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„Support Africa“

von carlos , 08.04.2018 21:06

Waltershausen. Die Zahnarztpraxis von Irina Fettien ist leergeräumt. Als letztes Stück trägt Sergej Lik eine Intraoralkamera aus dem Haus an der Kestner-Straße Waltershausen.

„Mein Lieblingsstück“, sagt die Zahnärztin. Keine Wehmut schwingt bei ihr mit. Seit Anfang März ist die 63-jährige im Ruhestand. Die Intraoralkamera soll in Zukunft Patienten in Afrika gute Dienste leisten. „Damit konnte ich Patienten mit dem Bild zeigen, wo die Krone defekt oder ein Loch im Zahn ist.“ Nun ist das Hightech-Gerät Teil der Hilfssendung, die Irina Fettien und ihr Mann Wolfgang, ehemaliger Chirurg im SRH-Krankenhaus Friedrichroda, für das Ba-shanet-Hospital in Babati im Norden Tansanias zusammengestellt haben. Dort wollen sie eine Zahnarztpraxis helfen, aufzubauen (wir berichteten). Am Donnerstag ist das gesamte Inventar mit weiteren medizinischen und dentalen Geräten auf einen Laster verladen worden. Der bringt es ins Zwischenlager nach Nassau bei Koblenz.

Während der zurückliegenden Wochen haben die Eheleute Fettien zahlreiche Hilfsgüter dafür zusammengetragen. Das SRH-Krankenhaus in Friedrichroda stellte Kleidung, Desinfektionsmaterial und Instrumente zur Verfügung. Jetzt nochmal 1000 Euro für den Transport. Das St.-Georg-Klinikum Eisenach steuerte Kisten mit chirurgischem Besteck bei; Zahnarzt-Kollegen aus Waltershausen weitere Geräte. Auch mehrere Rollstühle gehen mit auf die Reise. Noch am Donnerstagvormittag ist ein Narkose-Gerät vom Helios-Krankenhaus Gotha dazugekommen. Auch Decken und OP-Kleidung sind Teil der Sendung. – Alles Dinge, die in Afrika benötigt werden. Doch bevor sie verschifft werden, wird die gesamte Sendung im Zwischenlager noch einmal ausgepackt und kontrolliert. – Was kann geliefert werden und was muss aufgearbeitet werden?

„Die Praxis-Schränke müssen alle nochmal lackiert werden“, sagt Sergej Lik von „Support Africa“. Die Organisation managt derartige Spendenaktionen. Lik verdeutlicht das an Infusionsschläuchen: Ist deren Nutzungsfrist abgelaufen, dürfen sie nicht nach Afrika verschickt werden.

Er rechnet damit, dass die Sendung in etwa zwei Monaten per Container verschifft werden kann. Dann wollen sich auch Fettiens auf den Weg machen, um im Bashanet-Hospital, wo sie vergangenes Jahr medizinische Aufbauarbeit geleistet haben, eine Zahnarztpraxis einzurichten. Ein einheimischer Kollege soll eingearbeitet werden. Eine Region mit etwa 75 000 Menschen wäre dann zahnärztlich versorgt.
Wer die Eheleute Fettien dabei unterstützen will, kann sich bei ihnen melden unter Telefon (03622) 6 00 34.

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