Die Brücke hat de Zahnarzt geschlagen

#1 von carlos , 19.03.2012 10:15

Die Brücke nach Warendorf hat Zahnarzt Dr. Klaus Menzel geschlagen. … Der Transporter wird voraussichtlich aber erst im November gen Afrika gelenkt.

Wer die 600 Kilometer von Warendorf aus nach München fährt, ist nach der Reise gestresst. Wenn Michael Bauer nur einen Bruchteil der Strecke in einer nordafrikanischen Steinwüste zurücklegt, hat er vermutlich anschließend vier Reifen gewechselt und zehn Liter Trinkwasser intus.

Und doch werden sich er und zwei Mitstreiter in wenigen Wochen mit einigen betagten Mercedes-Fahrzeugen auf den Weg in den Senegal machen. „Dust and Diesel“ – also Staub und Diesel – heißt die Autorallye der besonderen Art, die Abenteuerlust mit karitativem Engagement verbindet („Die Glocke“ berichtete). Dabei bringen Fahrer vorwiegen Mercedes-Modelle der 124er-Baureihe über Frankreich, Spanien, die Meerenge von Gibraltar und Marokko bis nach Mauretanien, um sie dort zu verkaufen und das Geld Waisenhäusern zur Verfügung stellen.

Die Brücke nach Warendorf hat Zahnarzt Dr. Klaus Menzel geschlagen. Selbst vom Mercedes-Virus infiziert, kam ihm vor einigen Monaten die Idee, den Erlös aus seinen Zahngoldsammlungen den Ausrichtern der Rallye zur Verfügung zu stellen. Mehr noch: Er organisierte Autos, die die Fahrer gleich mitnehmen sollen. Darunter ist „Oscar“: Seine ehemaligen Halter, die Familie Bitting, hatten den Daimler so getauft und haben ihn kostenlos für die Aktion zur Verfügung gestellt. Ein C-Klasse Kombi kommt zudem von der Firma Beresa. Das dritte Auto, eine schwarze Limousine, ist von Spendengeldern gekauft worden. Als wäre das noch nicht genug, hat Sponsor Hasan Taflan aus Warendorf einen ausgedienten Mercedes-Krankenwagen gespendet. Der Transporter wird voraussichtlich aber erst im November gen Afrika gelenkt. Zunächst müssen noch rechtliche Dinge geklärt werden.

Fehlte zuletzt noch in Fahrer für die drei Autos aus Warendorf, die im Mai überführt und verkauft werden, ist das Team nun komplett. Bittings ehemalige Familienkutsche steuert Michael Bauer. Christian Kämmer übernimmt die Beresa-Spende und Nick Zwart die schwarze Limousine. Während Michael Bauer bereits mehrfach bei der abenteuerlichen Tour mitgemacht hat, ist es für Zwart eine Premiere. 1985 war er zuletzt anlässlich einer Hochzeit in Marokko. Seinerzeit hatte er sich mit einem Talbot auf den Weg gemacht und vieles dem Zufall überlassen. Sein fahrbarer Untersatz für die Mai-Reise hingegen ist technisch runderneuert und den Anforderungen einer Wüste angepasst worden.

Neue Traggelenke, für Wüsten geeignete Filter, ein höhergelegtes Fahrwerk, spezielle Federn und einiges mehr: Ehe sich „Oscar“, das langjährige Mitglied der Familie Bitting aus Warendorf, und die anderen Autos auf den Weg nach Afrika machen, ist viel an ihnen optimiert und repariert worden. Jede Menge Zeit und Geld haben vor allen Dingen Zahnarzt Klaus Menzel, Beresa-Werkstattleiter Marc Cordes, Unternehmer Hasan Taflan und viele andere investiert. Möglich machen die Aktion zahlreiche Sponsoren.

25 Stunden werden die Fahrer allein bis zur Hafenstadt Tarifa in Spanien brauchen. Danach sind die Tagesetappen zwischen 200 und 600 Kilometer lang. Sie bergen zahlreiche Gefahren, mitunter Not und Elend, aber auch eine andere Perspektive: „Nach der Rallye sieht man viele Dinge ganz anders“, sagt beispielsweise Fahrer Michael Bauer.

Sinn und Zweck der Rallye ist es, Waisenkinder in Afrika zu unterstützen. In Marokko angekommen, geht es entlang der Atlantikküste gen Mauretanien. In der Hauptstadt Nouakchott werden die Autos verkauft. Der Erlös wird an zwei staatlich anerkannte deutsch-mauretanische Waisenhausprojekte übergeben. Mit Buschtaxis geht die Fahrt weiter bis in den Senegal. Die Tage bis zum Rückflug nach Deutschland verbringt man auf einem Campingplatz im Naturreservat des Senegaldeltas. Die Rallye ist keine Motorsportveranstaltung. Niemand fährt dabei auf Zeit. „Gewinner ist, wer im Senegal ankommt. Und das haben bisher noch alle geschafft“, heißt es.

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RE: Die Brücke hat de Zahnarzt geschlagen

#2 von carlos , 19.03.2012 10:15

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Auf Spuren der Rallye Paris-Dakar: Dust and Diesel

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