Tübinger Studenten sind in der Entwicklungshilfe aktiv

#1 von carlos , 17.05.2012 23:14

Tübinger Studenten sind in der Entwicklungshilfe aktiv
Tobias Herbers

Die Tübinger Studentengruppe "you-manity" engagiert sich seit 2009 für verschiedene Hilfsprojekte in der dritten Welt. Durch die Bildung eines bundesweiten Netzwerks gelang es den Studenten bereits mehrere Projekte zu unterstützen. Außerdem konnte mit "Doc on Bike" ein eigenes Projekt in Uganda gestartet werden. Dabei erhält die Initiative zum Beispiel Unterstützung vom "Deutschen Institut für Katastrophenmedizin" sowie von der Universität Tübingen selbst.

Übersicht

Bundesweites Netzwerk mit Tübinger Wurzeln
Internationale Hilfsprojekte
Weiterbildung als Grundlage effektiver Hilfe
Jeder kann etwas bewegen
Links

you-manity Gruppe aus Tübingen
you-manity Gruppe aus Tübingen

Bundesweites Netzwerk mit Tübinger Wurzeln Nach oben hoch

Die im Herbst 2009 geschaffene Studentengruppe "you-manity" zeigt eindrucksvoll wie aus einer einfachen Tübinger Studentengruppe ein bundesweites Netzwerk für humanitäre Hilfe entstehen kann. Dabei setzt das interdisziplinäre Team auf die drei Säulen Netzwerk, Weiterbildung und Projekte.

Um die nötigen Rahmenbedingungen für das Projekt zu schaffen gliederte sich "you-manity" unter dem Dach der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin (DIFKM) an. Durch das weitere Anwerben von Partnern sowie durch ehrenamtliches Engagement schaffte die Gruppe es innerhalb von zwei Jahren mehrere Hilfsprojekte zu unterstützen und ein eigenes Projekt zu gründen. Hierfür wurden die Studenten mit dem "Sonderpreis für studentisches Engagement 2011" von der Universität Tübingen belohnt.

"you-manity - the humanitarian network", wie sich die Initiative mit vollem Namen nennt, will ihr Netzwerk nun bundesweit ausbauen und sich zu einer Plattform entwickeln, welche an Entwicklungsarbeit interessierte Studentengruppen zusammenführt. Aktuell gibt es bereits einen "you-manity" Ableger an der Universität Bochum. Die Bochumer Ortsgruppe entwickelte sich aus der "AG Menschenrechte" und wurde im November 2010 gegründet. Zuvor war die Bochumer Gruppe an die medizinische Fakultät angegliedert. In der Zukunft sollen weitere Ortsgruppen folgen.

Doch wer jetzt glaubt, dass "you-manity" eine rein medizinische Gruppe ist, hat sich geirrt. Da humanitäre Hilfe viele Facetten hat und mit administrativen, finanziellen, juristischen sowie auch mit medizinischen Aspekten für jeden etwas bietet, wird bei "you-manity" auf ein interdisziplinäres Team gesetzt. So sind bei den regelmäßigen Treffen Studenten jeder Fakultät stets willkommen. Nur so kann das Netzwerk auch in Zukunft zu einem starken Gegner gegen die Armut heranwachsen.

Internationale Hilfsprojekte Nach oben hoch

Damit das große Engagement der Tübinger Studenten auch wirklich bei den Menschen ankommt, unterstützt "you-manity" verschiedene Projekte im In- und Ausland. Dabei sind die Projekte normalerweise an Partnerorganisationen der Gruppe gebunden. Die Schwerpunkte dieser Programme liegen laut "you-manity" Richtlinien in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Handwerk, Landwirtschaft und Infrastruktur. Mit ausgewählten Projekten soll auch die humanitäre Soforthilfe in Krisengebieten gefördert werden. So war "you-manity" mit einzelnen Mitgliedern z.B. schon bei der Flutkatastrophe in Haiti 2010 im Einsatz. Solche Soforteinsätze werden in Kooperation mit der "Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin" sowie der Hilfsorganisation "Humedica" bewältigt.

