderes Erlebnis und eine Herausforderung. Jeder Arzt sollte so etwas einmal in seinem Leben machen.“

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RE: Kärntner des Tages: Ein Helfer Zahn um Zahn

#2 von carlos , 25.08.2015 08:46

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