von Lörrach nach Afrika

#1 von carlos , 26.12.2015 12:04

Medikamente, viele Zangen und andere Dentalwerkzeuge werden derzeit in 16 Kartons von Lörrach nach Afrika transportiert. Zahnarzt Hans-Jürgen Weh hat sie aus einer aufgelösten Praxis erhalten und möchte damit vor Ort die zahnärztliche Versorgung verbessern. In Baden-Württemberg kommt durchschnittlich ein Zahnarzt auf rund 1250 Menschen. In Tansania kümmern sich hingegen gerade einmal rund 100 ausgebildete Mediziner um die Zähne von 50 Millionen Einwohnern, wie Weh erzählt. Er ist schon lange in einem inzwischen weltumspannenden, zahnärztlichen Netzwerk unter deutscher Federführung aktiv und engagiert sich seit 1997 in dem afrikanischen Land. Zuletzt hat er 2013 in seinem Urlaub zwei Wochen lang auf der zahnärztlichen Station im 1898 vom Orden der Missionsbenediktiner gegründeten Kloster Peramiho gearbeitet, lokale Kollegen ausgebildet und Sachspenden überreicht.

Doch die Spende, die er kürzlich über die Kontakte des Ärzte-Netzwerks erhalten hat, lässt sich nicht so einfach im Handgepäck transportieren wie beim letzten Mal. Ein Kollege aus der Nähe von Stuttgart hat seine Praxis aus Altersgründen aufgegeben und keinen Nachfolger gefunden, darum spendete er sein gesamtes zahnärztliches Inventar für einen guten Zweck.

„Der nette Herr wollte einfach nur einen Spendenquittung“, berichtet Weh. Im Gegenzug für die Bescheinigung durfte er umfangreiches Material in bestem Zustand mit nach Lörrach nehmen. Der Neubeschaffungswert liegt im mittleren fünfstelligen Bereich, schätzt Weh.

Dazu gehörten beispielsweise rund 70 Zangen und Laborgeräte wie Artikulatoren zur Simulation der Kiefergelenksbewegung. „Die Sachen sind teilweise extrem wertvoll und werden dringend gebraucht“, erklärt Weh. Denn die Ärzte vor Ort arbeiten laut Weh mit einfachsten Mitteln. Regelmäßig falle beispielsweise der Strom aus, Röntgengeräte oder ein elektrischer Behandlungsstuhl seien darum kaum nutzbar. Die schnelle und kostengünstige Behandlung von Zahnschmerzen stehe im Mittelpunkt, und dafür brauche es vor allem „wartungsarme“ Instrumente.

Behandlungsspektrum ist stark beschränkt

Das zahnmedizinische Niveau in Tansania sei „für afrikanische Verhältnisse inzwischen sehr gut“, erklärt Weh. „Es ist jedoch natürlich nicht mit dem in Europa vergleichbar – das Behandlungsspektrum ist stark beschränkt.“ Wurzelkanalbehandlungen oder andere komplexere Eingriffe gehören nicht zum Standard. „Es gibt zwar Praxen auf westlichem Level, diese sind aber für 99 Prozent der Bevölkerung nicht zugänglich“, erzählt Weh.

Noch deutlich schlechter sieht es in den Nachbarstaaten Ruanda und Uganda aus. „Dort können wir mit den Spenden viel Gutes tun“, erklärt Weh. Im Februar wird er für zwei Wochen in die beiden Länder reisen, um auch dort die zahnmedizinische Entwicklungshilfe zu unterstützen. In Ruanda plant das Netzwerk, das auch in Südamerika und im Nahen Osten aktiv ist, eine Ausbildungsstätte für Zahnmediziner. Anschließend besucht Hans-Jürgen Weh auch noch das Kloster Peramiho.

Bis dahin sollten auch die 16 Pakete mit einem Gesamtgewicht von rund 180 Kilogramm angekommen sein, hofft Weh, die er kürzlich bei der Lörracher Post für ein Porto von knapp 700 Euro aufgegeben hat: „Wir haben in den Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass fast alle Pakete ankommen, aber es meistens rund ein Vierteljahr dauert – nie aber unter acht Wochen.“

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RE: von Lörrach nach Afrika

#2 von carlos , 26.12.2015 12:04

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Zahnarzt Hans-Jürgen Weh hilft durch altes Zahngold seiner Patienten einer Zahnstation in Afrika.
Childrens Aid Tanzania”

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