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RE: Famulatur Kanada

von carlos , 12.02.2021 22:52

Von: Theresa Volk, Therese Heßler, Dominique Haase, Ronja Dietrich (Technische Universität Dresden)
Organisation: University of Alberta, Edmonton, Kanada
Zeitraum: 08.06.19 - 12.07.19

Bereits seit 2001 gibt es den Austausch zwischen der kanadischen Universität in Edmonton und der TU Dresden. Auch in diesem Jahr hatten 12 deutsche Studenten die Chance, 5 Wochen an dem Programm in Alberta teilzunehmen. Von kanadischer Seite besuchten 3 Studenten die sächsische Hauptstadt für 3 Wochen und bekamen einen Einblick in den deutschen Uni- und Klinikalltag.

ZAD-Famulatur-Kanada-2019

Während in Deutschland allgemein der theoretische Anteil der zahnmedizinischen Ausbildung überwiegt, freuten wir uns besonders darüber, dass wir in Kanada hauptsächlich praktisch arbeiten dürfen.

Im November 2018 fanden die ersten Informationstreffen zum Austausch statt mit den verantwortlichen Professoren und den Studenten, die im Vorjahr bereits an dem Austausch teilgenommen haben. Nach erfolgreichem Auswahlgespräch im Dezember freuten wir uns sehr über die Zusage noch vor Weihnachten und konnten bereits die Flüge buchen.

Angefangen hat der Austausch schon in Deutschland mit der Ankunft der drei kanadischen Studenten im April 2019. Sie bekamen einen guten Einblick in den deutschen Unialltag. Die eigens für sie konzipierte Vorlesungen, Workshops und Seminare wurden in Englisch gehalten und sie bekamen die Möglichkeit in OPs und im klinischen Behandlungskurs den Studenten und Ärzten über die Schulter zu schauen. In der freien Zeit nach der Uni haben wir auch viel mit den Kanadiern unternommen. So konnten wir sie besser kennenlernen und sogar neue Freundschaften schließen.



ZAD-Famulatur-Kanada-2019Ebenso herzlich wurden wir von den Studenten in Edmonton empfangen. Der Aufenthalt in Edmonton begann mit einer Einführungswoche in der University of Alberta. Hier wurden wir sehr freundlich aufgenommen und durften den kanadischen Studenten bei ihren Behandlungen assistieren. Jeder Student hat seine eigene Behandlungseinheit und behandelt die ganze Woche über vormittags und nachmittags jeweils einen Patienten. Wir hospitierten bei Komposit- und Amalgamfüllungen, Zahnextraktionen und sogar beim chirurgischen Einbringen von Implantaten.

Außerdem hörten wir einige Vorlesungen zu den Hygienevorschriften, die sich doch ein wenig von den deutschen unterscheiden. Als kleine Auffrischung nahmen wir am Spritzenkurs des zweiten Studienjahres teil und übten verschiedene Röntgentechniken am Phantomkopf. Sehr viel Spaß hat uns die Übung im Phantomraum mit Dr. Kilistoff gemacht, der uns viel über Ergonomie und das Arbeiten mit einer Lupenbrille beigebracht hat, welche uns für die Behandlung in der Satellitenklinik zur Verfügung gestellt wurde.

Bevor es jedoch richtig losging mieteten wir ein Auto und fuhren in die nahe gelegenen Nationalparks Jasper und Banff in den Rocky Mountains. Wir waren beeindruckt von der Natur, den hohen Bergen, den türkisfarbenen Flüssen und Seen sowie der atemberaubenden Tierwelt. Nach diesem traumhaften Wochenende fuhren wir in den Norden zur Satelliten Klinik in Mclennan, das für 4 Wochen unser Zuhause war: Normalerweise sind jeweils zwei deutsche und zwei kanadische Studenten zusammen in McLennan und in High Level. In diesem Sommer gab es sehr schlimme Waldbrände in HighLevel und die Satellitenklinik musste bereits evakuiert werden. Daraufhin hat die University of Alberta beschlossen alle 4 Deutschen Studenten zusammen nach McLennan zu senden.

Betreut werden die Gruppen von Zahnärzten, die meistens schon pensioniert sind oder sich 1-2 Wochen frei nehmen, um die Studenten zu unterstützen. Die zahnmedizinischen Fachangestellten betreuen das Programm das ganze Jahr über.

McLennan

ZAD-Famulatur-Kanada-2019McLennan ist ein sehr kleines Dorf, weitab von großen Städten. Hier lebten wir mit rund 800 Einwohnern für 4 Wochen. Neben der Klinik, in der wir arbeiteten, gibt es hier auch eine Kirche einen kleinen Supermarkt, eine Schule und ein Fitnessstudio, in dem wir öfter nach der Arbeit trainierten. Wir wurden herzlich und freudig empfangen von 3 Zahnarzthelferinnen und einem Zahnarzt. Sogar die Patienten wirkten begeistert, wenn man sich als „deutscher Student“ vorstellt. Jeder von uns erhielt seinen eigenen Behandlungsplatz und die Schwestern unterstützten uns, wo sie nur konnten. Über die 4 Wochen hatten wir 4 verschiedene Zahnärzte – sogenannte „Instructor“. Jeder von ihnen mit unterschiedlichen Ansichten, was sich für uns jedes Mal als eine kleine Umstellung, aber auch jedes Mal neue Erfahrungen bedeutete. Die ersten Tage musste man sich erstmal an den kompletten Ablauf und die Freiheiten gewöhnen, da die Zahnärzte und Patienten viel mehr Vertrauen hatten, als wir es aus Deutschland gewöhnt waren. Somit lernte man sehr schnell viele neue Techniken und sammelte praktische Erfahrungen. Auch die Patienten sahen einen weniger als Student, sondern vielmehr als Arzt an.

Pro Tag standen 4 Behandlungen auf dem Plan, welche von Schmerz- bis Wurzelkanalbehandlung die komplette Bandbreite des zahnmedizinischen Behandlungsspektrums abdeckte. Auch Fachtermini in englischer Sprache anzuwenden, stellte eine große Herausforderung dar, die es zu meistern galt.

Neben der Behandlung und dem Arbeitsalltag haben wir auch privat mit den Zahnärzten und Zahnarzthelferinnen viele schöne Dinge unternommen wie zum Beispiel ein gemeinsames Barbeque, Abendessen oder ein Besuch auf der Farm.

In diesem Sinne, vielen Dank nochmal für Ihre Unterstützung!

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