Ein Zahnarztstuhl für Tansania

#1 von Anacoana , 16.11.2017 11:07

Ich habe gelernt, was relevant und wichtig für das Leben ist. Mit dieser Erfahrung kehrt Josepha Walter von einer Reise zurück, an der sie mehr durch Zufall teilnehmen konnte. Die Daubitzerin war für zwei Wochen in Tansania. Nicht allein und auch nicht mit leeren Händen. Die Abiturientin ist Teil des Hospitalprojektes, das in dem zentralafrikanischen Staat wächst.

Der Verein Lahfa, die Abkürzung steht für Love and help for Afrika (Liebe und Hilfe für Afrika), engagiert sich seit Jahren für dieses Projekt, das in der Stadt Singida verwirklicht wird. Nun galt es, zur Komplettierung des Hospitals einen Zahnarztstuhl in das Land zu bringen. „Er ist für die Zahnstation vorgesehen, die vom einheimischen Personal betreut wird“, erzählt Josepha.

Schon Tage vor dem Abflug der Helfer wurde der Stuhl nach Afrika als Luftfracht geschickt. Dafür sorgten Torsten Roschk und Ralf Dewart. Beide Männer sind schon seit Jahren in das Hilfsprojekt involviert. Torsten Roschk gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der seit elf Jahren in Afrika hilft. Helfen ließen sich die beiden Vereinsmitglieder von dem Görlitzer Zahnarzt Dr. Rüdiger Pfeifer, als es um das Beschaffen des Stuhles ging. Torsten Roschk sagt: „Dr. Pfeifer engagiert sich selbst für Afrika, und seine Erfahrungen sind für uns sehr wertvoll. So konnte er uns genau sagen, was vor Ort gebraucht wird und welche Technik sinnvoll ist.“

Kein Patientenstuhl der Hochtechnologien war gefragt, sondern einer, der den afrikanischen Verhältnissen gerecht wird. Diesen fanden die Männer über den Kontakt mit einer Marburger Firma für Medizintechnik in Brasilien. Nun galt es, den Stuhl nach Deutschland zu holen und noch zu komplettieren, bevor er nach Afrika weiterreist. Insgesamt hat der Stuhl mit seinem Transport und der Umrüstung rund 10 000 Euro gekostet. Eine Summe, die der Verein aus Spendengeldern bezahlte.

In Tansania angekommen, galt es für das Vereinstrio zunächst den Stuhl vom Zoll in Empfang zu nehmen und in die Hospitalstation zu bringen. Dort wurde er von den drei Deutschen und Helfern vor Ort aufgebaut und in Betrieb genommen. Josepha Walter erzählt: „Das Besondere an dem Zahnarztstuhl ist, dass er mit einem Wassertank und einem Luftkompressor ausgerüstet ist. Damit kann mit ihm gearbeitet werden, ohne auf Wasser und Pressluft aus der Leitung angewiesen zu sein.

Wenn auch Josephas Auftrag war, mit ihren Sprachkenntnissen in Englisch für Verständigung zu sorgen, so brachte die 18-Jährige sich in das Geschehen ein. Sie sortierte medizinische Instrumente und Medikamente, testete das Wasser auf seine Qualität und half beim Stuhlaufbau mit.

Das Wertvolle für sie wurden die Begegnungen mit den Einheimischen, die Besuche in ihren Dörfern und Hütten. „Das war für mich sehr intensiv und wertvoll“, sagt die junge Frau und ergänzt: „Trotz Armut erlebte ich zufriedene Menschen mit einer großen Gastfreundschaft. Einmal bekamen wir sogar ein Huhn geschenkt, als Zeichen ihrer Dankbarkeit für unsere Hilfe.“

Natürlich musste sich Josepha auch daran gewöhnen, ständig beobachtet und angeschaut zu werden. „Als blondes Mädchen mit weißer Haut ist man für die Afrikaner schon eine Exotin“, sagt sie lachend. Vor allem in den Dörfern ist ihr das passiert, wo „Weiße“ selten anzutreffen sind. Auf einen Afrikaner ist sie besonders stolz, dass sie ihn kennenlernen durfte. Die Rede ist von Bischof John Mawfimbo. Er war nicht nur ihr Chauffeur, sondern ist von tansanischer Seite zuständig für das Hospital-Projekt.

Obwohl es nur zwei Wochen in Tansania waren, strömten viele Erlebnisse und Ereignisse auf Josepha ein, die sie alle für immer in ihrem Gedächtnis aufbewahren möchte. Dazu kam die Erkenntnis, die sie ihrer Mutter verriet, als sie wieder zu Hause war: „Mutti, was wir hier für Probleme haben, das sind eigentlich keine.“ Auch die Sache mit der Trainingsjacke erzählte sie: „Ich hatte meine Jacke vom SSV Stahl Rietschen mitgenommen und schenkte sie einem afrikanischen Jungen. Jetzt hat mein Sportverein auch einen Fußballer in Tansania, der für Rietschen Werbung macht.“

Ihr Einsatz in Singida ist für sie eine Bereicherung für Kommendes. Denn Josepha hat ihre Lehre zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Emmaus in Niesky begonnen. Das ist eine gute fachliche Voraussetzung, um am Hospital-Projekt dranzubleiben. Denn zu tun bleibt für den Verein Lahfa noch einiges, damit das medizinische Zentrum zum Leuchtturm für die Menschen in und um Singida werden kann.

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RE: Ein Zahnarztstuhl für Tansania

#2 von Anacoana , 16.11.2017 11:07

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