Organisation Oral Health Foundation Rwanda (OHFR)

#1 von carlos , 07.10.2010 14:25

In Ruanda kommen auf neun Millionen Einwohner etwa 50 Zahnärzte. Und deren Ausbildung ist weit von EU-Standards entfernt, die Praxis-Ausstattung ist, gemessen an dem, was ein Patient hierzulande gewöhnt ist, miserabel. Die gemeinnnützige Organisation Oral Health Foundation Rwanda (OHFR) will die Situation in Ruanda ändern.

Auch Jean de Dieu Mugenzi will das. Er ist Zahnarzt in dem dicht bevölkerten, ostafrikanischen Land und derzeit für ein sechswöchiges Praktikum im Altkreis Lübbecke unterwegs - um von den dortigen Kollegen zu lernen.

Einer von ihnen ist Jan Chris Damstra, Vorsitzender der OHFR in Deutschland, der in Stemwede-Levern praktiziert und in Lübbecke lebt. Erst 2007 wurde die Organisation gegründet und schon viel wurde auf den Weg gebracht. So entsteht gerade eine Zahnklinik in Remera-Rukoma, finanziert von dem Verein. Dort soll Mugenzi oder »Jimmy«, wie ihn seine deutschen Kollegen nennen, seine neu gewonnenen Kenntnisse anwenden und weitergeben. Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erweitert der Gast aus Ruanda seinen Wissensschatz - auch wenn er nicht am Patienten aus Fleisch und Blut, sondern am Gipsmodell übt. Von der Füllung bis hin zur Versiegelung des Zahnes, um ihn vor Karies zu schützen.

Denn Karies ist in Ruanda auf dem Vormarsch. Ironischerweise mit dem Aufkeimen der Wirtschaft. »Mittlerweile sind Cola und Süßigkeiten zu haben. Das kann man natürlich nicht verbieten. Stattdessen bemühen wir uns um Aufklärung und Vorbeugung«, sagt Damstra, der im November dieses Jahres gemeinsam mit Jimmy nach Ruanda reisen wird. »Um vor Ort die Prophylaxe umzusetzen.« Die beginnt schon bei vermeintlich Banalem wie dem Putzen der »Beißerchen«. Die beiden Zahnärzte gehen in die Schulen und zeigen, wie's funktioniert. Auch die Lehrer werden unterwiesen, damit sie ihr Wissen langfristig an die Kinder weitergeben können.

Die OHFR hat mit ruandischen Mädchen und Jungen einen Film gedreht, um fürs Zähneputzen zu werben. »Wir haben extra mit einheimischen Kindern gedreht. Das hat nochmal eine ganz andere Wirkung, einen viel besseren Nachahmungs-Effekt«, erzählt Damstra. »How to brush your teeth« läuft sogar im Fernsehen.

Der Zahnarzt warnt davor, Karies zu verharmlosen: »Das ist die meist verbreitete infektiöse Erkrankung weltweit.« Zudem kann die Zahnfäulnis in Ländern wie Ruanda noch viel schlimmere Folgen haben als in Industriestaaten. Es geht nicht mehr nur um mangelnde Mundhygiene - die Lebensumstände, die Unterernährung schwächen den Körper zusätzlich. Damstra zeigt den Extremfall: erschreckende Bilder von Kindern, die an Noma erkrankt sind, einer schweren bakteriellen Infektion, die sich auf der Mundschleimhaut entwickelt und von dort andere Weich- und Knochenteile des Gesichts zerfrisst.

Jimmy, der in Lübbecke Quartier bezogen hat, ist völlig erstaunt über die zahnmedizinischen Standards in Deutschland. »Das ist so ein großer Unterschied. Und es ist eine riesige Chance.« Und was waren seine ersten Eindrücke im Mühlenkreis fernab des Berufs? »Hier sind so wenig Leute. Außerdem habe ich Menschen gesehen, die einfach so mit ihrem Hund spazieren gegangen sind. Sowas kennen wir nicht in meiner Heimat. Da sind Hunde nur dafür gedacht, uns zu beschützen.«

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RE: Organisation Oral Health Foundation Rwanda (OHFR)

#2 von carlos , 07.10.2010 14:40

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