„Erste Internationale Kongress zur Humanitären Hilfe“

#1 von carlos , 28.06.2011 10:47

Am 20. Mai 2011 fand im westfälischen Münster der „Erste Internationale Kongress zur Humanitären Hilfe“ statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Stadt Münster und der Fachhochschule Münster organisiert. humedica nahm die Gelegenheit wahr, an dem Auftakt dieser informativen Veranstaltung teilzunehmen.

Unter den über 250 Teilnehmern des Kongresses fanden sich Studenten und Professoren verschiedener Hochschulen, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen und andere interessierte Zuhörer, sowie drei Militärgeneräle aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Die einnehmende eintägige Veranstaltung war geprägt von intensiver Interaktion unter den Teilnehmern sowohl während der Vortragsreihen, als auch während der Diskussionsrunden.

Plädoyer für Würde und Integrität der Menschlichkeit. General a. D. Roméo Dallaire (links) mit humedica-Mitarbeiter Florian Klinner. Foto: humedica/Patrick Khamadi

Obwohl die Veranstaltung den Titel „Internationale Soforthilfe – eine Gratwanderung“ trug, machten alle Vorträge deutlich, dass Würde und Integrität der Menschlichkeit in jeglichen humanitären Einsätzen von entscheidender Bedeutung und nicht verhandelbar sind.

Hauptredner des Kongresses war General a. D. Roméo Dallaire. Im Jahr 1994 war Dallaire Kommandeur der UN-Friedenstruppen in Ruanda während des Völkermords, dem über 850.000 Menschen zum Opfer fielen. Eine Million Menschen waren verwundet und vier Millionen zur Flucht gezwungen worden.

General a. D. Dallaire erzählte in seinem Vortrag von seinen Erfahrungen während der schrecklichen Ära des Völkermords. Seiner Ansicht nach bestand das wahre Scheitern zu dieser Zeit darin, dass es der Menschheit nicht gelungen war, rechtzeitig zusammenzustehen um den Völkermord aufzuhalten.

In einem fesselnden Vortrag, dem stehende Ovationen folgten, merkte General a. D. Dallaire an, dass humanitäre Intervention heutzutage zunehmend komplex geworden ist.

Um dem Rechnung zu tragen, werden in entsprechendem Maße zahlreiche Akteure benötigt, die unterschiedliche Bereiche der humanitären Hilfe abdecken können.

Darüber hinaus wies er auch darauf hin, beim Umgang mit dieser Komplexität die menschliche Seite nicht zu vernachlässigen. Dallaire plädierte für eine gleichmäßig verteilte und gerechte humanitäre Hilfeleistung.

In den folgenden Sitzungen erörterten weitere Gastredner, wie Prof. Dr. Chalk vom Montreal Institute für Völkermord und Menschenrechte, Prof. Dr. Joachim Gardemann von der Fachhochschule Münster oder Prof. Dr. Ted Baarda von der Niederländischen Akademie für Verteidigung weitere entscheidende Merkmale der humanitären Hilfe von heute.

Angesprochen wurden etwa die Notwendigkeit des Willens zu Eigeninitiative der Bürger, der Kooperation zwischen den einzelnen humanitären Hilfsorganisationen und einer umfassenden Ethik humanitärer Hilfe vor dem Hintergrund neuer medialer Möglichkeiten der Partizipation des Einzelnen.

Im Rahmen des Kongresses war es der große Wunsch von Prof. Dr. Joachim Gardemann, dass Münster, gerade vor dem Hintergrund der Geschichte von Westfalen, ein Zentrum wird für humanitäre Hilfe.

Insgesamt war der Kongress eine ideenreiche Plattform für humanitäre Hilfsorganisationen, um sich über ihre Vorstellungen und Arbeitsweisen auszutauschen, mit denen sie auf verschiedene Nothilfesituationen reagieren.

Am Ende des Kongresses trafen sich humedica-Mitarbeiter Florian Klinner und Patrick Khamadi mit General a. D. Roméo Dallaire. Er bekräftigte den Kurs auf dem sich humedica bezogen auf die medizinische Katastrophenintervention befindet.

Dabei erwähnte Dallaire insbesondere den Fall Haiti, wo humedica umfangreiche medizinische Hilfsprogramme, sowie mehrere Wiederaufbauprojekte betreibt.

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