Helfen wir ihnen, wieder zu lächeln!

#1 von carlos , 27.12.2010 22:46

Unter diesem Motto verknüpften ein
junger Zahnarzt und seine Freundin
ihre Ferien mit einem zahnmedizinischen
Einsatz in Guatemala. Sie linderten
Schmerzen, behandelten Abszesse,
flickten Löcher und verhalfen Kindern
wieder zu einem Lächeln.

Alessandro Perucchi studierte Zahnmedizin
an der Uni Bern und schloss im Herbst
2005 ab. Mit seiner Freundin, Selina
Aeberhard, Geographiestudentin in Bern,
flog er vergangenen Winter nach Guatemala,
um dort einen freiwilligen Einsatz
als Zahnarzt zu leisten. In der ehemaligen
Hauptstadt Antigua arbeiteten sie im
Spital «Obras Sociales Hermano Pedro».
Das Spital ist auch ein Gesundheitszentrum,
das mit Spenden und Hunderten
von freiwilligen Ärzten aus der ganzen
Welt seit über 20 Jahren den Ärmsten der
Bevölkerung medizinische Hilfe leistet.
Hier waren die Bedingungen ganz anders
als in Bern. «Ich war schon etwas nervös,
das erste Mal», erzählt Perrucchi, «frisch
vom Studium ins Behandlungszimmer, mit
einem zwar funktionierenden, aber etwas
langsamen Bohrer; und das Wartezimmer
bis auf den letzten Platz gefüllt».
Klempner als Zahnärzte
Unter seinen Patienten waren sehr viele
Kinder, von denen die meisten noch
nie einen Zahnarzt gesehen hatten. Sie
litten unter Fisteln und Abszessen, Fehlstellungen
und vor allem Karies. Neben
fehlender Zahnpflege sind auch die vielen
Zitrusfrüchte, die die Kinder essen, schuld
am katastrophalen Zustand ihrer Gebisse.
Selina Aeberhard zeigte den Kindern, wie
Unter diesem Motto verknüpften ein
junger Zahnarzt und seine Freundin
ihre Ferien mit einem zahnmedizinischen
Einsatz in Guatemala. Sie linderten
Schmerzen, behandelten Abszesse,
flickten Löcher und verhalfen Kindern
wieder zu einem Lächeln.
man Zähne putzt und verteilte die mitgenommenen,
von Sponsoren bezahlten
Zahnbürsten. Bei den Erwachsenen musste
Perucchi viele Wurzelreste ziehen. Guatemalteken,
die ein bisschen zu Wohlstand
kommen, lassen sich ihre gesunden
Zähne ziehen, um einen Ersatz aus Gold
einsetzen zu lassen. Die Behandlung wird
durch «Fachleute» gemacht, die früher
zum Beispiel eine Autowerkstatt besassen
oder als Klempner gearbeitet hatten.
Die ganze Palette
Im bergigen Hinterland von Antigua, in
der Kleinstadt San Pedro Yepocapa mit
30 000 Einwohnern, leisteten die beiden
ihren zweiten Einsatz, in einem NGOSpital
namens «Centro Rekko 7». Dieses
Gesundheitszentrum, eines von mittlerweile
sieben, wurde von einem italienischen
Ex-Journalisten gegründet. Betrieben
werden alle Zentren mit einheimischen
Krankenschwestern und Hebammen,
unterstützt durch temporäre Einsätze von
ausländischen Ärzten und Zahnärzten.
Professoren aus Rom verbringen dort
regelmässig einen Teil ihrer Ferien. Für
Perucchi und seine Begleiterin waren
die Bedingungen dort noch schwieriger:
«Ich hatte so schlimme Kindergebisse vor
mir, da wusste ich nicht, was machen!
Röntgen war nicht möglich, mitten in
der Operation versagte der Generator
zum Absaugen – und wie sollte ich die
schreckliche Entzündung behandeln, die
durch eine stümperhaft eingesetzte Brücke
durch einen ‹mecanico dental› verursacht
wurde?», erinnert sich Perucchi. Doch
unverdrossen, mit viel Improvisation und
Willen arbeiteten die beiden von morgens
früh bis abends spät. Ihr Fazit: Im Centro
Rekko 7 haben sie in zwei Wochen 134
Patienten behandelt, 17 Amalgam- und 50
Keramikfüllungen gemacht, 42 Zähne und
18 Milchzähne gezogen, 76 Wurzelreste
entfernt, 16 chirurgische Eingriffe und 4
Wurzelbehandlungen durchgeführt sowie
2 Prothesen angepasst. «Ich würde es
jederzeit wieder machen, es war eine sehr
gute Erfahrung. Das Wissen, Leuten mit so
schlimmen Schmerzen geholfen zu haben,
macht zufrieden.» Zum Schluss noch ein
Aufruf der beiden: Gesucht wird ein alter,
noch funktionstüchtiger Zahnarztstuhl für
ein neues medizinisches Behandlungszentrum
– das Centro Rekko Nummer 8.
Die Kosten des Transports würden Sponsoren
übernehmen. Und auch dort wären
sie froh um Hilfe durch ehrenamtliche
Einsätze von Zahnärzten oder Ärztinnen.
bm
E-Mail: allessandroperucchi@freesurf.
ch,; www.obrashermanopedro.org;
www.amicidirekko7.org

carlos  
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