Aus der Praxis nach Namibia

#1 von carlos , 16.06.2013 23:09

Für ihren ehrenamtlichen Einsatz sucht Sylvia Gabel noch Unterstützer: Firmen und Zahnärzte, die Bohrer oder Betäubungsmittel spenden möchten, sollen sich bei der Gummersbacherin melden.

Vor Sylvia Gabel liegt eine ausgebreitete Landkarte von Namibia. Mit dem Zeigefinger fährt sie die eingezeichneten Straßen ab und schüttelt ein ums andere Mal den Kopf: „Das kommt mir alles noch so unwirklich vor.“

In vier Wochen macht sich die zahnmedizinische Fachassistentin auf den langen Weg nach Afrika. 17 Stunden wird sie unterwegs sein, mit Zwischenstopp in Johannesburg, bis sie am 13. April endlich in dem Wüstenland im südwestlichen Afrika landet.

Vor Sylvia Gabel liegt keine Urlaubsreise. Die zweifache Mutter und inzwischen sogar zweifache Oma reist für die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ ins nördliche Namibia, um dort mit Kolleginnen und Kollegen die Dentalversorgung der Menschen sicherzustellen, die sich den Besuch eines Zahnarztes nicht leisten können. Mit an Bord werden neben einem Oralchirurgen und einer Zahnärztin noch eine weitere zahnmedizinische Fachangestellte sein.

In Lindlar leitet Sylvia Gabel die Prophylaxeabteilung einer großen Zahnarztpraxis. Was sie allerdings in Namibia erwartet, davon kann sie sich noch kein Bild machen. Sowohl in der Klinik in Grootfontein wird die Expertin eingesetzt, als auch in zwei so genannten mobilen Stationen im Umland. Dass es kein Spaziergang wird, das ist der forschen Gummersbacherin klar: „Mein Kollege, der schon einmal da war, hat berichtet, er habe in zwei Wochen 450 Zähne entfernt.“

Einzig die Unterkunft wird den Helfern von der Organisation gestellt; um Flug und Verpflegung müssen sich Ärzte und Assistenten selbst kümmern. Ebenso wie um das medizinische Gerät und Medikamente. Die nächsten vier Wochen wird Sylvia Gabel neben ihrem Impfmarathon damit beschäftigt sein, auf Fachmessen, bei Zahnärzten und Dentalgeräteherstellern um Zangen, Diamantbohrer und Anästhetika zu „betteln“, wie sie es selbst formuliert. „Und wenn ich alles zusammen habe, brauche ich noch einen Sponsor, der mir das Übergepäck finanziert.“

Sylvia Gabel ist im Landesvorstand des Verbands medizinischer Fachberufe aktiv und ein quirliger Charakter. Auf ein Inserat in einer Fachzeitschrift hin hat sie sich für den Einsatz bei „Zahnärzte ohne Grenzen“ beworben: „Man muss gesund, flexibel und belastbar sein“, fasst sie das Anforderungsprofil zusammen. Das sei sie, doch was Afrika sonst noch für Anforderungen stellt, darauf ist sie wahrlich gespannt.

Namibia ist mit einer Quote von 13 Prozent eines der fünf am schlimmsten von der Immunschwäche-Krankheit Aids betroffenen Ländern der Welt. Jede fünfte schwangere Frau ist mit dem HI-Virus infiziert. Für Sylvia Gabel kein Schreckgespenst: „Wir werden uns ausreichend schützen.“

Wer Sylvia Gabel mit Material unterstützen möchte, kann sie unter (0 22 61) 5 07 42 71 oder unter sylviagab@aol.com kontaktieren.

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RE: Aus der Praxis nach Namibia

#2 von carlos , 16.06.2013 23:09

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