„Dr. Martin Andreas Stiftung – Ärzte für Kinder in Not“

#1 von carlos , 13.05.2013 23:00

Seine Stiftung rettet Kinderleben

Mit seiner gleichnamigen Stiftung hat der Landauer Zahnarzt Dr. Martin Andreas in verschiedenen Entwicklungsländern schon vielen Kindern medizinische Hilfe geleistet. Und damit sicherlich so manches Leben gerettet.

"Groß hausieren“ möchte Dr. Martin Andreas, wie er selbst sagt, nicht mit seiner Stiftung gehen. Aber sein Licht unter den Scheffel stellen muss der Zahnarzt aus Landau nun auch wieder nicht. Denn die von ihm Ende 2005 gegründete „Dr. Martin Andreas Stiftung – Ärzte für Kinder in Not“ hat mittlerweile etwa 1.800 Kindern in zehn Entwicklungsländern nachhaltige medizinische Hilfe ermöglicht, vor allem, aber nicht nur, auf operativem Wege. Ohne diese Hilfe wären viele dieser Kinder sicherlich gar nicht mehr am Leben.

„Nachhaltig“ ist dabei das Stichwort, wie Dr. Andreas erklärt: „Wir arbeiten nach dem ‚Once-and-forever‘-Prinzip, das heißt, unsere Hilfeleistungen sind auf ein dauerhaftes Ergebnis angelegt. So ist man auch weniger in die Infrastruktur in den Ländern selbst verstrickt, es gibt also weniger Leute, die die Hand aufhalten.“

Aber wie kommt man dazu, medizinische Einsätze unter oft sehr schwierigen Bedingungen in Ländern wie Indien, Sri Lanka oder Nepal – wo Andreas schon selber war – zu unternehmen und dann auch noch eine Stiftung dafür zu gründen? Offenbar fast von allein: „Ich habe schon immer solche Sachen gemacht, die ersten Einsätze 1997 nach meinem Examen“, sagt der 42-jährige Mediziner. Davor (und später noch ehrenamtlich) war er im Rettungsdienst tätig.

Der ganz große „Wendepunkt“ war dann ein Einsatz im Nepal 2005, wo Andreas bei der zahnärztlichen Versorgung im Kinderkrankenhaus in Kathmandu half. „Da habe ich ein Mädchen kennengelernt, mit zwei Jahren genauso alt wie meine Zwillingstöchter damals, die war am ganzen Körper verbrannt. Das ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt, das hat mir schier das Herz zerrissen“, berichtet der Landauer. „Dieses eine Kind habe ich gezielt gefördert, sonst hätte es sicher nicht überlebt.“

Ein Erlebnis, das als Initialzündung für die Gründung der Stiftung wirkte. Anfangs konzentrierte sich diese ausschließlich auf chirurgische Projekte. „Wir haben Teams aus drei bis fünf Ärzten organisiert, die jeweils in ihrem Urlaub unentgeltlich operiert haben“, so der Stiftungsgründer.


Von da ab wurden die Einsatzgebiete der Stiftung, ermöglicht durch stetig steigende Spenden und Zustiftungen, immer mehr erweitert: 2007 etwa mit sogenannten „OP-Camps“ in Nepal und Indien, wo deutsche Chirurgen-Teams in ihrem Urlaub an Gastkrankenhäusern verletzte und/oder erkrankte Kinder operierten.

2009 stellte Andreas die Stiftungsarbeit auf eine noch breitere Basis: „In dem Jahr war ich in Kalkutta, in den Slums, und was ich da gesehen habe, hat mich dazu bewogen, künftig auch die begleitende, basismedizinische Versorgung, beispielsweise Impfungen, aber auch die ‚Aufpäppelung‘ von akut vom Hungertod bedrohten Kindern zu ermöglichen.“ Das zentrale Dauerprojekt seitdem ist die Unterstützung des „Puspha Home“, ein kleines Kinderkrankenhaus mit etwa 30 Betten in Kalkutta, das 2007 unter Leitung der „German Doctors“ der „Ärzte für die 3. Welt“, einem Stiftungspartner, in den Slums seine Arbeit aufnahm.

Für den Landauer zählt immer der persönliche Kontakt und das Vertrauen zu den Ärzten vor Ort (zu denen er oft genug selber gehört), die exakte Kostenkontrolle – und natürlich der hohe medizinische Standard. „Ich bin ein misstrauischer Niederbayer“, lächelt der Zahnarzt, „ich habe ein natürliches Misstrauen gegenüber großen Organisationen. Wir setzen deswegen auf punktgenaue Unterstützung und die unmittelbare Projektkontrolle. Bei uns ist im Detail nachweisbar, welches Kind wie behandelt wurde.“ Gerade in der medizinischen Entwicklungshilfe sei ein gesundes Misstrauen sehr wichtig – „das kann auch mal unangenehm werden“.

Der Umgang mit den Patienten dagegen selten. Aus dem zieht Andreas seine Hauptmotivation: „Ich bin selbst ein extrem dankbarer Mensch. Ich bin dankbar, dass ich in Deutschland leben darf. Wenn man das Elend in diesen Ländern sieht, lässt einen das nicht mehr los. Das kann man schwer in Wort fassen, das muss man erfühlen. Die Dankbarkeit in den Augen dieser Kinder ist jedenfalls mit nichts aufzuwiegen.“

Eine Einstellung, die er auch seinen eigenen vier Kindern (neben erwähnten Zwillingstöchtern eine weitere Tochter und ein Sohn) vermitteln möchte. „Mir war das immer wichtig, dass ich den Kindern von meinen Erlebnissen berichte. Die sollen das mitkriegen“, sagt der Landauer. Nun würden sie ihm jedes Mal etwas vom eigenen Spielzeug mitgeben, wenn er wieder zu einer Hilfsmission aufbreche.

Ohne Familie würde es ohnehin nicht gehen, da ist Andreas viel zu sehr Familienmensch: „Meine Frau ist wirklich meine gute Seele, sie gibt mir Freiraum und Unterstützung. Auch meine Eltern helfen mit, mein Vater übernimmt die bürotechnische Abwicklung der Stiftung.“ Als Ausgleich sei ein regelmäßiger Familienurlaub mit Frau und Kindern dafür selbstverständlich. „Das darf man nicht vernachlässigen“, betont Andreas.

Mit der Dr. Martin Andreas Stiftung soll es natürlich möglichst noch weiter bergauf gehen. Neben kleineren Projekten wurde 2010 nach der Erdbeben-Katastrophe in Haiti erstmals ein Katastrophen-Hilfsprojekt für Kinder gestartet. Ebenso engagiert sich die Stiftung seit 2011 in der Dürre-Katastrophe in Ostafrika. Seitdem gibt es auch einen „kleinen Topf“ für Katastropheneinsätze.

Und vielleicht lässt sich Martin Andreas‘ „große Vision“ für die Zukunft einmal realisieren: Ein eigenes kleines Stiftungs-Krankenhaus an einem der medizinischen (Armuts-)Brennpunkte dieser Welt. Zu wünschen wäre es ihm.

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RE: „Dr. Martin Andreas Stiftung – Ärzte für Kinder in Not“

#2 von carlos , 13.05.2013 23:00

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