Diese Familie aus Kisinga wird von "Doc on Bike" unterstützt
Diese Familie aus Kisinga wird von "Doc on Bike" unterstützt

Seit April 2011 hat es "you-manity" zusammen mit der Organisation "Schenke eine Ziege e.V." geschafft ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Das in Uganda beheimatete Programm "Doc on Bike" beschäftigt einen einheimischen Mediziner, der mit dem Motorrad entfernte Familien in Uganda erreichen kann. So können diese eine medizinische Grundversorgung erhalten. Die langfristige Finanzierung des Projekts soll durch ein eigens hierfür entwickeltes Versicherungssystem gewährleistet werden, das von den Familien in Uganda getragen wird. Nur durch die Einbeziehung der Bevölkerung kann das Projekt zukunftsfähig gemacht werden. Außerdem werden die teilnehmenden Familien zu Teilhabern des Projekts und erlangen so eine gewisse Verantwortung.

Healthofficer unterwegs in Uganda
Healthofficer unterwegs in Uganda

Weiterbildung als Grundlage effektiver Hilfe Nach oben hoch

Die Arbeit in der humanitären Hilfe fordert außer großem Engagement auch eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Auch dies ist bei "you-manity" durchaus bekannt, weshalb die Initiative auf die Basis der Weiterbildung ihrer Mitglieder setzt. Zum einen bringt jeder Student seine persönlichen Fähigkeiten aus dem jeweiligen Studienfach mit. Zusätzlich bekommen die Mitglieder eine fundierte Weiterbildung in Fragen der humanitären Hilfe. Das geschieht über ganz verschiedene Wege: Zum einen findet sich auf der "you-manity" Internetseite eine Lernplattform auf der man sich über die Entwicklungsarbeit informieren kann und Inhalte mit anderen Nutzern teilt.

Zusätzlich fand im Sommer 2011 die zweite Tübinger Sommerakademie für Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe statt. In Kooperation mit dem "Deutschen Institut für Katastrophenmedizin" und dem Universitätsklinikum Tübingen kamen insgesamt 45 Medizinstudenten aus ganz Deutschland nach Tübingen. Bei der siebentägigen Schulung wurde den Studierenden das Konzept der Katastrophenmedizin von erfahrenen Ärzten näher gebracht. Unter anderem unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers lernten die Teilnehmer hierbei besonders das Konzept der Triage kennen. Bei diesem erprobten Verfahren geht es darum, Verletzte nach ihrem Schwergrad zu beurteilen um damit eine gewisse Ordnung in Katastrophenmedizinische Lagen zu bringen. Bei einer anschließenden Praxis-Demo mit 50 Verletzten konnten die Studenten ihr gelerntes Wissen direkt in die Tat umsetzen.

Um die Weiterbildung seiner Mitglieder auch über den Raum Tübingens hinaus zu fördern, findet man auf der "you-manity" Internetseite regelmäßig weitere Angebote um sich fortzubilden. Hierbei handelt es sich größtenteils um deutschlandweite Tagungen auf dem Gebiet der humanitären Hilfe welche von Kliniken und anderen Organisationen angeboten werden.

Kathleens erster Patient
Kathleens erster Patient

Jeder kann etwas bewegen Nach oben hoch

Nach dem Motto: "Jeder kann etwas bewegen" bietet "you-manity" viele verschiedene Möglichkeiten an selbst aktiv zu werden. Die Bereiche sind dabei individuell und variieren bezüglich ihres Zeitaufwands und dem jeweiligen Wunsch tätig zu werden. Eine besondere Aktion ist dabei "Kaufen und Gutes tun". Bei dem von amazon.de unterstützen Programm erhält man die Möglichkeit über einen einfachen Button-Klick bare Münze an "you-manity" zu spenden, ohne dabei selbst in die Tasche greifen zu müssen. Wer nämlich seinen amazon.de Einkauf über den "you-manity" Einkaufsbutton tätigt, für den spendet das Onlinekaufhaus einen bestimmten Betrag an die Studenteninititative. Der Einkauf wird dabei für den Käufer nicht teurer.


Wer wirklich praktisch helfen will ist herzlich zu einem der regelmäßigen Gruppentreffen von "you-manity" eingeladen. Ort und Zeit hierzu findet man auf der Internetseite des Vereins. Wer nicht in Tübingen oder Bochum studiert ist herzlich eingeladen mit anderen Kommilitonen eine eigene "you-manity" Ortsgruppe zu gründen. Auch hierzu gibt es Informationen auf der Internetseite.

Rund um scheint es so, als würden die Studenten um "you-manity" auch weiterhin den Kampf mit humanitären Katastrophen aufnehmen und dabei stetig wachsen.

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Externer Link Hier gehts zur Website von you-manity.

carlos  
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RE: Tübinger Studenten sind in der Entwicklungshilfe aktiv

#2 von carlos , 17.05.2012 23:14

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