eine Famulatur in Taupo, Neuseeland

#1 von carlos , 15.06.2016 23:09

eine Famulatur in Taupo, Neuseeland
Hallo, ich bin der Karl, Medizinstudent aus Lübeck und möchte nun erzählen, wie
es mir in Neuseeland so ergangen ist und wichtiger, welche Tipps ich für
zukünftig Reisende habe!
Ich hatte das große Glück, im Winter 2009/10 ein Freisemester in Neuseeland zu
genießen während dem ich auch in Taupo unterwegs war und die Gelegenheit nutzte,
mir das örtliche Krankenhaus anzusehen. Da man mir sagte, ausländische Studenten
seien prinzipiell herzlich Willkommen, habe ich mich für 6 Wochen ( also die
ganzen Winterferien :-)) beworben.
Bewerben!
Am besten so ein halbes Jahr vorher, wobei der einfachste Weg eine mail mit
gewünschten Daten und vielleicht schon einem Lebenslauf ist.
Adresse: julie.eilers@lakedhb.nz (das ist die Leiterin des Krankenhauses
An Papierkram muss man ein Bestätigungsschreiben der Uni schicken und einen
Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Im Zusammenhang mit dem Fragebogen brauchte man
Nachweise über den Tbc- Status, Hepatitis A und B Impfung bzw. Bestehende
Immunität mit Antikörpertiter und einen MRSA Abstrich. Was Tuberkulose anging
reichte der Hauttest, den wir in in Mikrobiologie gemacht haben, Hep Antikörper
kann man bei dem Betriebsarzt machen lassen, wenn ich mich recht erinnere kann
man da auch die Impfungen bekommen, falls was fehlt und den MRSA Abstrich hab
ich nicht machen können, war aber auch kein Problem.
Hinkommen!
Offensichtlich braucht man einen Flug, es sei denn ihr wollt ein halbes Jahr
segeln. Es gibt ein paar Airlines, die ein paar Euro Studentenrabatt anbieten
und ich glaube je nach Buchungszeit und Stop`s ist man immer rund um 1000€ im
Moment. Man braucht einen lange gültigen Pass und wenn ihr nicht länger als 3
Monate bleibt, kein Visum.
Nun, der Flug war echt lang und ich empfehle am besten erst einmal vom Flughafen
Auckland in ein Hostel zu fahren und zu schlafen. Von Auckland aus gibt es ein
paar Langstreckenbusse, die nach Taupo fahren.
Wohnst du noch?
Ich habe das große Glück gehabt, hier bei einer Familie unterzukommen, die mich
vor zwei Jahren schon beim trampen aufgesammelt haben und in deren Garage ich
ein Bett hatte. Für Alle, die hier keinen kennen, die Stadt ist voller Hostels
und hollyday Homes, wo es „weekly rates“ gibt, die allerdings nicht für jeden
bezahlbar sind. Ich hab mich mal umgehört, hier die Ergebnisse:
Urban Retreat: "We offer a weekly rate of $130. This includes 20 min free
internet
per day."
Tiki Lodge:"You have a couple of options - you could work 2 hours per day in
exchange for free accommodation (i.e. work for accommodation) or we can do a $20
per
night rate in the dorm rooms."
Meine Empfehlung ist allerdings,auf jeden Fall vorher einfach mal im Krankenhaus
fragen zu lassen bei den Schwestern und Ärzten, die
Kiwis sind alle so nett, ob da vielleicht jemand was weiß, wen kennt, ein Zimmer
frei hat ...oder ähnliches
Das Krankenhaus!
Im Moment gibt es eine internistische Station, eine Schwangeren Ambulanz, eine
Physiotherapie, ein kleines Labor, eine Apotheke, ein Röntgengerät, einen kleine
OP
Saal, eine Notaufnahme und ein paar Behandlungszimmer für ambulante Patienten,
sowie Räume für Sprechstunden von Ärzten, die nur Tage weise da sind. An
meinem ersten Tag wurde ich erst einmal Allen vorgestellt, die da waren, was
mich, dank des schlechten Namensgedächtnisses, völlig verwirrte!
Mein Supervisor war Dr.
Christian Hulett, ein ausgesprochen netter und fähiger amerikanischer Arzt, der
mir in der Zeit, die ich auf Station verbringen durfte, sehr viel beibrachte.
Ich hatte meistens ein Thema pro Tag, zu dem ich mich noch informierte, einen
Patienten untersuchte und befragte und dann wurde alles bei einer Tasse Kaffee
besprochen. Den Rest meiner Zeit hab ich mit Patienten geschwatz, untersucht,
mit Chris ambulante Patienten gesehen und in der Notaufnahme geholfen und
gelernt, wenn was los war.
Da es sich um ein eher kleines Krankenhaus handelt, wo es natürlich nicht so
stressig ist, waren praktische Tätigkeiten nicht so häufig, dennoch wurde ich
immer gefragt, sodass ich IV Zugänge und Blasenkatheter legen, Lokalanästhesien
machen und Schnittwunden nähen konnte .
Ich habe meine Zeit hier sehr genossen, teils, weil ich mein medical
english etwas verbessern konnte, teils wegen dem Kaffee, den es immer gab und
weil ich hoffentlich endlich mal die Formen von Krampfanfällen im Kopf hab (;-))
aber vor Allem, und das fasziniert mich immer noch, weil alle Mitarbeiter mir
immer freundlich und wohlwollend gegenübertraten. Ärzte, Schwestern und sogar
die Patienten wirkten oft gut gelaunt und immer irgendwie zufrieden, was sogar
auf die Reinigunskraft zutraf, was wie ich finde, ein guter Indikator für
gesundes Arbeitsklima ist und was ich so noch nicht erlebt habe!
Freizeit!
Da Taupo auch in gewisser weise Touristenstadt ist gibt es hier all die Aktion
und Fun Sportarten, für die Neuseeland berühmt ist. Wenn man ein paar ( hundert)
Dollar übrig hat, kann man Segeln, bungy springen, windsurfen und skydiven.
(entschuldigt die eingedeutschten Wörter ;-))
Weniger preisintensiv und damit mehr mein Fall sind allerdings all die weniger
coolen Sachen. Ich war vor allem klettern, in der örtlichen Kletterhalle und an
Felsen am See, da das nun mal mein Sport ist, aber auch für ungeübte ist die
Halle eine gute Adresse (10 NZD). Außerdem gibt es ein paar schöne Tracks zum
Mountainbiken und wandern, unter anderem auch den ein Stunde Fahrt entferten
Tongariro National Park. oder man geht einfach baden im See. Mein besonderer
Favorit ist aber immer noch der „Hot Water Creek“ im Spapark, wo heißes Wasser
durch die Wiese fließt, dank der dünnen Erdkruste hier. Das tolle daran, es ist
die nächstgelegenste kostenlose heiße Badestelle. Tagsüber ist es recht voll,
aber wenn man im dunkeln da rumsitzt und einen Apfel ist oder ein Bier trinkt
und die Sterne funkeln....sehr gemütlich.
Nun, ich hoffe die Infos helfen ein bisschen. Ansonsten möchte ich jeden
ermutigen, in die weite Welt zu reisen und die Menschen überall auf der Erde zu
treffen, immer nach dem Motto "Enter as stangers, leave as friends!"
falls noch Fragen anderer Art zu beantworten sind, mailt mit an
karl.bednarzik@medizin.uni-luebeck.de!
Travel save!

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Erfahrungsbericht Famulatur in Dunedin, New Zealand.

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