Libanon

Schweizer Stiftung bildet im Libanon Frontärzte aus

 von carlos , 27.12.2020 01:12

Vom Schönheits- zum Kriegschirurgen: Die höllische Mission des Enrique Steiger

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FOL

FOCUS-Online-Reporter Ulf Lüdeke (Zürich)

Montag, 04.03.2019, 14:27

Kriegsärzte riskieren ihr eigenes Leben, um das anderer Menschen zu retten. Einer von ihnen ist Enrique Steiger. In der Schweiz liftet der berühmte Arzt in seiner Schönheits-Klinik Fältchen gut betuchter Patienten, zwischen Afghanistan und Mali operiert er mittellose Kriegsopfer. Und investiert Geld und Prominenz in ein Arztprojekt im Libanon, das sich am Ende selbst tragen soll.

Wer Enrique Steiger in seiner Züricher Klinik besucht, taucht ein in ein Fest der Bilder. Im Wartezimmer des 2. Stocks steht zwischen pastellgelben Wänden auf einem Metallständer eine aufgeschlagene, 35 Kilo schwere Ausgabe des legendären SUMO-Buches von Helmut Newton, limitierte Auflage, 11.500 Euro pro Stück. Langbeinig werben nackte Models geplättet unter Plexiglas für makellose Schönheit. Vom salonartigen Chefarztzimmer hat der graumelierte Ästhetik-Guru einen Blick direkt auf den Zürichsee, durch dessen silbernes Glitzern Schwäne und Segelboote gleiten.

Bilder von seinem zweiten Arztjob, der ihn gelegentlich ebenfalls an Gewässer führt, gibt es nur wenige. Dafür haben sie sich in sein Gedächtnis gebrannt, unauslöschlich. Wie jenes aus dem Frühjahr 1994. „Als ich nach Ruanda reiste, hielten wir bei einem Grenzposten an einem Fluss, der in den Viktoriasee mündet. In den paar Minuten, die wir warteten, zählte ich 160 Leichen, die an uns vorbeitrieben.“
„Dachte, das Grauen würde man mir nicht glauben“

Seit einem Vierteljahrhundert zieht Steiger nun schon als Kriegschirurg von Konflikt zu Konflikt, 23 an der Zahl mittlerweile, etwa zwei bis drei Monate pro Jahr. Nach Afrika, in den Nahen und Mittleren Osten.

Lange zog er es vor, überhaupt nicht über diese Bilder zu sprechen, sagt der 59-Jährige. „Das Grauen, das ich gesehen habe, ist so groß, dass ich dachte, die Menschen könnten mir das nicht glauben.“ Ihm, einem Schönheitschirurgen, der ohne die Hilfe von Skalpellen selbst Model für Newton hätte stehen können. Einer, der weiß, wie gut es das Leben mit ihm meint.

Doch gelegentlich erzählt der Arzt, der als Unfallchirurg in Zürich begann, inzwischen von den Erlebnissen als Kriegschirurg. Was viel zu tun hat mit seinem beruflichen Werdegang, der auf den ersten Blick aus einem drastischen Gegensatz zu bestehen scheint: Schönheits- und Kriegschirurg. Himmel und Hölle. Auf den zweiten lösen sich die Gegensätze jedoch auf in eine Fügung, die notleidenden Menschen in Kriegen nicht nur kurzfristig helfen könnte, sondern auch langfristig.

carlos
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