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Doktor der Armen von Nepal

von carlos , 15.02.2011 21:09

ABENTEUER ZENTRALASIEN Gonsenheimer arbeitet als Zahnarzt im Bergdorf / Enge Verbindung nach Kathmandu

Nepal - ein Naturparadies in Zentralasien mit tiefen Tälern im Süden und den höchsten Gipfeln der Erde im Norden. Und eines der ärmsten Länder der Erde mit einer Gesellschaft von 29 Millionen Einwohnern, durch die sich althergebrachte Klüfte ziehen. Dr. Bernd Knegten ist dem Land tief verbunden. Nun hat der Gonsenheimer in einem nepalesischen Bergdorf als Zahnarzt gearbeitet. „Jetzt kann ich das machen, was ich schon lange wollte“, sagt er. Jetzt, im Ruhestand.

Die Verbindung Knegten-Nepal hat ihre Ursprünge 1997 in der Begegnung mit einem gewissen Singh Mokthan. Der pensionierte Polizeioffizier war der Fremdenführer Knegtens und einiger Freunde bei einer Trekkingtour. Daraus ist eine Freundschaft entstanden. Mehr noch: Knegten und seine Mitreisenden gründeten den Verein „Kinderhilfe Nepal e.V. Mainz“. „Mokthan hatte uns sein Projekt gezeigt“, sagt Knegten. Mokthan holte Kinder aus dem Gefängnis. „Wenn in Nepal jemand ins Gefängnis wandert, ist er für seine Familie gestorben“, sagt Knegten. Und um die Kinder kümmert sich keiner. Sie wurden - heute ist es offiziell verboten - mit ihren Eltern eingesperrt. Unter katastrophalen Verhältnissen und ohne jede Chance. Außer, sie trafen auf Leute wie Mokthan.

Aus dem Projekt entwickelte sich eine Vision, die Knegten und seine Mitstreiter teilen: „Unterprivilegierten - und das sind in Nepal vor allem Mädchen und Frauen - durch Bildung eine Chance geben.“ Heute manifestiert sich diese Philosophie im „Parizat Nestling Home“, einem Heim für 70 Mädchen in der Hauptstadt Kathmandu, geleitet von Singh Mokthan und seiner Familie, finanziert von der „Kinderhilfe“ mit Partnern aus England und den USA.

Bei einem Forum der Nepal-Helfer lernte Knegten, der bis 2008 eine Zahnarztpraxis in Mombach betrieb, die Krankenschwester Gerhild Bauman und ihren Mann Tanka Poudel vom Verein „Phoolbari Nepal“ kennen. Sie organisierten im Dorf Sakhe, rund 200 Kilometer von Kathmandu entfernt, eine kleine Arztpraxis für die abgelegene Bergregion. Dort arbeitet ein nepalesischer Allgemeinmediziner. Was fehlt, ist ein Zahnarzt. Knegten packte die Koffer.

Seine „Praxis“ bestand aus mitgebrachtem Behandlungswerkzeug, einem alten Stuhl, einer Schreibtischlampe und einem rostigen Beistelltisch. „Mit einer Zeitung als sterile Unterlage“, lacht Knegten. Angereist mit einem Allradwagen über unwegsames Gelände, behandelte er sieben Tage lang. „Ich hätte endlos weitermachen können.“ Die Leute kamen aus dem ganzen Umland, nahmen Tagesreisen auf sich, zu Fuß oder in alten, überfüllten Bussen. Bis zu 40 Behandlungen am Tag schaffte Knegten, setzte Spritzen, machte Füllungen, zog Zähne. „Die Leute haben kein Geld für ärztliche Behandlung“, sagt Knegten, „und wichtigere Probleme als Zahnhygiene.“

„Phoolbari“ will in Sakhe ein Hospital errichten, eher eine Arztpraxis mit mehreren Behandlungszimmern. Knegten überlegt, einen Zahnarztstuhl hinzubringen und Kollegen zu finden, die wie er zeitweise dort behandeln. Insofern hat Knegten auf seiner Reise eine neue Mission mit nach Gonsenheim genommen. „Zum Abschied gab es eine große Zeremonie. Alle waren da, bis hin zum Bürgermeister“, blickt Knegten zurück. Blumenkränze bekam er um den Hals gehängt und nach hinduistischer Sitte ein Tika, ein rotes Segenszeichen auf die Stirn, verbunden mit dem Wunsch, er möge bald wiederkommen.

Knegten behandelte noch einige Tage lang die Mädchen im „Nestling Home“ in Kathmandu. Auch im Gefängnis wollte er tätig sein, jedoch lehnten die Behörden ab. Lange könnte er weitererzählen von den schönen Seiten Nepals, über die Probleme des Landes und die sozialen Unterschiede im bislang alle Modernisierung überdauernden Kastensystem. „Ich habe ein Stück meines Herzens dagelassen“, sagt er. Dr. Knegten will wiederkommen.

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