Cook Inseln

Entwicklungsprojekt auf den Cook Inseln

 von carlos , 05.04.2019 12:35

oralchirurg Dr. Felix Nolzen und seine Frau Dr. Veronika Nolzen haben in Zusammenarbeit mit dem Zahnmedizinischen Austauschdienst ein Entwicklungshilfeprojekt auf den Cook Inseln aufgezogen. Vor fünf Jahren lernte Dr. Felix Nolzen die Inseln Rarotonga, Aitutaki und Atiu auf einer Auslandsfamulatur während seines Zahnarztstudiums kennen. Zusammen mit zwei Freunden blieb der Oralchirurg für sechs Wochen.

„Das hat mich alles total fasziniert. Die Landschaft hat es mir echt angetan“, sagt der 29-Jährige. Für ihn sei sofort klar gewesen, nach dem Studium wieder auf die Inseln zu kommen. Fünf Jahre später, nach seiner Facharztausbildung zum Oralchirurgen, entstand das Entwicklungshilfeprojekt, um die Cookies – so nennen sich die Einheimischen selber – zahnmedizinisch zu unterstützen.

Neben einem Traumstrand mit 26 Grad warmer Lagune liegt die kleine Zahnklinik Rarotongas. „Die Ausstattung ist rudimentär. Vergleichbar mit der deutschen Zahnmedizin um 1970“, musste der 29-Jährige feststellen. Wenn man Glück habe, funktionieren drei von sechs Zahnarztstühlen, denen aus allen Öffnungen Wasser und Luft entweiche. „Zudem ist es eine Lotterie, Bohrer zu finden, die gut funktionieren“, musste Dr. Felix Nolzen bei seinem Aufenthalt feststellen.

„Wir haben einiges runter gebracht“, berichtet der Oralchirurg. Mit der Hilfe regionaler Firmen, der eigenen Zahntechniker und Sachspenden aus der bergischen Zahnärzteschaft konnte ein gutes „Care Paket“ auf die Insel geschafft werden. Außer Füllungsmaterialien und Zangen wurden sogar ein Gussofen und ein generalüberholter Sterilisator gespendet.

Die Aufgaben eines Zahntechnikers oder Zahnmechanikers übernehme dort der Zahnarzt. Außer dem technischen Verständnis sei so auch handwerkliches Geschick gefragt.
Spenden sorgen bei Cookies für Begeisterung

„Unsere neuen Materialien fanden großen Anklang bei den einheimischen Zahnärzten“, erklärt der 29-Jährige. Die Einheimischen seien Feuer und Flamme über die neuen Sachen gewesen, und besonders der Gussofen habe für Begeisterung gesorgt. Den Zahnersatz, beispielsweise Goldkronen, habe es vorher auf den Cook Inseln nicht gegeben.

Dass der Oralchirurg in Deutschland vor allem Implantate setze, sei für die Cookies unvorstellbar gewesen. „Wenn überhaupt kannten sie die Möglichkeiten nur aus einem Lehrbuch“, stellte Dr. Felix Nolzen fest.

In den vier Wochen Aufenthalt unterstütze das Ehepaar die einheimischen Zahnärzte und schulte sie in den neuen Methoden. „Oft werden extra Patienten einbestellt, um sie direkt von der neuen Technik profitieren zu lassen“, erklärt der Oralchirurg. Die deutsche Zahnmedizin sei dort sehr hoch angesehen.

Was für Dr. Felix Nolzen zum klinischen Alltag gehört, stellt die einheimischen Zahnärzte vor eine große Herausforderung. Der 29-Jährige erfährt bei seinem Aufenthalt, dass die Patienten bei Beschwerden oder Abszessen sogar nach Neuseeland ausgeflogen werden.



„Die meisten Außeninseln verfügen über keinerlei zahnmedizinische Versorgung“, stellte Dr. Felix Nolzen fest. Aufgrund dessen hat das dortige Gesundheitsministerium ein Programm entwickelt, bei dem Schüler auf die Hauptinsel kommen, um dort in einer zweijährigen Ausbildung die zahnmedizinischen Grundzüge zu erlernen. Nach abgeschlossener Prüfung können die Absolventen die Bevölkerung ihrer Heimatinsel zahnmedizinisch versorgen. Außer der Hilfe, die Oralchirurg Dr. Felix Nolzen leistet, habe er auch viel profitiert, betonte der Mediziner. „Was man auch einfach persönlich von den Menschen bekommt. Es ist einfach eine ganze tolle Erfahrung“, sagt Dr. Felix Nolzen stolz.

carlos
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